Jahrgang 15, No. 3/2003(3. Quartal 2003)
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Prävention und Rehabiliation
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Effekte einer ambulanten Kurzschulung für erwachsene Asthmatiker
U. de Vries, S. Mühlig, F. Mehren und F. Petermann
Abstract
U. de Vries1, S. Mühlig2, F. Mehren3 und F. Petermann1
1Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Universität Bremen, 2Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, TU Dresden, 3Zentrum für Kinderheilkunde, Universität Bonn
In der Therapie des Asthma bronchiale hat die Etablierung von Selbstmanagementfähigkeiten des Patienten einen hohen Stellenwert. In diesem Zusammenhang kommt der Durchführung von Patientenschulungsmaßnahmen eine essentielle Bedeutung zur Optimierung der Therapie und Sicherstellung des Behandlungsverlaufs zu. Insbesondere im Bereich wohnortnaher und ambulanter Versorgung ist das Angebot an Schulungsprogrammen in vielen Regionen noch nicht ausreichend, eine Prüfung der Effektivität strukturierter ambulanter Programme ist weiterhin notwendig. Als Teilvorhaben einer großangelegten Multizenter-Studie wurden die kurz- und mittelfristigen Effekte einer strukturierten ambulanten Kurzschulung an insgesamt 92 erwachsenen Asthmatikern hinsichtlich medizinischer und psychologischer Parameter geprüft. Die Schulungsteilnehmer zeigten positive stabile Effekte (bis 6 Monate nach Schulung) im Bereich atemwegsspezifischer körperlicher Symptome und Lebensqualität, eine Verbesserung des krankheitsspezifischen Wissens und Selbstmanagements sowie eine kurzfristige Stabilisierung einzelner psychologischer Variablen, wie z.B. Depressivität. Die Teilnahme an einer strukturierten ambulanten Asthma-Kurzschulung kann wesentlich zur Verbesserung der Therapiemitarbeit der Patienten beitragen und sollte jedem Asthmatiker zugänglich sein.
Sporttherapie bei Cystischer Fibrose – vergleichende Betrachtung verschiedener Interventionen
B. Schaar, A. Hanssen-Doose, W. Gruber und D. Kiosz
Abstract
B. Schaar1, A. Hanssen-Doose1, W. Gruber2 und D. Kiosz2
1Institut für Rehabilitation und Behindertensport der Deutschen Sporthochschule Köln, 2Fachklinik “Satteldüne” für Kinder und Jugendliche der LVA Schleswig-Holstein, Nebel/Amrum
Die vorliegende Studie betrachtet unterschiedliche sporttherapeutische Interventionen in der stationären Rehabilitation. In der Fachklinik “Satteldüne” für Kinder und Jugendliche der LVA Schleswig-Holstein, Nebel/Amrum, wurden insgesamt 17 Patienten, 9 männliche (m) und 8 weibliche (w) mit Cystischer Fibrose (CF) mittels kardiopulmonaler Leistungsparameter, Copingverhalten und krankheitsbezogener Kontrollüberzeugung untersucht. 8 Patienten haben an einem Inline Skating-Programm teilgenommen (4 m, 4 w) (Alter 18,7 ± 6,9 Jahre, Gewicht 49,1 ± 15,4 kg, Größe 158,6 ± 14,8 cm, FEV1 59,5 ± 26,4% vom Soll) und 9 Patienten (5 m, 4 w) (Alter 16,2 ± 4,3 Jahre, Gewicht 44,4 kg ± 10,3 kg, Größe 159,9 ± 13,1 cm, FEV1 74,1 ± 21,6% vom Soll) an dem Standardprogramm jeweils mit einer Dauer von 4 – 6 Wochen. Zur Ermittlung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit fand ein spiroergometrischer Belastungstest (Pre-/Posttest) Berücksichtigung. Bei beiden Programmen konnten keine kardiopulmonalen Veränderungen nachgewiesen werden. Nach den Trainingseinheiten ist kein nennenswerter Abfall der dynamischen Lungenfunktionsparameter aufgetreten. Das aktive Coping stieg in der Gruppe “Inline Skating” an (p < 0,05), das internale Coping und Rückzugsverhalten blieb unverändert. Die krankheitsbezogenen Kontrollüberzeugung der Kategorie “Fatalistische Orientierung” reduzierte sich in der Gruppe “Inline Skating” (p < 0,05).
Arbeitsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Selbstbeurteilung der beruflichen Leistungsfähigkeit von Patienten in kardiologischer Rehabilitation
H. Seyfert und Th. Wendt
Abstract
H. Seyfert und Th. Wendt
Rehabilitationsklinik Wetterau der BfA, Bad Nauheim
Frage: Bewerten Patienten zum Ende einer Rehabilitationsmaßnahme ihre berufliche Leistungsfähigkeit anders als Ärzte? 165 konsekutive Patienten ohne akute kardiovaskuläre Ereignisse innerhalb eines Halbjahreszeitraums vor Beginn der Rehabilitationsmaßnahme wurden diesbezüglich untersucht, davon waren 37 im Mittel 25,8 Wochen vor Beginn der Rehabilitationsmaßnahme arbeitsunfähig. Die überwiegende Zahl der als arbeitsfähig entlassenen Patienten bewertet ihre berufliche Leistungsfähigkeit im wesentlichen gleich wie die Rehaklinik (93,4%). Von den arbeitsunfähig entlassenen Patienten sahen 57,1% ihr Leistungsvermögen als aufgehoben an, während die Klinik dies lediglich in 10,7% der Fälle so bewertete.
LQ-KID: ein computergestütztes Verfahren Verfahren zur Erfassung der Lebensqualität chronisch kranker Kinder und Jugendlicher
L. Goldbeck und R. Braun
Abstract
L. Goldbeck und R. Braun
Universitätsklinik und -poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Ulm
Mit dem LQ-KID wird ein diagnoseübergreifend einsetzbares computergestütztes Meßinstrument zur Erfassung der Lebensqualität chronisch kranker Kinder und Jugendlicher (Altersbereich 7 – 16 Jahre) vorgestellt. Die Entwicklung und psychometrische Überprüfung erfolgte an einer Stichprobe von 167 pädiatrischen Patienten mit onkologischen (15%), kardiologischen (14%), pulmologischen Erkrankungen (49%), mit Diabetes mellitus (13%) oder anderen chronischen Erkrankungen (9%). Das Instrument enthält 27 Items und ermöglicht die Berechnung von Kennwerten auf fünf Dimensionen. Die internen Konsistenzen für die Unterskalen und die Gesamtskala sind ausreichend bis gut (a = 0,70 – 0,88). Wiederholungmessungen im Abstand von zwei Wochen in einer Teilstichprobe pulmologischer Rehabilitationspatienten zeigten eine Veränderungssensitivität des Verfahrens. Das LQ- KID diskrimiert zwischen verschiedenen Diagnosegruppen und Ausprägungen der Erkrankung.
Differentialdiagnose der allergischen Rhinitis
A. Stepanova, R. Disch und S. Borelli
Abstract
A. Stepanova1, R. Disch2 und S. Borelli2
1Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle(Saale), 2Deutsche Klinik für Dermatologie und Allergie Davos, “Alexanderhausklinik”, Davos, Schweiz
Rhinitische Beschwerden können allergischer und nicht allergischer Genese sein. Die allergische Rhinitis gehört “bekannterweise zusammen mit dem allergischen Asthma bronchiale und der Neurodermitis zum Formenkreis der Atopie”. Die nichtallergische Rhinopathie kann sowohl durch exogene Auslösefaktoren, wie bei ASS-induzierter pseudoallergischer Rhinopathie, als auch durch endogene Faktoren, wie bei endokriner Rhinitis, hervorgerufen werden. Die nicht-allergische Rhinopathie weist klinisch eine der allergischen Rhinitis identische Symptomatik auf. Deshalb kommt dem klinischen Erscheinungsbild der allergischen Rhinitis keine diagnosehinweisende Bedeutung zu. Erheblich erschwert wird die Differentialdiagnose der allergischen Rhinitis außerdem durch eine Vielfalt an Ursachen, die zur einer Rhinopathie nichtallergischer Genese führen können. Die differentialdiagnostische Abgrenzung der allergischen Rhinitis von den nichtimmunologisch vermittelten Rhinopathien ist für eine adäquate Therapiewahl wichtig.