Jahrgang 39, No. 2/2010(Februar)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Arterielle Hypertonie
Editorial
Arterielle Hypertonie
Renovaskuläre Hypertonie
K. Kisters und M. Hausberg
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 2/2010, S. 41–51
Renovaskuläre Hypertonie
K. Kisters1 und M. Hausberg2
1Medizinische Klinik I, St. Anna-Hospital, Herne, 2Medizinische Klinik I, Städtische Kliniken Karlsruhe
Der renovaskulären Hypertonie kommt besondere Bedeutung zu, da sie als sekundäre Hypertonieform durch interventionell-radiologische oder gefäßchirurgische Maßnahmen in vielen Fällen erfolgreich therapierbar und zum Teil auch heilbar ist. Die Entstehung einer renovaskulären Hypertonie ist ursächlich mit dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System verknüpft. Klinische Hinweise bzw. Krankheitszustände sind von großer Bedeutung für die frühzeitige klinische Verdachtsdiagnose einer renovaskulären Hypertonie. Eine renovaskuläre Hypertonie kann interventionell-radiologisch (Angioplastie oder Stentversorgung), chirurgisch oder medikamentös therapiert werden. Schlussfolgerung: Eine renovaskuläre Hypertonie kann bei frühzeitiger Diagnosestellung unter den Gesichtspunkten Hypertonie und Niereninsuffizienz in vielen Fällen geheilt oder gebessert werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. K. Kisters
Medizinische Klinik I
St. Anna-Hospital
Hospitalstraße 19
D-44649 Herne
Email: kisters@annahospital.de
Arterielle Hypertonie
Primärer Hyperaldosteronismus
M. Kosch und M. Hausberg
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 2/2010, S. 52–57
Primärer Hyperaldosteronismus
M. Kosch und M. Hausberg
Wyeth Pharma GmbH, Münster, Klinikum Karlsruhe
Der primäre Hyperaldosteronismus als Ursache einer sekundären Hypertonie ist relativ häufig und kann sich klinisch unspezifisch präsentieren. Eine (ggf. provozierbare) Hypokaliämie kann richtungsweisend sein, die normokaliämische Variante wird sich jedoch nur im Screeningtest durch einen erhöhten Aldosteron/Renin-Quotienten bei gleichzeitig erhöhtem Serumaldosteron nachweisen lassen. Ein Bestätigungstest – z.B. durch NaCl- oder Fludrocortison-Belastung – muss die fehlende Aldosteron-Supprimierbarkeit nachweisen und die Diagnose sichern. Therapeutisch entscheidend ist die Differentialdiagnose zwischen unilateralem Nebennierenadenom und bilateraler, idiopathischer Nebennierenhyperplasie, die mittels Bildgebung, biochemischen Funktionstests und ggf. Szintigraphie oder selektiver Venenblutentnahme gelingen sollte. Die spezifische Therapie besteht entweder in der Adrenalektomie oder in der medikamentösen antihypertensiven Therapie, bevorzugt mit Aldosteronantagonisten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. M. Kosch
Wyeth Pharma GmbH
Heriburgstraße 2b
D–48157 Münster
Email: markuskosch@gmx.de
Arterielle Hypertonie
Bedeutung des sympathischen Nervensystems für die arterielle Hypertonie
O. Vonend und L.C. Rump
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 2/2010, S. 58–69
Bedeutung des sympathischen Nervensystems für die arterielle Hypertonie
O. Vonend und L.C. Rump
Klinik für Nephrologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Mehr als 20 Millionen Menschen allein in Deutschland leiden unter arterieller Hypertonie. Und nur jeder 5. bis 10. Patient erreicht die notwendigen Zielblutdruckwerte. Vermehrte kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Niereninsuffizienz sind die Folge. Eine Überaktivierung des sympathischen Nervensystems kann bei fast allen Patienten mit Bluthochdruck nachgewiesen werden. Der Ursprung ist meist in den Nieren lokalisiert. Afferente Nervenfasern entspringen aus der Niere, ziehen an den Nierenarterien entlang und projizieren auf die für das sympathische Nervensystem zuständigen Regionen im zentralen Nervensystem. Der Sympathikus wird aktiviert, was wiederum zu einer vermehrten Neurotransmitterfreisetzung in den Zielorganen führt. Bei Patienten mit Nierenerkrankungen ist dieser Mechanismus besonders ausgeprägt. Auch bei Herzinsuffizienz, Schlafapnoe und metabolischem Syndrom spielt die Aktivierung des sympathischen Nervensystems eine große Rolle bei der begleitenden Hypertonie. Mittels Mikroneurografie an peripheren Muskelnerven (MSNA) und Messungen der Noradrenalin-Freisetzung lässt sich die Sympathikus-Aktivität quantifizieren. Bei sympathischer Überaktivität sollten Medikamente, welche einen positiven Einfluss auf die Nervenaktivität haben, eingesetzt werden (Hemmstoffe des RAAS, Sympatholytika). Bei therapierefraktärer Hypertonie stehen seit Kurzem alternative Behandlungsoptionen zur Verfügung. So kann mittels Implantation eines Karotiden-Schrittmachers der gestörte Baroreflex beeinflusst werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, mit einem perkutanen, katheter-basierten Verfahren die sympathischen Nierennerven zu abladieren. Die ersten Ergebnisse dieses nur minimal invasiven Verfahrens sind vielversprechend. Eine randomisierte Multicenterstudie soll zeigen, wie effizient und sicher diese Methode ist.Correspondence to:
PD Dr. med. O. Vonend
Klinik für Nephrologie
Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
D–40225 Düsseldorf
Email: oliver.vonend@med.uni-duesseldorf.de
Arterielle Hypertonie
Neue Wirkprinzipien in der Therapie der arteriellen Hypertonie – Renininhibitoren und Impfstoffe gegen Angiotensin II
M. Hausberg und K. Kisters
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 2/2010, S. 70–76
Neue Wirkprinzipien in der Therapie der arteriellen Hypertonie – Renininhibitoren und Impfstoffe gegen Angiotensin II
M. Hausberg1 und K. Kisters2
1Medizinische Klinik I, Städtisches Klinikum Karlsruhe, 2Medizinische Klinik I, St.Anna Hospital, Herne
Mehr als 50% aller Deutschen im Alter von über 50 Jahren leiden an arterieller Hypertonie. Mehr als 20 Millionen Deutsche haben eine behandlungspflichtige arterielle Hypertonie. Die arterielle Hypertonie ist ein wesentlicher, wenn nicht sogar der wesentlichste kardiovaskuläre Risikofaktor. Der Grad der Kontrolle der arteriellen Hypertonie ist weltweit nach wie vor mangelhaft. Dies macht die Entwicklung von neuen Wirkprinzipien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie unumgänglich. In den vergangenen Jahrzehnten gab es wesentliche Entwicklungen auf dem Gebiet des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Nach den zuerst verfügbaren ACE-Hemmstoffen wurden Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten, moderne Aldosteronantagonisten und schließlich Renininhibitoren entwickelt. Ein weiterer neuartiger Ansatz ist die Entwicklung von Vaccinen gegen Angiotensin I und II. Diese Arbeit diskutiert den Stellenwert der Renininhibition und der Angiotensin-Vaccinen. Die bislang verfügbaren Daten belegen eine gute blutdrucksenkende Wirksamkeit und eine gute Verträglichkeit des verfügbaren Reninhemmers Aliskiren und der Vaccine gegen Angiotensin II (AngQb). Auch Surrogatparameter für die kardiovaskuläre Ereignisrate wie linksventrikuläre Hypertrophie und Albuminurie werden durch Aliskiren günstig beeinflusst. Studien, die die Beeinflussung von kardiovaskulärer Ereignisrate und Sterblichkeit belegen, liegen allerdings angesichts dieser erst seit Kurzem verfügbaren Wirkprinzipien derzeit noch nicht vor.Correspondence to:
Prof. Dr. med. M. Hausberg
Medizinische Klinik I
Städtisches Klinikum Karlsruhe
Moltkestraße 90
D–76133 Karlsruhe
Email: martin.hausberg@klinikum-karlsruhe.de
Autorenreferate
29. Magnesium-Symposium der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V., Fulda, 15. – 17. Oktober 2009
Autorenreferate
Symposium der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. anlässlich des 33. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga, Lübeck, 19. – 21. November 2009
Serie
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