Jahrgang 35, No. 6/2009(Juni)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Übersicht
Nanoplexe zur pulmonalen Gentherapie
A. Aigner
Abstract
A. Aigner
Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Forschungseinheiten, Philipps-Universität Marburg; TransMIT-Projektbereich für Therapeutisches Gentargeting
Die Nanotechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts und gestattet die Herstellung nanodimensionierter Partikel, die sich aufgrund neuer physikalischer und chemischer Eigenschaften für spezielle medizinische Anwendungen eignen. So können nanoskalige Objekte als Trägersysteme für die pulmonale Verabreichung von Therapeutika genutzt werden. Neben kleinen Molekülen gilt dies auch für therapeutische Nukleinsäuren, die so zeitlich und räumlich kontrolliert in die Lunge eingeschleust und dort intrazellulär freigesetzt werden sollen. Durch Verwendung von sogenannten “small interfering RNAs (siRNAs)” gestattet dies auch die Induktion der RNA-Interferenz (RNAi), die den gezielten knockdown pathologisch hochregulierter Gene ermöglicht und damit neue Therapieoptionen beispielsweise bei Lungentumoren bzw. -metastasen eröffnet.Correspondence to:
Prof. Dr. ing. A. Aigner
Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Medizinische Forschungseinheiten
Philipps-Universität Marburg
Karl-von-Frisch-Straße 1
D-35032 Marburg
Email: aigner@staff.uni-marburg.de
Übersicht
Tuberkulosevorsorge bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst
A. Nienhaus, M. Harling, A. Schablon und R. Diel
Abstract
A. Nienhaus1, M. Harling1, A. Schablon1 und R. Diel2
1Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege,Hamburg, 2Zusatzstudiengang Public Health, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf
Die Wahrnehmung des beruflichen Tuberkulose-Infektionsrisikos für Beschäftigte im Gesundheitswesen hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert. Insbesondere molekularepidemiologische Studien mittels Fingerprinting sowie Evaluationsstudien zum Interferon-gamma-release assay (IGRA) haben unser Verständnis von der Epidemiologie der Tuberkulose im Gesundheitswesen in Ländern mit niedriger Tuberkulose-Inzidenz verbessert. In der Hamburger Fingerprintstudie waren 80% der Tuberkulose-Erkrankungen bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst durch eine Übertragung am Arbeitsplatz verursacht. In einer vergleichbaren niederländischen Studie waren es 43%. Neben den typischen Einrichtungen, in denen Tuberkulose-Patienten behandelt oder Sputumproben untersucht werden, bestehen erhöhte Infektionsrisiken auch für den Rettungsdienst, die Notaufnahme und die Betreuung von Risikogruppen (Obdachlose, Drogensüchtige, Immigranten aus Gebieten mit hoher Tuberkulose-Inzidenz) sowie bei Beschäftigung in der Altenpflege. Im Berufskrankheitenverfahren gelten diese Beschäftigtengruppen als infektionsgefährdet, auf den Nachweis einer Infektionsquelle (Indexperson) kann deshalb verzichtet werden. Auch wenn der Anteil beruflich verursachter Tuberkulose-Erkrankungen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen höher ist als zuvor angenommen, zeigen die IGRA-Studien eine mit rund 10% geringe Prävalenz der latenten Tuberkulose-Infektion (LTBI) bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst. Mit zunehmendem Alter der Beschäftigten ist die LTBI-Prävalenz allerdings deutlich höher (56,5% bei über 60-Jährigen). Mit dem IGRA steht eine neue, valide Methode zur Diagnose einer LTBI zur Verfügung. Da die Häufigkeit der LTBI im Gesundheitswesen gering ist, sollte eine frische Infektion bei Beschäftigten im Gesundheitswesen behandelt werden, um die Progredienz zu einer aktiven Tuberkulose zu verhindern. Die Vorsorgeuntersuchungen sollten so gestaltet sein, dass sie die Entdeckung frischer Infektionen gewährleisten. Zu diesem Zweck sollten vor allem enge Kontaktpersonen untersucht werden. Die Bestimmung eines Ausgangswertes vor Aufnahme einer gefährdenden Tätigkeit ist sinnvoll.Correspondence to:
PD Dr. med. A. Nienhaus
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
Fachbereich Gesundheitsschutz
Pappelallee 35/37
D-22089 Hamburg
Email: Albert.Nienhaus@bgw-online.de
Übersicht
CAT: COPD Assessment Test
P. Kardos
Abstract
P. Kardos
Gemeinschaftspraxis und Zentrum für Pneumologie, Allergie und Schlafmedizin, Klinik Maingau, Frankfurt am Main
CAT ist ein Fragebogen mit 5 – 6 validierten Fragen, um die Eigenbeurteilung des COPD-Patienten über seinen aktuellen Zustand zu erfassen und Entscheidungen über die Therapie in der Sprechstunde zu erleichtern. CAT dient nicht der Diagnosestellung von COPD. Wahrscheinlich wird den Fragebogen der Patient ausfüllen, um dann mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Es handelt sich um eine standardisierte und validierte Methode zur Beurteilung des eigenen Zustands durch den COPD-Patienten, um eine möglichst präzise und umfassende Beurteilung während einer kurzen Konsultationszeit dem Arzt mitzuteilen. CAT ist auch eine standardisierte Methode, um die Krankheit langfristig zu beobachten.Correspondence to:
Dr. med. P. Kardos
Gemeinschaftspraxis und Zentrum für Pneumologie, Allergie und Schlafmedizin
Klinik Maingau
Scheffelstrasse 33
D-60318 Frankfurt am Main
Email: Kardos@Lungenpraxis-Maingau.de
Übersicht
Pneumokokken-Impfung: Senkung der Mortalität bei invasiven Verläufen und Pneumonien
T. Weinke und W. Güthoff
Abstract
T. Weinke und W. Güthoff
Abteilung für Gastroenterologie/Infektiologie, Klinikum Ernst von Bergmann gGmbh, Potsdam
Mehr als 10.000 Menschen sterben jährlich an einer Pneumokokken-Erkrankung. Die Häufigkeit hängt von verschiedenen Risikofaktoren wie Alter und Immunkompetenz ab. Mittel der Wahl zur Behandlung einer pneumokokkenbedingten Lungenentzündung ist Penicillin. Rasante Verläufe der Erkrankung und eine besonders in Südeuropa zunehmende Antibiotikaresistenz limitieren diese Behandlungsoption zum Teil. Impfungen gegen Pneumokokken-Erkrankungen kommt deshalb ein immer bedeutenderer Stellenwert zu. Studien zeigen, dass durch den konsequenten Einsatz der Impfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen die Krankheitslast bei Risikogruppen, wie älteren oder chronisch kranken Menschen, deutlich verringert werden könnte. Zudem ließe sich die durch Pneumokokken verursachte Sterberate reduzieren. Trotz der genannten Vorteile der Impfung und der seit mehreren Jahren bestehenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut für über 60-Jährige und chronisch Kranke liegen die Impfraten bei den Risikogruppen nur bei rund 25%. Die Ärzte sind hier in ihrer Rolle als Gesundheitsberater der Patienten gefordert. Ziel muss es sein, eine höhere Durchimpfungsrate der gefährdeten Personen zu erreichen, um tödlich verlaufende Erkrankungen zu verhindern.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Weinke
Abteilung für Gastroenterologie/Infektiologie
Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH
Charlottenstraße 72
D-14467 Potsdam
Email: tweinke@klinikumevb.de
Erweiterte Abstracts
Ultraschall und Pleuraerguss
W. Bank
Abstract
W. Bank
Medizinische Klinik I, Klinikum am Steinenberg, Reutlingen
Correspondence to:
Dr. med. W. Blank
Medizinische Klinik I
Klinikum am Steinenberg
Steinenbergstraße 31
D-72764 Reutlingen
Email: blank_w@kreiskliniken-reutlingen.de
Kommentar
Dauer der Chemotherapie: wie viele Zyklen, Erhaltungstherapie?
J. von Pawel
Abstract
J. von Pawel
Asklepios Fachklinik, München-Gauting
Correspondence to:
Dr. med. J. von Pawel
Asklepios Fachklinik
München-Gauting
Robert-Koch-Allee
D-82131 Gauting
Email: j.pawel@asklepios.com
Empfehlungen
Empfehlungen zur Ganzkörperplethysmographie (Bodyplethysmographie) – Teil 1
C.-P. Criée (federführend), D. Berdel, D. Heise, R.A. Jörres, P. Kardos, D. Köhler, W. Leupold, H. Magnussen, W. Marek, R. Merget, H. Mitfessel, K. Rasche, M. Rolke, H.-J. Smith, S. Sorichter und H. Worth
Abstract
C.-P. Criée (federführend), D. Berdel, D. Heise, R.A. Jörres, P. Kardos, D. Köhler, W. Leupold, H. Magnussen, W. Marek, R. Merget, H. Mitfessel, K. Rasche, M. Rolke, H.-J. Smith, S. Sorichter und H. Worth