Jahrgang 55, No. 2/2007(2. Quartal)
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Dermatologie in Beruf und Umwelt
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Originalarbeiten
Ist weiße Vaselin (Ph.Eur.) ein Kontaktallergen? Analyse von Daten des IVDK mit Diskussion zum Thema “Klassifikation schwacher Allergene”
A. Schnuch, H. Lessmann, J. Geier und W. Uter
Abstract
A. Schnuch1, H. Lessmann1, J. Geier1 und W. Uter2
1Informationsverbund Dermatologischer Kliniken an der Universität Göttingen, Göttingen, 2Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie der Universität Erlangen/Nürnberg, Erlangen
Sehr selten wurden Fälle einer Kontaktallergie gegen weiße Vaseline, die als Vehikel in Epikutantestzubereitungen dient, berichtet. Die quantitative Bedeutung dieses Phänomens ist bisher unklar geblieben. Deshalb wurden in einer retrospektiven Analyse die vom IVDK in den Jahren 1992 bis 2004 erfassten Daten ausgewertet. Von 79.365 mit weißer Vaseline als Kontrollsubstanz getesteten Patienten zeigten 27 eine “+” (0,03%) und 2 eine “+++” (0,003%) Reaktion. Die Mehrheit der nicht negativen Reaktionen (0,3%) wurden als fraglich (n = 235) oder irritativ (n = 32) interpretiert. Der negative “Reaction Index” (RI: –0.8), die hohe “Positivity Ration” (PR: 93%), besonders aber die fehlende Konkordanz mit anderen Epikutantestzubereitungen, die als Vehikel > 99% Vaseline enthielten, sprechen dafür, dass die Mehrheit der als “+” abgelesenen Reaktionen als irritativ, d.h. als falsch positiv anzusehen sind. Eine der beiden “+++” Reaktionen steht in Zusammenhang mit einem “angy back”. Die andere “+++” Reaktion beruhte wahrscheinlich auf einem Ablese- oder Dokumentationsfehler. Echte allergische Reaktionen auf weiße Vaseline im Epikutantest sind extrem selten, und beruhen dann wahrscheinlich auf einer deutlich erhöhten individuellen Empfindlichkeit. Vaseline wird deshalb nicht als Allergen betrachtet.
Modifizierte Publikation nach: Schnuch A., H. Lessmann, J. Geier, W. Uter: White petrolatum (Ph. Eur.) is virtually non-sensitizing. Analysis of IVDK data on 80000 patients tested between 1992 and 2004 and short discussion of identification and designation of allergens. Contact Dermatitis 54, 338-343 (2006).Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. Schnuch
Zentrale des IVDK
Universitäts-Hautklinik
Von Siebold Straße 3
D–37075 Göttingen
Email: aschnuch@med.uni-goettingen.de
Sebamed Hand Repair Balsam bei Patienten mit chronischem Handekzem: Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung
E. Weisshaar, F. Kirschner, E. Zimmermann, T. Bruckner
Abstract
E. Weisshaar1, F. Kirschner1, E. Zimmermann1, T. Bruckner1,
1Abteilung Klinische Sozialmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg, 2Sebapharma GmbH & Co. KG, Boppard
Einleitung: Feuchtarbeit gilt als der wichtigste Risikofaktor für die Auslösung irritativer Handekzeme. Ein neuartiges Hautpflegepräparat mit dem patentierten Inhaltsstoff Dehydrosal reduzierte experimentell die durch Feuchtarbeiten oder Tragen okklusiver Handschuhe verursachten Hautquellungen und führte zu Glättung, Entquellung, Verbesserung des transepidermalen Wasserverlustes und Normalisierung der Hydratation. Material und Methode: In einer offenen Anwendungsstudie über 4 Wochen wurde die Hautverträglichkeit von einem dehydrosalhaltigen Externum (Sebamed Hand Repair Balsam) unter zweimal täglicher Anwendung bei 30 Patienten mit chronischem Handekzem in Feuchtberufen untersucht. Zielgrößen waren die Veränderung verschiedener morphologischer Parameter des Handekzems (Erythem, Schuppung, Lichenifikation, Hauttrockenheit), des Pruritus sowie die Beurteilung des Testprodukts durch den Patienten und den Arzt. Ergebnisse: Von 30 Probanden hatten 73% ein irritatives, 10% ein atopisches und 17% eine Mischform aus irritativem, atopischem und allergischem Handekzem. Die mittlere Erkrankungsdauer des Handekzems betrug 6,5 Jahre. 80% der Teilnehmer hatten einen chronisch rezidivierenden Verlauf. Bei 62% der Probanden konnte durch die Anwendung des Testpräparats eine leichte oder starke Verbesserung des Hautbefunds erzielt werden. Der Summenscore der morphologischen Schweregradparameter konnte im Untersuchungszeitraum statistisch signifikant gesenkt werden (durchschnittlicher Summenscore bei Erstuntersuchung 5,6, bei Abschlussuntersuchung 3,8). Durch die Anwendung des Testpräparats konnten Lichenifikation, Schuppung, Erythem und Hauttrockenheit deutlich gebessert werden. Schlussfolgerung: Sebamed Hand Repair Balsam ist bei Patienten mit chronischem Handekzem gut verträglich. Er ist zur Pflege bei Patienten mit mild ausgeprägten chronischen Handekzemen, die in einem hautbelastenden Beruf mit Feuchtarbeit tätig sind, gut geeignet. Patienten mit ausgeprägtem atopischem Ekzem oder mit hyperkeratotischen Plaques profitierten weniger von diesem Externum.Correspondence to:
Dr. med. Elke Weisshaar
Abteilung Klinische Sozialmedizin
Schwerpunkt Berufs- und Umweltdermatologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
D–69115 Heidelberg
Email: elke.Weisshaar@med.uni-heidelberg.de
Autorenreferate
2nd World Congress on Work-Related and Environmental Allergy – WOREAL & 6th International Symposium on Irritant Contact Dermatitis – ISICD