Jahrgang 21, No. 3/2003(Mai / Juni 2003)
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Verdauungskrankheiten
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Medizingeschichte
Exil und Tod des Ismar Boas
P.K. Schäfer
Differentialdiagnostik endoskopischer Befunde im Verdauungstrakt
Umschriebene Läsionen im Ösophagus
M. Hocke, U. Will und H. Bosseckert
Abstract
M. Hocke, U. Will und H. Bosseckert
Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Läsionen im Ösophagus sind vielgestaltig und bedürfen einer engen Zusammenarbeit des klinisch tätigen Endoskopikers und des Pathologen. Wichtig erscheint für eine genaue Zuordnung die ausreichende Biopsieentnahme sowie die genaue klinische Angabe der bioptierten Läsion, um optimale diagnostische Ergebnisse zu erhalten. Im Vordergrund einer optimalen Diagnostik steht aber auch die Erfahrung des Endoskopikers mit dem “diagnostischen Blick”, der den Ösophagus im Rahmen der oberen Endoskopie nicht nur als “Zufahrtsstraße” zum Magen und Duodenum betrachtet, sondern ihm genügend Aufmerksamkeit widmet.
Differentialdiagnostik endoskopischer Befunde im Verdauungstrakt
Ulzeröse Läsionen im Magen
H. Bosseckert
Abstract
H. Bosseckert
Klinik für Innere Medizin I der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Die technische Weiterentwicklung der Endoskope hat dazu geführt, daß eine detailliertere Betrachtung u.a. gastraler Läsionen möglich ist. Damit ist auch die Gelegenheit gegeben, endoskopisch-makroskopisch die Differentialdiagnose zwischen einem peptischen Ulkus bzw. einem exulzerierten Karzinom oder Lymphom zu verbessern. Trotzdem bleibt auch derzeit die Forderung einer ausreichenden bioptisch-histologischen Untersuchung bestehen, da nur mit ihrer Hilfe eine sichere diagnostische Zuordnung möglich wird. Andere seltenere Ursachen, die eine Ulzeration im Magen verursachen können, müssen wegen ihrer therapeutischen Konsequenz bedacht werden.
Differentialdiagnostik endoskopischer Befunde im Verdauungstrakt
Ulzerationen in Kolon und Rektum
W. Rufle und P. Frühmorgen
Abstract
W. Rufle und P. Frühmorgen
Medizinische Klinik I, Klinikum Ludwigsburg
Neben Polypen, Tumoren, Divertikeln und diffusen Entzündungen gehören Ulzera zu relativ häufigen pathologischen Veränderungen im kolo-rektalen Bereich. Verteilungsmuster, Art, Anzahl, weitere endoskopische Läsionen, Histologie sowie insbesondere Anamnese und Klinik ermöglichen häufig die ätiopathogenetische Einordnung ulzeröser Läsionen. Stuhluntersuchungen und serologische Nachweismethoden ergänzen das diagnostische Spektrum der Endoskopie.
Orginalarbeit
Die Leberzirrhose als Präkanzerose(Eine Analyse an einem unausgewählten ambulanten Patientengut)
K. Grüngreiff
Abstract
K. Grüngreiff
Internistische Facharztpraxis, Magdeburg
Die Leberzirrhose ist weltweit verbreitet. Während in Europa und in den USA Alkohol die Hauptursache für die Zirrhoseentstehung darstellt, sind es in Afrika und Asien virusbedingte Lebererkrankungen, vornehmlich Hepatitis B und C. Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine bedeutsame Komplikation der Leberzirrhose. Darüber hinaus finden sich bei Zirrhotikern häufig auch extrahepatische Neoplasien. Anhand einer retrospektiven Analyse der in den Jahren 1992 – 2002 in einer gastroenterologisch-hepatologischen Praxis behandelten Patienten mit einer dekompensierten Leberzirrhose sollen die Häufigkeit und die Arten maligner Tumoren untersucht werden. Von insgesamt 204 in die Untersuchung einbezogenen Patienten entwickelten 24 (11,8%) einen malignen Tumor. Davon haben 14 ein HCC, 1 Patient ein cholangioläres Karzinom und 9 Patienten einen extrahepatischen Tumor. Zehn Patienten mit einem HCC und 5 mit einer extrahepatischen Neoplasie sind verstorben. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer Leberzirrhose als Boden für die Entwicklung eines malignen Tumorgeschehens im Sinne einer Präkanzerose. Bei der insgesamt schlechten Prognose eines HCC, aber auch der anderen Tumoren, kommt der Primärprävention eine große Bedeutung zu. Alle chronischen Hepatopathien sollten gezielt untersucht und frühzeitig behandelt werden, um die Progression zur Leberzirrhose und zum HCC zu verhindern.