Jahrgang 36, No. 12/2007(Dezember 2007)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Nichtinvasive Bildgebung in der Nephrologie
Editorial
R. Brunkhorst
Abstract
R. Brunkhorst
Hannover
Nichtinvasive Bildgebung in der Nephrologie
Vorwort
B. Krumme
Nichtinvasive Bildgebung in der Nephrologie
Rolle der farbkodierten Duplexsonographie in der Diagnostik von Nierenarterienstenosen
A. Voiculescu
Abstract
A. Voiculescu
Klinik für Nephrologie, Klinikum der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf
Die farbkodiert Duplexsonographie (FKDS) eignet sich besonders gut als Screeningmethode für Nierenarterienstenosen (NAST) von Nativ- und Transplantatnieren. Während der Untersuchung erfolgt eine direkte Darstellung der Nierenarterien mit Ableitung der maximalen Flussgeschwindigkeit. Ein direkter Hinweis auf eine NAST ist eine Flussbeschleunigung > 180-200 cm/Sekunde. Zusätzlich werden intrarenal im Bereich von Segment- oder Interlobararterien Indices, wie z.B. der Resistance Index (RI) oder der Akzelerations-Index (AI) abgeleitet. Der RI ist im poststenotischen Strömungsgebiet erniedrigt. Hinweis auf eine NAST ist ein Seitenunterschied des RI von mehr als 0,05. Ein niedriger RI in beiden Nieren stellt einen Hinweis auf beidseitige Stenosen dar, kann aber auch auf eine vorgeschaltete Veränderung der aortalen Strombahn hinweisen. Die höchste Sensitivität und Spezifität für die Erfassung von NAST zeigt die Kombination von direkten und indirekten Kriterien. Da sich die Werte nach einer Revaskularisation verändern, Flussgeschwindigkeit nimmt ab und RI steigt an, eignet sich die FKDS besonders gut als Verlaufsuntersuchung. Die Interpretation der RI´s allein ist schwierig, da der Wert abhängig vom Alter, Blutdruck, Herzfrequenz, dialstolischem Fluss, Compliance der prärenalen Gefäße und Parenchym-Erkrankungen mit Einfluss auf die intrarenale Resistance ist. Erwähnenswert ist auch, dass die Höhe des RI von der Lokalisation der Messprobe und z.T auch von den zur Verfügung stehenden Geräten abhängt. Verschiedene Untersuchungen beschäftigten sich mit der Vorhersage des Therapieergebnisses nach einer invasiven Maßnahme anhand des RI. Aufgrund der o.g. Einflussfaktoren auf den RI wird klar, dass sich die Vorhersage nicht auf einen einzelnen Wert stützen kann und es scheint, dass die cut off Werte (z.B. 0.80) vermutlich nicht ubiquitär einsetzbar sind. Die Kriterien für Transplantatarterienstenosen und Stenosen die der Transplantatniere vorgeschaltet sind, sind getrennt zu betrachten. Die Interpretation des RI nach Transplantation ist wiederum noch komplexer, u.a. da es sich nun um eine Einzelniere handelt. In den letzten Jahren haben neue Ultraschalltechniken sowie die Einführung der Kontrastmittel-gestützten (KM) Sonographie die Möglichkeiten in der Diagnostik von renovaskulären Erkrankungen mittels Duplexsonographie erweitert. Die KM Sonographie erscheint hierbei besonders zur Detektion von Niereninfarkten geeignet. Insgesamt stellt die FKDS ein sehr wichtiges Instrument in der Diagnostik und in der Verlaufsbeurteilung von Patienten mit renovaskulären Erkrankungen dar.Correspondence to:
PD Dr. med. Adina Voiculescu
Klinik für Nephrologie
Klinikum der Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
D-40225 Düsseldorf
Email: adina.voiculescu@uni-duesseldorf.de
Nichtinvasive Bildgebung in der Nephrologie
Farbdopplersonographische Techniken der Transplantatniere
U.P. Hinkel, A.-M. Nahm, C. Morath, M. Zeier und V. Schwenger
Abstract
U.P. Hinkel, A.-M. Nahm, C. Morath, M. Zeier und V. Schwenger
Sektion Nephrologie, Medizinische Universitätsklinik, Heidelberg
In der Perfusionsdiagnostik der Transplantatniere nimmt die Farbdopplersonographie der großen Transplantatgefäße einen unbestritten festen Platz ein. Die zur bisherigen Organperfusion herangezogenen resistence indices sind jedoch, wie mehrere Untersuchungen gezeigt haben, in ihrer Aussagekraft durchaus limitiert. Mit der kontrastmittelverstärkten Sonographie steht nun eine neue und einfach durchzuführende Methode zur Verfügung, mit der eine schnelle und zuverlässi- ge Aussage zur chronischen Allograftschädigung möglich ist. Die frühzeitige Diagnose beginnender vaskulärer Schädigungen, zum Teil bereits vor Anstieg der Retentionswerte, scheint möglich und bietet so die Option zur therapeutischen Frühintervention.Correspondence to:
PD Dr. med. V. Schwenger
Sektion Nephrologie
Medizinische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 162
D-69120 Heidelberg
Email: vedat.schwenger@med.uni-heidelberg.de
Nichtinvasive Bildgebung in der Nephrologie
MR-Angiographie in der Diagnostik der Nierenarterienstenose
H.J. Michaely, H. Kramer, S. Sourbron, U. Attenberger, M.F. Reiser und S.O. Schoenberg
Abstract
H.J. Michaely1,2, H. Kramer1, S. Sourbron1, U. Attenberger1, M.F. Reiser1 und S.O. Schoenberg1,2
1Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München, 2Michaely & Schoenberg, München/Mannheim
Dieser Artikel beschreibt den gegenwärtigen Stand der Technik zur MR-Angiographie der Nierenarterien. Trends in der technischen Weiterentwicklung der MRT und die Anwendung neuer Konzepte für die Bildgebung der Nierenarterien werden erläutert. Darüber hinaus werden der Stellenwert der MR-Angiographie zur Detektion und zur Einstufung des Schweregrads von Nierenarterienstenosen beleuchtet und ein Ausblick auf die kommenden Entwicklungen gegeben.Correspondence to:
Dr. med. H.J. Michaely
Institut für Klinische Radiologie
Klinikum Mannheim gGmbH
Universitätsklinikum
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
D-68167 Mannheim
Nichtinvasive Bildgebung in der Nephrologie
Kardio-MRT bei Kardiomyopathien mit speziellem Blick auf den niereninsuffizienten bzw. Dialysepatienten
O. Strohm und M.G. Friedrich
Abstract
O. Strohm und M.G. Friedrich
Stephenson CMR Center, Departments of Cardiac Sciences and Radiology, University of Calgary, Foothills Medical Center, Calgary, Canada
Patienten mit Nierenerkrankungen haben ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und benötigen häufig kardiologische Bild gebende Diagnostik. Die kardiovaskuläre MRT (CMR) scheint durch die komplett nichtinvasive Methodik inklusive nicht-nephrotoxischen Kontrastmitteln hier ideal anwendbar zu sein. Durch die hervorragende Bildqualität in fast allen Untersuchungen, den großen Bildausschnitt und die hohe zeitliche und räumliche Auflösung eignet sich die CMR zur Beurteilung der linksventrikulären Funktionsparameter besonders zur Verlaufsbeurteilung, da sie eine extrem hohe Reproduzierbarkeit aufweist. Zusätzlich können wichtige Informationen über die Gewebscharakteristik erhalten werden, um z.B. nichtinvasive Aussagen über Gewebsinfiltrationen, Entzündungen des Myokards und Perikards und Speicherkrankheiten zu erhalten. Bei Kardiomyopathien wie z.B. der DCM und HCM können selbst kleine fibrotische Myokardareale dargestellt werden und hiermit prognostische Aussagen getroffen werden. Amyoloidosen und Hämochromatosen können mit hoher Genauigkeit diagnostiziert und im Verlauf beurteilt werden, da spezifische Signalveränderungen auftreten. Ergänzend zur Echokardiographie können Herzklappenerkrankungen mittels Planimetrie der Öffnungsflächen und Flussmessungen genau beurteilt und quantifiziert werden. Die bei Patienten mit Niereninsuffizienz mit hoher Inzidenz vorliegende koronare Herzkrankheit kann mittels Stress-Myokardperfusion und / oder Stress-Funktionsmessungen mit hoher Sensitivität und Spezifität beurteilt werden, durch das so genannte Late Enhancement lässt sich eine myokardiale Vitalitätsdiagnostik durchführen. Zusätzlich zu den kardialen Protokollen lässt sich in vielen Fällen eine nichtinvasive Angiographie anschließen, um z.B. Nierenarterienstenosen auszuschließen, die “Ganzkörper-Angiographie” rückt mit modernen Geräten in greifbare Nähe. Zusammenfassend bietet die CMR heute das größte Potential der Bild gebenden modernen Verfahren zur Herzuntersuchung und nimmt in vielen Zentren bereits eine wichtige Rolle bei der Diagnostik von Patienten mit Nierenerkrankungen ein. Die verwendeten Kontrastmittel sind sehr gut verträglich, so dass sie auch bei Patienten mit Nierenerkrankungen eingesetzt werden können.Correspondence to:
Dr. med. M.G. Friedrich
Stephenson CMR Center
Departments of Cardiac Sciences and Radiology
University of Calgary
Suite 700, SSB, Foothills Medical Center 1403 – 29th St. NW
Calgary, AB T2N 2T9, Canada
Email: matthias.friedrich@ucalgary.ca
Briefe an den Herausgeber
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