Jahrgang 23, No. 2/2005(März / April 2005)
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Verdauungskrankheiten
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Kommentar
Kommentar zu"Magenbandperforation auf dem Boden eines Magenkarzinoms"von C. Tjaden, Th. Hackert, M.Dietz, M.W. Büchler, J. Schmidt und A. Sieg
H. Bosseckert
Übersichten
Laktoseintoleranz: Pathophysiologie, Symptomatik, Diagnostik und Therapie
O. Leiß
Abstract
O. Leiß
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis PD Dr. N. Börner, Dr. Th. Clement, Dr. W. Gödderz, Dr. H.-J. Schreiber, Dr. A. Lutz-Vorderbrügge, Prof. O. Leiß, Mainz
Nach kurzer Darstellung der Physiologie der Kohlenhydratverdauung und Symptomatik der Kohlenhydratmalabsorption wird ausführlich auf die häufigste Disaccharid-Intoleranz, die Laktoseintoleranz, eingegangen. Inzidenz der adult-type hypolactasia, Formen des Laktasemangels und diagnostische und differentialdiagnostische Probleme werden diskutiert. Die diätetischen Maßnahmen, wie Meidung von laktosehaltigen Nahrungsmitteln, partielle Zufuhr von Joghurt und Verwendung von laktosefreier Milch, werden ausführlich erörtert, auf die Enzymsubstitution mit laktasehaltigen Enzympräparaten wird eingegangen. Die Überlappung mit der Symptomatik bei Colon irritabile und die Bedeutung einer differenzierten Diagnostik werden betont.Correspondence to:
Prof. Dr. med. O. Leiß
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis
PD Dr. N. Börner, Dr. Th. Clement, Dr. W. Gödderz, Dr. H.-J. Schreiber,
Dr. A. Lutz-Vorderbrügge, Prof. O. Leiß
Bahnhofplatz 2
D-55116 Mainz
Email: OLeiss@aol.com
Übersichten
Klinisch-pharmakologische Aspekte bei der Azathioprin-Therapie*
M. Schwab, E. Schaeffeler, U. Klotz und E. Stange
Abstract
M. Schwab1, E. Schaeffeler1, U. Klotz1 und E. Stange2
1Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, Stuttgart, 2Abteilung für Innere Medizin 1, Schwerpunkte Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
Der Einsatz von Azathioprin ist zur Therapie entzündlicher bzw. (auto-) immunologischer Erkrankungen und zur Immunsuppression nach Organtransplantation zugelassen. Im Falle chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen belegen evidenzbasierte Daten eine Wirksamkeit zur Remissionsinduktion bzw. -erhaltung bei Patienten mit Morbus Crohn. Trotz klinischer Erfahrungen mit Azathioprin seit über 40 Jahren bestehen auch heute noch offene Fragen, was vor allem die Verbesserung des Therapieansprechens bzw. die Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen angeht. Die vorliegende Übersicht faßt den aktuellen Wissensstand zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen mit Azathioprin zusammen. Der Stellenwert derzeit verfügbarer diagnostischer Maßnahmen zur Optimierung der Azathioprin-Therapie, wie z.B. die Bestimmung der Thiopurin-S-Methyltransferase bzw. die Quantifizierung relevanter Metabolite im Azathioprin-Stoffwechsel, wird ausführlich diskutiert. Darüber hinaus erfolgt eine Bewertung, inwieweit eine Azathioprin-Langzeittherapie mit einem erhöhten Tumorrisiko assoziiert ist und Thiopurine in der Schwangerschaft eingesetzt werden können.
*Unterstützt durch die Robert-Bosch-Stiftung.
Correspondence to:
PD Dr. med. M. Schwab
Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie
Auerbachstraße 112
D–70376 Stuttgart
Email: matthias.schwab@ikp-stuttgart.de
Übersichten
Eisenmangel bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
R.M. Schaefer
Abstract
R.M. Schaefer
Medizinische Klinik und Poliklinik D, Universitätsklinikum Münster
Eisenmangel und Eisenmangelanämie sind häufige Komplikationen bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Der Eisenstatus der Betroffenen läßt sich heute mittels Bestimmung von Serum-Ferritin, Transferrin-Sättigung und ggf. von hypochromen Erythrozyten bzw. CHr bezüglich Eisenspeicherung, Transport und Versorgung des Knochenmarks exakt und relativ unaufwendig charakterisieren. Die geringe Resorption und mangelnde Verträglichkeit limitieren in der Regel die orale Therapie mit Eisensalzen. Bei ausgeprägter Eisenmangelanämie (Hb < 10 g/dl) sollte eine intravenöse Eisensubstitution begonnen werden. In diesem Zusammenhang hat Eisen-Saccharose (Venofer®) eine Sonderstellung, da für dieses Präparat publizierte Evidenzen zur Effektivität und Verträglichkeit bei Erkrankungen des Magen-DarmTrakts existieren. Ist das Ausmaß der Anämie weniger schwerwiegend, kann auch eine Behandlung mit Häm-Eisen (hemFerin®)versucht werden, welches im Vergleich zu oralen Eisensalzen eine weitaus bessere Bioverfügbarkeit hat und deshalb wesentlich verträglicher ist.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R.M. Schaefer
Medizinische Klinik und Poliklinik D
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Straße 33
D–48149 Münster
Email: schaefe@uni-muenster.de
Übersichten
Therapeutische Optionen zur Vermeidung von NSAR-bedingten gastrointestinalen Läsionen
U. Klotz
Abstract
U. Klotz
Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie, Stuttgart
In Abhängigkeit von Dosis und Substanz induzieren die NSAR mit unterschiedlicher Häufigkeit Läsionen im oberen Gastrointestinaltrakt. Diese sind, wie die gewünschten klinischen Wirkungen, u.a. auf die Hemmung der Synthese von zytoprotektiven Prostanoiden zurückzuführen, welche durch die Cyclooxygenase (COX) vermittelt wird. In den letzten Jahren wurden sogenannte selektive COX-2-Hemmer entwickelt, in der Hoffnung, dadurch die gastrointestinalen Risiken der klassischen (unspezifischen COX-Hemmer) NSAR zu reduzieren. Dieses Ziel konnte bis jetzt mit den Coxiben nur sehr bedingt erreicht werden. Das Beispiel Rofecoxib macht deutlich, daß mit der neuartigen Substanzgruppe unerwartete kardiovaskuläre Probleme verbunden sein können, die zu einer Neubetrachtung der Nutzen/Risiko-Faktoren zwingen. Verschiedene alternative Optionen stehen zur Verfügung (z.B. zytoprotektive Prostaglandinderivate, säurehemmende Pharmaka), um bei NSAR-assoziierten Gastroduodenopathien eine Sekundär- und Primärprophylaxe durchzuführen. Dabei scheint eine Kombination aus klassischen NSAR, wobei Ibuprofen oder Diclofenac wegen ihres geringsten Risikopotentials vorgezogen werden sollten, mit einem potenten Säureblocker aus der Gruppe der Protonenpumpeninhibitoren (z.B. Pantoprazol oder Omeprazol) im Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit am günstigsten (und preiswertesten) abzuschneiden. Trotzdem verbleibt, insbesondere bei bestimmten Populationen, ein gewisses Restrisiko, dessen man sich bewußt sein sollte.Correspondence to:
Prof. Dr. U. Klotz
Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie
Auerbachstraße 112
D–70376 Stuttgart
Email: ulrich.klotz@ikp-stuttgart.de
Kasuistik
Magenbandperforation auf dem Boden eines Magenkarzinoms
C. Tjaden, Th. Hackert, M. Dietz, M.W. Büchler
Abstract
C. Tjaden1, Th. Hackert1, M. Dietz1, M.W. Büchler1,
1Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Unfallchirurgie und Poliklinik, Universität Heidelberg, 2Gastroenterologische Schwerpunktpraxis, Oestringen
Gastric banding ist ein weltweit etabliertes Verfahren zur operativen Therapie der morbiden Adipositas. Wir berichten über den Fall einer 62jährigen Patientin mit der seltenen Komplikation einer Perforation des Magenbandes auf dem Boden eines Magenkarzinoms an der Bandimplantationsstelle.Correspondence to:
Dr. med. Ch. Tjaden
Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Unfallchirurgie und Poliklinik
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
D–69120 Heidelberg
Email: christine_tjaden@med.uni-heidelberg.de