Jahrgang 57, No. 4/2009(4. Quartal)
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Dermatologie in Beruf und Umwelt
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Editorial
Hautschutzmaßnahmen sind evidenzbasiert
T.L. Diepgen
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 133-137
Hautschutzmaßnahmen sind evidenzbasiert
T.L. Diepgen
Hautschutz
Akzeptanz und Wirksamkeit des Hautschutzkonzepts bei Beschäftigten der metallbearbeitenden Industrie. Ergebnisse einer Querschnittsuntersuchung und einer randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie
B. Kütting
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 138–142
Akzeptanz und Wirksamkeit des Hautschutzkonzepts bei Beschäftigten der metallbearbeitenden Industrie. Ergebnisse einer Querschnittsuntersuchung und einer randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie
B. Kütting
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen – Nürnberg
Das dreistufige Hautschutzkonzept wird sei vielen Jahren als sinnvolle Maßnahme zur Prävention beruflich verursachter Handekzeme propagiert, ohne dass der Nutzen am Arbeitsplatz bislang unter Kriterien der evidenzbasierten Medizin belegt war. In der ersten Untersuchung zur Akzeptanz des dreistufigen Hautschutzkonzepts bei 1.355 Beschäftigten der metallbearbeiten Industrie konnten wir zeigen, dass die Compliance zur Anwendung von Hautschutz- und Hautpflegepräparaten mit nur 28% sehr gering ist. Ein etwa gleich großer Anteil von 29% verneinte jeglichen Gebrauch. Die zweite Studie – eine vierarmige prospektive Interventionsstudie belegt die Wirksamkeit der kombinierten Anwendung von Hautschutz- und Hautpflegepräparaten in der Prävention beruflich verursachter Hauterkrankungen, dicht gefolgt von der alleinigen Anwendung von Hautschutzpräparaten in einem Kollektiv von 800 freiwilligen Probanden, die ein Jahr lang beobachtet wurden.Correspondence to:
Priv.-Doz. Dr. med. Birgitta Kütting
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen – Nürnberg
Schillerstraße 25 + 29
D–91054 Erlangen
Email: birgitta.kuetting@ipasum.uni-erlangen.de
Hautschutz
Hautschutzpräparate – wie wirksam sind sie wirklich in der Prävention von Ekzemen?
R. Winker
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 143–147
Hautschutzpräparate – wie wirksam sind sie wirklich in der Prävention von Ekzemen?
R. Winker
Arbeitsmedizinische Einrichtungen, AKH-Wien
Ziel: Ziel der gegenständlichen randomisierten Interventionsstudie war die Wirkung von Hautschutz- und Hautpflegepräparaten unter realen Arbeitsbedingungen zu überprüfen. Es wurde dazu eine Feldstudie unter Arbeitnehmer/innen der bau- und der holzverarbeitenden Industrie durchgeführt, wobei der gesamte Kontakt mit den Probanden an ihren jeweiligen Arbeitsorten stattgefunden hat. Methodik und Ergebnisse: Insgesamt wurden 1.006 Arbeitnehmer/-innen aus der Bau- und Holzbranche rekrutiert. Die Probanden wurden mittels computergenerierter Blockrandomisierung einer der folgenden vier Interventionsgruppen zugeordnet: A. Beschäftigte, die Empfehlungen zur Verwendung von Hautschutz- und Hautpflegepräparaten erhalten; B. Beschäftigte, die nur Empfehlungen zur Verwendung von Hautschutzpräparaten erhalten; C. Beschäftigte, die nur Empfehlungen zur Verwendung von Hautpflegepräparaten erhalten; D. Beschäftige, die keinerlei Empfehlungen erhalten. Von den 1.006 eingeschlossenen Arbeitnehmern wurden zumindest 485 Arbeitnehmer longitudinal über ein Jahr verfolgt und insgesamt 3-mal über diesen Zeitraum untersucht. 91 Probanden wurden ausgeschlossen und 430 weitere Probanden waren lost for follow-up. Bei den Nachuntersuchungen wurden primäre und sekundäre Endpunkte erfasst. Als primärer Endpunkt wurden Unterschiede in dem Auftreten von Ekzemen zwischen den Gruppen analysiert. Hier erwies sich die Zahl der Ekzeme als zu gering, um Unterschiede hinsichtlich dieses Endpunktes auszumachen. Hauptergebnis der Studie war, dass die Gruppen A und C hinsichtlich transepidermalen Wasserverlusts am besten abschnitten. Mit der Ausnahme von Frauen, welche in der Holzbranche beschäftigt waren, führte die alleinige Anwendung von Hautschutzpräparaten nur zu einer geringen aber nicht signifikanten Verbesserung des transepidermalen Wasserverlusts. Schlussfolgerungen: Zusammenfassend belegen die Ergebnisse der gegenwärtigen Studie, dass in den erwähnten Berufsgruppen eine sorgfältige und regelmäßige Hautreinigung und Hautpflege sinnvoll erscheint. Da Hautschutz alleine in primären und sekundären Endpunkten nicht die erwartenden Ergebnisse brachte, sollte die Anwendung von Hautschutzmaßnahmen in diesen Berufsgruppen einer individuellen Entscheidung vorbehalten bleiben.Correspondence to:
Priv.-Doz. Dr. R. Winker
Arbeitsmedizinische Einrichtungen
Universitätsklinik für Innere Medizin II, AKH-Wien
Währinger Gürtel 18 – 20
1090 Wien, Österreich
Email: robert.winker@meduniwien.ac.at
Hautschutz
Schutzhandschuhe für Beschäftigte im metallbearbeitenden Wirtschaftszweig unter besonderer Berücksichtigung von Sensibilisierungen gegenüber Thiuramen, Dithiocarbamaten und/oder Mercaptobenzothiazolen
M. Müller, B. Wulfhorst, K. Breuer und S.M. John
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 148–157
Schutzhandschuhe für Beschäftigte im metallbearbeitenden Wirtschaftszweig unter besonderer Berücksichtigung von Sensibilisierungen gegenüber Thiuramen, Dithiocarbamaten und/oder Mercaptobenzothiazolen
M. Müller, B. Wulfhorst, K. Breuer und S.M. John
Institut für interdisziplinäre und Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm), Dermatologisches Zentrum, Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg
Schutzhandschuhe als wesentlicher Teil der persönlichen Schutzausrüstung in metallbearbeitenden Betrieben stellen die überwiegende Ursache für Sensibilisierungen gegen Thiurame und Dithiocarbamate dar. Diese Gummihilfsstoffe werden bei der Handschuhproduktion als Vulkanisatoren und Beschleuniger eingesetzt. Thiuramen wird dabei das höchste Sensibilisierungspotenzial zugeschrieben, wobei es nicht selten zu einer kombinierten positiven Epikutantestreaktion gegen strukturverwandte Dithiocarbamate kommt. Im Sinne einer präventionsorientierten Beratung und adäquaten Handschuhversorgung sollte ein Thiuram-Allergiker nicht mit einem Handschuh versorgt werden, der Dithiocarbamate enthält. Ziel dieser Arbeit war es, eine Liste zu erstellen, die einen Überblick über enthaltene Vulkanisationsbeschleuniger in Schutzhandschuhen gibt, denen eine uneingeschränkte Beständigkeit gegenüber Kühlschmierstoffen, Ölen und Fetten vom Hersteller bescheinigt wird. Damit soll die Auswahl geeigneter Handschuhe für entsprechend sensibilisierte Patienten in diesem Tätigkeitsbereich erleichtert werden. Die Erhebung der Daten erfolgte bei zuvor ausgewählten Handschuhherstellern. Nach der Analyse der Informationen wurden sie in einer tabellarischen Liste zusammengefasst. Als Ergebnis zeigte sich, dass die als erste Wahl bei Hautkontakt mit Kühlschmierstoffen, Ölen und Fetten empfohlenen Nitrilhandschuhe alle einen Vulkanisationsbeschleuniger enthalten, zumeist Dithiocarbamate. Drei Schutzhandschuhe mit uneingeschränkter Eignung für den Kontakt zu Kühlschmierstoffen, Ölen und Fetten sind frei von Thiuramen, Dithiocarbamaten und Mercaptobenzothiazolen. Mithilfe dieser Liste soll die Beratung und Auswahl adäquater Schutzhandschuhe erleichtert und zusätzlichen Sensibilisierungen vorgebeugt werden.Correspondence to:
M. Müller
iDerm, Standort BUKH
Bergedorfer Straße 10
D–21033 Hamburg
Email: Ma.Mueller@buk-hamburg.de
Kasuistik
Berufsbedingte Psoriasis palmaris: Köbner-Phänomen, induziert durch allergisches Kontaktekzem bei Kontakt zu Kühlschmiermitteln
M.A. Ebisch, C. Skudlik und S.M. John
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 158–162
Berufsbedingte Psoriasis palmaris: Köbner-Phänomen, induziert durch allergisches Kontaktekzem bei Kontakt zu Kühlschmiermitteln
M.A. Ebisch, C. Skudlik und S.M. John
Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück
Das Köbner-Phänomen ist eine häufig zu beobachtende verzögerte Hautreaktion einiger Hautkrankheiten, typischerweise durch lokale Traumen ausgelöst. Insbesondere die Psoriasis neigt zu derartigen Reaktionen, in der Regel in mechanisch belasteten Hautpartien. Selten können auch entzündliche kontaktallergische Prozesse eine solche Reaktion hervorrufen. Wir präsentieren den Fall eines 44-jährigen CNC (Computerized Numerical Control)-Drehers, welcher erstmals psoriatische Hautveränderungen nach einem im Vorfeld beruflich erworbenem allergischen Kontaktekzem gegenüber Kühlschmiermittelinhaltsstoffen/Tallöl-Derivaten im Handbereich entwickelte. Nach Meidung der Kontaktallergene verblieben zunächst weiterhin psoriatische Läsionen im Handbereich, nachfolgend getriggert durch zusätzlich erhebliche mechanische Belastungen am Arbeitsplatz. Trotz Intensivierung aller Maßnahmen der sekundären und tertiären Individualprävention gemäß des Stufenverfahrens Haut und gleichzeitiger Behandlungsintensivierung mit psoriasisspezifischen Therapeutika konnte nur kurzfristig eine Hautbefundbesserung erzielt werden. Nach Ausschöpfung aller präventiven Maßnahmen resultierte letztlich der objektive Unterlassungszwang.Correspondence to:
Dr. med. M.A. Ebisch
Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie
Universität Osnabrück
Sedanstraße 115 (D1)
49069 Osnabrück
Email: marc.ebisch@gmx.de
Kasuistik
Multiple Basalzellkarzinome und aktinische Keratosen bei einem landwirtschaftlichen Arbeiter nach Arsen-Exposition: Immer nur BK 1108?
A. Shab, C. Crößmann und C. Bayerl
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 163–166
Multiple Basalzellkarzinome und aktinische Keratosen bei einem landwirtschaftlichen Arbeiter nach Arsen-Exposition: Immer nur BK 1108?
A. Shab, C. Crößmann und C. Bayerl
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Wilhelm-Fresenius-Klinik, Dr. Horst Schmidt-Kliniken, Städtisches Klinikum Wiesbaden
Die Rolle von genetischer Disposition und UV-Licht bei der Ätiologie von Basalzellkarzinomen ist ebenso gut bekannt wie die Exposition gegenüber dem chemischen Karzinogen Arsen. Arsen kann nach jahrzehntelanger Latenz als Spätfolgen insbesondere Präkanzerosen und Hautmalignome, z.B. aktinische Keratosen, Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome hervorrufen. Jedoch ist auch der lineare Zusammenhang zwischen UV-Exposition und einem Auftreten dieser Malignome bekannt. Wir berichten über einen 87-jährigen Weinbergarbeiter mit multiplen Basaliomen (> 30) und aktinischen Keratosen, der jahrelang mit arsenhaltigen Schädlingsbekämpfungsmitteln tätig und zusätzlich hoher UV-Exposition ausgesetzt war. Aus berufsdermatologischer Sicht sollte bei Versicherten, die beiden Noxen (UV-Licht und Arsen) ausgesetzt sind, die Frage einer adäquaten Entschädigung diskutiert werden.Correspondence to:
Dr. med. Arna Shab
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Wilhelm-Fresenius-Klinik
Dr. Horst Schmidt-Kliniken Wiesbaden
Aukammallee 39
D–65191 Wiesbaden
Email: Arna.Shab@HSK-Wiesbaden.de
Serie – Allergie & BK 5101
Beurteilung der Auswirkungen einer Allergie gegenüber p-Phenylendiamin: Erläuterungen anhand von Fallkonstellationen
C. Skudlik, W. Wehrmann, S.M. John, D. Becker, H. Dickel, J. Geier, H. Lessmann, V. Mahler, F.-D. Zagrodnik, E. Wagner, E. Weisshaar und T.L. Diepgen für die Arbeitsgruppe “Bewertung der Allergene bei BK " der Arbeitsgemein
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 57, Nr. 4/2009, S. 167–171
Beurteilung der Auswirkungen einer Allergie gegenüber p-Phenylendiamin: Erläuterungen anhand von Fallkonstellationen
C. Skudlik1, W. Wehrmann1, S.M. John1, D. Becker2, H. Dickel3, J. Geier4, H. Lessmann4, V. Mahler5, F.-D. Zagrodnik6, E. Wagner7, E. Weisshaar8 und T.L. Diepgen9 für die Arbeitsgruppe “Bewertung der Allergene bei BK 5101" der Arbeitsgemein
1Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 2Universitäts-Hautklinik Mainz, 3Universitäts-Hautklinik Bochum, 4Informationsverbund Dermatologischer Kliniken, Universität Göttingen, 5Universitäts-Hautklinik Erlangen, 6Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Berlin, 7Fachärztin für Dermatologie, Berlin, 8Abteilung Klinische Sozialmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg
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Die nachfolgenden Empfehlungen anhand von Fallkonstellationen dienen zur Beurteilung der Auswirkungen einer Allergie gegenüber p-Phenylendiamin in Abhängigkeit des Ausprägungsgrades der Sensibilisierung (inklusive Kreuzsensibilisierungen). Die hieraus resultierenden Bewertungen sind die Basis für die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) bei berufsbedingten Hauterkrankungen nach BK-Nr. 5101 der Berufskrankheitenverordnung.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Skudlik
Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie
Universität Osnabrück
Sedanstraße 115
D–49090 Osnabrück
Email: cskudlik@uos.de
Mitteilung
1 Jahr Alitretinoin – Rückblick und Ausblick
Abstract
1 Jahr Alitretinoin – Rückblick und Ausblick
Mitteilung
CARPE-Registerprojekt der DDG zum chronischen Handekzem – jetzt Online-Erfassung möglich
Abstract
CARPE-Registerprojekt der DDG zum chronischen Handekzem – jetzt Online-Erfassung möglich
Kurzberichte