Jahrgang 15, No. 4/2003(4. Quartal 2003)
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Prävention und Rehabiliation
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Buchbesprechung
Blick in die Fachliteratur
Ambulante Rehabilitation – notwendiges Element der Versorgung von Patienten mit berufsbedingten Hauterkrankungen
L. Batzdorfer, T. Schlesinger und H.J. Schwanitz
Abstract
L. Batzdorfer, T. Schlesinger und H.J. Schwanitz
Universität Osnabrück, Fachbereich Humanwissenschaften, Arbeitsgruppe Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie
Ambulante Rehabilitation als eines der Schlagworte der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion ist Gegenstand des vorliegenden Artikels. Ausgehend von Standortbestimmungen innerhalb des Systems der sozialen Sicherung bzw. der Prävention werden Kriterien für deren Anwendung benannt und bereits existierende Rehabilitationsmaßnahmen angeführt. An Hand des Beispiels der Versorgung von Patienten mit berufsbedingten Hauterkrankungen lassen sich Ergebnisse einer evaluierten und in Teilen ambulant stattfindenden Heil- und Präventionsmaßnahme vorstellen. Auf den gewonnenen Erfahrungen aufbauend, lassen sich Forderungen zur Weiterentwicklung der ambulanten Rehabilitation formulieren und konkretisieren.
Ambulante Patientenschulung im Rahmen von Disease-Management bei Asthma bronchiale – Ergebnisse eines Langzeitprogramms
P. Ulbrich, B. Dreher und R. Schandry
Abstract
P. Ulbrich1, B. Dreher2 und R. Schandry1
1LMU München, Department Psychologie, Biologische Psychologie, München, 2Innovacare GmbH, OberhachingRahmen von Disease-Management bei Asthma bronchial
Im Rahmen eines ambulanten Schulungsprogramms für erwachsene Asthmatiker wurde den Patienten im ersten Jahr der Teilnahme monatlich Informationsmaterial zugeschickt, dessen Inhalte in telefonischen Gesprächen vertieft wurden. Ab dem zweiten Jahr stand eine Festigung und Erhaltung des erworbenen Wissens im Vordergrund. Der telefonische Kontakt reduzierte sich und diente der Besprechung des Gesundheitszustandes des Patienten. Zu Beginn, sowie nach 12, 24 und 36 Monaten wurden die Teilnehmer zu ihrer Lebensqualität (FAP) und dem Gebrauch von Peakflowmeter und Asthmatagebuch befragt. Mit Ausnahme der Skala „asthmaspezifisches Vermeidungsverhalten“ ist für alle Skalen des FAP, sowie für den Gesamtwert, eine signifikante Zunahme an Lebensqualität nach 12 Monaten zu verzeichnen. Diese Verbesserungen bleiben auch nach 24 und 36 Monaten stabil. Asthmatagebuch und Peakflowmeter werden nach 12, 24 und 36 Monaten von signifikant mehr Patienten eingesetzt als zu Beginn der Schulung. Die Ergebnisse belegen positive Veränderungen der Lebensqualität und Hilfsmittel-Compliance während der Teilnahme an dem Programm, die auch über einen langen Beobachtungszeitraum stabil bleiben.
Chancen und Perspektiven der Rehabilitation mit Jugendlichen*
F. Petermann
Abstract
F. Petermann
Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Universität Bremen
Im Jugendalter können krankheits- und entwicklungsbezogene Probleme in besonders ungünstiger Weise miteinander verknüpft auftreten. Dies kann den Erfolg einer stationären Rehabilitation erschweren und die Langfristigkeit der Effekte erheblich beeinträchtigen. Besondere Anstrengungen sind nötig, um die psychosoziale Konfliktlage im Jugendalter, vor allem im Hinblick auf die Ausbildungs- und Berufsperspektive des Jugendlichen, zu verbessern. Flexible und modularisierte Konzepte der Rehabilitation von Jugendlichen werden diskutiert.
Information und Beratung in der onkologischen Rehabilitation
M.E. Heim
Abstract
M.E. Heim
Sonnenberg-Klinik, Bad Sooden-Allendorf
Das Bedürfnis nach Information und Beratung ist auch nach Abschluß der Primärtherapie für Krebspatienten sehr hoch. Für Patienten in onkologischer Rehabilitation hat die Informationssuche hohe Priorität. Ein strukturiertes Informations- und Beratungsprogramm in der Rehabilitation kann Ängste reduzieren und die Krankheitsbewältigung fördern. Eine offene Arzt-Patienten-Beziehung in der Rehabilitation kann auch die gemeinsame Entscheidungsfindung im sozialmedizinischen Bereich fördern.
Thematisierung des Nikotinabusus durch den Gastroenterologen – welcher Benefit ist von einer engagierten Raucherentwöhnung zu erwarten – insbesondere bei Morbus Crohn?
H.-K. Goischke
Abstract
H.-K. Goischke
Hartwald-Rehabilitationsklinik der BfA Bad Brückenau
Zur Primär- und Sekundärprävention gastrointestinaler Erkrankungen sollte allen Menschen Tabakabstinenz empfohlen werden, insbesondere zur Prophylaxe von gastrointestinalen Karzinomen (Ösophagus, Magen, Pankreas, Leber, Gallenwege und Kolon) sowie der chronischen Pankreatitis. Obwohl die Ursachen des Morbus Crohn (M.C.) noch weitgehend ungeklärt sind und eine Flut von neuen Daten zur Epidemiologie, Pathogenese, Diagnose und Therapie kaum noch übersehbar ist, sollte der Transfer gesicherter Erkenntnisse über pathologische Umweltfaktoren – negativer Einfluß des Nikotinkonsums auf den Verlauf bzw. Schweregrad des M.C. – schnell in die Praxis erfolgen. M.C.-Patienten, insbesondere Frauen, weisen einen Nikotinkonsum auf, der über dem der “Normalbevölkerung” liegt. Das Rauchen führt zu signifikant mehr Schüben und erhöht den Verbrauch an Glukokortikoiden und Immunsuppressiva. Das Operationsrisiko und die Rezidivrate nach Operationen steigt, extraintestinale Komplikationen werden verstärkt. Da besonders häufig junge Frauen betroffen sind, ist der Hinweis auf eine durch Nikotin getriggerte Zunahme der abdominellen Symptomatik bei gleichzeitiger Einnahme von oralen Kontrazeptiva notwendig. Auch auf die Erhöhung der Frühgeburtenrate durch Tabakkonsum sollte hingewiesen werden. Durch intensive Bemühungen aller bei der Betreuung von M.C.-Patienten beteiligten Therapeuten muß bei den rauchenden M.C.-Patienten unbedingt Nikotinabstinenz erreicht werden, um die Komplikationsraten zu verringern und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.