Jahrgang 36, No. 6/2007(Juni 2007)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Originalarbeit
Die Verringerung der Cyclosporinexposition ist bei mit magensaftresistenter Mycophenol-säure und Basiliximab behandelten De-novo- Nierentransplantatempfängern sicher und wirksam
K. Budde, J.-L. Bosmans, J. Sennesael, M. Zeier, P. Pisarski, M. Schütz, W. Fischer, H.-H. Neumayer und P. Glander
Abstract
K. Budde1, J.-L. Bosmans2, J. Sennesael3, M. Zeier4, P. Pisarski5, M. Schütz1, W. Fischer6, H.-H. Neumayer1 und P. Glander1
1Abteilung für Nephrologie, Campus Charité Mitte, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2Abteilung für Nephrologie, Universitätskrankenhaus Antwerpen, Edegen/Antwerpen, Belgien, 3Nierenabteilung, Academisch Ziekenhuis, Vrije Universiteit Brussel,
Hintergrund: Die Dosisverringerung von Calcineurininhibitoren ist bei De-novo-Nierentransplantatempfängern, die eine Mycophenolsäuretherapie mit Basiliximab erhalten, bislang noch nicht etabliert. Methoden: Es wurde eine 12-monatige, randomisierte, offene Multizenter-Studie durchgeführt, bei der De-novo-Nierentransplantatempfänger magensaftresistentes Mycophenolat-Natrium, Cyclosporin-Mikroemulsion, Steroide und Basiliximab erhielten. Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert: Basierend auf unterschiedlichen C2-Zielbereichen erhielt eine Gruppe (n = 45) nach dem ersten Posttransplantationsmonat die Standard-Cyclosporintherapie, die andere (n = 44) eine reduzierte. Ergebnisse: Die Cyclosporinexposition erhöhte sich innerhalb des ersten Monats schrittweise, blieb aber niedriger als bislang empfohlen. Die durchschnittliche berechnete Kreatinin-Clearance (primärer Endpunkt) war im 6. Monat in der Standardgruppe und in der Gruppe mit reduzierter Exposition ähnlich (55,3 ± 3,2 ml/min bzw. 61,5 ± 3,7 ml/min, n.s.). Es gab 4 Todesfälle aber keine Transplantatverluste (“death censored”). Insgesamt lag das Patienten- und das Transplantatüberleben nach einem Jahr in beiden Gruppen bei 95,5%. Im 6. bzw. 12. Monat trat eine biopsiebestätigte akute Abstoßung in der Standardgruppe jeweils bei 17,8% der Patienten auf. In der Gruppe mit reduzierter Exposition lag der Anteil bei 13,6 bzw. 15,9%. Die unerwünschten Ereignisse waren in beiden Gruppen ähnlich. Explorative Analysen konnten keine Untergrenze für den optimalen Bereich der CsA-Exposition identfizieren, die Ergebnisse lassen aber darauf schließen, dass eine hohe Exposition 1 Jahr nach der Transplantation mit einer Verschlechterung der Nierenfunktion assoziiert war. Schlussfolgerungen: Die vorliegenden Ergebnisse lassen darauf schließen, dass magensaftresistentes Mycophenolat-Natrium mit verringerter Cyclosporindosis, Steroiden und Basiliximab-Induktion bei de novo Nierentransplantatempfängern eine hervorragende therapeutische Wirkung besitzt und sicher ist. C2-Zielniveaus, die niedriger sind als bisher empfohlen – vor allem kurz nach der Transplantation –, scheinen nicht mit einer eingeschränkten Wirksamkeit assoziiert zu sein.
*Erstpublikation der englischen Fassung in Clinical Nephrology Band 67, Nr. 3/2007, S. 164-175.Correspondence to:
Dr. med. K. Budde
Abteilung für Nephrologie
Campus Charité Mitte
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Schumannstrasse 20/21
D–10117 Berlin
Email: klemens.budde@charite.de
Originalarbeit
Schneller Nachweis von Harnwegsinfektionen – Bewertung der Durchflusszytometrie
N. Gässler, H. Paul und M. Runge
Abstract
N. Gässler1, H. Paul1 und M. Runge2
1Zentrum für Labordiagnostik, St. Bernward-Krankenhaus, Hildesheim, 2Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Veterinärinstitut, Hannover
Ziele: Bakterielle Infektionen des Urogenitaltrakts sind häufig und treten of als Komplikation bei Krankenhausaufenthalten auf. Um Erreger von der Begleitflora zu unterscheiden, erfolgt die Quantifizierung und Identifizierung von Bakterien in Urinproben routinemäßig in mikrobiologischen Laboren. Zur Unterscheidung zwischen Infektion und Kontamination ist auch die Bestimmung der Leukozytenzahl von Bedeutung. In der vorliegenden Studie evaluieren wir eine Screeningmethode mit dem Durchflusszytometer BACSYS-40i zur Diagnose von Harnwegsinfektionen. Material und Methoden: Jede Urinprobe wurde innerhalb von 4 Stunden nach Probennahme auf Agarplatten (MacConkey-Agar, Schafblutagar und Enterococcosel-Agar (Bio Merieux, Nürtingen)) inokuliert. Nach einer Inkubationszeit von 24 – 48 Stunden bei 37 °C wurden die Bakterien anhand einer Evaluierung der koloniebildenden Einheiten (KBE) gemäß den Kriterien der MiQ-Standards [5] quantifiziert. Zusätzlich wurde jede Probe mit dem Analysengerät BACSYS-40i untersucht. Das Gerät basiert auf dem Prinzip eines Fluoreszenzdurchflusszytometers mit einem Laser und einem Fluoreszenzfarbstoff. Dadurch wird eine analytisch sehr genaue Identifizierung von Bakterien und Leukozyten möglich. Ergebnisse: Die Variationskoeffizienten (VK) der Wiederfindung in der Serie lag für Leukozyten bei 1,7 – 9,0% und für Bakterien bei 6,2 – 24,6%. Die Linearität war sehr gut, mit Koeffizienten von r = 0,9998 für Leukozyten bzw. r = 0,9994 für Bakterien. Die berechnete Verschleppungsrate war extrem niedrig: bis zu 0,03% für Leukozyten bzw. bis zu 0,002% für Bakterien. Der Korrelationskoeffizient für die Leukozytenzählung beträgt 0,979, Regression y = 1,0x + 1,0. Die mittels BACSYS-40i ermittelte Zellzahl (Gesamtzellzahl) liegt höher als die durch Kultur bestimmte (variable Zellzahl). Wenn die Cut-Offs des Analysegeräts auf ³ 106 bzw. < 105 Bakterien/ml für positive bzw. negative Ergebnisse festgelegt wurden, so wurden 39 von 42 Patienten (93%) mit eindeutigen und überwiegenden klinischen Zeichen einer Harnwegsinfektion (HWI), bei denen zusätzlich ein Bakterienwachstum auftrat, korrekt erkannt. 6 Proben waren fraglich. Schlussfolgerungen: Die durch BACSYS-40i gewonnenen Ergebnisse liegen nach wenigen Minuten vor. Die Urinproben aller 57 Patienten mit klinischen Merkmalen einer HWI und mit Wachstum der aus dem Urin isolierten Bakterien, die als Pathogene bekannt sind, waren im Analysegerät für erhöhte Bakterien- und Leukozytenzahlen zu 100% positiv. Des weiteren wurden alle Patienten ohne HWI-Symptome mit dem BACSYS-40i negativ getestet (44/44; 100%).
*Erstpublikation der englischen Fassung in Clinical Nephrology Band 66, Nr. 5/2006, S. 331-335.Correspondence to:
Prof. Dr. rer. nat. N. Gässler
Zentrum für Labordiagnostik
St. Bernward-Krankenhaus
Treibestraße 9 D
D–31134 Hildesheim
Email: n.gaessler@bernward-khs.de
Kasuistik
Kolliquationsnekrose einer Mitralannulusverkalkung bei einem Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz: eine oft fehlgedeutete Diagnose
C. Johanssen, D. Mereles, S. Hardt, S.J. Buss und M. Zeier
Abstract
C. Johanssen1, D. Mereles1, S. Hardt1, S.J. Buss1 und M. Zeier2
1Abteilung Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Medizinische Klinik und Poliklinik, 2Nephrologie, Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg
Mitralannulusverkalkungen zählen zu den häufigsten kardialen Verkalkungen. Bei der Echokardiographie von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sind sie in mehr als 40% der Fälle nachweisbar. Eine spezielle Form der Mitralannulusverkalkung ist die Kolliquationsnekrose. Häufig wird sie von Echokardiographeuren oder Klinikern nicht richtig erkannt und als Herztumor oder infektiöse Vegetation fehlinterpretiert. Im Folgenden wird der Fall einer Kolliquationsnekrose einer Mitralannulusverkalkung bei einem Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die eine infektiöse Vegetation des Mitralklappenapparats imitierte, vorgestellt.Correspondence to:
Dr. med. Celine Johanssen
Abteilung Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 410
D–69120 Heidelberg
Email: Celine.Johanssen@med.uni-heidelberg.de
Konsensus
Interdisziplinärer deutscher Konsensus zum Management der Lupusnephritis
M. Haubitz, K. de Groot für die Deutsche ad hoc Lupusnephritis-Konsensusgruppe
Abstract
M. Haubitz, K. de Groot für die Deutsche ad hoc Lupusnephritis-Konsensusgruppe
1Abteilung für Nephrologie, Medizinische Hochschule, Hannover, 2Abteilung Nephrologie, Rheumatologie, Medizinische Klinik III, Klinikum Offenbach GmbH, Offenbach/Main
Correspondence to:
Prof. Dr. med. Marion Haubitz
Abteilung für Nephrologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
D-30625 Hannover
Email: haubitz.maion@mh-hannover.de
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