Jahrgang 51, No. 2/2003(Ausgabe 2)
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Dermatologie in Beruf und Umwelt
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Originalarbeiten
Kontaktallergien bei Bauarbeitern – Ergebnisse einer multifaktoriellen Analyse von IVDK-Daten
W. Uter, R. Rühl, A. Pfahlberg, J. Geier, A. Schnuch und O. Gefeller
Abstract
W. Uter1, R. Rühl2, A. Pfahlberg1, J. Geier3, A. Schnuch3 und O. Gefeller1
1Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg, 2Bau-Berufsgenossenschaft, Frankfurt am Main, 3Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Georg-August-Universität, Göt
Für Ekzempatienten aus der Bauwirtschaft wurde das Risiko einer Kontaktallergie (KA) gegen wichtige “ubiquitäre” Allergene ermittelt. Hierzu wurden multifaktorielle Poisson-Regressionsanalysen durchgeführt, wobei für den Einfluß einer Reihe von potentiellen Confoundern kontrolliert wurde. Die Analyse basierte auf den standardisierten anamnestischen und Testdaten von 82.561 Patienten, die in den 33 teilnehmenden deutschen und österreichischen Zentren des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) zwischen 1992 und 2000 epikutan getestet wurden. Bei den 1238 Bauarbeitern wurde eine KA gegen 5 der 18 Allergene bzw. Allergenmixe der Standardreihe signifikant häufiger beobachtet: gegen Dichromat, Epoxidharz (DGEBA), Kobalt, Thiurame und N-isopropyl-p-phenylendiamin (IPPD). Dies wurde durch die multifaktorielle Analyse bestätigt. Dichromat ist weiterhin das herausragende Allergen in diesem Sektor und es ist bisher kein eindeutiger Rückgang der Sensibilisierungsquote festzustellen. Aus diesem Grund sollte die Zugabe von Eisensulfat, die in Skandinavien die Sensibilisierungsinzidenz erheblich senken konnte, weiter forciert werden. Wenngleich KA gegen andere Berufsallergene wie Thiurame, IPPD und Epoxidharz oder Kobalt (letztere sehr häufig mit einer Dichromat-KA assoziiert) seltener sind, sollten sich die präventiven Interventionen nicht auf Dichromat beschränken. Vielmehr sollte der Einsatz geeigneter Schutzhandschuhe insgesamt gefördert werden. Diese sollten neben ihrer technischen Eignung ein möglichst geringes eigenes KA-Risiko, z.B. durch Thiurame in Synthesekautschuk (Butyl, Nitril) oder Chromat in Leder, aufweisen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. W. Uter
Institut für Medizininformatik,
Biometrie und Epidemiologie
Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
Waldstraße 6
D-91054 Erlangen
Originalarbeiten
In-vitro-Studien zur Hautverträglichkeit von Kühlschmierstoffen
W. Pittermann, W. Holtmann und M. Kietzmann
Abstract
W. Pittermann1, W. Holtmann1 und M. Kietzmann2
1Henkel KGaA, Düsseldorf, and 2Institute for Pharmakology, Toxicology and Pharmacy, Veterinary School, Hannover
Untersucht wurden 10 wasser- und wasserunlösliche Kühlschmierstoffe (KSS) der Multan-Reihe (Henkel Technologies) als Konzentrate oder gebrauchsfertige Emulsionen auf lokale Verträglichkeit mit einem In-vitro-Testverfahren. Das Hautmodell des isoliert perfundierten Rindereuters (BUS-Modell) mit natürlicher Hautbarriere und aktivem Metabolismus erscheint als geeignet, bestimmte Fragestellungen zur Hautverträglichkeit, die sich aus der Entwicklung und dem Einsatz von Kühlschmierstoffen ergeben, experimentell zu bearbeiten. Dazu zählen die Auswahl geeigneter Biozidprodukte und Emulgatorsysteme, die Bestimmung des Konzentrationsspektrums für positive Hautverträglichkeit, die Entwicklung von KSS-Konzepten durch Zugabe von nativen Ölen pflanzlicher Herkunft und die Klärung von Hautproblemen in Betrieben. Die vorgestellten Ergebnisse von 10 wasser- und nicht wassermischbaren Kühlschmierstoffen von Henkel Technologies zeigen, daß die umfassende Prüfung auf Hautverträglichkeit bei der Entwicklung und Anwendung von KSS ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung geworden ist.Correspondence to:
Dr. W.F. Pittermann
ECVP
Henkel KGaA
D-40191 Düsseldorf
Originalarbeiten
Haarkosmetika-Allergene bei Friseurinnen und Kundinnen – 8-Jahres-Trends aus dem “IVDK”
W. Uter, H. Lessmann, J. Geier und A. Schnuch
Abstract
W. Uter1, H. Lessmann2, J. Geier2 und A. Schnuch2
1Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Universität Erlangen-Nürnberg, 2Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Georg-August-Universität, Göttingen
Kontaktallergien gegen Bestandteile von Haarkosmetika können nicht nur die besonders exponierten Friseure, sondern auch Friseurkunden bzw. Selbstanwender betreffen. Die vorliegende Analyse umfaßt Patientinnen, die in den beteiligten Zentren des IVDK zwischen 1995 und 2002 getestet wurden und bei denen Haarkosmetika als Ekzemauslöser in Verdacht standen. Dabei wurde zum einen in eine Gruppe aktueller oder früherer Friseurinnen (F) mit Berufsdermatose (n = 884) stratifiziert, zum anderen in “Kundinnen” (K), die nie Friseurin waren (n = 1217). Ein früheres atopisches Ekzem wurde in dem wesentlich jüngeren F-Kollektiv (Altersmedian 24, bei K: 46 Jahre) fast doppelt so häufig dokumentiert. Die Analyse des Sensibilisierungsspektrums zeigte den bekannten Rückgang der GMTG-Sensibilisierung von 31,2% auf 8,5% bei F. Bei K waren – ohne erkennbaren Zeittrend – insgesamt 1,7 % GMTG-sensibilisiert. Bezüglich p-Phenylendiamin zeigte sich bei F ein stetiger Rückgang von 27,6% auf 17,2%, dagegen kein Trend bei K (12,6% bzw. 16,6% im ersten bzw. letzten 2-Jahres-Zeitraum). Demgegenüber war bei p-Toluylendiamin nur ein leichter Rückgang bei F (von 29,5% auf 24,8%), aber ein signifikanter Anstieg bei K (von 8,7% auf 16,7%) zu verzeichnen. Ebenso zeigte sich bei Ammoniumpersulfat ein Anstieg von 3,1% auf 6,8% bei K, bei stabiler Quote bei F (ca. 26%). Interessanterweise betrug die Quote der Sensibilisierten F beim Thiuram-Mix bis 1998 ca. 4%, danach 0,5%, was auf veränderte Expositionsbedingungen hinweisen könnte, ebenso wie die anderen o.g. Veränderungen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. W. Uter
Institut für Medizininformatik,
Biometrie und Epidemiologie
Friedrich Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
Waldstraße 6
D-91054 Erlangen
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