Jahrgang 54, No. 4/2006(4. Quartal)
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Dermatologie in Beruf und Umwelt
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Unerwünschte Kosmetika-Wirkungen
Wollwachsalkohole (Lanolin alcohol) – ein kontroversielles Kontaktallergen
W. Aberer
Abstract
W. Aberer
Universitäts-Hautklinik, Medizinische Universität Graz
Lanolin ist eine Bezeichnung für unterschiedlich zusammengesetzte, doch immer Wollwachsalkohole (INCI: Lanolin alcohol) in größerem Prozentsatz enthaltende Salbengrundlagen. Lanolin ist ein Bestandteil zahlreicher Lokaltherapeutika und Kosmetika. Die weite Verbreitung und häufige Anwendung, zum Teil auch auf entzündeter Haut, geht mit einer Vielzahl von positiven Testreaktionen im Epikutantest einher. Die Relevanz dieser Testergebnisse wird jedoch von manchen Autoren als sehr hoch, von anderen als Hinweis auf ein “angry back-Syndrom” und damit als meist irrelevant eingestuft. Ob Testreaktionen somit meist irritativer, oder häufig positiver Natur mit meist fehlender Relevanz, oder aber positive Testreaktionen mit sehr hoher Relevanz sind, entzweit die dermatologische Fachwelt. Unzweifelhaft ist aber, dass die Frage von großer Bedeutung ist und deshalb Konsequenzen nicht allein auf dem Epikutantestergebnis beruhen dürfen, sondern zumindest bei den schwach-positiven Testreaktionen ein ROAT und ein Gebrauchstest zur Abklärung des Ergebnisses unerlässlich erscheinen – bevor Karenzmaßnahmen empfohlen werden.
Correspondence to:
Prof. Dr. Werner Aberer
Universitäts-Hautklinik
Medizinische Universität Graz
Auenbruggerplatz 8
8036 Graz
Österreich
Email: werner.aberer@meduni-graz.at
Unerwünschte Kosmetika-Wirkungen
Unerwünschte Reaktionen auf Kosmetika – eine Übersicht
A. Schnuch
Abstract
A. Schnuch
Informationsverbund Dermatologischer Kliniken an der Universität Göttingen, Göttingen
Kosmetika bilden auf Grund ihrer unterschiedlichen Anwendungen, etwa als pflegende oder als dekorative Kosmetik, eine heterogen zusammengesetzte Produktgruppe. Pflegende Kosmetik findet eine breite Anwendung, andere Produktkategorien (z.B. Nagelkosmetika) werden weniger häufig benutzt. Während einerseits produktübergreifend bestimmte Stoffe eingesetzt werden (z.B. Duftstoffe und Konservierungsmittel), ist der Einsatz bestimmter Stoffe auf besondere Produkte begrenzt (z.B. Haarfarben). Auf Grund der ganz unterschiedlichen (chemischen) Eigenschaften der in Kosmetika eingesetzten Stoffe, und auf Grund des unterschiedlichen häufigen Einsatzes der einzelnen Produktkategorien unterscheiden sich auch die unerwünschten Reaktionen in ihrer Art und in ihrer Häufigkeit. Zu unterscheiden ist eine mögliche systemische Wirkung auf den Gesamtorganismus und eine lokal begrenzte Wirkung auf die Haut. Abgesehen von Einzelfällen systemischer Reaktionen/Intoxikationen, die auch auf einer falschen Anwendung beruhen können, werden als wesentliche systemische Effekte die auf das endokrine Systeme und auf die Entstehung von Malignomen diskutiert. Während endokrine Effekte sehr wahrscheinlich zu vernachlässigen sind, sind die Ergebnisse der zahlreichen epidemiologischen Studien zum Einfluß des Haarefärbens auf die Malignomentstehung widersprüchlich. Bei den lokalen Reaktionen an der Haut sind zahlenmäßig lediglich die irritativen und allergischen Kontaktekzeme von Bedeutung. Durch Kosmetikainhaltsstoffe verursachte Sensibilisierungen sind insofern von Bedeutung, als es sich dabei um bleibende Veränderungen des Immunsystems handelt, die auch bei Kosmetika-fremder Exposition (z.B. gegenüber Berufsstoffen) zu einem Ekzem-Rezidiv führen können. Als Allergene spielen vor allem bestimmte Duftstoffe, Konservierungsmittel und oxidative Haarfarben eine Rolle. In der Bevölkerung treten Kosmetika-assoziierte allergische Kontaktekzme mit einer Häufigkeit von etwa 0,1% (100 pro 100.000) pro Jahr auf. Wenn es sich also relativ zur weiten Verbreitung um eher seltene Ereignisse handelt, ist die Zahl der Fälle doch derart, dass Anstrengungen zu ihrer Reduzierung und zur ständigen Überwachung angebracht bleiben.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Axel Schnuch
Zentrale des IVDK
Univ.-Hautklinik
Von Siebold Straße 3
D–37075 Göttingen
Email: aschnuc@gwdg.de
Unerwünschte Kosmetika-Wirkungen
Die Informations- und Dokumentationsstelle für Kontaktallergien (IDOK) des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK)
H. Lessmann, W. Uter, J. Geier und A. Schnuch
Abstract
H. Lessmann1, W. Uter2, J. Geier1 und A. Schnuch1
1Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Universität Göttingen, Göttingen, 2Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Unverträglichkeitsreaktionen auf Kosmetika sind meist irritativer Natur. Da es sich aber bei der Diagnose “irritative Kontaktdermatitis” um eine Ausschlussdiagnose handelt, ist es erforderlich, die Frage nach einer Kontaktallergie gegen eines der Produktbestandteile zu beantworten. Gelingt dies nicht mit der Epikutantestung kommerzieller Allergene, stellt sich die Notwendigkeit einer zusätzlichen Testung der Einzelbestandteile (“Aufschlüsselung des Produktes”). Die “Informations- und Dokumentationsstelle für Kontaktallergien” (IDOK) hat die Funktion, die kausale Aufklärung einer vermuteten “Unverträglichkeit” auf ein Kosmetikum zu unterstützen. Dabei wirken der Hersteller, ein zur fachlichen Diagnostik eingeschalteter Arzt und IDOK zusammen. Bisher wurden 1.160 Anfragen von 775 Dermatologen an 53 Hersteller registriert und zu 639 Anfragen (55%) liegen Rückmeldungen vor. Die Anfragen betrafen mehr als 1.100 verschiedene Produkte mit mehr als 1.600 Inhaltsstoffen oder Rohstoffgemischen. IDOK gewährleistet nicht nur die notwendige Standardisierung der Testungen. Sie ermöglicht außerdem eine flächendeckende Erfassung von vermuteten allergischen Unverträglichkeiten und eine Überwachung im Sinne einer “Cosmetovigilance”, die frühzeitig “neue” Kontaktallergene entdecken und in ihrer Bedeutung beurteilen kann. Gleichzeitig können dabei die Testempfehlungen validiert und ggfs. optimiert werden.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Holger Lessmann
Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Universität Göttingen
von-Siebold-Straße 3
D–37075 Göttingen
Email: hlessma1@gwdg.de
Begutachtung und Rechtssprechung
Plattenepithelkarzinom nach Stromunfall
T.L. Diepgen und M. Bock
Abstract
T.L. Diepgen und M. Bock
Abteilung Klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg
Correspondence to:
Prof. Dr. med. T.L. Diepgen
Abteilung Klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
D-69115 Heidelberg
Email: thomas.diepgen@med.uni-heidelberg.de
Nachruf
Nachruf Volker Ziegler (1941 – 2006)
P. Elsner
Nachruf
Eberhard Zschunke zum Gedenken (1920 – 2006)
A. Rothe und H. Folesky
Abstract
A. Rothe und H. Folesky
Leserbrief
Leserbrief zur Arbeit: S.M. John et al. “Negativliste: Hautirritabilitäts- und Hautfunktionsdiagnostik zur Erfassung und Bewertung irritativer Hautschäden”
U. Wollina
Abstract
U. Wollina
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Krankenhaus Dresden-Freidrichstadt, Städtisches Klinikum, Dresden