Jahrgang 22, No. 5/2004(September / Oktober 2004)
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Verdauungskrankheiten
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Erfahrungsbericht
30 Jahre Therapie peptischer Läsionen in der gastroenterologischen Spezialpraxis
M. Strauch
Erfahrungsbericht
Kommentar zu “30 Jahre Therapie peptischer Läsionen in der gastroenterologischen Spezialpraxis” von M. Strauch
H. Bosseckert
Übersichten
Kommentar zu “Die Therapie der akuten Pankreatitis” von M.A. Dietze, E.M. Talibund E. De Koster
H. Bosseckert
Originalarbeiten
Wirksamkeit von 30 mg Lansoprazol und 40 mg Omeprazol bei pentagastrinstimulierter Magensäuresekretion
P. Müller, M.A. Göksu, W. Fuchs und B. Simon
Abstract
P. Müller1, M.A. Göksu1, W. Fuchs2 und B. Simon3
1Krankenhaus Salem, Heidelberg, 2Takeda Pharma GmbH, Aachen, 3Kreiskrankenhaus Schwetzingen
Hintergrund: Haben 30 mg Lansoprazol und 40 mg Omeprazol die gleiche Wirksamkeit? Methoden: Bei H.-pylori-negativen gesunden Probanden wurde die pentagastrinstimulierte Säuresekretion nach Gabe von 30 mg Lansoprazol und 40 mg Omeprazol untersucht (n = 12). Die Studie war plazebokontrolliert, cross-over und einfach-blind. Die Sekretion der Magensäure als Reaktion auf die submaximale Pentagastrinstimulation (0,6 mg/h/kg b.w.) wurde im Zeitraum von 4,5 – 6,5 Stunden nach der ersten und zweiten Gabe der Testmedikation bestimmt. Resultat: 30 mg Lansoprazol und 40 mg Omeprazol bewirkten eine deutliche Abnahme der Magensäuresekretion. Ihre Wirksamkeit bei der Hemmung der pentagastrinstimulierten Säuresekretion in den ersten beiden Therapietagen ist gleich. Ergebnis: Lansoprazol 30 mg und Omeprazol 40 mg besitzen eine vergleichbare Wirksamkeit.Correspondence to:
Prof. Dr. med. P. Müller
Krankenhaus Salem
Zeppelinstraße 11 – 33
D–69120 Heidelberg
Prof. Dr. med. B. Simon
Kreiskrankenhaus Schwetzingen
Bodelschwinghstraße 11
D–68723 Schwetzingen
Dr. Dr. med. W. Fuchs
Takeda Pharma GmbH
Viktoriaallee 3 – 5
D–52066 Aachen
Email: Prof.Simon:profsimon@hotmail.com
Dr.Fuchs:winfried.fuchs@takeda.de
Originalarbeiten
Akzeptanz der ambulanten Koloskopie bei patientenzentrierter Medikation mit Pethidin und Midazolam
P.K. Schäfer, H. Schulte-Witte, H.K. Berthold und D. Plaßmann
Abstract
P.K. Schäfer1, H. Schulte-Witte1, H.K. Berthold2 und D. Plaßmann1
1Gastroenterologische Schwerpunktpraxis, Bonn,2Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Berlin
300 Patienten wurden befragt, die gewählt hatten zwischen einer bedarfsabhängigen Analgosedierung, die vor oder während der Untersuchung begonnen wurde, oder einer Untersuchung ohne Medikation. 61 weitere Patienten erhielten im gleichen Zeitraum unabhängig davon eine Untersuchung in Narkose. Ergebnisse: 270 Patienten entschieden sich letztlich für und 30 gegen eine i.v. Medikation mit ca. 50 mg Pethidin und durchschnittlich 4,4 mg Midazolam. Bei fast 90% der 300 Patienten war eine schmerzfreie bzw. schmerzarme Koloskopie möglich. Ferner war bei patientenzentrierter Dosierung eine der Narkoseuntersuchung gleichwertige Akzeptanz sowie eine Wiederholungsbereitschaft von annähernd 100% zu erreichen. Diskussion: Die maximal mögliche Autonomie des Patienten hinsichtlich der Untersuchungsmodalitäten sowie einen angemessenen Umgang mit dem Patienten halten wir neben einer ausreichend dosierten Analgosedierung für die wesentlichen Voraussetzungen, um eine hohe Akzeptanz zu erreichen.Correspondence to:
Dr. med. P.K. Schäfer
Westerwaldweg 8
D–53424 Oberwinter
Übersichten
Die Therapie der akuten Pankreatitis
M.A. Dietze, E.M. Talib und E. De Koster
Abstract
M.A. Dietze, E.M. Talib und E. De Koster
Universitätsklinikum Brugmann, Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie, Freie Universität Brüssel, Belgien
Es werden die verschiedenen Therapieoptionen bei akuter Pankreatitis beschrieben und verglichen, einschließlich der intensivmedizinischen Behandlung. Die Bedeutung chirurgischer Interventionen bei infizierten Pankreasnekrosen bzw. komplizierten Verläufen wird erläutert. Schließlich wird auf den Einsatz von Antiproteasen und ähnlichen Molekülen eingegangen.Correspondence to:
Dr. med. M.A. Dietze
Service de Gastroentérologie
Centre Hospitalier Universitaire Brugmann
Place A. van Gehuchten
1020 Bruxelles – Belgien
Email: DIETZE@chu-brugmann.be
Übersichten
Schilddrüsendysfunktionen in der Therapie der chronischen Virushepatitiden mit Interferon-a – eine Bagatelle oder ein bemerkenswertes endokrinologisches Problem?
H.-K. Goischke und E.-M. Goischke
Abstract
H.-K. Goischke und E.-M. Goischke
Hartwald-Rehabilitationsklinik der BfA, Bad Brückenau
Durch Kasuistiken wird die Notwendigkeit belegt, bei der Therapie von chronischen HCV- und HBV-Hepatitiden mit IFN-a, durch prä-, intra- und posttherapeutische Schilddrüsenfunktionskontrollen eine der Thyreoidea und der Zytokin-Applikation angemessene individuelle Therapieentscheidung treffen zu können, wobei bei HBV-Infektion der Überwachungsmodus liberaler angesehen wird [10]. Die AIT zählt zu den Volkskrankheiten, die Prävalenz erhöhter TPO-AK und Tg-AK beträgt ca. 10%, die eines erhöhten TSH-Werts 7,5% bei normalen Schilddrüsenhormonen (subklinische Hypothyreose). 1,9% haben eine manifeste Hypothyreose und 2% eine subklinische/manifeste Hyperthyreose [34, 35]. Deshalb ist ein prätherapeutisches Screening sinnvoll, insbesondere bei Frauen (8- bis 10mal häufiger von der Norm abweichende Befunde, TPO-AK-Nachweis bis zu 20% bei Frauen im Alter von 50 – 60 Jahren). Die Familienanamnese ist wichtig, da 25% der Kinder, von denen ein Elternteil an einer AIT leidet, erhöhte Auto-AK haben [31]. Gegenwärtig können wir noch nicht voraussagen, welcher Typ der Autoimmunthyreoiditis sich unter IFN-a-Therapie manifestiert [41]. Das prätherapeutische Monitoring und die periodische Überwachung ermöglichen das rechtzeitige Erkennen einer Gefahrenzone (subklinische/manifeste Schilddrüsenerkrankung) und fördern die ununterbrochene Fortführung der IFN-a-Therapie [3, 39], um eine biochemische und virale “Sustained Response” zu erreichen. Die meisten der IFN-a-induzierten Schilddrüsendysfunktionen waren reversibel (93%) [14]. Der Umwelteinfluß Tabakkonsum gilt als wesentlicher Risikofaktor für die Initiierung einer Immunhyperthyreose und insbesondere einer endokrinen Orbitopathie [4, 13, 25]. Tabakabstinenz, unterstützt durch effektive Raucherentwöhnungsmaßnahmen, muß als wichtigste Eigenleistung des Patienten angesprochen werden.Correspondence to:
Dr. med. H.-K. Goischke
Hartwald-Rehabilitationsklinik der BfA Bad Brückenau
Schlüchterner Straße 4
D–97769 Bad Brückenau