Jahrgang 36, No. 10/2007(Oktober 2007)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Nachruf
In Erinnerung an Herrn Prof. Dr. med. Reinhold Kluthe
Übersichtsarbeit
Prophylaxe von Harnwegsinfektionen im Kindesalter
R. Beetz
Abstract
R. Beetz
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz
Im Säuglings- und Kindesalter findet auf kaum einem anderen Indikationsgebiet die Strategie einer antibakteriellen Langzeit-Infektionsprophylaxe so verbreitete Anwendung wie zum Schutz vor Harnwegsinfektionen (HWI). Allgemein akzeptierte Indikationen für eine antibakterielle Langzeit-Infektionsprophylaxe sind der höhergradige vesikoureterale Reflux (VUR), obstruktive Uropathien (z.B. obstruktiver Megaureter, Urethralklappen) und häufig rezidivierende, symptomatische HWI. Im Kindesalter zählen Nitrofurantoin, Trimethoprim und Cephalosporine zu den am meisten verwendeten Substanzen. Die Indikation zur antibakteriellen Prophylaxe von HWI wird heute sehr unterschiedlich gehandhabt. Leider existieren nur wenige evidente Daten aus prospektiven, randomisierten Studien, die den Nutzen einer Langzeit-Infektionsprophylaxe hinsichtlich der Rezidivhäufigkeit und insbesondere hinsichtlich der Ausbildung pyelonephritischer Parenchymschäden nachweisen. Resistenzentwicklung, unerwünschte Nebenwirkungen von Chemotherapeutika und Akzeptanzprobleme erfordern die intensive Suche nach Alternativen in der Prophylaxe von Harnwegsinfektionen. Die Prophylaxe darf sich nicht nur auf die Verordnung antibakteriell wirksamer Medikamente beschränken. Ebenso wichtig sind die Behandlung von Blasenfunktionsstörungen, Stuhlregulierung und die Beseitigung anderer prädisponierender Faktoren.Correspondence to:
PD Dr. med. R. Beetz
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Johannes-Gutenberg-Universität
Langenbeckstraße 1
D-55131 Mainz
Email: beetz@kinder.klinik.uni-mainz.de
Übersichtsarbeit
Harnwegsinfektionen nach Nierentransplantation
U. Ott, T. Werner und G. Wolf
Abstract
U. Ott1, T. Werner2 und G. Wolf1
1Klinik für Innere Medizin III, Friedrich-Schiller-Universität, Jena,
2Sophien- und Hufelandklinikum, Weimar
t einer kumulativen Inzidenz von bis zu 80%. Auch nierentransplantierte Männer erkranken im Vergleich zu Nichttransplantierten in einem erhöhten Prozentsatz. Es gibt neben der Immunsuppression weitere prädisponierende Faktoren wie die renale Grunderkrankung sowie Störungen des Harntransports, die Risikopatienten aufweisen. Neben asymptomatischen Bakteriurien, die unter den Bedingungen der Immunsuppression bereits therapiepflichtig sind, treten in einem erhöhten Maß schwerwiegende Pyelonephritiden und Fälle von Urosepsis auf. Durch diese schwerwiegenden Infektionen kann die Transplantatfunktion nachhaltig verschlechtert werden. Insbesondere in den ersten 6 Monaten nach der Nierentransplantation sind Harnwegsinfektionen häufig zu beobachten. Bei Risikopatienten treten aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt Infektionen auf. Neben einer Erregerdiagnostik muss vor allem bei rezidivierenden Infektionen eine Harnabflussstörung ausgeschlossen werden. Das Erregerspektrum umfasst neben E. coli auch Problemkeime, und nicht selten liegen Multiresistenzen vor. Bei rezidivierenden Infektionen muss in therapierefraktären Fällen zur Fokussanierung eine Nephrektomie der Eigennieren erwogen werden. Die Therapie dauert in der Regel 3 Wochen und sollte resistenzgerecht sein. Eine Prophylaxe mit niedrig dosiertem Cotrimoxazol ist nicht sinnvoll. Eine schwere interstitielle Nephritis des Transplantats, die durch Polyomaviren vom Typ BK ausgelöst werden kann, hat eine ernste Prognose für das Transplantatüberleben. Eine frühe Diagnosestellung mit anschließender Reduktion der Immunsuppression und eventueller Umstellung auf Leflunomide sollte erfolgen.Correspondence to:
Dr. med. Undine Ott
Klinik für Innere Medizin III
Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D-07740 Jena
Email: Undine.Ott@med.uni-jena.de
Übersichtsarbeit
Therapiestrategien der akuten unkomplizierten Zystitis
U. Sester
Abstract
U. Sester
Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar
Die akute unkomplizierte Zystitis ist die häufigste Unterform aus der Gruppe der Infektionen der Harnwege und der Nieren, sie stellt sogar eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt dar. Um die betroffenen Patienten einer effizienten und kostengünstigen Diagnostik sowie raschen und nebenwirkungsarmen Therapie zuzuführen, wurden spezielle diagnostische und therapeutische Strategien entwickelt. Grundvoraussetzung für die Anwendung dieser Strategien sind die korrekte Zuordnung des Patienten zu diesem Krankheitsbild und die Anpassung der verwendeten Antibiotika an die regionale Resistenzlage der relevanten Uropathogene. Aus diesem Grund soll im folgenden ein kurzer Überblick über die Einteilungen der Harnwegsinfektionen gegeben und speziell auf die Klassifikation der unkomplizierten Zystitiden eingegangen werden. Darauf aufbauend werden die notwendigen diagnostischen Schritte erläutert und die einzelnen therapeutischen Möglichkeiten vorgestellt.Correspondence to:
Dr. med. U. Sester
Klinik für Innere Medizin IV
Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrbergerstraße
D-66421 Homburg/Saar
Email: urban.sester@uniklinikum-saarland.de
Übersichtsarbeit
Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen (RHWI)
W. Vahlensieck, H.-W. Bauer, U.B. Hoyme, M. Ludwig, K.-G. Naber, F. Wagenlehner und W. Weidner
Abstract
W. Vahlensieck1, H.-W. Bauer2, U.B. Hoyme3, M. Ludwig4, K.-G. Naber5, F. Wagenlehner6 und W. Weidner6
1Rehabilitationsklinik Wildetal, Bad Wildungen, 2Urologische Praxis, München, 3Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, HELIOS Klinikum, Erfurt, 4Urologische Praxis Dres. A. von Keitz, M. Schwickardi, M. Ludwig, Marburg, 5Prof. Dr. med. Kurt G. Naber, Straubing, 6Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätskliniken Gießen und Marburg, Standort Gießen
Harnwegsinfektionen (HWI) zählen zu den häufigsten bakteriellen Infektionen bei Frauen. Überwiegend junge, aber auch postmenopausale Frauen sind von rezidivierenden HWI (rHWI), definiert als ³ 3 HWI/Jahr, betroffen, wobei überwiegend keine therapierbaren prädisponierenden Faktoren zu finden sind. Durch allgemeine und spezielle Verhaltensempfehlungen wird ca. ein Drittel der Patientinnen infektfrei. Die Antibiotikaprophylaxe führt zu einer Reduktion uropathogener Keime des Darm- oder Vaginaltrakts, bzw. zur Harnwegsdesinfektion. Gemäß den Leitlinien der EAU sollten in erster Linie Nitrofurantoin, Trimethoprim oder Cotrimoxazol, bei spezifischen Indikationen Cephalexin und Fluorochinolone eingesetzt werden. Indikationsabhängig sind Langzeitantibiotikaprophylaxe über 6 Monate, postkoitale Einmalgabe oder patienteninitiierte Selbsttherapie einzusetzen. Bei korrekter Indikation lässt sich die Rezidivrate von rHWI um 95% senken. In der täglichen Praxis stellt die Ansäuerung des Harns oder die orale bzw. parenterale Immunprophylaxe eine Alternative für Patientinnen mit rHWI dar, bei denen eine Stärkung der Immunkompetenz sinnvoll erscheint und/oder eine Antibiotikaprophylaxe nicht durchgeführt werden kann. Trotz positiver Evidenz der Prophylaxe mit Moosbeeren (Cranberries) oder Preiselbeeren ist die optimale Form der Therapie (Saft, Tabletten, konservierte Beeren – Dosis, Dauer, Behandlungsintervalle) noch zu klären. Die am besten lokale Hormonsubstitution zur Prophylaxe ist bei Frauen in der Postmenopause ohne wesentliche Nebenwirkungen wirksam. Therapeutische Ansätze gibt es auch für die Beeinflussung der bakteriellen Flora im Darm oder eine allgemeine Immunstimulation durch Akupunktur und stationäre Rehabilitation.Correspondence to:
PD Dr. med. W. Vahlensieck
Abteilung Urologie/Onkologie/Nephrologie
Klinik Wildetal
Mühlenstraße 8
D-34537 Bad Wildungen
Email: Winfried.Vahlensieck@t-online.de
Übersichtsarbeit
Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen (RHWI)
W. Vahlensieck, H.-W. Bauer, U.B. Hoyme, M. Ludwig, K.-G. Naber, F. Wagenlehner und W. Weidner
Abstract
W. Vahlensieck1, H.-W. Bauer2, U.B. Hoyme3, M. Ludwig4, K.-G. Naber5, F. Wagenlehner6 und W. Weidner6
1Rehabilitationsklinik Wildetal, Bad Wildungen, 2Urologische Praxis, München, 3Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, HELIOS Klinikum, Erfurt, 4Urologische Praxis Dres. A. von Keitz, M. Schwickardi, M. Ludwig, Marburg, 5Prof. Dr. med. Kurt G. Naber, Straubing, 6Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätskliniken Gießen und Marburg, Standort Gießen
Harnwegsinfektionen (HWI) zählen zu den häufigsten bakteriellen Infektionen bei Frauen. Überwiegend junge, aber auch postmenopausale Frauen sind von rezidivierenden HWI (rHWI), definiert als ³ 3 HWI/Jahr, betroffen, wobei überwiegend keine therapierbaren prädisponierenden Faktoren zu finden sind. Durch allgemeine und spezielle Verhaltensempfehlungen wird ca. ein Drittel der Patientinnen infektfrei. Die Antibiotikaprophylaxe führt zu einer Reduktion uropathogener Keime des Darm- oder Vaginaltrakts, bzw. zur Harnwegsdesinfektion. Gemäß den Leitlinien der EAU sollten in erster Linie Nitrofurantoin, Trimethoprim oder Cotrimoxazol, bei spezifischen Indikationen Cephalexin und Fluorochinolone eingesetzt werden. Indikationsabhängig sind Langzeitantibiotikaprophylaxe über 6 Monate, postkoitale Einmalgabe oder patienteninitiierte Selbsttherapie einzusetzen. Bei korrekter Indikation lässt sich die Rezidivrate von rHWI um 95% senken. In der täglichen Praxis stellt die Ansäuerung des Harns oder die orale bzw. parenterale Immunprophylaxe eine Alternative für Patientinnen mit rHWI dar, bei denen eine Stärkung der Immunkompetenz sinnvoll erscheint und/oder eine Antibiotikaprophylaxe nicht durchgeführt werden kann. Trotz positiver Evidenz der Prophylaxe mit Moosbeeren (Cranberries) oder Preiselbeeren ist die optimale Form der Therapie (Saft, Tabletten, konservierte Beeren – Dosis, Dauer, Behandlungsintervalle) noch zu klären. Die am besten lokale Hormonsubstitution zur Prophylaxe ist bei Frauen in der Postmenopause ohne wesentliche Nebenwirkungen wirksam. Therapeutische Ansätze gibt es auch für die Beeinflussung der bakteriellen Flora im Darm oder eine allgemeine Immunstimulation durch Akupunktur und stationäre Rehabilitation.Correspondence to:
PD Dr. med. W. Vahlensieck
Abteilung Urologie/Onkologie/Nephrologie
Klinik Wildetal
Mühlenstraße 8
D-34537 Bad Wildungen
Email: Winfried.Vahlensieck@t-online.de
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