Jahrgang 19, No. 4/2007(4. Quartal 2007)
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Prävention und Rehabiliation
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Originalarbeit
Gesundheitsförderung steigert die Beschäftigungsfähigkeit “JobFit Regional” – ein Projekt zur Implementierung der Gesundheitsförderung in die Regelstruktur der Arbeitsmarktpolitik
M. Bellwinkel
Abstract
M. Bellwinkel
Abteilung Gesundheit, BKK Bundesverband, Essen
Im Jahr 2006 waren durchschnittlich 4,5 Mio. Menschen in Deutschland arbeitslos. Und der Anteil der Langzeitarbeitslosen nimmt kontinuierlich zu. Im Durchschnitt waren 42% der Arbeitslosen länger als ein Jahr arbeitslos. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, und die langen Phasen der Arbeitslosigkeit belasten die Betroffenen. Einkommensverluste und sozialer Abstieg greifen die Gesundheit an. Studien belegen, dass die Verschlechterung der Gesundheit mit einer Verschlechterung der Beschäftigungsfähigkeit einhergeht. Um die Verbindung von Arbeitslosigkeit und Krankheit zu durchbrechen, wurde vom BKK Bundesverband das Projekt “JobFit Regional” ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Beschäftigungsträgern in unterschiedlichen Regionen Nordrhein-Westfalens wurden arbeitsmarktpolitische Maßnahmen mit gesundheitsfördernden Ansätzen verknüpft. Erwerbslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen wurden in individuellen Gesprächen über Möglichkeiten der Gesundheitsförderung informiert. Und in Gruppenangeboten konnte das Gesundheitsbewusstsein unter Beachtung der spezifischen Problemlage verbessert werden.Correspondence to:
Michael Bellwinkel
Abteilung Gesundheit
BKK Bundesverband
Kronzprinzenstraße 6
45128 Essen
Email: BellwinkelM@bkk-bv.de
Originalarbeit
Informationsportale zum Diabetes mellitus im Web
V. Hüfken
Abstract
V. Hüfken
Sozialwissenschaftliches Institut, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
An zwei bedeutenden Informationsanbietern zum Diabetes mellitus wird dargestellt, welche Bevölkerungsgruppen die Portale nutzen. Es handelt sich dabei um “diabetesgate.de” und “diabetes-deutschland.de”. Da sich die Anbieter in ihrem Informationsangebot unterscheiden, wird der Frage nachgegangen, ob sich dies in der Sozialstruktur und im Besuchsverhalten widerspiegelt. Auch wird thematisiert, ob es einen Zusammenhang zwischen regelmäßiger Nutzung und Gesundheitskompetenz gibt. 1.867 online befragte Personen bilden die Datengrundlage. Anhand repräsentativer Bevölkerungsumfragen werden die Ergebnisse der Online-Umfragen validiert. Die Informationsportale zum Diabetes werden nicht nur von einer breiten Bevölkerungsschicht, sondern auch von jedem dritten Besucher regelmäßig genutzt. Auf der Ebene der Portale konnten unterschiedliche Nutzergruppen ermittelt werden. “Diabetesgate”-Nutzer sind eher Männer, jünger und besser gebildet als die Nutzer von “diabetes-deutschland”. Zudem konnte gezeigt werden, dass die regelmäßigen Portalbesucher von einer höheren Gesundheitskompetenz berichten. Besucher der Seiten auf “diabetes-deutschland” berichten zudem von einem positiven Effekt der Portalbesuche auf die eingeschätzte Arzt-Patienten-Beziehung.Correspondence to:
Volker Hüfken
Sozialwissenschaftliches Institut
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
D–40225 Düsseldorf
Email: volker.huefken@phil-fak.uni-duesseldorf.de
Originalarbeit
Altersunterschiede zwischen adipösen Nichtdiabetiker und adipösen Diabetikern bei akutem Myokardinfarkt
H. Seyfert und V. Bohlscheid
Abstract
H. Seyfert und V. Bohlscheid
Dietrich Bonhoeffer Klinikum, Klinik für Innere Medizin III, Neubrandenburg
Adipositas und Diabetes mellitus sind etablierte kardiovaskuläre Risikofaktoren. Diabetiker (D) haben gegenüber Nichtdiabetikern (ND) ein höheres Alter bei akutem Myokardinfarkt (MI). Adipöse mit akutem Infarkt sind jünger als der Durchschnitt der Infarktpatienten. Frage: Sind adipösen ND bei akutem MI jünger als adipöse D? Methode: Untersucht wurden 969 Patienten, die zwischen 2. Quartal 2002 und 1. Quartal 2007 wegen akutem MI in unserer Klinik interventionell behandelt wurden (Männer 683, Frauen 286; 292 mit BMI ³ 30, davon 192 Männer und 100 Frauen). 272 D, davon 99 mit BMI ³ 30. D mit MI und BMI ³ 30 waren älter ( 67 a (95% CI 65 – 69) vs. 64 a (60,5 – 67); p = 0,0067). Der Altersunterschied war nur signifikant für männliche D (66 a (63,5 – 68,5) vs. 62 (56 – 64); p = 0,0156). D mit BMI ³ 30 waren häufiger Hypertoniker (p < 0,05), hatten häufiger eine Ejektionsfraktion zwischen 35 – 60% (p = 0,0002), eine koronare 3-Gefäß-Erkrankung (p = 0,0018), eine höhere Ballon-Interventionsrate (p = 0,0026) und mehr Stentimplantationen (p < 0,0001). Schlussfolgerung: Adipöse ND sind jünger als adipöse D bei akutem Myokardinfarkt. Das frühere Myokardinfarkt-Alter der adipösen Patienten unterstreicht die dringende Notwendigkeit der Entwicklung konsequenter Strategien zur Adipositas-Prävention und damit ihrer Folgeerkrankungen.Correspondence to:
Dr. Hartmut Seyfert
Dietrich Bonhoeffer Klinikum,
Klinik für Innere Medizin III,
S. Allende Str. 30
D-17036 Neubrandenburg
Email: 060320096679-0001@t-online.de
Originalarbeit
Schmerzen bei Beinverlängerungen mit einem voll implantierbaren Distraktionsmarknagel
B.M. Zimmermann, A.M. Betz und R.M. Ziegler
Abstract
B.M. Zimmermann, A.M. Betz und R.M. Ziegler
Therapiezentrum Martinsmühle, Wadern-Wadrill
Schmerzen entstehen durch die intensive Reizung der Nozizeptoren dünn myelinisierter (A-d) oder unmyelinisierter (C) Nervenfasern. Durch die wiederholte Stimulierung von Nozizeptoren kann eine persistierende Sensibilisierung des somatosensorischen Systems getriggert werden. Nach einer Beinverlängerung haben Patienten zunächst einen subakuten Schmerz durch die Wundheilung der operativen Zugangswege. Nach Abklingen dieser postoperativen Schmerzen bzw. zeitlich überlappend treten mit zunehmender Mobilisierung des Patienten Schmerzen auf, wenn regelmäßig der Verlängerungsmechanismus an dem/den zu verlängernden Röhrenknochen in Aktion tritt. Dieser Schmerz ist eine Mischung aus einem protopathischen Schmerzphänomen tiefgelegener Weichteilstrukturen und einer hormonell und sympathisch bzw. psychisch herabgesetzten Schmerzschwelle. Ab einer Verlängerungsstrecke von ca. 4 – 6 cm tritt ein Dehnungsschmerz der “mitwachsenden” Weichteilstrukturen in den Vordergrund, ein kombinierter epikritischer und protopathischer Schmerz. Neben einer medikamentösen Analgesie gemäß dem WHO-Schema setzen wir auch niedrig dosierte Antidepressiva zur Schmerzdistanzierung, Schmerzschwellenhebung und zur Förderung des Nachtschlafes ein, in Einzelfällen auch anästhesiologische Methoden, also Blockadetechniken, PDA und Kurznarkosen. Zur Schmerzprophylaxe und -therapie kommen auch spezifische physikalisch-medizinische Techniken und naturheilkundliche Therapieansätze zum Einsatz.Correspondence to:
Dr. B.M. Zimmermanm
Therapiezentrum Martinsmühle
Mühlenstraße 18
D–66687 Wadern-Wadrill
Email: bz@martinsmuehle.de
Originalarbeit
Spezielle Physiotherapie nach Beinverlängerung mittels intramedullärer Distraktionsmarknägel
B.M. Zimmermann, A.M. Betz und R.M. Ziegler
Abstract
B.M. Zimmermann, A.M. Betz und R.M. Ziegler
Therapiezentrum Martinsmühle, Wadern-Wadrill
Der Erfolg einer Beinverlängerung steht und fällt mit der Qualität des postoperativen Managements. In den Weichgeweben treten dabei degenerative Prozesse auf bis hin zu Gewebsnekrosen. Parallel hierzu finden Histoneogeneseprozesse statt. Auf der Basis unserer Erfahrungen mit Beinverlängerungen haben wir ein umfassendes Physiotherapiekonzept zur schonenden Weichteildehnung nach Implantation voll implantierbarer Distraktionsmarknagelsysteme entwickelt. Wichtig sind: früher Distraktionsbeginn, optimale indikationsadaptierte Distraktionsfrequenz und -geschwindigkeit, medikamentöse Schmerztherapie, damit physikalische Maßnahmen schmerzfrei toleriert werden, sowie physikalische Therapie und begleitende Maßnahmen aus dem Bereich der Ganzheitsmedizin. Beim Gehen mit Teilbelastung der verlängerten Extremität(en) ist auf ein physiologisches Gangbild des Patienten zu achten. Den Kern der physikalischen Therapie stellen Dehn- und Stretchübungen dar. Im Gegensatz zu Verlängerungen mit externen Fixateuren erlauben die voll implantierbaren Nagelsysteme auch Aquatherapie, die während der Verlängerungsphase zur signifikanten Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und der Weichteilanpassung führt.Correspondence to:
Dr. B.M. Zimmermann
Therapiezentrum Martinsmühle
Mühlenstraße 18
D–66687 Wadern-Wadrill
Email: bz@martinsmuehle.de
Originalarbeit
Botulinumtoxin-Infiltration bei fußbetonter spastischer Hemiparese mit Fuß- und Zehenfehlstellung
B.M. Zimmermann, A.M. Betz und R.M. Ziegler
Abstract
B.M. Zimmermann, A.M. Betz und R.M. Ziegler
Therapiezentrum Martinsmühle, Wadern-Wadrill
Zu den klassischen Indikationen der Infiltrationstherapie mit Botulinum-Toxin gehören Spastiken der Muskulatur. Am Beispiel einer Fuß- und Zehenfehlstellung aufgrund spastischer Hemiparese soll die Anwendung des Präparates Botox gezeigt und diskutiert werden. Die minutiöse Infitration einzelner Einheiten Botulinum-Toxin an die interphallangealen Fußmuskeln kann die orthetische Schuhversorgung deutlich vereinfachen. In Verbindung mit rekonstruktiven chirurgischen Maßnahmen können Fußdeformitäten zu verbesserter Fußform „remodelled“ werden.Correspondence to:
Dr. B.M. Zimmermanm
Therapiezentrum Martinsmühle
Mühlenstraße 18
D–66687 Wadern-Wadrill
Email: bz@martinsmuehle.de