Jahrgang 21, No. 2/2003(März / April 2003)
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Verdauungskrankheiten
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Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Die Editorial
Ottmar Leiß, Wiesbaden
Abstract
Ottmar Leiß, Wiesbaden
Die Prävalenz der nichtalkoholischen Fettleber (non-alcoholic fatty liver/NAFL) schwankt in westlichen Ländern zwischen 10 und 25% und liegt im Mittel bei 20%. Bei übergewichtigen Patienten liegt sie bei 30 – 70% und bei Diabetikern bei 50 – 75%. Die Prävalenz der nichtalkoholischen Fettleberhepatitis (non-alcoholic steatohepatitis/ NASH) liegt in der Normalbevölkerung bei 2 – 3% und bei Übergewichtigen und Diabetikern bei 10 – 20%. Fettleber und Fettleberhepatitis sind die häufigsten Lebererkrankungen in westlichen Ländern. Im Gegensatz zur relativ harmlosen nichtalkoholischen Fettleber stellt die Fettleberhepatitis ein kritisches Krankheitsbild dar, da hier die Weichenstellung zur Progression in die Leberfibrose und -zirrhose erfolgt.
Im vorliegenden Heft der Fachzeitschrift Verdauungskrankheiten werden epidemiologische Daten und pathophysiologische Konzepte zur Fettleber und Fettleberhepatitis vorgestellt und Klinik und Diagnostik erörtert. Es ist mir eine besondere Freude, daß Prof. Ludwig, Mayo Clinic Rochester, Erstbeschreiber der nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH), die pathologisch-anatomischen Befunde in einem eigenen Beitrag darstellt.
Das Themenheft NASH ist – mit Dank für jahrelange respektvolle, hilfsbereite und immer liebenswürdige Zusammenarbeit – Prof. Peter Linhart, langjährigem Leiter des Fachbereichs Gastroenterologie an der Deutschen Klinik für Diagnostik gewidmet, der Ende April sein 65. Lebensjahr vollendet und in den verdienten Ruhestand tritt.
Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Die nichtalkoholische Fettleberhepatitis – Pathologie einer Krankheit der ersten Welt
J. Ludwig
Abstract
J. Ludwig
Division of Anatomic Pathology, Mayo Clinic and Mayo Foundation, Rochester, USA
Die nichtalkoholische Fettleberhepatitis (abgekürzt NASH, von dem englischen Namen non-alcoholic steatohepatitis) findet sich bei Patienten, die nicht oder kaum Alkohol zu sich nehmen, aber Leberveränderungen aufweisen, die von der alkoholischen Leberkrankheit morphologisch nicht zu unterscheiden sind. Patienten mit NASH sind oft übergewichtig oder haben einen Diabetes mellitus Typ 2. Die Diagnose basiert auf den charakteristischen morphologischen Veränderungen in der Leber und auf dem überzeugenden Nachweis, daß die betroffenen Patienten keinen Alkohol trinken oder jedenfalls nicht genug Alkohol, um die Leberveränderungen zu erklären. Die Krankheit bleibt oft stationär, kann aber fortschreiten bis zur Zirrhose mit Leberversagen. Eine schnell fortschreitende, fulminante, nichtalkoholische Steatohepatitis mit Lebernekrose kommt vor, ist aber sehr selten.
Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Nichtalkoholische Fettleber (NAFL) und Fettleberhepatitis (NASH)( Epidemiologie, Pathogenese und natürlicher Verlauf der häufigsten Lebererkrankungen in westlichen Ländern)
O. Leiß
Abstract
O. Leiß
Fachbereich Gastroenterologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden
Epidemiologische Daten zur Häufigkeit von nichtalkoholischer Fettleber und Fettleberhepatitis werden dargestellt, auf den natürlichen Verlauf der Erkrankung wird eingegangen. Die Bedeutung von Störungen der Fettsäureoxidation in Mitochondrien und Peroxisomen für die Entstehung einer Fettleber und die Rolle von oxidativem Streß, reaktiven Sauerstoffverbindungen und Zytokinen in der Pathogenese der Fettleberhepatitis werden ausführlich dargestellt. Risikofaktoren für eine Progression zu Fibrose und Zirrhose und die Rolle der Kupffer-Sternzellen in der Fibrogenese werden erörtert. Die Frage, ob die Fibrogenese reversibel ist, wird diskutiert.
Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus Typ 2 und Fettleber
K. Konz
Abstract
K. Konz
Fachbereich Endokrinologie/Diabetologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden
Das metabolische oder Insulinresistenz-Syndrom beschreibt eine Reihe von Störungen, deren Mittelpunkt die Insulinresistenz bildet. Neben stammbetontem Übergewicht, Dyslipidämie, arterieller Hypertonie und Gerinnungsstörungen zählen auch alle Stadien der gestörten Glukosetoleranz zum metabolischen Syndrom. Die Insulinresistenz geht der klinischen Manifestation des Typ 2 Diabetes mellitus meist um Jahre voraus. Das Insulinresistenz-Syndrom ist eng assoziiert mit kardiovaskulären Komplikationen, der Fettleber und der nicht alkoholischen Steatohepatitis. Der Artikel gibt eine Übersicht über rezente Studienergebnisse.
Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Klinik und Diagnostik der nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH)
O. Leiß, E.-L. Bock und P. Linhart
Abstract
O. Leiß, E.-L. Bock und P. Linhart
Fachbereich Gastroenterologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden
Anamnestische Hinweise, klinische und laborchemische Befunde, die für eine nichtalkoholische Fettleberhepatitis (NASH) sprechen können, werden erörtert. Auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Alkoholanamnese und einer genauen Medikamentenanamnese wird hingewiesen. Die Diagnosesicherung erfolgt letztlich durch eine Leberbiopsie mit histologischer Begutachtung des Lebergewebszylinders. Risikofaktoren für die Entwicklung einer Fibrose und Zirrhose wie Alter, Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 werden dargestellt.
Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Perkutane Leberpunktion, ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion und Laparoskopie mit gezielter Punktion in der Abklärung der nichtalkoholischen Fettleberhepatitis (NASH)
P. Linhart und O. Leiß
Abstract
P. Linhart und O. Leiß
Fachbereich Gastroenterologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden
In einer Übersicht werden Indikationen und Kontraindikationen der perkutanen Leberpunktion und der diagnostischen Laparoskopie mit gezielter Leberpunktion unter Sicht dargestellt und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile ausführlich erörtert. Zur Frage, wann und bei wem erhöhte Leberwerte mittels Leberbiopsie abgeklärt werden sollen, wird Stellung genommen. In der differentialdiagnostischen Abklärung von Patienten mit vermuteter nichtalkoholischer Fettleber (NAFLD), Fettleberhepatitis (NASH) oder Leberzirrhose hat die Laparoskopie mit gezielter Leberpunktion Vorteile und sollte bevorzugt eingesetzt werden.
Nichtalkoholische Fettleber und Fettleberhepatitis
Therapie der nichtalkoholischen Fettleber (NAFL) und Fettleberhepatitis (NASH)
O. Leiß und P. Linhart
Abstract
O. Leiß und P. Linhart
Fachbereich Gastroenterologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden
In einer Übersicht werden zunächst die konventionellen Maßnahmen zur Behandlung einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD) und nichtalkoholischen Fettleberhepatitis und (NASH)-assoziierten Risikofaktoren wie Übergewicht, Typ 2 Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen dargestellt. Anschließend werden die in den vergangenen Jahren publizierten Pilotstudien zur gezielten medikamentösen Behandlung einer Fettleber bzw. Fettleberhepatitis erörtert. Neuere experimentelle Ansätze, aus denen sich künftige Optionen für spezifische medikamentöse Interventionen ergeben könnten, werden vorgestellt.
Gastroenterologisches Forum
Interaktionspotential von Omeprazol: Theoretisch interessant, praktisch ohne Bedeutung
K.-U. Petersen
Abstract
K.-U. Petersen
Protonenpumpenhemmer gehören zu den sichersten Arzneimitteln. Dies gilt für das Nebenwirkungs- wie das Interaktionsprofil. Eine Analyse der vorliegenden Daten zu pharmakokinetischen Wechselwirkungen ergibt keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen den einzelnen Protonenpumpenhemmern. Dies stützt sich vor allem auf eine Aufgliederung der in den Jahren 1995 – 2001 bei der FDA gesammelten Meldungen zu unerwünschten Ereignissen; bei Bezug auf die Zahl verkaufter Packungen ergab sich, anders als in manchen Publikationen verbreitet, für Omeprazol/Esomeprazol wie für Lansoprazol gegenüber Pantoprazol eine eher niedrigere Meldungsfrequenz. Da die Absolutzahlen verschwindend niedrig liegen, lässt sich für alle Protonenpumpenhemmer ein sicherer Gebrauch auch bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Wirkstoffen konstatieren. Dies wird an einer Reihe typischer therapeutischer Konstellationen aus der Praxis veranschaulicht.