Band 20, No. 4/2006(Ausgabe 4)
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Neuropsychiatrie
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Konsensusstatement
Konsensusstatement „Demenz“ der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft – Update 2006
Folgende Personen (alphabetische Nennung) erstellten dieses Statement: C. Alf, C. Bancher, T. Benke, K. Berek, T. Bodner, A. Croy, P. Dal-Bianco, P. Fischer, G. Fruhwürth, G. Gatterer, J. Grossmann, H. Hinterhuber, D. Imarhiagbe, A. Jaksch, K. Jellinger
Abstract
Folgende Personen (alphabetische Nennung) erstellten dieses Statement: C. Alf, C. Bancher, T. Benke, K. Berek, T. Bodner, A. Croy, P. Dal-Bianco, P. Fischer, G. Fruhwürth, G. Gatterer, J. Grossmann, H. Hinterhuber, D. Imarhiagbe, A. Jaksch, K. Jellinger,
2004 veröffentlichte die Österreichische Alzheimer Gesellschaft ihr erstes Konsensusstatement. Das vorliegende Konsensusstatement ist ein Update von diesen Empfehlungen für die Diagnose und Therapie dementieller Zustandsbilder und basiert auf wissenschaftlicher Evidenz und Expertenmeinung. Die angesprochene Leserschaft sind Neurologen und Psychiater, Allgemeinmediziner sowie alle anderen Professionen, die in die Betreuung dementer Patienten einbezogen sind. Die diagnostischen Methoden zur Erfassung und Differentialdiagnose dementieller Syndrome wurden als obligatorisch und optional klassifiziert. Die therapeutischen Möglichkeiten wurden in pharmakologisch und nicht-pharmakologische unterteilt und gesondert beurteilt. Die Evaluierung pharmakologischer Therapie wurde getrennt nach Ätiologie und Schweregrad der Demenz vorgenommen. Die primäre Zielsetzung dieser Konsensusstatements ist die weitere Verbesserung der Versorgung dementer Patienten in Österreich auf Grundlage wissenschaftlicher Evidenz.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt
Universitätsklinik für Neurologie,
Medizinische Universität Graz
Email: reinhold.schmidt@meduni-graz.at
Übersicht
Alkoholismus und Depression
I. Dittrich, R. Haller und H. Hinterhuber
Abstract
I. Dittrich, R. Haller und H. Hinterhuber
1Institut für Suchtforschung, Medizinische Universität Innsbruck, Feldkirch; 2Universitätsklinik für Psychiatrie, Medizinische Universität Innsbruck
Das gleichzeitige Auftreten von depressiven Störungen und Alkoholabhängigkeit bzw. -missbrauch findet sowohl bei Alkoholabhängigen als auch bei depressiven Patienten weite Verbreitung und führt häufig zu diagnostischen Unsicherheiten. In vorliegender Arbeit sollen verschiedene Erklärungsansätze zum Zusammenhang zwischen Alkoholismus und Depressivität sowie suizidales Verhalten bei dieser Patientengruppe dargestellt sowie Behandlungsmöglichkeiten diskutiert werden.Correspondence to:
MMag. Dr. Isabel Dittrich
Medizinische Universität Innsbruck,
Institut für Suchtforschung
Email: isabel.dittrich@uibk.ac.at
Original
Ist die Geriatric Depression Scale (GDS) bei älteren Menschen valider als andere Depressionsscreening-Instrumente?
J. Wancata, R. Alexandrovic, B. Marquart, M. Weiss und F. Friedrich
Abstract
J. Wancata, R. Alexandrovic, B. Marquart, M. Weiss und F. Friedrich
1Universitätsklinik für Psychiatrie, Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie und Evaluationsforschung, Medizinische Universität Wien; 2Institut für Psychologie, Abteilung für Angewandte Psychologie und Methodenforschung, Universität Klagenfurt
Anliegen: Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Kriteriumsvalidität der Geriatric Depressions Scale (GDS-30, GDS-15) mit jener anderer Screening-Instrumente auf Basis einer systematischen Literatursuche zu vergleichen. Methode: Zu diesem Zweck wurden die folgenden Datenbanken verwendet: Medline, Embase, Cinahl, Psyndex und Cochrane Library. Ergebnisse: In zehn Publikationen fanden sich Daten zum Vergleich der Kriteriumsvalidität der GDS mit fünf anderen Screening-Instrumenten auf Basis identer Stichproben. Die mittlere Sensitivität der GDS-30 betrug 0,820 und die mittlere Spezifität 0,752. Die entsprechenden mittleren Werte für die GDS-15 waren: Sensitivität 0,790, Spezifität 0,768. Auf Basis der vorliegenden Studien fanden sich zwischen den fünf anderen Screening-Instrumenten und der GDS keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Kriteriumsvalidität. Schlussfolgerungen: Wenn man berücksichtigt, dass kognitive Störungen die Validität verschlechtern können und einige Studien Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen hatten, scheinen die Validitätskennwerte überwiegend zufriedenstellend. Bezüglich der Kriteriumsvalidität scheint die GDS bei älteren Menschen keine Vorteile gegenüber anderen Screening-Instrumenten zu haben.Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. Johannes Wancata
Universitätsklinik für Psychiatrie,
Medizinische Universität Wien
Email: johannes.wancata@meduniwien.ac.at
Original
(Irr-) Wege in die Arbeitswelt – Langzeitergebnisse arbeitsrehabilitativer Einrichtungen für psychisch Kranke der Caritas St. Pölten
St. Frühwald, B. Bühler, R. Grasl, M. Gebetsberger, T. Matschnig, F. König und P. Frottier
Abstract
St. Frühwald, B. Bühler, R. Grasl, M. Gebetsberger, T. Matschnig, F. König und P. Frottier
1Caritas der Diözese St. Pölten; 2Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie & Evaluationsforschung, Univ.-Klinik für Psychiatrie Wien, Medizinische Universität Wien; 3Institut für Medizinische Statistik, Medizinische Universität Wien; 4Justizanstal
Anliegen: Diese Untersuchung beschreibt die Integrationsergebnisse zweier Arbeitsrehabilitationsprojekte in Niederösterreich im Langzeitverlauf. Methode: Es wurden retrospektiv alle TeilnehmerInnen nachuntersucht, die zwischen dem 1.1.1998 und dem 31.12.2000 die Unterstützung von „Arbeitsassistenz“ und/oder der beschützenden Werkstätte „Beschäftigung & Berufsorientierung“ (BBO) im NÖ Zentralraum für mindestens 3 Monate in Anspruch genommen hatten. Ergebnisse: Von 95 TeilnehmerInnen im Untersuchungszeitraum wurden 81 eingeschlossen und von diesen 71 (87,6 %) durchschnittlich 56 Monate nach Ende der rehabilitativen Unterstützung befragt. Die Untersuchten hatten 44,5 % der seit der Rehabilitation verbrachten Zeit gearbeitet. Ein Jahr nach Beendigung der Betreuung waren 54,9 % der Untersuchten im kompetitiven Arbeitsmarkt beschäftigt. Zwei Jahre nach der Intervention waren es noch 46,5 % und zum Interviewzeitpunkt noch 36,6 %. Schlussfolgerungen: Arbeitsrehabilitation bewirkt eine verbesserte Beschäftigungslage schwer und chronisch psychisch kranker Menschen auch im Langzeitverlauf. Statt frühzeitiger krankheitsbedingter Pensionierung sollten ausreichende gemeindenahe arbeitsrehabilitative Unterstützungsangebote geschaffen werden.Correspondence to:
Univ.-Doz. Dr. Stefan Frühwald
Ärztliche Leitung,
PSD St. Pölten
Email: psd.fruehwald@stpoelten.caritas.at
Original
Umstellung auf neue Depot-Antipsychotika – sicher und wirkungsvoll?
M. Lehofer
Abstract
M. Lehofer
Psychiatrie I, Landesnervenklinik Sigmund Freud, Graz
Anliegen: Die Behandlung von Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiven Störungen ist äußerst komplex, wobei unter anderem oftmals die fluktuierende Krankheitseinsicht und die damit verbundene mangelnde Compliance besondere Herausforderungen darstellen. Die Anwendung moderner Depot-Präparate ist ein sinnvoller Lösungsansatz für dieses Problem. Methodik: In einer Anwendungsbeobachtung an 220 Patienten wurden die Sicherheit und Wirksamkeit der Umstellung von verschiedenen antipsychotischen Therapien auf Risperdal Consta untersucht. Ergebnisse: Dabei besserten sich im Verlauf des Beobachtungszeitraumes von viereinhalb Monaten die klinischen Parameter signifikant: Der Summenscore der Brief Psychiatric Rating Scale nahm um durchschnittlich 21 Punkte ab und der severity score der Clinical Global Impression – Scale fiel von durchschnittlich 5.0 auf 3.6 Punkte. Die Nebenwirkungsrate war gering (bei 15,4% der Patienten) und auch der Bedarf an psychotroper Begleitmedikation nahm deutlich ab. Schlussfolgerungen: Die Daten weisen darauf hin, dass eine Umstellung herkömmlicher antipsychotischer Therapieregimes auf Risperdal Depot eine vertretbare therapeutische Strategie darstellt.Correspondence to:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Lehofer
Psychiatrie I, Landesnervenklinik
Sigmund Freud, Graz
Email: michael.lehofer@lsf-graz.at
Original
Abstinenzzuversicht und Beikonsumverhalten substituierter Drogenabhängiger in Abhängigkeit vom Beschäftigungsstatus
M. Ertl, S. Giacomuzzi, Y. Riemer, A. Vigl, G. Kemmler, H. Hinterhuber und M. Kurz
Abstract
M. Ertl, S. Giacomuzzi, Y. Riemer, A. Vigl, G. Kemmler, H. Hinterhuber und M. Kurz
Universitätsklinik für Psychiatrie, Medizinische Universität Innsbruck
Ziel: Evaluierung der Abstinenzzuversicht bei opiatabhängigen und mehrfachabhängigen Klienten (ICD-10 F.11.0 und F.19.0) in einem ambulanten Setting in Abhängigkeit von Beschäftigungsstatus und Substitutionsmodus. Methode: Die Abstinenzzuversicht wurde mit den „Heidelberger Skalen zur Abstinenzzuversicht“ (HEISA 38) erhoben. Die Patienten waren Teilnehmer aus einem Methadon-, retard. Morphine- oder Buprenorphinsubstitutionsprogramm. Zusätzlich wurden 256 Harnanalysen der Klienten erhoben. Ergebnisse: Insgesamt konnten 76 Klienten für die Studie erreicht werden. Die Gruppeneinteilung erfolgte anhand des Beschäftigungsstatus. Die beiden Gruppen zeigten in den untersuchten soziodemographischen Variablen keine signifikanten Unterschiede und waren daher gut vergleichbar. Die durchgeführten Harnanalysen zeigten, dass arbeitslose Klienten signifikant häufiger Benzodiazepine (p = 0,009) und andere Opiate (p = 0,006) konsumierten als Berufstätige. Bei der Auswertung der “Heidelberger Skalen zur Abstinenzzuversicht“ (HEISA 38) konnten signifikante Unterschiede in den Faktoren „Unangenehme Gefühle“ (p = 0,019) und „Leichtsinnigkeit im Denken“ (p = 0,017) zugunsten der berufstätigen Klienten verzeichnet werden. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass bei der Gruppe der arbeitslosen Klienten mehr Bedacht auf berufliche Reintegration und psychosoziale Betreuung gelegt werden sollte. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, den Beikonsum illegaler Drogen innerhalb eines ambulanten Substitutionsprogrammes einzuschränken und die therapeutischen Interventionen zu optimieren.Correspondence to:
Mag. Markus Ertl
Univ.-Klinik für Psychiatrie,
Medizinisxche Universität Innsbruck,
Ambulanz für Abhängigkeitserkrankungen
Email: markus.ertl@uibk.ac.at
Bericht
Die Psychiatrie im Internet und das Internet in der Psychiatrie – ein neues Medium und seine Auswirkungen
H. Sulzenbacher, A.H. Bullinger, C. de las Cuevas und U. Meise
Abstract
H. Sulzenbacher, A.H. Bullinger, C. de las Cuevas und U. Meise
In Memoriam
In Memoriam Univ.-Prof. Dr. Manfred Ackenheil
H. Hinterhuber und U. Meise
Abstract
H. Hinterhuber und U. Meise