Jahrgang 57, No. 3/2009(3. Quartal)
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Dermatologie in Beruf und Umwelt
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Editorial
T.L. Diepgen
Übersicht
Para-Phenylendiamin – wird eine häufige und wichtige Kontaktsensibilisierung in Deutschland übersehen?
T.L. Diepgen
Abstract
T.L. Diepgen
Abteilung Klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg
Para-Phenylendiamin (PPD) ist ein wichtiges und weltweit häufig vorkommendes Kontaktallergen. Die Prävalenz von Kontaktsensibilisierungen gegenüber Para-Phenylendiamin wird bei Patienten weltweit auf 4% bis 5% geschätzt. Die häufigste Ursache für eine Sensibilisierung ist die Exposition gegenüber Haarfarben, aber auch der berufliche Kontakt zu Haarfärbemitteln und Kreuzsensibilisierungen gegenüber Textilien werden häufig berichtet. Aufgrund möglicherweise iatrogen ausgelöster Sensibilisierungen wird PPD in Deutschland leider nicht mehr routinemäßig in der Standardreihe, aber auch nicht mehr in der Friseurreihe getestet. Bei der Untersuchung einer Stichprobe von Hautarztberichten, die bei der BGW eingegangen sind, ist aufgefallen, dass in keinem Hautarztbericht bei Friseuren, in dem eine Epikutantestung durchgeführt wurde (etwa in 80%), PPD getestet wurde. Da es sich bei PPD nach wie vor um ein häufiges und wichtiges Kontaktallergen handelt, das sowohl bei privater als auch beruflicher Exposition von erheblicher Bedeutung ist, sollte es nicht nur bei Friseuren Bestandteil der allergologischen Abklärung eines Kontaktekzems oder einer Kontaktsensibilisierung sein. Andernfalls übersehen wir in Deutschland ein wichtiges Kontaktallergen.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. T.L. Diepgen
Klinische Sozialmedizin mit Schwerpunkt Berufs- und Umweltdermatologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
D-69115 Heidelberg
Email: thomas.diepgen@med.uni-heidelberg.de
Originalarbeit
Zertifizierung: “Berufsdermatologie (ABD)”: Neues Seminar-Curriculum 2010 der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
S.M. John, O. Blome, S. Brandenburg, T.L. Diepgen, M. Fartasch, W. Wehrmann, und P. Elsner
Abstract
S.M. John1, O. Blome2, S. Brandenburg3, T.L. Diepgen4, M. Fartasch5, W. Wehrmann1, 6 und P. Elsner7
1Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 2IAEBK, Köln, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Geschäftsführung, Hamburg, 4Abteilung Klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie, Universitätsklinikum Heidelberg, 5Abteilung Klinische und Experimentelle Berufsdermatologie, Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA), Ruhr-Universität Bochum, 6Hautärztliche Gemeinschaftspraxis, Münster, 7Klinik für Dermatologie und Allergologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Im Gesamtkonzept eines Qualitätsmanagements in der Berufsdermatologie ist die Zertifizierung von präventiv tätigen Berufsdermatologen und Gutachtern ein wichtiger Baustein. Mit dem Zertifikat “Berufsdermatologie ABD” hat die Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der DDG ein wichtiges Fortbildungsangebot geschaffen. Das neue Seminar-Curriculum 2010 berücksichtigt die wegweisenden Weiterentwicklungen der letzten Zeit in der Berufsdermatologie (Bamberger Merkblatt 2008/2009 unter Einschluss von Hautkrebs, optimiertem Hautarztverfahren, Stufenverfahren Haut, Änderungen der Gefahrstoffverordnung/TRGS, Stärkung des ambulanten und stationär-ambulant vernetzten Heilverfahrens, Empfehlungen und Leitlinien der DDG/ABD). Die Fortbildungsinhalte zur Erlangung der Zertifizierung “Berufsdermatologie (ABD)” werden in vier jeweils ganztägigen Modulen (je 7 Stunden) vermittelt: Grund-, Aufbau-, Spezialseminar I und II. Erstmals wird dabei dem beruflichen Hautkrebs ein eigenes Seminar gewidmet. Die Seminare sind interaktiv; bestimmend ist die kollegiale, praxisorientierte Diskussion mit ausgewiesenen Experten aus unterschiedlichen Disziplinen (Dermatologen, Sozialjuristen). Der Besuch der aufeinander aufbauenden Seminare sollte in chronologischer Reihenfolge in einem Zeitraum von maximal 5 Jahren erfolgen. Zum Erhalt des Zertifikats ist einmal alle 5 Jahre die Teilnahme an einem der ABD-Qualitätszirkel (7 Stunden) erforderlich, in denen jeweils die aktuelle Rechtslage und jüngere Sozialgerichtsentscheidungen anhand von Falldiskussionen thematisiert werden. Über 600 Dermatologen sind bereits durch die ABD zertifiziert worden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S.M. John
Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie
Universität Osnabrück
Sedanstraße 115
D–49090 Osnabrück
Email: johnderm@uos.de
Serie – Allergie & BK 5101
Begründung für die Beurteilung der Auswirkung einer Allergie gegenüber Methyldibromoglutaronitril und Phenoxyethanol (MDBGN und PE) im Rahmen der MdE-Bewertung
H. Dickel, B. Künzlberger, D. Becker, J. Geier, S.M. John, H. Lessmann, V. Mahler, F. Zagrodnik, C. Skudlik, E. Wagner, E. Weisshaar und T.L. Diepgen für die Arbeitsgruppe “Bewertung der Allergene bei BK ” der Arbeits
Abstract
H. Dickel1, B. Künzlberger1, D. Becker2, J. Geier3, S.M. John4, H. Lessmann5, V. Mahler6, F. Zagrodnik7, C. Skudlik4, E. Wagner8, E. Weisshaar9 und T.L. Diepgen9 für die Arbeitsgruppe “Bewertung der Allergene bei BK 5101” der Arbeits
1Universitäts-Hautklinik Bochum, 2Universitäts-Hautklinik Mainz, 3Informationsverbund Dermatologischer Kliniken, Universität Göttingen, 4Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 5IVDK-Zentrale, Hautklinik Göttingen, 6Universitäts-Hautklinik Erlangen, 7Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Berlin, 8Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin, und 9Abteilung Klinische Sozialmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg
Die nachfolgenden evidenzbasierten Empfehlungen dienen zur Beurteilung der Auswirkung einer Allergie gegenüber Methyldibromoglutaronitril und Phenoxyethanol im Hinblick auf die dadurch verschlossenen Arbeitsmöglichkeiten, wie diese für die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) bei berufsbedingten Hauterkrankungen nach BK-Nr. 5101 der Berufskrankheitenverordnung notwendig ist. Die beiden Substanzen sind als flüssiges Konservierungsmittelgemisch unter dem Handelsnamen Euxyl® K 400 bekannt und fanden lange Zeit Verwendung in kosmetischen und körperpflegenden Produkten des Leave-on- und des Rinse-off-Typs. Seit April 2008 ist der Einsatz von MDBGN innerhalb der EU nicht mehr zugelassen; seither wird Euxyl® K 400 innerhalb der EU nicht mehr vertrieben. PE findet aufgrund seltener Sensibilisierung weiterhin Einsatz als Konservierungsmittel in Kosmetika sowie als Lösemittelbestandteil im technischen Bereich. Berufliche Sensibilisierungen werden im medizinischen Bereich (z.B. Kosmetiker, Fußpfleger, Altenpfleger, Masseure, Physiotherapeuten) und im technischen Bereich (Maschinisten, Mechaniker, Schlosser) beobachtet. Aufgrund der Vermeidbarkeit der Substanzen und der abnehmenden Bedeutung als Allergene ist die Auswirkung von Allergien gegenüber Methyldibromoglutaronitril und Phenoxyethanol als “geringgradig” einzuschätzen.Correspondence to:
Prof. Dr. T.L. Diepgen
Abteilung Klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
D–69115 Heidelberg
Email: thomas_diepgen@med.uni-heidelberg.de
Autorenreferate
10. Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD): Neue Horizonte in der Berufsdermatologie, 15. – 17. Oktober 2009, Osnabrück