Jahrgang 52, No. 4/2004(4. Quartal)
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Dermatologie in Beruf und Umwelt
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Originalarbeiten
Das Stratum corneum in vitro –ein Modell zur Entwicklung von Hautschutzpräparaten mit entquellenden Eigenschaften auf die Hornschicht
W. Gehring
Abstract
W. Gehring
Hautklinik Karlsruhe
Das irritativ gequollene Stratum corneum in vitro kann als Modell dienen, den entquellenden Einfluß verschiedener Substanzen zu testen, so daß eine diesbezügliche Einstufung und Klassifizierung unterschiedlicher Wirkstoffe möglich ist. Die Ergebnisse konnten in vivo an durch Okklusion irritativ gequollener Haut bestätigt werden. Somit bietet das Stratum corneum in vitro eine methodische Basis für die Entwicklung von Hautpflegepräparaten, von denen eine entquellende und hautglättende Wirkung zu erwarten ist.Correspondence to:
Prof. Dr. W. GehringHautklinik KarlsruheMoltkestraße 120D–76133 Karlsruhe
Email: chefarzt-hautklinik@klinikum-karlsruhe.de
Originalarbeiten
Chemische Substanzen und Kontaktallergie – eine Bewertung von 244 Substanzen
E. Schlede, W. Aberer, T. Fuchs, I. Gerner, H. Lessmann, T. Maurer, R. Rossbacher, G. Stropp, E. Wagner und D. Kayser
Abstract
E. Schlede1, W. Aberer2, T. Fuchs3, I. Gerner1, H. Lessmann4, T. Maurer5, R. Rossbacher6, G. Stropp7, E. Wagner8 und D. Kayser9
1Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, 2Abteilung für Dermatologie der Universität Graz, 3Abteilung für Dermatologie der Georg-August Universität Göttingen, 4Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Georg-August Univer
Eine Arbeitsgruppe von 30 Experten (Dermatologen, Wissenschaftler der Chemischen Industrie und Vertreter von Bundesbehörden) hatte zwischen 1985 und 2001 Kriterien für die Bewertung der kontaktallergenen Potenz von chemischen Substanzen aufgestellt und mit diesen die allergene Potenz bzw. die Bedeutung als Kontaktallergen für den Menschen von 244 Chemikalien, die als chemische Stoffe oder definierte Inhaltsstoffe von Naturprodukten charakterisiert sind, in drei Kategorien eingeteilt.
Für die Bewertungen wurden aus der Literatur verfügbare Beobachtungen beim Menschen, Daten aus experimentellen Untersuchungen am Tier sowie gegebenenfalls Überlegungen zu Struktur-Wirkungs-Beziehungen herangezogen. In die Kategorie A wurden bedeutende Kontaktallergene eingeordnet. Chemische Substanzen mit begründeten Hinweisen auf eine sensibilisierende Wirkung auf die Haut oder auch auf mögliche Kreuzreaktionen finden sich in der Kategorie B und chemische Substanzen mit fraglicher kontaktallergener Wirkung und unbedeutende Kontaktallergene in der Kategorie C. Einen Überblick der 98 Substanzen der Kategorie A, der 77 Substanzen der Kategorie B und der 69 Substanzen der Kategorie C geben drei tabellarische Anhänge.
*Nachdruck aus Toxicology, Vol 193, No 3, 2003, pp 219-259
Schlede E., W. Aberer, T. Fuchs, I. Gerner, H. Lessmann, T. Maurer, R. Rossbacher, G. Stropp, .E. Wagner, D. Kayser: “Chemical substances and contact allergy – 244 substances ranked according to allergenic potency” mit Erlaubnis von Elsevier.
*Reprinted from Toxicology, Vol 193, No 3, 2003, pp 219-259
Schlede E., W. Aberer, T. Fuchs, I. Gerner, H. Lessmann, T. Maurer, R. Rossbacher, G. Stropp, E. Wagner, D. Kayser: “Chemical substances and contact allergy – 244 substances ranked according to allergenic potency” with permission from Elsevier.Correspondence to:
Dr. Eva Schlede a.D.Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)Thielallee 88 – 92D-14195 Berlin
Originalarbeiten
Inzidenz der Hauttumoren unterschätzt? Ein Problem bei der Beurteilung berufsbedingter Hauttumoren – Pilotstudie zur Basaliomhäufigkeit
V. Ziegler, U. Büchner und B. Ziegler
Abstract
V. Ziegler, U. Büchner und B. Ziegler
Ärztenetz “Medizin und Mehr”, Bünde/Westfalen
Im Zeitraum vom 01.09.2000 bis 31.08.2001 wurden alle histologisch gesicherten Basaliome von 11 niedergelassenen Kollegen des Bünder Ärztenetzes (und des örtlichen Krankenhauses) erfaßt. Insgesamt wurden durch die beteiligten fünf Fachrichtungen (Dermatologie, HNO, Ophthalmologie, Chirurgie und Hausärzte) 210 Basaliome exzidiert. Damit ist die Inzidenz etwa doppelt so hoch wie erwartet. Die Differenz wird mit den unterschiedlichen Erfassungsmodalitäten erklärt. Wenn sich diese Daten durch weitere Untersuchungen bestätigen, wird die Anerkennung berufsbedingter Hauttumoren schwieriger.Correspondence to:
Prof. Dr. V. ZieglerHolzhauser Straße 8D-32257 Bünde
Email: Ziegler-buende@t-online.de
Kasuistik
Akrylatallergie bei einem Zahnarzt
A. Kleinheinz und B.M. Hausen
Abstract
A. Kleinheinz und B.M. Hausen
Allergieabteilung, Dermatologisches Zentrum, Elbe-Klinikum Buxtehude
Ein 51-jähriger Zahnarzt klagte über arbeitskongruente ekzematische Veränderungen an den Fingerkuppen beider Hände. Anamnestisch, im Pricktest und in der CAP-Untersuchung fanden sich keine Hinweise auf eine atopische Diathese. Im Epikutantest mit der Standardreihe, Desinfektions-, Konservierungsmitteln, Antioxidantien, Emulgatoren, Lokalanästhetika, zwei kommerziellen Zahnreihen, Toluolsulfonamid/Formaldehyd-Harz (TSFR) und einer hauseigenen Akrylatreihe zeigten sich zwei- und dreifach positive Reaktionen auf 12 Akrylate sowie schwächere auf den Duftstoff-Mix, Propolis und p-Aminoazobenzol. In einer Monate später stattfindenden Nachtestung konnte die Reaktion auf den Duftstoff-Mix, Propolis und p-Aminoazobenzol nicht reproduziert werden; die einzelnen Duftstoffe blieben negativ. Die Hautbeschwerden besserten sich nach Anwendung von Kortikosteroiden und konsequenter Pflege mit rückfettenden Emollientien (z.T. unter Dunst). Da es immer wieder zu Rezidiven kam, nahm der Zahnarzt schließlich eine Kollegin in die Praxis auf, die ihm das Arbeiten mit Akrylaten ersparte. Seither sind die Beschwerden bis auf Restherde an vier Fingerkuppen zurückgegangen.Correspondence to:
Dr. A. KleinheinzAllergieabteilungDermatologisches ZentrumElbe-Klinikum BuxtehudeAm Krankenhaus 1D-21614 Buxtehude
Email: A.Kleinheinz@elbekliniken.de
Kasuistik
Allergisches Kontaktekzem auf Euro-Münzen
M. Häberle
Abstract
M. Häberle
Dermatologische Praxis, Künzelsau
Es wird über den Fall einer 37-jährigen Kassiererin in einem Drogeriemarkt berichtet, die arbeitskongruent im Sommer 2001 ein dyshidrotisches Handekzem entwickelte. Im Epikutantest fand sich eine Typ-IV-Allergie gegenüber Nickel und Kobalt. Als im Januar 2002 die neuen Euro-Münzen eingeführt wurden, heilte die Symptomatik ab. Fünf Monate später kam es zu einem schweren Rezidiv des allergischen Kontaktekzems. Handekzeme, die durch Münzgeld ausgelöst werden, sind schon seit 1930 bekannt. Ihre geringe Häufigkeit bei Kassiererinnen ist wahrscheinlich auf die fehlende Feuchtarbeit und die Abwesenheit von Irritanzien zurückzuführen. Die Nickel Directive der EU von 1994 zählt Münzen “nicht zu den Gegenständen, die direkten und intensiven Hautkontakt haben”. Die Bimetallstruktur der Ein- und Zwei-Euro-Münzen begünstigt die Korrosion und die Freisetzung von Nickel in vitro. Bei Inkubation in künstlichem Schweiß kann eine galvanische Spannung von 30 – 40 mV aufgebaut werden. Durch den dadurch ausgelösten Strom kann die Nickelfreisetzung gesteigert werden. Er ist dort am stärksten, wo sich die beiden unterschiedlich zusammengesetzten Legierungen berühren.Correspondence to:
Dr. med. M. HäberleArzt für Dermatologie und VenerologieAllergologie – BerufsdermatologieUmweltmedizin – Naturheilverfahren Chirotherapie – Ambulante OperationenStuttgarter Straße 5D-74653 Künzelsau
Mitteilungen
Aus der Internationalen Literatur
Abstract
Contact Dermatitis 49, 32-36 (2003)Citral, ein Duftstoff-Allergen und IrritansCitral a fragrance allergen and irritantS. Heydorn et al.Department of Dermatology, Gentofte Hospital, University of CopenhagenContact Dermatitis 49, 77-79 (2003)Angioödem und Dysphagie durch Kontaktallergie auf inhaliertes BudesonidAngioedema and dysphagia caused by contact allergy to inhaled budesonideC. Pirker, A. Misic und P.J. FroschDepartment of Dermatology, Klinikum Dortmund gGmbH, University of Witten/Herdecke, GermanyContact Dermatitis 49, 287-289 (2004)Patch testing with fine fragrances: comparison with fine fragrance mix, balsam of Peru and fragrance seriesParfüm-Epikutantestung: Vergleich zwischen Duftstoffmix, Perubalsam und zwei bekannten ParfumsA. Trattner and M. DavidDepartment of Dermatology, Tel Aviv University IsraelContact Dermatitis 49, 180-184 (2003)Chloroatranol an extremely potent allergen hidden in perfumes: a dose-response elicitation studyChloroatranol ist ein potentes Allergen in Parfums: eine Studie zur auslösenden MinimalkonzentrationJohansen et al.Department of Dermatology, University of Kopenhagen, DenmarkExogenous Dermatology 2, 270–276 (2003)24-Stunden-Okklusion im Vergleich zu 48-Stunden-Okklusion im Epikutantest
24-Hour versus 48-hour occlusion in patch testingS.I. Ale1 and H.I. Maibach21Department of Dermatology, School of Medicine, University of Uruguay, Montevideo, Uruguay, 2Department of Dermatology, University of California, San Francisco, CA, USAContact Dermatitis 49, 189-193 (2003)Nachweis von beruflichen allergischen Kontaktdermatitiden durch EpikutantestungDetection of occupational allergic contact dermatitis by patch testingL.-F. Li, A. Sujan und J. WangDepartment of Dermatology, Peking University Third Hospital, Beijing, China
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Kurzberichte
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