Jahrgang 39, No. 5/2010(Mai)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Bedeutung eines intakten Magnesiumhaushaltes
Editorial
K. Kisters, O. Micke, F. Tokmak und M. Hausberg
Abstract
Editorial
K. Kisters, O. Micke, F. Tokmak und M. Hausberg
Bedeutung eines intakten Magnesiumhaushaltes
Geschichte der Magnesiumsalze: Von der Antike bis Vittel (1971)
H.G. Classen und U.G. Classen
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 5/2010, S. 177–181
Geschichte der Magnesiumsalze: Von der Antike bis Vittel (1971)
H.G. Classen1 und U.G. Classen2
1Pharmakologie und Toxikologie der Ernährung (em.), Universität Hohenheim, Stuttgart, 2Institut für Rechtsmedizin, Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Homburg/Saar
Bedeutung eines intakten Magnesiumhaushaltes
Der Magnesiumhaushalt in der Inneren und Intensivmedizin
K. Kisters, M. Cziborra, C. Funke, J. Kozianka, M.Q. Nguyen, F. Tokmak, B. Krämer, B. Gremmler, M. Hausberg, O. Micke, J. Büntzel, R. Mücke und D.-H. Liebscher
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 5/2010, S. 182–194
Der Magnesiumhaushalt in der Inneren und Intensivmedizin
K. Kisters1,8, M. Cziborra1, C. Funke1, J. Kozianka2, M.Q. Nguyen3, F. Tokmak3, B. Krämer3, B. Gremmler4, M. Hausberg5, O. Micke6,8, J. Büntzel7,8, R. Mücke8 und D.-H. Liebscher9
1Medizinische Klinik I, 2Chirurgische Abteilung, St. Anna-Hospital, Herne, 3Nephrologie, Ruhr-Universität Bochum, Marienhospital, Herne, 4Kardiologie, Marienhospital, Bottrop, 5Medizinische Klinik I, Städtische Kliniken, Karlsruhe, 6Strahlentherapie, Franziskus-Hospital, Bielefeld, 7HNO-Klinik, Südharz-Krankenhaus, Nordhausen, 8Akte, Bielefeld, 9SHO Mineralimbalancen e.V., Berlin
Magnesium ist für den lebenden Organismus ein essenzieller Mineralstoff, der in ausreichenden Mengen zugeführt werden muss. Die klinische Bedeutung der Magnesiumüberladung bzw. -intoxikation ist eher gering. Ein Magnesiummangel tritt beim Menschen jedoch häufig auf und kann trotz normaler Ernährung nicht immer komplett ausgeglichen werden. Als primären Effekt eines Magnesiummangels beobachtet man eine Reduktion von Enzymaktivitäten mit Schrittmacheraufgaben in den Stoffwechselwegen der Energieproduktion. Die beeinträchtigte Energieproduktion wirkt sich auf die Membranfunktion, die intrazelluläre Kalzium-Relokation, Elektrolytgradienten, die Bildung von sekundären Botenstoffen und auf Syntheseaufgaben der Zelle aus. Daraus resultieren Konsequenzen für die Funktion der Organe und das Ausmaß der Reaktion des menschlichen Körpers auf äußeren und inneren Stress. Im Krankheitszustand begrenzt der eingeschränkte Energiestatus die Prognose des Patienten und verstärkt klinische Zeichen der Krankheit wie zum Beispiel Arrhythmien, Hypertonie, Präeklampsie, allergische Reaktionen und anderes. Der Stellenwert einer oralen oder parenteralen Magnesiumtherapie ist bekanntlich bei einer Vielzahl von Erkrankungen gut dokumentiert. Einen hohen Stellenwert hat Magnesium auch in der Intensivmedizin.Correspondence to:
Prof. Dr. med. K. Kisters
Medizinische Klinik I
St. Anna-Hospital
Hospitalstraße 19
D–44649 Herne
Email: kisters@annahospital.de
Bedeutung eines intakten Magnesiumhaushaltes
Risiko für stressinduzierte Hypertonie – Abschätzung aus Kapillarblutparametern?
S. Porta, W. Desch, W. Schappacher, M. Ecker, M.M. Bratu, U. Köhler, R. Wintersteiger, R. Gasser, G. Korisek und H. Gell
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 5/2010, S. 195–208
Risiko für stressinduzierte Hypertonie – Abschätzung aus Kapillarblutparametern?
S. Porta1,2, W. Desch3, W. Schappacher3, M. Ecker4, M.M. Bratu5, U. Köhler1, R. Wintersteiger6, R. Gasser7, G. Korisek8 und H. Gell9
1Institut für Angewandte Stressforschung, Judendorf-Strassengel, Österreich, 2Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Graz, 3Institut für Mathematik und Wissenschaftliches Rechnen, Karl Franzens Universität, Graz, 4Institut für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Universität Graz, 5Ovidius Universität, Zahnärztliche und Pharmazeutische Fakultät, Constanta, Rumänien, 6Institute für Pharmazeutische Chemie, Karl Franzens Universität, Graz, 7Abteilung für Kardiologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, 8Rehabilitationszentrum der AUVA, Tobelbad, Österreich, 9 Theresianische Militärakademie, Wiener Neustadt, Österreich
Die Autoren überprüfen die Möglichkeit, schnell verfügbare Daten aus etwa 100 µl Kapillarblut zur Abschätzung eines Risikos für stressinduzierte Hypertonie zu verwenden. Dabei handelt es sich um ionisiertes Ca, ionisiertes Mg, pH-Wert, pCO2, HCO3, Base excess und Laktat. Ausgehend von jüngerer Literatur, die eine Veränderung des Ca/Mg- oder des Mg/Ca-Quotienten sowohl in Zusammenhang mit Stress-Situationen wie auch mit Blutdruckerhöhungen bringt, wird zuerst ein großes Kollektiv von 867 gesunden Personen auf Zusammenhänge von Ca/Mg-Quotienten mit Veränderungen der oben angeführten Werte untersucht, von denen bekannt ist, dass sie wiederum mit Katecholamin-Änderungen korrelieren. Es zeigte sich, dass erhöhte Ca/Mg-Quotienten auch mit Messwerten einhergehen, die samt und sonders auf chronisch erhöhten Stress hindeuten. Es war also möglich, eine Parallele mit der aus der Literatur bekannten Quotientenveränderung bei diastolischer Druckerhöhung und der gleichsinnigen Veränderung unter chronischem Stress zu ziehen. Die Chronizität des Stresses, die wiederum wohl die Voraussetzung für Blutdruckerhöhungen ist, wird anhand typischer metabolischer Messwerte und am Nachweis chronischer Überkompensation offensichtlich katecholamin-induzierter Erhöhung saurer Valenzen nachgewiesen. Die zusätzliche Überprüfung des Verhaltens zweier kleinerer Gruppen, die für sich chronischen psychischen Stress reklamierten, zeigte, dass bei solch kleinen Einheiten, wie vermutlich auch bei einzelnen Patienten, der Ca/Mg-Quotient alleine zuwenig Aussagekraft bezüglich Stress- und Hypertonierisiko hat. Die Einbeziehung der restlichen Messparameter ergibt aber ein differenzierteres Belastungsbild. Schon Gruppenmittelwerte und erst recht Korrelationsanalysen zwischen den Messwerten zeigen signifikante Unterschiede zwischen belasteten und unbelasteten Gruppen. Ein gewisses Muster an metabolischen Parametern, die selbst wieder mit Katecholamin-Veränderungen korrelieren, kann chronisch gestressten Personen zugeordnet werden, bei denen sich eine Kontrolle des Hypertonierisikos empfiehlt.Correspondence to:
Dr. S. Porta
Institut für Angewandte Stressforschung
Gratweinerstraße 21
A–8111 Judendorf-Strassengel
Email: stresscenter@netway.at
Bedeutung eines intakten Magnesiumhaushaltes
Magnesiummangeltetanie – eine angeborene Magnesiumverlusterkrankung
D.-H. Liebscher und U.C. Liebscher
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 5/2010, S. 209–219
Magnesiummangeltetanie – eine angeborene Magnesiumverlusterkrankung
D.-H. Liebscher und U.C. Liebscher
SHO Mineralimbalancen e.V., Berlin
Die Magnesiummangeltetanie (MMT) ist eine eigenständige und hereditäre Erkrankung. Sie kommt häufiger vor als bisher vermutet oder diagnostiziert wird, sodass die Dunkelziffer hoch ist. Bei Magnesiummangel sind neuromuskuläre Störungen infolge neuromuskulärer Übererregbarkeit typisch: in ausgeprägter Form die Tetanie. Eine frühe Erkennung der Magnesiummangelsymptome unter besonderer Beachtung der zugrunde liegenden genetisch bedingten Regulationsmechanismen der Mg-Homöostase ist daher anzustreben. Die meisten Magnesiummangeltetaniker weisen Mg-Serumwerte im unteren Drittel des Normbereichs auf, was aber nicht zum fehlerhaften Ausschluss einer MMT führen darf. Eine frühzeitig beginnende, konsequente, kausale und lebenslange Substitutionstherapie mit ausreichend hohen Mg-Dosen (600 – 1.800 mg, in seltenen Fällen bis zu 20.000 mg Mg pro Tag) und einem Mg-Zielwert im Serum von > 0,9 mmol/l (in Einzelfällen noch höher) kann die Gesundheit der Patienten weitestgehend gewährleisten, das Risiko für Folgekrankheiten senken und Frühberentungen hinauszögern. Das ergibt sich insbesondere aus den zahlreichen Kasuistiken der betroffenen Patienten.Correspondence to:
Prof. Dr. sc. nat. Dr. med. D.-H. Liebscher
SHO Mineralimbalancen e.V.
Karl-Marx-Allee 3
D–10178 Berlin
Email: dierck-h.liebscher@magnesiumhilfe.de
Bedeutung eines intakten Magnesiumhaushaltes
Eine neue Möglichkeit zur Erfassung und Erklärung von Stoffwechselbesonderheiten bei hypertonen Typ-2-Diabetikern
S. Porta, W. Desch, G. Korisek, K. Kisters, J. Porta, H. Gell und M.M. Bratu
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 5/2010, S. 220–230
Eine neue Möglichkeit zur Erfassung und Erklärung von Stoffwechselbesonderheiten bei hypertonen Typ-2-Diabetikern
S. Porta1,2, W. Desch3, G. Korisek4, K. Kisters5, J. Porta6, H. Gell7 und M.M. Bratu8
1Institut für Angewandte Stressforschung, Judendorf-Strassengel, Österreich, 2Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Graz, 3Institut für Mathematik und Wissenschaftliches Rechnen, Karl Franzens Universität, Graz, Österreich, 4Rehabilitationsklinik der AUVA, Tobelbad, Österreich, 5Medizinische Klinik I, St. Anna Hospital, Herne, Deutschland, 6Abteilung für Chirurgie, Landeskrankenhaus Hainburg, Österreich, 7Theresianische Militärakademie, Wiener Neustadt, Österreich, 8Ovidius Universität, Constanta, Rumänien
Aus etwa 100 µl Kapillarblut von normotonen (n = 32) und hypertonen Typ-2-Diabetikern (n = 55, RR > 140/100) wurden täglich um 9.00 Uhr und um 12.00 Uhr im Zuge eines Glukoseprofils folgende Werte bestimmt: Ionisiertes Mg, Ca, der Ca/Mg-Quotient, K und Na, pH, pCO2, HCO3, Basenexzess und Blutglukose. Die beiden Gruppen wurden einer aus unseren Datenbanken generierten normoglykämischen, gleichaltrigen Vergleichsgruppe gegenübergestellt. Die Evaluierung der Werte geschah in 3 Schritten: 1. Bestimmung der Gruppendurchschnittswerte und Signifikanzanalyse ihrer Unterschiede, 2. Korrelationen der einzelnen Werte untereinander zu den beiden Abnahmezeitpunkten und 3. Korrelationen der Werteveränderungen zwischen Abnahmezeitpunkt 1 und 2. Die Auswertung der Gruppendurchschnittswerte zeigte deutliche und signifikante Verminderungen von Pufferkapazitäten und Elektrolyten der normotonen Diabetiker gegenüber der Vergleichsgruppe. Zwischen den diabetischen Gruppen waren jedoch keine Unterschiede der Gruppendurchschnittswerte zu sehen. Im Gegensatz dazu zeigten Korrelationsanalysen bei der 1. Blutabnahme, dass die Gruppe der normotonen Diabetiker deutlich andere Zusammenhänge zwischen Mg-, pH-Werten und Blutglukose zeigten als die Vergleichsgruppe und die hypertonen Diabetiker, deren Werte kaum miteinander korrelierten. Ein korrelativer Vergleich der Werteveränderungen zwischen der 1. und 2. Blutabnahme ergab jedoch, dass die hypertonen Diabetiker deutliche positive Korrelationen zwischen der Veränderung von H-Ionen und K-Ionen, respektive zwischen den Veränderungen von K- und Mg-Ionen zeigten. Weitere signifikante Korrelationen wiesen darauf hin, dass sich hinter der scheinbaren Ähnlichkeit der Durchschnittswerte der normotonen und hypertonen Diabetiker ein über den erhöhten Stoffwechsel der Normotoniker hinaus weiter angehobener Metabolismus der Hypertoniker verbirgt, der zu noch schnellerer Elektrolytdepletion über Säure- und Blutglukoseanstiege führt. Eingehendere korrelative Analysen können daher unterschiedliche Stoffwechselvorgänge, die sich hinter identen Gruppendurchschnittswerten verbergen, ans Licht bringen und quantifizieren.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S. Porta
Institut für Angewandte Stressforschung
Gratweinerstraße 21
A–8111 Judendorf-Strassengel
Email: stresscenter@netway.at
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