Jahrgang 39, No. 3/2010(März)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Originalarbeit
Sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Patienten nach Nierentransplantation
C. Marx, M. Busch, U. Ott und G. Wolf
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 3/2010, S. 95–101
Sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Patienten nach Nierentransplantation
C. Marx, M. Busch, U. Ott und G. Wolf
Klinik für Innere Medizin III, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Das Kalzimimetikum Cinacalcet dient der Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz. Nach Nierentransplantation (NTX) persistiert der Hyperparathyreoidismus häufig. Bislang existieren nur wenige Daten zum “off-label”-Einsatz von Cinacalcet nach NTX. Wir untersuchten retrospektiv bei nierentransplantierten Patienten das intakte Parathormon (iPTH), das Auftreten von Hyperkalzämien und die Therapie mit Cinacalcet über 36 Monate (n = 54 Patienten). Die K/DOQI-Zielwerte für iPTH (150 – 300 ng/l) für Niereninsuffizienz (CKD) Stadium 5 wurden zum NTX-Zeitpunkt nur bei 12/54 der Patienten (22%) erreicht. 5 Patienten zeigten sehr niedrige iPTH-Spiegel (< 35 ng/l). 11 von 54 Patienten (20%) waren partiell oder total parathyreoidektomiert, 3 von ihnen (27%) wiesen innerhalb von 3 Jahren post-NTX wieder iPTH-Spiegel > 300 ng/l auf. Patienten mit einem iPTH von 150 – 300 ng/l zum NTX-Zeitpunkt wiesen eine 14-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit auf, ein iPTH > 300 ng/l nach Transplantation zu entwickeln (im Vergleich zu iPTH-Werten < 150 ng/l). Patienten mit iPTH-Werten > 300 ng/l bei NTX zeigten eine 20-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein persistierendes iPTH > 300 ng/l nach TX. Die Hyperkalziämie-Wahrscheinlichkeit sowie die Notwendigkeit einer Therapie mit Cinacalcet waren 8- und 11-fach gegenüber einem initialen iPTH von < 150 ng/l erhöht. Schlussfolgerung: Die derzeitigen K/ DOQI-Zielkriterien für iPTH im CKD-Stadium 5 bergen das Risiko für eine Verschlechterung des Hyperparathyreoidismus nach NTX. Daher sind für Transplantationskandidaten niedrigere iPTH-Zielwerte notwendig. Schon vor Transplantation sollte auf eine konsequente Therapie des Hyperparathyreoidismus geachtet werden. Trotz Parathyreoidektomie treten Rezidive bei transplantierten Patienten auf. Die medikamentöse Therapie mit Cinacalcet stellt auch nach Nierentransplantation eine effektive Therapie des Hyperparathyreoidismus dar, Parathyreoidektomien sind dennoch mitunter erforderlich.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Wolf
Klinik für Innere Medizin III
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D–07747 Jena
Email: gunter.wolf@med.uni-jena.de
Übersicht
Kann die stationäre Tätigkeit in der Nephrologie einem ärztlichen “Burn-out” vorbeugen?
G. Wolf
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 3/2010, S. 102–109
Kann die stationäre Tätigkeit in der Nephrologie einem ärztlichen “Burn-out” vorbeugen?
G. Wolf
Klinik für Innere Medizin III, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Viele Ärzte und Ärztinnen im stationären Bereich klagen über eine zunehmende Arbeitsbelastung und das Gefühl, Funktionsträger innerhalb des Versorgungsgeschehens zu sein und dieses zu optimieren, ohne es selbst beeinflussen zu können. Zunehmende bürokratische Dokumentationsaufgaben zur Diagnoseverschlüsselung und Qualitätssicherung, insbesondere nach Einführung der Fallpauschalen im Krankenhaus, tragen zu einer zunehmenden Unzufriedenheit mit dem ärztlichen Beruf bei, die ihren Ausdruck auch darin findet, dass eine zunehmende Anzahl von Berufsanfängern der klinischen Tätigkeit den Rücken kehrt. Durch kontinuierliche Frustration und zunehmende emotionale Erschöpfung kommt es schließlich zum “Burn-out”. Neuere Untersuchungen belegen eine erschreckende Zunahme an Ärzten und Ärztinnen, die an “Burn-out” leiden. Eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit mit Wechsel zwischen Routinetätigkeit und intellektuellen Herausforderungen sowie dem Gefühl, wirklich den Patienten in seiner biologisch-psychologisch-soziologischen Gesamtsituation wahrzunehmen, um etwas therapeutisch zu bewirken, kann “Burn-out” vorbeugen. Verschiedene Fachdisziplinen innerhalb der Medizin werden diesem Ziel unterschiedlich gerecht. In einer zugegebenermaßen sehr subjektiven Einschätzung glaube ich, dass die Tätigkeit in der Nephrologie aufgrund der vielfältigen und komplexen Herausforderungen dem “Burn-out” im Krankenhaus vorbeugen kann. Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch gerade die Nephrologie durch zunehmenden bürokratischen Dokumentationsaufwand (z.B. zur Dialysequalität oder auch die Qualitätssicherung nach Nierentransplantationen) gekennzeichnet ist. Trotzdem glaube ich, dass die Nephrologie eine hervorragende Zukunft hat und eine Tätigkeit in diesem internistischen Fachgebiet zu einer hohen Zufriedenheit mit dem ärztlichen Beruf führen kann.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Wolf
Klinik für Innere Medizin III
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D–07740 Jena
Email: gunter.wolf@med.uni-jena.de
Kasuistik
Erst Hyperkalzämie, dann Kalziummangel: eine Expedition durch die Fallstricke des Kalziumstoffwechsels anhand eines Fallbeispiels
E.-M. Fischle, P. Oelzner, G. Hein und G. Wolf
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 3/2010, S. 110–114
Erst Hyperkalzämie, dann Kalziummangel: eine Expedition durch die Fallstricke des Kalziumstoffwechsels anhand eines Fallbeispiels
E.-M. Fischle, P. Oelzner, G. Hein und G. Wolf
Klinik für Innere Medizin III, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Ein spontaner primärer Hyperparathyreoidismus aufgrund eines Adenoms kommt auch bei älteren Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz vor. Die Diagnose kann erschwert sein. Nach Adenom-Entfernung kann es durch verschiedene Mechanismen zur Hypokalzämie kommen. Der vorliegende Fall zeigt mögliche Fallstricke in der Diagnose auf und erläutert wichtige Aspekte des Kalziumstoffwechsels.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Wolf
Klinik für Innere Medizin III
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D–07740 Jena
Email: gunter.wolf@med.uni-jena.de
Kasuistik
Hochdosis-Eisensubstitution mit neuem Eisen-Carboxymaltose-Komplex bei renaler Anämie – ein Fallbericht
S. Hafezi-Rachti
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 3/2010, S. 115–119
Hochdosis-Eisensubstitution mit neuem Eisen-Carboxymaltose-Komplex bei renaler Anämie – ein Fallbericht
S. Hafezi-Rachti
Nierenzentrum Mannheim
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind fast immer anämisch. Nicht selten liegt eine Kombination aus Eisen- und Erythropoetinmangel vor. Die orale Eisensubstitution ist im klinischen Alltag selten erfolgreich, parenterale Eisenformulierungen unterscheiden sich hinsichtlich der Inzidenz von anaphylaktoiden Reaktionen und der Stabilität der Eisenkomplexe. Bei Präparaten mit hoher Komplexstabilität (Eisen-Carboxymaltose und Eisen-Dextran) können im Rahmen einer “Single-Shot-Therapie” bis zu 1.000 mg auf einmal verabreicht werden. In der vorgestellten Kasuistik wird die Anämie-Korrektur bei einem Peritonealdialyse-Patienten beschrieben. Eine alleinige Eisensubstitution im Rahmen eines Nierenersatzverfahrens war zur Anämiekorrektur ausreichend.Correspondence to:
Dr. med. S. Hafezi-Rachti
Nierenzentrum Mannheim
Heppenheimerstraße 27-29
D-68309 Mannheim
Kongressbericht
4. International Workshop on Thrombotic Microangiopathies, Weimar, 1.10. – 3.10.2009
Serie
Blick in die Fachliteratur
Mitteilung
Industrienachricht, Preisausschreibungen, Erratum