Jahrgang 39, No. 1/2010(Januar)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Originalarbeit
Weißkittelhypertonie bei Diabetes: Komorbidität und neue Biomarker
F. Kulozik, T. Schaurer und C. Hasslacher
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 1/2010, S. 1–7
Weißkittelhypertonie bei Diabetes: Komorbidität und neue Biomarker
F. Kulozik, T. Schaurer und C. Hasslacher
Diabetesinstitut Heidelberg und Klinische Studienabteilung, St. Josefskrankenhaus Heidelberg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität
Einleitung: Hypertonie stellt bei Patienten mit Diabetes einen entscheidenden Faktor für die hohe vaskuläre Morbidität dar. Bisher ist kaum bekannt, welche Bedeutung kurzfristige Blutdruckanstiege im Rahmen einer Weißkittelhypertonie (WKH) für die Entwicklung von mikro- und makrovaskulären Komplikationen haben. Bei Diabetikern mit WKH wurde die Komorbidität im Vergleich zu normotensiven und hypertensiven Kontrollen untersucht. Die Bestimmung neuer Biomarker (NT-ProBNP, hochsensitives CRP, Homozystein) sollten weiterhin Hinweise auf das kardiovaskuläre Risiko dieser Patientengruppe geben. Methodik: Bei 61 Diabetikern mit WKH und entsprechenden Kontrollen mit Normo- und Hypertonie wurden folgende Parameter untersucht: Blutdruck (Gelegenheitsmessung und ABDM), HbA1c, errechnete Kreatininclearance, Albuminausscheidung im Urin, Serumlipide, hochsensitives CRP, NT-proBNP, Homozystein. Weiterhin die Prävalenz von Retinopathie, Neuropathie, arterielle Verschlusskrankheit, koronare Herzerkrankung und zerebrale Durchblutungsstörungen aufgrund klinischer Befunde. Ergebnisse: Patienten mit WKH wiesen im Vergleich zur normotensiven Gruppe eine signifikant niedrigere CCL (104 vs. 117 ml/min), höhere Albuminausscheidungsrate (16,1 vs. 10,9 mg/l) und Retinopathieprävalenz (34 vs. 18%) auf. Zur hypertensiven Gruppe bestand kein signifikanter Unterschied. Die Prävalenz makroangiopathischer Komplikationen stieg von der normotensiven Gruppe über die WKH- zur Hypertonie-Gruppe an. Die NT- proBNP-Spiegel lagen bei WKH signifikant höher als in der normotensiven Gruppe (82,3 vs. 41,6 ng/l) und wiesen eine positive Korrelation zu den systolischen Blutdruckwerten der ABDM auf. Bei den Biomarkern hsCRP und Homozystein bestand kein Unterschied in den drei Blutdruckgruppen. Zusammenfassung: Patienten mit WKH zeigen gegenüber normotensiven Diabetikern eine erhöhte Prävalenz mikroangiopathischer Komplikationen. Die erhöhten NT-ProBNP-Spiegel sprechen zudem für eine erhöhte biokardiale Belastung. Passager auftretende Blutdruck- steigerungen sind bei Patienten mit Diabetes somit mit einer erhöhten Morbidität und myokardialen Belastung assoziiert. Prospektive Untersuchungen sind daher bei dieser Patientengruppe erforderlich, um die Frage therapeutischer Konsequenzen zu klären.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Hasslacher
Diabetesinstitut Heidelberg und Klinische Studienabteilung
St. Josefskrankenhaus
Landhausstr. 25
D-69115 Heidelberg
Email: C.Hasslacher@st.josefskrankenhaus.de
Originalarbeit
Einfluss des Urinvolumens auf die Progression einer chronischen Nierenerkrankung
K. Häuser, U. Ott, J. Gerth, M. Busch und G. Stein
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 1/2010, S. 8–16
Einfluss des Urinvolumens auf die Progression einer chronischen Nierenerkrankung
K. Häuser, U. Ott, J. Gerth, M. Busch und G. Stein
Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Jena
In der Literatur wird der Einfluss der täglichen Flüssigkeitszufuhr auf den Verlauf einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) widersprüchlich geschildert. In dieser retrospektiven Studie wurde der CKD-Verlauf von 74 Patienten, 25 Frauen (34%), 49 Männern (66%), durchschnittliches Alter zu Studienbeginn 51 ± 13 Jahre über 96 Monate erfasst. Die Patienten wiesen eine CKD der Stadien 1 – 5 nach K/DOQI auf. Neben der Bestimmung ausgewählter Laborwerte im Serum und dem 24-Stunden-Sammelurin, wurden das Urinvolumen/Tag (UV/ Tag), die Kreatinin-Clearance nach Cockcroft und Gault sowie der Blutdruck erfasst. Der Einfluss des Urinvolumens auf den Endpunkt einer mindestens 50%igen Kreatininerhöhung wurde mittels einer Kaplan-Meier-Analyse untersucht. Das durchschnittliche UV/ Tag lag zu Beginn bei 2.052 ± 741 ml und am Ende der Beobachtungszeit bei 2.305 ± 810 ml. Bei Patienten mit einem UV/Tag < 1.808 ml kam es mit einer signifikant niedrigeren Wahrscheinlichkeit zu einem Anstieg des Kreatinins im Serum ≥ 50% des Ausgangswerts als bei jenen mit einem UV/Tag > 2.353 ml. Patienten mit einem UV/Tag zwischen 1.808 und 2.353 ml wiesen eine tendenziell langsamere CKD-Progression auf als Patienten mit einem UV/Tag > 2.353 ml. Weitere Faktoren einer Progression der CKD waren die Proteinurie und das Alter der Patienten. Nach den Ergebnissen dieser Studie sollte die tägliche Flüssigkeitsaufnahme einem Urinvolumen von ca. 2.000 ml/Tag entsprechen. Die Patienten sollten sich von ihrem Durst leiten lassen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Stein
Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D-07740 Jena
Email: guenter.stein@med.uni-jena.de
Übersicht
Der soziokulturelle Wandel in Europa und sein Einfluss auf die Nephrologie
R. Brunkhorst und M. Oldhafer
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 1/2010, S. 17–20
Der soziokulturelle Wandel in Europa und sein Einfluss auf die Nephrologie
R. Brunkhorst und M. Oldhafer
Abteilung Nieren-, Hochdruck- und Gefäßkrankheiten, Klinikum Hannover Oststadt, Hannover
Die demografische wie auch die epidemiologische Entwicklung und der Verlust der privaten und öffentlichen Solidarität haben zusammen mit anderen Faktoren zu einer Unterfinanzierung der Gesundheitssysteme geführt. Die Gefahr, dass notwendige medizinische Maßnahmen den Patienten verwehrt werden, ist akut und gegenwärtig. Ohne Frage ist die Einführung einer Rationierung der medizinischen Angebote (beispielsweise die Vorenthaltung von Dialysetherapie) indiskutabel. Rationalisierungsmaßnahmen müssen dagegen ausgeschöpft werden. Eine öffentliche Debatte (initiiert und kontrolliert durch eine verantwortungsbewusste Gesundheitspolitik) um die Festlegung von Priorisierungen in der Medizin ist dringend erforderlich. Der Trend, medizinische Maßnahmen durch private Anbieter zu scheinbar günstigeren Bedingungen für die Krankenkassen und den Staat erbringen zu lassen, bringt Risiken mit sich. Nephrologen und die nephrologischen Gesellschaften müssen diese Entwicklungen kennen und sollten eine aktive Rolle in der öffentlichen Diskussion im Interesse ihrer Patienten wahrnehmen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Brunkhorst
Abteilung Nieren-, Hochdruck- und Gefäßkrankheiten
Klinikum Hannover Oststadt
Podbielskistraße 380
D–30659 Hannover
Email: reinhard.brunkhorst@krh.eu
Kasuistik
Zwei Episoden einer akuten Hepatitis C mit unterschiedlichen Genotypen bei einem auf Peginterferon-Monotherapie ansprechenden Dialysepatienten
S. Lederer, R. Zachoval, U. Hasholzner und H. Schiffl
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 1/2010, S. 21–24
Zwei Episoden einer akuten Hepatitis C mit unterschiedlichen Genotypen bei einem auf Peginterferon-Monotherapie ansprechenden Dialysepatienten
S. Lederer1, R. Zachoval2, U. Hasholzner3 und H. Schiffl1
1KfH Nierenzentrum München-West und Nephrologisches Zentrum, Campus Innenstadt, Klinikum der Universität München, 2Medizinische Klinik und Poliklinik II, Campus Großhadern, Klinikum der Universität München und 3Medizinisches Versorgungszentrum im Sonnenblock, München
Wir berichten über den Fall eines 63-jährigen Langzeitdialysepatienten, der zwei aufeinanderfolgende Episoden einer Hepatitis C-Virus-Infektion mit unterschiedlichen Genotypen erlitt und in beiden Fällen erfolgreich durch eine Monotherapie mit pegyliertem IFN-a behandelt werden konnte.Correspondence to:
PD Dr. med. S. Lederer
KfH Nierenzentrum München-West
Elsenheimerstraße 63
D-80687 München
Email: stephan.lederer@kfh-dialyse.de
Kongressbericht
Therapeutische Apherese 2008
A. Heibges, B. Kitze, A. Staudt, R. Mösges, J. Schlaak, C. Wanner, A. Meeßen und R. Klingel
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 1/2010, S. 25–32
Therapeutische Apherese 2008
A. Heibges, B. Kitze, A. Staudt, R. Mösges, J. Schlaak, C. Wanner, A. Meeßen und R. Klingel
Preisausschreibungen, Preisverleihungen
Abstract
Preisausschreibungen, Preisverleihungen
Mitteilung
Interview
Industrienachricht
Abstract
Industrienachricht