Jahrgang 16, No. 4/2004(4. Quartal 2004)
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Prävention und Rehabiliation
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Normalisierung der linksventrikulären Masse nach fettfreier Körpermasse identifiziert eine größere Risikopopulation als Normalisierung nach Größe2,7
H. Seyfert, Th. Wendt und V. Bohlscheid
Abstract
H. Seyfert1, Th. Wendt1 und V. Bohlscheid2
1Rehabilitationsklinik Wetterau der BfA, Bad Nauheim, 2Dietrich Bonhoeffer Klinikum, Klinik für Innere Medizin III, Neubrandenburg
Frage: Identifiziert Normalisierung der linksventrikulären Masse (LV-Masse) nach Größe2,7 (Grenzwert 51 g/m2,7) bzw. nach fettfreier Körpermasse (FFKM; Grenzwert 4,1 g/kg) gleich große Risikogruppen? Ergebnisse: 266 konsekutive Patienten (170 Männer, 96 Frauen) mit kardiovaskulären Erkrankungen wurden untersucht, 196 mit normalisierter LV-Masse £ 51 g/m (Median 40,8; 95%-CI 39,2 – 41,2), 70 mit einem Wert > 51 g/m (57,9; 95%-CI 55,1 – 60,7; p < 0,0001). Bei Normalisierung nach FFKM zeigten 116 Patienten einen Wert £ 4,1 g/kg (3,6; 95%-CI 3,4 – 3,7) und 150 einen Wert > 4,1 (4,7; 95%-CI 4,6 – 4,8; p < 0,0001); p < 0,0001 für alle Differenzen. Schlußfolgerung: Normalisierung der LV-Masse nach Größe2,7 identifiziert eine kleinere Risikogruppe als Normalisierung nach FFKM mit möglichen unterschiedlichen Bewertungen von Prognose und beruflicher Belastungsfähigkeit.Correspondence to:
Dr. H. Seyfert
Dietrich Bonhoeffer Klinikum
Klinik für Innere Medizin III
S. Allende Straße 30
D–17036 Neubrandenburg
Email: 060320096679-0001@t-online.de
Lärmschaden
R. Berger
Abstract
R. Berger
Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Philipps-Universität, Marburg
Schall kann unter bestimmten Umständen zur Schädigung unseres Gehörs führen. Die Schallintensität, die Bandbreite des Schalls, die Einwirkungszeit, Erholungsphasen und die individuelle Disposition spielen dabei eine wichtige Rolle. Neben berufsbedingter Lärmeinwirkung sind die meisten Menschen auch einer zivilisatorisch bedingten Lärmbelastung ausgesetzt. Störender Lärm löst Streßreaktionen aus und kann dadurch zur Beeinträchtigung der Gesundheit führen. Die durch Lärmbelastung und Streß verursachten Hörstörungen werden als “Sozioakusis” bezeichnet. Eine irreversible Schwerhörigkeit kann auch durch Freizeitlärm ausgelöst werden. Dies betrifft vor allem Jugendliche und erhält damit eine große soziale Bedeutung. Die Lärmforschung, ein Teilgebiet der Umweltforschung, widmet sich diesem Gebiet unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten.Correspondence to:
Prof. Dr. Roswitha Berger
Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie
Phillipps-Universität Marburg
Deutschhausstraße 3
D–35033 Marburg
Email: Roswitha.Berger@med.uni-marburg.de
Stellenwert der Koloskopie für die Prävention und Früherkennung kolorektaler Neoplasien
S. Faiss und A. Sieg
Abstract
S. Faiss und A. Sieg
Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Berlin
Mit einer sorgfältigen Familienanamnese lassen sich Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung eines kolorektalen Karzinoms (KRK) erfassen. Für die jeweiligen Risikogruppen stehen unterschiedliche Überwachungsstrategien zur Verfügung, die eine frühzeitige Entdeckung der Karzinome oder deren Vorstufen anstreben und durch gezielte endoskopische Entfernung dieser Vorstufen eine Verbesserung der Spontanprognose ermöglichen. In Deutschland kann seit Oktober 2002 die Screening-Koloskopie auch bei der asymptomatischen Bevölkerung ab dem 55. Lebensjahr durchgeführt werden. Die Koloskopie gilt als das effektivste und kostengünstigste Verfahren zum KRK-Screening. Etwa 35% aller ambulant durchgeführten Koloskopien werden derzeit als Screening-Koloskopie durchgeführt. Die Teilnahmerate an der Screening-Koloskopie kann durch Aufklärungskampagnen (Darmkrebsmonat März, Felix-Burda-Stiftung) gesteigert werden. Hierdurch ist mit einer Absenkung der Mortalität und Inzidenz des KRK zu rechnen. Neue nichtinvasive Verfahren wie die virtuelle CT- oder MRT-Kolographie sind noch nicht genügend validiert.Correspondence to:
Dr. med. S. Faiss
Universitätsklinikum Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
D–12203 Berlin
Email: faiss@ukbf.fu-berlin.de
Krebserkrankung und Internet-Nutzung – Konzept und Verlauf einer Online-Befragung
S. Kirschning, E. von Kardorff, S. Michel und K. Merai
Abstract
S. Kirschning, E. von Kardorff, S. Michel und K. Merai
Abteilung Rehabilitationssoziologie, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin
In Deutschland verfügt inzwischen jeder zweite Haushalt über einen Internetanschluß. Chronisch kranke und behinderte Menschen sowie ihre Angehörigen nutzen das Internet zunehmend zur Suche nach krankheitsrelevanten Informationen und zum Austausch mit anderen Betroffenen. Bislang gibt es wenig Wissen, in welcher Weise sie krankheitsspezifische Informationen für Behandlungsentscheidungen und zur Krankheitsbewältigung nutzen, ob und in welcher Form sie mit ihren behandelnden Ärzten über diese Informationen sprechen und in welcher Weise die Internet-Nutzung das Patientenverhalten innerhalb des Versorgungssystems beeinflußt. Diesen Fragen gehen wir derzeit in einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten explorativen Studie nach. Die Daten werden mittels einer Online-Befragung und vertiefenden Interviews bei Frauen mit Brustkrebs und Männern mit Prostatakrebs sowie ihren Angehörigen erhoben. In diesem Beitrag stellen wir die Entwicklung des zentralen Forschungsinstruments der Online-Befragung dar. Wir begründen unsere Vorgehensweise in Verbindung mit den Untersuchungszielen. Wir beschreiben den Aufbau und den Inhalt der Fragebögen, erwähnen technische Aspekte der Realisierung, sprechen über die bisherigen Erfahrungen bei der Befragung und stellen erste Resultate vor.Correspondence to:
Dr. S. Kirschning
Abteilung Rehabilitationssoziologie
Institut für Rehabilitationswissenschaften
Humboldt-Universität zu Berlin
Prenzlauer Promenade 149 – 152
D–12189 Berlin
Email: silke.kirschning@rz.hu-berlin.de
Häufigkeit und Einflußfaktoren von Wirbelsäulenbeschwerden bei jugendlichen Tischtennisspielern des C- und D-Kaders
Ch. Raschka, und O. Weber
Abstract
Ch. Raschka1,2 und O. Weber1
1Institut für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main, 2Gemeinschaftspraxis Biebertal, Langenbieber/Rhön
Erhoben wird die Häufigkeit von Wirbelsäulenbeschwerden sowie potentieller Einflußgrößen bei n = 31 männlichen und n = 20 weiblichen Jugendlichen des Tischtennis-C- (n = 9) sowie -D-Kaders (n = 42) des Westdeutschen, Hessischen, Rheinländischen und Thüringischen Tischtennisverbandes (Durchschnittsalter der Jungen 13,3 ± 1,9 Jahre; Mädchen 14,6 ± 1,7 Jahre; p £ 0,05). Der BMI betrug 19,3 ± 2,6 kg/m2 für die Jungen und 19,6 ± 1,3 kg/m2 für die Mädchen (n.s.). Die Sportart wird im Mittel 5,5 ± 1,9 Jahre betrieben (pro Woche 5,5 ± 2,0 E). Über Rückenbeschwerden klagten 7/30 Knaben, aber 13/21 Mädchen (p = 0,005; 73% Myogelosen, 13% Skoliosen, 6% Ischialgien). Bezüglich Dorsalgien und Konstitution ergab sich kein bedeutsamer Zusammenhang, ebenso nicht zwischen Rückenschmerzen und Dauer der Wettkampfteilnahme, Beinlängendifferenz und FBA. Bei Differenzierung der Dorsalgien klagten 9/21 Mädchen, aber nur 2/30 Knaben über HWS-Beschwerden (p = 0,002). Es imponierte eine signifikante Häufung von BWS-Beschwerden, aber auch von kombinierten Beschwerden in verschiedenen Wirbelsäulenabschnitten bei Beinlängenasymmetrie (p = 0,03). Die signifikante Häufung von HWS-Beschwerden beim weiblichen Geschlecht könnte möglicherweise auf die geringere Muskelsicherung bei anthropologisch proportional längerem Hals im Vergleich zum männlichen Geschlecht zurückzuführen sein. Hier besteht ein wesentlicher Ansatzpunkt präventiven Krafttrainings für die Tischtennismädchen im Leistungssport. Bei der Häufung von BWS- bzw. kombinierten Wirbelsäulenabschnitt-Beschwerden bei simultaner Beinlängenasymmetrie sollte der Schuhausgleich diskutiert werden.Correspondence to:
PD Dr. med. Dr. rer. nat. Dr. Sportwiss. Ch. Raschka
Facharzt für Innere Medizin
Sportmedizin – Chirotherapie
Edith-Stein-Straße 34
D–36100 Petersberg
Email: christoph.raschka@lycos.de