Jahrgang 21, No. 2/2009(2. Quartal)
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Prävention und Rehabiliation
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Kardiologische Rehabilitation
Beeinflussung des kardiovaskulären Risikos durch kurze, zielgruppenspezifische Gesundheitsprogramme mit Fokus auf körperlichem Ausdauertraining
O. Mittag, T. Wessinghage, M. Grünhagen und H. Raspe
Abstract
O. Mittag1, T. Wessinghage2, M. Grünhagen3 und H. Raspe1
1Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Lübeck), 2Medical Park AG, Bad Wiessee, 3Reha-Klinik Damp, Deutsches Zentrum für Präventivmedizin Damp
Im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie wurden die Effekte von Gesundheitsprogrammen untersucht, die an einer Rehabilitationsklinik durchgeführt wurden. Die Programme richteten sich an Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Krankenkassenprogramme) sowie an Personen, die ihre gesundheitliche Situation durch gezieltes Bewegungstraining verbessern wollten (Selbstzahler). Hauptendpunkt der Studie war das globale Herz-Kreislauf-Risiko (Framingham-Score). 149 Teilnehmer konnten mit 248 gematchten Kontrollpersonen verglichen werden. Die Gesundheitsprogramme erwiesen sich insgesamt als wirksam; in der Interventionsgruppe sank das globale Risiko, während es in der Kontrollgruppe stieg (p = 0,014). Jüngere Männer profitierten in beiden Programmtypen, während Frauen nur in den Selbstzahlerprogrammen positive Effekte zeigten. Die Ergebnisse werden kritisch in Hinblick auf die Limitationen der Studie (z.B. Bias aufgrund von hohem Drop-out) diskutiert, und es werden Vorschläge für weitere Forschung gemacht.Correspondence to:
PD Dr. rer. nat. O. Mittag
Abteilung Qualitätsmanagement und Sozialmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Breisacher Straße 62/Haus 4
D–79106 Freiburg
Email: oskar.mittag@uniklinik-freiburg.de
Kardiologische Rehabilitation
Zunehmende Adipositas-Prävalenz ist assoziiert mit zunehmendem Schweregrad der koronaren Herzkrankheit bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt
H. Seyfert, V. Bohlscheid und J. Kaddatz
Abstract
H. Seyfert, V. Bohlscheid und J. Kaddatz
Klinik für Innere Medizin III, Dietrich Bonhoeffer Klinikum, Neubrandenburg
Frage: Welche Auswirkungen hat die zunehmende Adipositas-Prävalenz auf Risikoprofil und Schweregrad der koronaren Herzkrankheit bei Nichtadipösen (BMI < 30 kg/ m2) und Adipösen (BMI >= 30 kg/m2) mit akutem Myokardinfarkt? Methode: 1.164 konsekutive Patienten mit interventionell behandeltem akutem Myokardinfarkt (MI) zwischen 2002 und 2008 wurden analysiert. Ergebnisse: Der BMI nahm im Zeitverlauf nicht signifikant zu, während der Anteil Adipöser signifikant zunahm (p = 0,0448). Die logistische Regression zeigte einen signifikanten Anstieg von Zwei- und Dreigefäßerkrankungen (KHK 2/3) bei den Adipösen (p < 0,001) und einen nicht signifikanten Trend zur KHK 2/3 bei den Nichtadipösen. Die Prävalenz der Hyperlipoproteinämie (Adipöse p = 0,033, Nichtadipöse p = 0,02) stieg in beiden Gruppen mit KHK 2/3, die des Diabetes (Adipöse p = 0,318, Nichtadipöse = 0,019) und des Nikotinkonsums nur bei den Nichtadipösen (p = 0,046) des Gesamtkollektivs sowie bei den Adipösen mit koronarer Eingefäßerkrankung (p = 0,0499). Die Ejektionsfraktion war in beiden Patientengruppen gleich. Das Patientenalter zeigte keine Veränderung. Schlussfolgerung: Die zunehmende Adipositas-Prävalenz geht mit einem signifikanten Anstieg von Patienten mit akutem Myokardinfarkt und einem zunehmenden Schweregrad der koronaren Herzkrankheit einher. Dies unterstreicht die Notwendigkeit konsequenter präventiver Maßnahmen gegen die wachsende Adipositas-Prävalenz.Correspondence to:
Dr. H. Seyfert
Klinik für Innere Medizin III
Dietrich Bonhoeffer Klinikum
Salvador Allende Straße 40
D–17036 Neubrandenburg
Email: DSeyfert@t-online.de
Kardiologische Rehabilitation
Qualitätsmerkmale von Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Ergebnisse wiederholter Überprüfungen durch den Landesverband
J. Schmidt, R. Nübling, D. Kriz, M. Keck, und P. Ritter
Abstract
J. Schmidt1, R. Nübling1, D. Kriz1, M. Keck2, 3 und P. Ritter3
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster & Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, 3Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V. (DGPR), Koblenz
Herzgruppen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zur unverzichtbaren Versorgungsstruktur in der kardiologischen Rehabilitation Phase III (nach WHO) entwickelt. Verantwortlich für die Anerkennung und fortlaufende Überprüfung von Herzgruppen nach medizinisch bzw. vertraglich festgelegten Qualitätsstandards, vornehmlich der Struktur- und Prozessqualität, sind unter anderem die Landesorganisationen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation für Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR). Als einer der ersten Trägerverbände des Rehabilitationssports hat der Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz 2001/ 2002 landesweite Vor-Ort-Überprüfungen von Herzgruppen vorgenommen und diese 5 Jahre später wiederholt. Die Ergebnisse belegen, dass durch systematische Überprüfungen eine qualitative Verbesserung der Arbeit der Herzgruppen initiiert werden kann. Zeigten fast alle bei der Ersterhebung auf hohem Niveau erfüllten Qualitätsstandards erwartungsgemäß erneut einen sehr hohen Realisierungsstand, so konnten bei weiteren Kriterien wie der Einbeziehung ärztlicher Vorbefunde, der Dokumentation und der ergänzenden umfassenden Nachsorge zum Teil deutliche Verbesserungen erreicht werden. Dagegen blieben insbesondere bei Qualitätsstandards, bei denen vorhandene organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen limitierend wirken, Verbesserungen im wünschenswerten Ausmaß aus.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Erfurter Straße 5a
D–76139 Karlsruhe
Email: schmidt@gfqg.de
Kardiologische Rehabilitation
Motivation zum kardiologischen Reha-Sport – Ergebnisse zur Reliabilität und Validität eines neu entwickelten Fragebogens (MokaRSpo)
R. Bönisch, F.J. Bremer, W. Schweidtmann, W. Ohnesorge, M. Stemmler und F.A. Muthny
Abstract
R. Bönisch1, F.J. Bremer1, W. Schweidtmann1, W. Ohnesorge1, M. Stemmler2 und F.A. Muthny3
1Klinik Eichholz, Gesundheitszentrum in Bad Waldliesborn, 2Universität Bielefeld, und 3Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Münster (UKM)
Da bislang kein spezielles Messverfahren zur Erfassung verschiedener Motivationen zum kardiologischen Reha-Sport existiert, wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit ein Motivationsfragebogen entwickelt und hinsichtlich seiner psychometrischen Eigenschaften überprüft. Der Fragebogen umfasst 18 Items zu positiven und negativen, handlungsbegleitenden und -folgenden Anreizen körperlicher Aktivität in der Sporttherapie. Anhand der Daten von 273 stationär-kardiologischen Rehabilitanden wurden Hinweise auf die Validität und Reliabilität gewonnen. Die Faktorenanalysen zeigen eine vierfaktorielle Struktur mit den Faktoren “Intrinsische Motivation”, “Leistungsmotivation”, “Gesundheitsbezogene Motivation” und “Soziale Motivation” auf. Die Konsistenzkoeffizienten der Skalen erwiesen sich mit Werten zwischen 0,80 und 0,86 als gut. Die Sportmotivations-Skalen korrelieren vor allem mit körperlichen Leistungsmaßen (linksventrikuläre Ejektionsfraktion, Belastungs-EKG) am Reha-Ende und geben damit Hinweise auf Möglichkeiten, die Effektivität der kardiologischen Sporttherapie zu steigern.Correspondence to:
Dipl.-Psych. R. Bönisch
Klinik Eichholz
Walkenhausweg 8
D–59556 Lippstadt
Email: rainer.boenisch@bad-waldliesborn.de
Kardiologische Rehabilitation
Sozialmedizinische Nachsorge vor und nach stationärer Rehabilitation in der Pädiatrie – eine neue Leistung der Krankenkassen
A. Otto und A. Podeswik
Abstract
A. Otto und A. Podeswik
beta Institut gemeinnützige GmbH, Augsburg
Die medizinische Versorgung von chronisch- und schwerstkranken Kindern und Jugendlichen kann durch die Nachsorge während des Übergangs vom Akutkrankenhaus in die stationäre Rehabilitation und dem Übergang von der stationären Rehabilitation zur ambulanten Betreuung ergänzt werden. Hierdurch wird gewährleistet, dass eine geeignete Rehabilitation zeitnah erfolgt und vor allem, dass die während der Rehabilitation erreichten Erfolge zu Hause aufrechterhalten werden können. Die sozialmedizinische Nachsorge ist seit Beginn des Jahres eine Regelleistung der Krankenkassen und wird inzwischen von mehr als 50 Nachsorgeeinrichtungen nach dem Modell “Bunter Kreis” angeboten. Ziel ist es, die Übergänge durch eine verbesserte Weitergabe relevanter Informationen zu optimieren, die Verbesserung der Rehabilitationsfähigkeit der Patienten sowie Rehabilitationserfolge aufrechtzuerhalten und in den Alltag und vor Ort zu integrieren.Correspondence to:
Antje Otto
beta Institut gemeinnützige GmbH
Kobelweg 95
D–86156 Augsburg
Email: antje.otto@beta-institut.de
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