Jahrgang 38, No. 8/2009(August)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Originalarbeit
Blutdruckkontrolle bei chronischer Niereninsuffizienz: das LIIFE-in-LIFE-Projekt
S. Enayati, A. Artmann, T. Weber und B. Eber für das LIL-Board
Abstract
S. Enayati, A. Artmann, T. Weber und B. Eber für das LIL-Board
Privatklinik Wels
Obwohl bekannt ist, dass eine verbesserte Blutdruckeinstellung das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz hemmt, ist wenig bekannt über die tatsächliche Einstellung des Blutdrucks bei Erwachsenen, insbesondere im Hinblick auf die neuen Empfehlungen. Unter Nutzung der Daten des LIIFE-in-LIFE-Projekts beurteilten wir die Einstellung des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie Einflussfaktoren eines gut eingestellten Blutdrucks. Von den 1.659 Teilnehmern mit chronischer Niereninsuffizienz hatten 3,98% einen Blutdruck unter 130/80 mmHg. Innerhalb der gesamten Studienpopulation betrug dieser Anteil 2,14%. Von den Patienten mit einer unzureichenden Blutdruckeinstellung hatten 1,79% einen systolischen Blutdruck von unter 130 mmHg mit gleichzeitig einem diastolischen Blutdruck über 80 mmHg, wogegen von den Patienten mit einem diastolischen Blutdruck unter 80 mmHg 7,36% einen systolischen Blutdruck über 130mmHg hatten. Schlussfolgerung: Eine losartanbasierte Therapie trägt zu einer verbesserten Blutdruckeinstellung bei. Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sind schlecht eingestellt hauptsächlich aufgrund des erhöhten systolischen Blutdrucks.Correspondence to:
Dr. med. S. Enayati
Privatklinik Wels
Salzburger Straße 65
A-4600 Wels
Email: sahba.enayati@privatklinik.at
Übersichtsarbeit
Rolle des Vitamin K bei der Knochen- und Gefäßgesundheit
V. Brandenburg, L.J. Schurgers, T. Krüger und R. Westenfeld
Abstract
V. Brandenburg1,2, L.J. Schurgers3, T. Krüger1 und R. Westenfeld2
1Klinik für Nephrologie, 2Klinik für Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 3VitaK, Universität Maastricht, Niederlande
Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD) tragen ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine Ursache hierfür sind ausgeprägte Gefäßverkalkungen (akzelerierte Arteriosklerose) im Rahmen der CKD. Ein Mangel an Vitamin K und damit eine ungenügende Aktivität des Kalzifikationsinhibitors Matrix-Gla-Protein (MGP) kann hierfür mitverantwortlich sein. Der vorliegende Übersichtsartikel präsentiert Daten zum Vitamin-K-Metabolismus und beschreibt den Zusammenhang zwischen Vitamin K und Gefäß- bzw. Knochengesundheit. Gleichzeitig wird die Rolle von Vitamin-K-Antagonisten zur oralen Langzeitantikoagulation kritisch bewertet.Correspondence to:
PD Dr. med. V. Brandenburg
Klinik für Nephrologie
Universitätsklinikum der RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
D-52074 Aachen
Email: Vincent.Brandenburg@post.rwth-aachen.de
Übersichtsarbeit
Therapie mit ACE-Hemmern und AT1-Rezeptorblockern – Pathophysiologie, Organprotektion, Kombinationstherapie
M. Gerhardt und M. Weber
Abstract
M. Gerhardt und M. Weber
Medizinische Klinik I, Kliniken der Stadt Köln, Krankenhaus Merheim (Lehrstuhl Innere Medizin II der Universität Witten/Herdecke)
Die organprotektiven Effekte von ACE- Hemmern und AT1-Blockern, insbesondere eine über reine Blutdruckwirkung hinausgehende Nephro- und Kardioprotektion, konnten in mehreren klinischen Studien demonstriert worden. Die wichtigsten dieser Studien werden hier zusammengestellt und diskutiert. Statt von einem muss man eigentlich von mehreren organspezifischen Renin-Angiotensinsystemen sprechen. Eine Übersicht stellt einige der zunehmend aufgedeckten pathophysiologischen Mechanismen zusammen. Gegenüber den Daten zur Organprotektion durch die Einzelsubstanzen ist die Datenlage zum Nutzen einer Kombinationstherapie von ACE-Hemmern und AT1-Blockern uneinheitlich. Aus der vorgelegten Diskussion der wichtigsten entsprechenden Studien ergibt sich eine derzeitige Empfehlung zur Kombinationstherapie unter anderem bei therapierefraktärer chronischer Herzinsuffizienz und bei persistierender Proteinurie.Correspondence to:
Dr. med. M. Gerhardt
Medizinische Klinik I
Kliniken der Stadt Köln gGmbH
Krankenhaus Merheim
Ostmerheimer Straße 200
D-51109 Köln
Email: moritz.gerhardt@gmx.de
Konsensus
Stellenwert der Peritonealdialyse bei der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz
A. Baus, P. Fleischmann, M. Girndt, M. Haag-Weber, S. Ludewig, W. Pommer, V. Schwenger und A. Vychytil
Abstract
A. Baus, P. Fleischmann, M. Girndt, M. Haag-Weber, S. Ludewig, W. Pommer, V. Schwenger und A. Vychytil
Kasuistik
Nephrotisches Syndrom bei Therapie eines metastasierten neuroendokrinen Tumors mit 210 mCi 90Y-Dotatoc
B. Raziorrouh, W. Samtleben, M. Wessely, N.H. Grüner, A. Wagner, M. Weiss und M.C. Jung
Abstract
B. Raziorrouh1, W. Samtleben2, M. Wessely2, N.H. Grüner1, A. Wagner1, M. Weiss3 und M.C. Jung1
1Medizinische Klinik und Poliklinik II, 2Medizinische Klinik und Poliklinik I, Schwerpunkt Nephrologie, 3Pathologisches Institut, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Wir berichten von einem 39-jährigen männlichen Patienten, der bei metastasiertem neuroendokrinen Tumor der Lunge im Juni und September 2005 mit insgesamt 2 Zyklen der selektiven metabolischen Therapie mit 210 mCi 90Y-Dotatoc therapiert wurde. Bei normwertigen Kreatinin- und Harnstoffwerten und Urinbefunden vor Therapie entwickelten sich im Verlauf trotz prophylaktisch vorgenommener Aminosäureninfusionen ab Januar 2006 eine große Proteinurie und eine progrediente Niereninsuffizienz (Kreatinin 3,1 mg/dl, Harnstoff 115 mg/dl) mit bioptischem Nachweis eines chronisch glomerulären und tubulointerstitiellen Schadens mit mesangialer Matrixvermehrung, Matrixfibrose und einer glomerulären Basalmembranaufsplitterung als Zeichen eines strahleninduzierten Nierenschadens. Hierbei ist aufgrund der bekannten Nephrotoxizität und des zeitlichen Zusammenhangs am ehesten von einem 210 mCi 90Y-Dotatoc-induzierten Nierenschaden auszugehen. Während Niereninsuffizienz, geringe Proteinurie, Mikrohämaturie, arterielle Hypertonie und überproportionale Anämie als Nebenwirkung dieser Therapie bekannt sind, beschreiben wir erstmalig das Auftreten eines nephrotischen Syndroms als möglichen Ausdruck einer 90Y-Dotatoc induzierten Nephrotoxizität, das durch Kortisongabe keine Stabilisierung erfuhr und ab Juli 2006 zur Dialysepflichtigkeit des Patienten führte.Correspondence to:
Dr. med. B. Raziorrouh
Medizinische Klinik und Poliklinik II
Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Email: Bijan.Raziorrouh@med.uni-muenchen.de
Serie
Blick in die Fachliteratur
Kongressbericht
R. Fünfstück
Industrienachricht