Jahrgang 28, No. 4/2003(4. Quartal 2003)
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Intensiv- und Notfallbehandlung
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Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Leitsymptom “Krämpfe”
M. Reinohs, U. Wehner und D. Schneider
Abstract
M. Reinohs, U. Wehner und D. Schneider
Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Leitsymptom “Akute Bewußtseinsstörung”
B. Ahl und K. Weissenborn
Abstract
B. Ahl und K. Weissenborn
Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Editorial: Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
D. Schneider und G. Hamann
Abstract
D. Schneider und G. Hamann
Die neue Musterweiterbildungsordnung führt als zweijährige Zusatzweiterbildung die “Intensivmedizin” jeweils adjektivistisch gebunden an die 6 Gebiets(Facharzt)bezeichnungen Chirurgie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Neurochirurgie oder Neurologie ein.
Das vorliegende Themenheft der Fachzeitschrift “Intensiv- und Notfallbehandlung” will die praktisch wichtigen Aspekte der “Neurologischen Intensiv- und Notfallmedizin” für Nicht-Neurologen zusammenfassen.
Ausgehend von den gebietstypischen Leitsymptomen präzisiert zunächst Roman Haberl aus München-Harlaching, ehemals langjährig auf der Neurologischen Intensivtherapiestation des Uniklinikums München-Großhadern tätig, den Stand der Diagnostik und Therapie beim akuten Kopfschmerz unter Betonung der folgenschweren Differentialdiagnose “Akute Subarachnoidalblutung”. Als wichtigstes zentralneurologisches Notfallsymptom ist zweifellos die akute Bewußtseinsstörung anzusehen. Björn Ahl und Karin Weissenborn, die exzellente Konsiliarneurologin in der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover, beschreiben systematisch die Vorgehensweise bei bewußtseinsgestörten und komatösen Patienten. Andreas Schwartz aus Hannover-Nordstadt geht auf die häufige, nicht selten aber schwierige Situation der akuten Halbseitenlähmung ein. Das Hemiparese- Syndrom ist auch bei internistischen und post-kardiochirurgischen Intensivpatienten eine diagnostische wie therapeutische Herausforderung. Sowohl plötzliche kurzzeitige als auch lang andauernde Muskelkontraktionen, zumeist als “Krämpfe” oder “Zuckungen” tituliert, aber öfters auch nicht-konvulsive epileptische Anfälle, allesamt mit und ohne Bewußtseinsstörungen, zählen zum Alltag in jedweder Notfallversorgung, wobei leider häufig erst zuletzt der neurologische Intensivmediziner hinzugezogen wird. Das zu ändern ist der Wunsch des Leipziger Beitrags “Krämpfe” von Manuela Reinohs, Ute Wehner und Dietmar Schneider. Zwei wichtige Syndrome runden das Bild ab: Hans-Christian Hansen, der ehemalige Leiter der Neurologischen Intensivtherapiestation am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, und sein jetziger Mitarbeiter Norbert Krause-Pape aus Neumünster beschreiben das akute Tetraparese-Syndrom, eine seltenere, aber differentialdiagnostisch anspruchsvolle und wichtige Symptomenkonstellation. Volker Schuchhardt aus Lahr, bekannt als ehemaliger Leiter der Neurologischen Intensivtherapiestationen in Bonn und Heidelberg, gilt als einschlägiger neurologischer Kenner der Verwirrtheitssyndrome und ihrer Ätiopathogenese. Seine fundierten Erfahrungen mit dem Delir und den wichtigsten Formen der akuten Verwirrtheit beschließen dieses Themenheft der Leitsymptome Neurologischer Intensiv- und Notfallbehandlung.
Möge es sowohl für den nicht-neurologischen Intensivmediziner ein praktischer Gewinn in der täglichen Arbeit sein als auch dem neurologischen “Fachintensivisten” als Übersicht Rat geben können.
Dem Redaktionskollegium sind wir sehr dankbar für diese großzügige Gelegenheit neurologischer Präsentation fachspezifischer Intensiv- und Notfallbehandlung.
Dietmar Schneider, Leipzig,
und Gerhard Hamann, München
Alles Gute zum Geburtstag, lieber Herr Professor Schneider!
Herr Professor Dr. med. Dietmar Schneider, der Gastherausgeber dieses Themenheftes, feiert in diesem Quartal seinen 60. Geburtstag.
Herausgeber und Verlag bedanken sich sowohl beim “Neurologen Schneider” als auch beim “Internisten Schneider” für das interessante Themenheft und wünschen ihm von Herzen zu seinem Geburtstag weiterhin Gesundheit, anhaltende Schaffenskraft und viel Lebensfreude!
Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Leitsymptom “Akuter Kopfschmerz”
R. Haberl
Abstract
R. Haberl
Abteilung für Neurologie, Städtisches Krankenhaus München-Harlaching
Die Unterscheidung in der Notfallsituation zwischen primären, eher ungefährlichen Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz) und sekundären, häufig lebensgefährlichen Kopfschmerzen (Subarachnoidalblutung, Meningitis, Hirninfarkte) ist schwierig. Insbesondere die Subarachnoidalblutung, mit einem hohen Risiko frühzeitiger und tötlicher Rerupturen der die Blutung verursachenden intrakraniellen Aneurysmen, ist gefürchtet. Der Artikel fokussiert auf die klinische Erkennbarkeit von Subarachnoidalblutungen, die Wertigkeit der frühen Bildgebung und die Bedeutung der Zusatzdiagnostik.
Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Leitsymptom “Akute Halbseitenlähmung”
A. Schwartz
Abstract
A. Schwartz
Neurologische Klinik, Klinikum Hannover Nordstadt
Die akute Halbseitenlähmung ist in der Notfallmedizin eines der häufigsten neurologischen und dabei klinisch beeindruckendsten Symptome. In jedem Fall erfordert die Feststellung dieser fokalen Ausfallserscheinung ein unmittelbares Handeln. Liegt der Lähmung eine Ischämie zugrunde, so sind heute, um bleibende Behinderungen zu verringern, enge Zeiträume gesetzt, in denen noch rekanalisierende Therapien, ob systemisch intravenös oder lokal intraarteriell, eingesetzt werden dürfen. Im Fall einer intrakraniellen Blutung ist der limitierende Faktor in der raschen Entwicklung des Hirndrucks zu sehen, dem möglichst frühzeitig entgegen getreten werden muss. In beiden Fällen sind im Ablauf der notfallmedizinischen Versorgung vor, während und nach dem Transport wichtige Kardinalsymptome und Kernbefunde zu beachten, die den Ablauf dieser Versorgung reglementieren, da nur bei ihrer Beachtung auch ein entsprechender Therapieerfolg erwartet werden kann. Auf jeden Fall ist aber angesichts einer akuten Halbseitenlähmung der noch wenige Jahre zuvor gängige “therapeutische Nihilismus” mehr als überholt.
Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Leitsymptom “Akute Tetraparese”
H.C. Hansen und N. Krause-Pape
Abstract
H.C. Hansen und N. Krause-Pape
Klinik für Neurologie und Psychiatrie, Friedrich-Ebert-Krankenhaus-Neumünster GmbH, Neumünster
Mit dem Leitsymptom der akuten Lähmung aller Extremitäten (Tetraparese) manifestieren sich Muskelerkrankungen, Erkrankungen der Nerven, des Rückenmarks und des Hirnstamms. Progrediente Verläufe können rasch, d.h. innerhalb weniger Stunden, in einen Zustand respiratorischer Insuffizienz mit oder ohne hochgradige Schluckstörung münden (z.B. Guillain-Barré-Syndrom, spinaler Abszeß). Daraus ergibt sich schon aus dem Erkrankungsverdacht die Indikation einer fortlaufenden Überwachung der erläuterten Parameter. Genauso bedürfen Patienten mit länger anhaltenden Paresen der intensivierten Pflege und Prophylaxemaßnahmen, um typische Komplikationen der Tetraparese (Thrombembolie, Lagerungsschäden, Pneumonie) zu vermeiden. Spezifisch neurologische Therapiekonzepte sind über diese allgemeinen Empfehlungen hinaus für die wesentlichen Diagnosegruppen vorhanden und werden oft in Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie und der Inneren Medizin gestaltet. Vorangestellt bleibt in jedem Fall die korrekte diagnostische Zuordnung, die auf der Analyse neurologischer Befunde und der Syndromzuordnung beruht. Der vorliegende Artikel nennt unter therapeutischen Gesichtspunkten die wesentlichen Krankheitsbilder, erläutert das praktische Vorgehen in der Differentialdiagnose und weist auf häufige “Fallstricke” hin.
Themenheft:Leitsymptome neurologischer
Intensiv- und Notfallbehandlung
Leitsymptom “Delir – akute Verwirrtheit”
V. Schuchardt
Abstract
V. Schuchardt
Neurologische Klinik, Klinikum Lahr
Unter einem Delir verstehen wir eine Psychose vom akuten exogenen Reaktionstyp, die durch Desorientiertheit, illusionäre und wahnhafte Verkennungen, Halluzinationen und eine psychomotorische Unruhe geprägt ist. Beim Prototyp des deliranten Syndroms, dem Alkoholdelir, lassen sich drei Symptomgruppen zusammenfassen, die Zeichen der organischen Hirnfunktionsstörung mit Bewussteinsstörung und Desorientiertheit, die Zeichen der produktiven Psychose mit illusionärer Verkennung und Halluzinationen sowie die Zeichen der neurovegetativen Fehlregulation mit Hypertonus, Tachykardie, Schwitzen und Tremor. Da das delirante Syndrom jedoch eine mehr oder weniger gleichförmige Manifestation von Hirnfunktionsstörungen unterschiedlichster Ursache darstellt, ist die Differentialdiagnose weit. Abzugrenzen sind Medikamentendelirien, der Opiatentzug, medikamentöse Nebenwirkungen (z.B. von Parkinsonmedikamenten), Intoxikationen und vor allem organische Hirnerkrankungen wie bakterielle und virale Meningoenzephalitiden, zerebrale Durchblutungsstörungen, metabolische und endokrine Enzephalopathien, schließlich das Wernicke-Korsakow-Syndrom bei Vitamin-B1-Mangel und das Delir gemischter Ätiologie, wie es besonders häufig bei Intensivpatienten angetroffen wird. Das delirante Syndrom als medizinischer Notfall macht deshalb eine breite und differenzierte Diagnostik erforderlich.