Jahrgang 21, No. 3/2009(3. Quartal)
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Prävention und Rehabiliation
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Schwerpunktheft: Lernstörungen II
Editorial: Mein Kind leidet unter Legasthenie/Dyskalkulie – und was jetzt?
S. Pixner und K. Moeller
Abstract
S. Pixner und K. Moeller
Schwerpunktheft: Lernstörungen II
Rechtschreibstörung: Von der Fehleranalyse zur Förderung
E. Ise, F. Bühn und G. Schulte-Körne
Abstract
E. Ise, F. Bühn und G. Schulte-Körne
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universität München
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Therapeuten und Lehrer bei der Auswahl eines geeigneten LRS-Förderprogramms zu unterstützen. Symptomspezifische Förderprogramme setzen auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen des Schriftspracherwerbs an. Während einige Programme die Fähigkeiten der alphabetischen Entwicklungsstufe fördern, setzen andere Programme diese Fähigkeiten bereits voraus und fördern die Fähigkeiten der orthografischen Entwicklungsstufe. Die Auswahl eines geeigneten Förderprogramms erfordert daher zunächst die Feststellung des individuellen Förderbedarfs. Bei einer qualitativen Fehleranalyse werden Rechtschreibfehler kategorisiert, sodass die schriftsprachliche Kompetenz des Kindes differenziert erfasst werden kann. Abhängig von der schriftsprachlichen Kompetenz des Kindes kann dann ein passendes Programm gewählt werden. In der vorliegenden Arbeit werden, anschließend an eine Besprechung der Symptomatik der LRS, unterschiedliche Fehleranalyse-Systeme vorgestellt, welche sich hinsichtlich der sprachwissenschaftlichen Fundierung und der Anwendbarkeit in der Praxis unterscheiden. Anschließend wird eine Übersicht gegeben über symptomspezifische Förderprogramme im deutschsprachigen Raum.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Schulte-Körne
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universität München
Pettenkoferstraße 8a
D–80798 München
Email: KJP@med.uni-muenchen.de
Schwerpunktheft: Lernstörungen II
Förderung von lautsprachlichen Kompetenzen im letzten Kindergartenjahr. Eine Möglichkeit der Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb
P. Schneider
Abstract
P. Schneider
Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens, Salzburg, Österreich
Im Mittelpunkt dieser Replikationsstudie steht die Förderung von lautsprachlichen Kompetenzen im Kindergartenalter als Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb. Die Stichprobe der 5- bis 6-jährigen Kindergartenkinder (n = 537) setzt sich aus zwei Interventionsgruppen und einer Kontrollgruppe zusammen, die Einteilung in die Untersuchungsgruppen erfolgte freiwillig (quasi-experimentelles Design). Alle Kinder wurden zu zwei Testzeitpunkten mit dem Bielefelder Screening getestet. Für die Intervention wurden die beiden Würzburger Trainingsprogramme “Hören, lauschen, lernen” (Training zur Förderung der phonologischen Bewusstheit) und “Hören, lauschen, lernen 2” (Training zur Förderung der phonologischen Bewusstheit und Buchstabe-Laut-Beziehung) eingesetzt. Ziel dieser Studie war es, die Effizienz dieser beiden Trainingsformen nochmals zu bestätigen und den Salzburger Kindergärten diese Form der phonologischen Frühförderung näherzubringen. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders die identifizierten Risikokinder durch ein Training lautsprachlicher Kompetenzen im letzten Kindergartenjahr höchst signifikant profitieren.Correspondence to:
Mag. P. Schneider
Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens
Alpenstraße 121
A–5020 Salzburg
Email: p.schneider@bifie.at
Schwerpunktheft Lernstörungen II
Lernstörungen bei Schüler/-innen der Sekundarstufe mit Lese- und Rechtschreibschwäche
A. Geist
Abstract
A. Geist
Anne-Frank-Gymnasium, Erding
Der Artikel gibt einen Überblick über die Lern- und Leistungsstörungen, die für Kinder mit einer Lese- und/oder Rechtschreibschwäche typisch sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Situation von Kindern der Sekundarstufe und hier wiederum auf der von Schülern höherer Schulen (Realschule, Gymnasium); allerdings sind im Kern viele Ausführungen auch auf andere Schülergruppen übertragbar. In dem Artikel geht es weiterhin nicht um die Aufarbeitung der einschlägigen Fachliteratur und die Darstellung von Statistiken, denn die Lernprobleme sind oft sehr speziell und die Empfehlungen in der Fachliteratur oft sehr global. Vielmehr werden aus der Praxis eines Schulpsychologen und Deutschlehrers sehr konkrete Hinweise zu konkreten Lernproblemen gegeben. Die Teilthemen sind: Probleme in der Anfangsphase nach dem Übertritt an eine weiterführende Schule, Probleme im Fach Deutsch, in den Fremdsprachen, in Sachfächern bzw. Mathematik, Schriftprobleme, Konzentrationsprobleme, Angststörungen und Demotivation bzw. Mängel in der Arbeitshaltung. Kinder mit LRS stolpern oft nicht über die direkten Auswirkungen ihrer Teilleistungsstörungen, sondern über die indirekten und korrelierten Schwierigkeiten. Es gibt viele Hilfsmöglichkeiten unter Ausnutzung lernpsychologischer Erkenntnisse, die freilich rechtzeitig einsetzen bzw. vorausschauend geplant werden müssen.Correspondence to:
A. Geist, OStR
Anne-Frank-Gymnasium Erding
Heilig Blut 8
D–85435 Erding
Email: schulpsychogeist@aol.com
Schwerpunktheft Lernstörungen II
Ein kompetenzdiagnostischer Zugang zur Erfassung von Rechenleistungen
G. Ricken und A. Fritz
Abstract
G. Ricken und A. Fritz
FB Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg
Im folgenden Beitrag wird die Frage aufgeworfen, wie diagnostische Ansätze weiterzuentwickeln sind, um diagnostische Aussagen zu erhalten, die über eine quantitative Bestimmung von Entwicklungsständen hinausgehen. Eine Antwort auf diese Frage erscheint vor dem Hintergrund von Störungen in der mathematischen Kompetenzentwicklung bedeutsam. Im ersten Teil werden diagnostische Verfahren hinsichtlich ihrer Anlage (Aufbau, theoretische Begründung) und der daraus resultierenden Aussagen analysiert. Überlegungen zu Möglichkeiten und Grenzen werden hingeführt zu einer theoriegestützten Skalierung von Items. Im zweiten Teil wird ein bisher vorhandener und ein eigener Ansatz vorgestellt. Dabei stehen nicht die messtheoretischen Stärken des Skalierungsmodells im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Möglichkeit einer theoriegestützten Ordnung von Items und des Ausweisens von Niveaustufen.Correspondence to:
Dr. Gabi Ricken
Vertretungsprofessorin Psychologie der Behinderten
FB Erziehungswissenschaft
Universität Hamburg
Sedanstraße 19
D–20146 Hamburg
Email: gabriele.ricken@erzwiss.uni-Hamburg.de
Schwerpunktheft Lernstörungen II
Zahlenverarbeitung ist nicht gleich Rechnen – eine Beschreibung basisnumerischer Repräsentationen und spezifischer Interventionsansätze
K. Moeller, S. Pixner, E. Klein, , U. Cress und H.-C. Nuerk
Abstract
K. Moeller1, S. Pixner2, E. Klein1, 3, U. Cress4 und H.-C. Nuerk1
1Psychologisches Institut, Eberhard Karls Universität, Tübingen, 2Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Ulm, 3LFG Neuropsychologie, Universitätsklinikum RWTH Aachen, 4Institut für Wissensmedien, Tübingen
In den letzten Jahren konnten wichtige neuropsychologisch fundierte Basiskompetenzen numerischer Kognition identifiziert werden. Für den Lern- und Wissenserwerb späterer rechnerischer bzw. mathematisch-arithmetischer Fertigkeiten stellt deren Beherrschung eine wichtige Grundlage dar. Treten im Laufe der ersten Schuljahre Probleme im Mathematikunterricht auf, konzentriert sich die schulische wie auch außerschulische Förderung noch häufig auf das (Nach)Lernen des jeweiligen curricularen Unterrichtsstoffes, ohne dabei auf die zugrunde liegenden Ursachen der Probleme einzugehen. Dabei wird oft vernachlässigt, dass sich Schwierigkeiten beim Lösen komplexerer Aufgaben durch spezifische Beeinträchtigungen in einzelnen oder mehreren der Basiskomponenten manifestieren können. Im vorliegenden Artikel werden diese Basiskomponenten numerischer Kognition vorgestellt. Darüber hinaus werden exemplarisch Möglichkeiten zur spezifischen Intervention bei Störung einzelner Basiskomponenten ausgeführt. In einem Ausblick auf zukünftige Interventionsperspektiven werden mögliche Anwendungen computerunterstützter und webbasierter kompetitiver und kooperativer Lehr- und Lernmethoden dargestellt sowie erste Umsetzungen dieses Ansatzes vorgestellt. Abschließend plädieren wir für eine stärkere Einbeziehung computergestützter, sozial interaktiver Lehr- und Lernmethoden für die Förderung mathematischer Fähigkeiten.Correspondence to:
Korbinian Moeller
Eberhard Karls Universität Tübingen
Psychologisches Institut
Friedrichstraße 21
D–72072 Tübingen
Email: korbinian.moeller@uni-tuebingen.de