Band 21, No. 4/2007(Ausgabe 4)
|
Neuropsychiatrie
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 35.20$ |
 |
Übersichtsarbeit
Die "Gretchenfrage" für Psychiatrie: Der Stellenwert von Religion und Spiritualität in der Behanldung psychisch Kranker
Michaela-Elena Seyringer, Fabian Friedrich, Thomas Stompe, Patrick Frottier, Beate Schrank, und Stefan Frühwald
Abstract
Michaela-Elena Seyringer1, Fabian Friedrich1, Thomas Stompe2, Patrick Frottier3, Beate Schrank2, 4 und Stefan Frühwald5
1Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinische Abteilung für Biologische Psychiatrie, 2Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie 3 Justizanstalt Mittersteig, Wien, 4Ludwig-Boltzmann-Institut für Sozialpsychiatrie, Wien, 5Psychosozialer Dienst, Caritas St. Pölten
Anliegen: Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Einstellung von PatientInnen sowie PsychiaterInnen zum Thema Religion und Spiritualität in der Behandlung psychischer Erkrankungen zu geben sowie bestehende Konzepte zur Integration dieser beiden Dimensionen in die Therapie darzustellen. Methodik: Es wurde eine elektronische Literatursuche in den Datenbanken Medline, PubMed, Psyndex, Embase sowie mit den Suchmaschinen Scopus und Google Scholar durchgeführt. Ergebnisse: Im Vergleich zu PsychiaterInnen benennen PatientInnen bis zu doppelt so häufig die Religion als wichtigen Faktor. Der Fokus bezüglich einer Integration dieser beiden Dimensionen in den klinischen Alltag liegt im Bereich Ausbildung, Konsultation sowie erweiterter Anamneseerhebung. Weiters wurden „religiöses Coping“, sowie die überwiegend positiven Wirkfaktoren von Religion/Spiritualität auf die psychische Gesundheit aufgezeigt. Schlussfolgerungen: Das als „religiosity gap“ bezeichnete Spannungsfeld zwischen spirituellen Konzepten von PatientInnen und behandelnden PsychiaterInnen sollte in Zukunft vermehrt fokussiert werden. Die Gesamtheit einer Person impliziert eine physische, emotionale, soziale sowie eine spirituelle Dimension. Das Ignorieren einer dieser Aspekte seitens professioneller Helfer birgt die Gefahr, den Genesungsprozess von PatientInnen zu verzögern.Correspondence to:
Dr. Michaela-Elena Seyringer
Universitätsklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie, Klinische Abteilung für
Biologische Psychiatrie, Medizinische
Universiätt Wien
Email: michaela-elena.seyringer@meduniwien.ac.at
Übersichtsarbeit
Sind Antidepressiva in der Behandlung der bipolaren Depression obsolent? – Teil III: Gibt es Alternativen?
Armand Hausmann, , Martin Fuchs, Michaela Walpoth, Christine Hörtnagl, Petra Adami und Andreas Conca
Abstract
Armand Hausmann1, 2, Martin Fuchs1, Michaela Walpoth1, Christine Hörtnagl1,2, Petra Adami3 und Andreas Conca3
1Universitätsklinik für Psychiatrie, Medizinische Universität Innsbruck, 2Tagesklinik für Affektive Erkrankungen, Innsbruck, 3Landeskrankenhaus Rankweil, Abteilung für Psychiatrie I, Rankweil
Nachdem die Autoren im ersten und zweiten Teil auf die verschiedenen Erscheinungsformen depressiver Symptome im Rahmen der Bipolaren Erkrankung, sowie auf die Indikation von Antidepressiva (AD) bei den verschiedenen Subtypen und dem Einsatz von AD entsprechend des zeitlichen Verlaufs der Bipolaren Erkrankung eingegangen sind, wird im dritten Teil der Einsatz alternativer Pharmaka vertieft. Hierzu wird die neueste Literatur zum Thema Wirksamkeit der Antidepressiva, sowie ein Direktvergleich der Wirkgrösse, zwischen den verschiedenen sich anbietenden alternativen Substanzgruppen wie Antipsychotika oder Stimmungsstabilisatoren (SST) durchgeführt. Dass die Wirksamkeit von Antidepressiva in der Akuttherapie der bipolaren Depression nach wie vor umstritten ist liegt daran, dass aufgrund mangelnder oder unzulänglicher Daten unterschiedliche Interpretationen dieser Datenlage möglich sind. Obschon es hierfür wenig wissenschaftliche Evidenz gibt, scheint die Dringlichkeit der Indikation von Antidepressiva positiv mit dem Schweregrad der depressiven Symptomatik zu korrelieren. Bei leicht bis mittelgradig depressiven Patienten gibt es Alternativen, in Form von Stimmungsstabilisatoren oder Antipsychotika, obschon nach Nutzen-Risiko-Abwägung auch Antidepressiva verschrieben werden können. Aus Sicherheitsgründen sollten diese immer in Kombination mit einem Antimanikum verschrieben werden. Obwohl wissenschaftlich nicht belegbar, soll bei Patienten mit gemischten Episoden oder rapid cycling Verläufen aus Sicherheitsgründen auf die Gabe von Antidepressiva verzichtet werden.Correspondence to:
ao. Univ.-Prof. Dr. Armand Hausmann
Medizinische Universität Innsbruck
Univ.-Klinik für Psychiatrie
Email: armand.hausmann@i-med.ac.at
Originalarbeit
Das kardiovaskuläre Risiko schizohrener Patienten
Andreas Birkhofer, Patricia Alger, Georg Schmid und Hans Förstl
Abstract
Andreas Birkhofer1, Patricia Alger1, Georg Schmid2 und Hans Förstl1
1Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, 2I. Medizinische Klinik und Zentrum für Nichtlineare Dynamik der TU München
Anliegen: Schizophrenien gehen mit einem erhöhten kardiovaskulären Mortalitätsrisiko einher, wobei das Mortalitätsrisiko mit einer erniedrigten Herzfrequenzvariabilität (HRV) korreliert. Ziel der Untersuchung war die Bestimmung der HRV bei schizophrenen Patienten unter
Antipsychotika. Methode: Die HRV wurde bei 28 medikamentös behandelten schizophrenen Patienten sowie bei 28 gesunden Probanden bestimmt. Ergebnisse: Schizophrene Patienten unter Behandlung mit Antipsychotika wiesen eine ausgeprägte Verminderung der HRV auf. Schlussfolgerung: Die HRV kann zur Identifizierung von schizophrenen Patienten mit einem erhöhten kardiovaskulären Mortalitätsrisiko beitragen.Correspondence to:
OA Dr. Andreas Birkhofer
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
TU München
Email: andreas.birkhofer@lrz.tum.de
Originalarbeit
Minderjährige Angehörige von Schizophrenie-Kranken: Belastungen und Unterstützungsbedarf
Monika Krautgartner, Anne Unger, Ralf Gössler, Hans Rittmannsberger, Christian Simhandl, Wolfgang Grill, Renate Stelzig-Schöler, Dagmar Doby und Johannes Wancata
Abstract
Monika Krautgartner1, Anne Unger1, Ralf Gössler2, Hans Rittmannsberger3, Christian Simhandl4, Wolfgang Grill5, Renate Stelzig-Schöler6, Dagmar Doby7 und Johannes Wancata1
1Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinische Abteilung für
Sozialpsychiatrie, Wien, 2Universitätsklinik für Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters, Wien, 3Landesnervenklinik Wagner Jauregg, Linz, 4Krankenhaus Neunkirchen, Sozialpsychiatrische Abteilung, Neunkirchen, 5Psychosoziale Zentren GmbH, PSD Leitung, Stockerau, 6Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Univ.-Klinik für Psychiatrie I, Salzburg, 7Firma Eli Lilly Österreich, Medizinische Abteilung, Wien
Ziele: Anliegen der vorliegenden Studie war die Untersuchung der Belastungen minderjähriger Angehöriger von Schizophrenie-Kranken und der daraus resultierenden Erfordernisse für die Unterstützung der Angehörigen. Methodik: Insgesamt wurden 135 Angehörige von Kranken mit der Diagnose Schizophrenie oder schizoaffektive Störung mittels des „Involvement Evaluation Questionnaire“ und des „Carers’ Needs Assessment for Schizophrenia“ untersucht. Ergebnisse: 24,4% der Gesamtstichprobe (N=33) hatten entweder minderjährige (d.h. unter 18 Jahren) Geschwister (N=18) oder Kinder (N=15). Wenn der Kranke minderjährige Geschwister hatte, berichteten nahezu die Hälfte der erwachsenen Angehörigen über mittelschwere oder ausgeprägte Probleme. Bei jenen Kranken, die minderjährige Kinder zu versorgen hatten, waren dies hingegen nur ein Fünftel. Bei den unter 16-jährigen Kindern der Kranken kam es häufig zu Problemen wie auffälligem Verhalten, Appetitlosigkeit und anderen Folgen der Krankheit. Diskussion: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass im nahen familiären Umfeld der Kranken häufig auch minderjährige Angehörige zu finden sind, die unter ausgeprägten Belastungen leiden.Correspondence to:
Dr. Monika Krautgartner
Universitätsklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie, Klinische Abteilung
für Sozialpsychiatrie, Medizinische
Universität Wien
Email: monika.krautgartner@meduniwien.ac.at
Originalarbeit
Psychose aus Sicht der Komplexitätsforschung – Ein Modell zur Untersuchung der Selbstorganisation eines dysfunktionalen Selbst
Karl Toifl, Barbara Kimmel, Philipp Mayring und Hans Marlies Mörth
Abstract
Karl Toifl1, Barbara Kimmel1, Philipp Mayring2 und Hans Marlies Mörth1
1Univ.-Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters, Medizinische Universität Wien, 2Psychologisches Institut, Universität Klagenfurt
Die multifaktorielle Genese psychotischer Erkrankungen ist heutzutage unbestritten. Offen ist die Fragestellung der Integration der vielschichtigen Befunde aus dem biologischen, psychischen und sozialen Bereich. Auf Basis der Ergebnisse der Komplexitätsforschung (Chaostheorie, Theorie der Selbstorganisation) wurde für die Entstehung psychotischer Erkrankungen die Hypothese formuliert, dass diese als Ausdruck eines dysfunktionalen Selbst verstanden werden. Ein solches dysfunktionales Selbst entsteht in einem sich selbst organisierenden Prozess. Material und Methode: Die Definition des Selbst wurde neu formuliert. Dies geschah auf Basis eines biopsychosozialen Krankheitsmodells und den Erkenntnissen der Komplexitätsforschung. Es wurden zehn Hauptkategorien definiert, die wesentlich erscheinen für die Entwicklung eines gesunden, das heißt flexiblen und autonomen Selbst. In weiterer Folge wurde, abgeleitet von diesen Kategorien ein semistrukturierter Interviewleitfaden entwickelt. Damit erfolgte die Sammlung von Information über den sich selbst organisierenden Prozess der Entwicklung des Selbst bei psychotischen Patienten. Dieser Leitfaden wurde im Rahmen einer Diplomarbeit in einem mehrdimensionalen Interview mit einem Patienten und seiner Familie erprobt. Dieses Interview wurde auf Tonband aufgenommen, transkribiert und mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse nach zwei Aspekten hin qualitativ untersucht. Der erste Aspekt betraf die Entscheidung der Zuordnung zu einer oder mehreren der zehn Kategorien. In einem 2. Schritt wurde bewertet, ob die untersuchte Information als förderlich für die Entwicklung eines gesunden Selbst einzustufen ist oder als hemmend. Ergebnis: Das entwickelte und verwendete Untersuchungsmodell ist geeignet, die qualitative Untersuchung eines sich selbst organisierenden Selbst zu ermöglichen. Bei der Einzelfallanalyse eines psychotischen Patienten mit schizophrener Psychose überwogen bei einem Großteil der 10 Kategorien, die als hemmend interpretierten Einflüsse für die Entwicklung eines gesunden Selbst. Dies entsprach der aufgestellten Hypothese. Schlussfolgerungen: Das verwendete Untersuchungsmodell erscheint geeignet, um die Entwicklung des Selbst bei psychotischen Menschen qualitativ zu untersuchen. Bei einer umfassenderen Studie ist es notwendig, die Dauer des Interviews zu kürzen und die Auswertung direkt von Video oder CD-Rom durchzuführen. Das Ergebnis der qualitativen Inhaltsanalyse zeigte eindeutig auf, in welchen Kategorien die hemmende Wirkung auf die Entwicklung eines gesunden Selbst überwog. Daraus könnten sich Konsequenzen bezüglich einer individuellen, mehrdimensionalen Therapie ergeben, welche die Entwicklung eines gesunden Selbst fördert.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. Karl Toifl
Univ. Klinik für Neuropsychiatrie
des Kindes und Jugendalters
Medizinische Universität Wien
Email: Karl.Toifl@meduniwien.ac.at
Kritisches Essay
Der "Werther-Effekt": Mythos oder Realität?
Thomas Niederkrotenthaler, Arno Herberth und Gernot Sonneck
Abstract
Thomas Niederkrotenthaler1, Arno Herberth2 und Gernot Sonneck1
1Institut für Medizinische Psychologie, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien,
2Institut für Germanistik, Universität Wien
Betrachtet man Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ und sein historisches Umfeld, lässt sich ein breites Spektrum an Identifikationsmöglichkeiten für den damaligen Rezipienten beschreiben. Eine davon bildet die ausführlich dargestellte Befindlichkeit des Protagonisten, aus der sich ableiten lässt, dass dessen Suizidalität bereits lange vor dem Suizid am Romanende eine Rolle spielt. Wie stark der Imitationseffekt im Bezug auf den Suizid in Folge von Goethes Werk war, konnte nie geklärt werden. Auch die aktuelle Forschung zum Imitationsverhalten nach massenmedialen Suiziddarstellungen ist noch zu keiner abschließenden Einschätzung des Phänomens gelangt. Zahlreiche Studien deuten allerdings auf einen Zusammenhang zwischen Berichtsqualität und kurzfristigen Anstiegen von Suiziden in einzelnen Bevölkerungsgruppen hin. In Österreich ist bereits seit 1987 ein Experiment im Gange, das von der Imitationshypothese ausgehend eine Senkung der U-Bahn-Suizide in Wien, aber auch eine Senkung der Gesamtsuizide durch Beeinflussung printmedialer Berichterstattung zum Ziel hat. Die Zahl der Suizide plus Suizidversuche in der U-Bahn konnte nach Einführung von Medienempfehlungen zur Suizidberichterstattung zunächst um mehr als 80% gesenkt werden und steigt seit 1991 langsam signifikant an, ohne das Niveau vor der Intervention zu erreichen. Bei einer alleinigen Betrachtung der Suizide zeigt sich hingegen eine dauerhaft relativ konstante Senkung. Die Beobachtung, dass sich im Zeitraum seit 1987 die Passagierzahlen nahezu verdoppelt haben und dass die Gesamtsuizide in Wien und in Österreich seit Einführung der Medienrichtlinien kontinuierlich rückläufig sind, stützen die Hypothese, dass die Zusammenarbeit mit Massenmedien eine effiziente Möglichkeit der Suizidprävention ist.Correspondence to:
Dr.med. Thomas Niederkrotenthaler
Medizinische Universität Wien
Zentrum für Public Health
Institut für Medizinische Psychologie
Email: thomas.niederkrotenthaler@meduni wien.ac.at
Kritisches Essay
Siegmund Freud, Rudolf Meringer und Carl Mayer: Versprechen und Verlasen
Hartmann Hinterhuber
Abstract
Hartmann Hinterhuber
Universitätsklinik für Psychiatrie, Medizinische Universität Innsbruck
Um zu den Begriffen des Unbewussten, des Vorbewussten und des Bewussten zu kommen, ging Sigmund Freud sowohl in seiner „Psychopathologie des Alltaglebens“ als auch in seinen „Vorlesungen“ von den Fehlleistungen, insbesondere vom Versprechen, vom Verlesen und vom Vergessen aus. In den Fehlleistungen erkannte Freud Parallelen zu den Träumen. Diese analysierte er in den genannten Arbeiten unter dem Aspekt der psychischen Motivation. In jenen Schriften erwähnt Sigmund Freud die Studie von Rudolf Meringer und Carl Mayer, die diese 1895 herausgegeben haben. Meringer und Mayer machen für das Versprechen aber Phänomene, wie Vertauschungen und Umstellungen von ganzen Wörtern, von Silben oder von Lauten, ferner auch Vorwirkungen / Vorklänge oder Antizipationen sowie Nachwirkungen / Nachklänge, Wort-Kontaminationen und Wort-Substitutionen, verantwortlich. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, mit welcher Leidenschaft die drei Wissenschaftler ihre Schwerpunkte vertreten haben. Für die moderne Psycholinguistik und für die Sprachpsychologie sind Versprecher immer Ausdruck einer momentanen Funktionsstörung des menschlichen Sprachproduktionssystems: Für den kognitiven Prozess der Sprachproduktion gewähren die Versprecher Einblick in Sprachrepräsentations- und -verarbeitungsaspekte. Vorwirkungen und Nachwirkungen als Serialisierungsfehler stellen – wie bereits Meringer und Mayer erkannt haben – die große Mehrheit aller Versprecher dar: Sie enthüllen keinen verborgenen Sinn. Bei lexikalisch-semantischen Versprechern ist aber die Frage der psychischen Motivierung zulässig. Welche Auffassung der Einzelne von den psychischen Vorgängen und der „Topologie des psychischen Apparates“ hat, entscheidet darüber, welche Determinierungskraft dem Unbewussten beigemessen wird. Diese kurze Abhandlung ist ein Zeichen der Wertschätzung und der Dankbarkeit: zum ersten eine bescheidene Geburtstagsgabe für Sigmund Freud, zum zweiten eine Hommage für Carl Mayer, der während seiner 40-jährigen Vorstandschaft der Psychiatrisch-
Neurologischen Klinik Innsbruck Generationen von Nervenärzten geprägt hat, sodass sein Nachfolger Hans Ganner zu Recht von einer „Carl-Mayer-Schule“ gesprochen hat. Letztlich ist diese kleine Studie aber auch – und besonders – eine späte Würdigung Rudolf Meringers, des großen österreichischen Linguisten.Correspondence to:
o. Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber
Univ.-Klinik für Psychiatrie,
Medizinische Universität Innsbruck
Email: Hartmann.Hinterhuber@i-med.ac.at