Jahrgang 32, No. 2/2003(Februar 2003)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Empfehlung
Vorschläge zur Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
D. Czock, B. Bösler, F.M. Rasche, R. Lukas und F. Keller
Abstract
D. Czock, B. Bösler, F.M. Rasche, R. Lukas und F. Keller
Blick in die Fachliteratur
Leserbrief
Kongreßankündigungen
Editorial
Reinhard Brunkhorst und Jörg Feistle
Abstract
Reinhard Brunkhorst und Jörg Feistle
Mit dem neuen Jahr hat die Hauptschriftleitung von Nieren- und Hochdruckkrankheiten gewechselt. Herr Professor Brass wird nach über 30 Jahren in dieser Verantwortung allerdings weiter als Berater zur Verfügung stehen und die Ehrenherausgeberschaft übernehmen. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für die geleistete Arbeit bedanken. Es wird nicht ganz einfach sein, die von Professor Brass gesetzten Maßstäbe weiter erfolgreich umzusetzen. Wir werden uns bemühen, Nieren- und Hochdruckkrankheiten als einzige von der Industrie unabhängige deutschsprachige nephrologische Zeitschrift fortzuentwickeln. Im Vordergrund des Inhaltes werden dabei Beiträge aus der klinisch-nephrologischen Wissenschaft in ihrer ganzen Breite stehen. Bitte helfen Sie uns aber auch durch die Einsendung von Fallberichten und Bildern aus der Nephrologie, die Zeitschrift spannend zu gestalten. Regelmäßig werden wir kurze Zusammenfassungen wichtiger aktueller internationaler Publikationen vorstellen, wir danken in diesem Zusammenhang Herrn Professor Bahlmann, Hannover, für seine Unterstützung.
Bitte halten Sie Ihrer Zeitschrift Nieren- und Hochdruckkrankheiten nicht nur weiter die Treue, sondern gestalten Sie auch aktiv mit. Hierzu rechnen wir auch konstruktive Kritik, die wir gerade in den kommenden Monaten erwarten und benötigen.
Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2003.
Reinhard Brunkhorst, Hannover, und
Jörg Feistle, Deisenhofen-Oberhaching
Positionspapier
Stadiengerechte Basisuntersuchung in der Betreuung chronisch niereninsuffizienter Kinder und Jugendlicher
M. Bulla, M. Schröder, D.E. Müller-Wiefel und K.-E. Bonzel
Abstract
M. Bulla1, M. Schröder2, D.E. Müller-Wiefel3 und K.-E. Bonzel4
1Abteilung für Pädiatrische Nephrologie, Universitätskinderklinik Münster, Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. Münster, 2Kinderdialysezentrum beim Clementine Kinderhospital, Frankfurt am Main, 3Kindernephrologie, Kinderklinik, Univ
Nach statistischen Erhebungen (“QuaSi Niere”) wurden in Deutschland während der letzten 5 Jahre recht konstant zwischen 780 und 820 Kinder und Jugendliche mit Nierenersatztherapie (Dialyse und Nierentransplantation) behandelt. Zwei Drittel der ursächlichen Erkrankungen sind angeboren, ein Drittel ist erworben. Deshalb ist ein Großteil der Kinder bei Diagnosestellung jünger als 2 Jahre. Bei frühem Ausfall der Nierenfunktion entstehen oft zusätzliche Fehlbildungen, die sich besonders auf Wachstum und Entwicklung negativ auswirken. Stoffwechselschäden, wie z.B. die Arteriosklerose, beginnen vielfach bereits im Kindesalter. Eine regelmäßige, frühzeitig beginnende Untersuchung und Behandlung in pädiatrisch-nephrologischen Spezialambulanzen ist angezeigt. Hier kann die Erfahrung mit den im Kindesalter vergleichsweise seltenen Erkrankungen der Nieren gebündelt werden. Um die speziellen Probleme der chronischen Niereninsuffizienz im Kindesalter zu beherrschen und konsekutive Fehlentwicklungen zu vermeiden, hat der “Arbeitskreis Kinderdialyse” in der “Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Nephrologie” ein Basisuntersuchungsprogramm für alle Stadien der chronischen Niereninsuffizienz (konservative Therapie, Dialysebehandlung, und Nierentransplantation) erarbeitet, welches hier vorgestellt wird. Darin sind die Laborparameter, die untersucht werden sollen, und die empfohlene Häufigkeit der Untersuchung sowie die notwendige klinische Diagnostik unter Berücksichtigung von Selbstdiagnostik sowie psychologischer, sozialpädagogischer und diätischer Fragen niedergelegt. Dabei wird nicht nur auf akute Gefahren, sondern auch auf langfristige Probleme wie Wachstum, Progression der Niereninsuffizienz sowie zukünftige Morbiditätskriterien eingegangen. Die Empfehlungen sollen auch dabei helfen, die Qualität in der Betreuung chronisch niereninsuffizienter Kinder zu sichern.
Übersicht
Kaposi-Sarkom nach Nierentransplantation
A. Stalder, M. Brause, M. Megahed, P. Schneider und B. Grabensee
Abstract
A. Stalder1, M. Brause1, M. Megahed2, P. Schneider3 und B. Grabensee
1Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, 2Klinik für Dermatologie, 3Klinik für Hämatologie und Onkologie,Universitätsklinikum Düsseldorf
Das Kaposi-Sarkom (KS) ist ein maligner Tumor, der HHV-8-induziert ist und der vermehrt nach Nierentransplantation beobachtet wird. Seine Inzidenz ist bei Patienten mediterraner, orientaler oder afrikanischer Herkunft höher als in der westlichen Allgemeinbevölkerung. Wir berichten über 2 Patienten mit mukokutanem KS nach kommerzieller Lebendspender- Nierentransplantation, die außerhalb Europas durchgeführt wurde. Das mukokutane KS wurde 6 – 9 Monate nach Transplantation diagnostiziert. Zuerst wurde die immunsuppressive Therapie beendet. Trotzdem kam es in beiden Fällen zu einem Progreß des Kaposi-Sarkoms, so daß eine Chemotherapie aus liposomalem Anthrazyklin und Thalidomid durchgeführt wurde. Hierunter entwickelte der Patient mit einem milden mukokutanen KS eine Remission, die bislang unter einer Thalidomid-Monotherapie weiter besteht. Der zweite Patient verstarb bei rascher Progression des KS, das nicht chemotherapiesensibel war. Die Kombinationstherapie aus liposomalem Anthrazyklin und Thalidomid stellt eine mögliche Alternative zur Behandlung des transplantationsassoziierten KS dar. Weitere Studien sollten durchgeführt werden, um Therapierichtlinien für diese Erkrankung zu entwickeln.
Wissenschaftlicher Kommentar
Erythroblastopenie bei Antikörpern gegen Erythropoietin
R. Brunkhorst
Abstract
R. Brunkhorst
Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Gefäßkrankheiten, Klinikum Hannover Oststadt
Rekombinantes Erythropoietin (rHu-EPO) hat in der Behandlung der renalen Anämie unbestrittenen einen unersetzbaren therapeutischen Nutzen. Im Verlauf des letzten Jahres wurde eine Häufung von rHu-EPO-induzierter Erythroblastopenie, die in mindestens 141 Fällen zu einer transfusionspflichtigen, schweren Anämie führte, beschrieben. Diese bis 1998 nicht bekannte Nebenwirkung von rHu-EPO trat in über 90% der Fälle unter Epoetin-a und ausschließlich nach subkutaner Applikation auf. Einzelne Fälle sind auch nach subkutaner Anwendung von Epoetin-b beschrieben. Die genaue Ursache wurde bislang nicht festgestellt. Für die Zukunft sollten eine einheitliche Definition der Erkrankung (typische Klinik, Erythroblastopenie < 5% im Knochenmark und der Nachweis rHu-EPO-neutralisierender Antikörper) sowie die Einrichtung eines unabhängigen Registers zur Verbesserung der Datenlage etabliert werden. Nach unserer Auffassung sollte bis auf weiteres die subkutane Applikation von Epoetin-a, aber wahrscheinlich sicherheitshalber auch von Epoetinpräparaten anderer Firmen vermieden werden.
Kasuistik
Rekurrierende arterielle Stenosen bei Hepatitis-C-assoziierter Typ-II-Kryoglobulinämie mit mesangioproliferativer Glomerulonephritis
R. Brunkhorst, S. Krautzig, A. Schneider, M. Schneider und U. Helmchen
Abstract
R. Brunkhorst1, S. Krautzig1, A. Schneider2, M. Schneider1 und U. Helmchen3
1Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Gefäßkrankheiten, Klinikum Hannover Oststadt, 2Abteilung Gastroenterologie, Medizinische Hochschule Hannover, 3Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg
1Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Gefäßkrankheiten, Klinikum Hannover Oststadt, 2Abteilung Gastroenterologie, Medizinische Hochschule Hannover, 3Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg