Jahrgang 35, No. 1/2009(Januar)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Spezielle Lungenfunktionsdiagnostik
Editorial
K.H. Rühle
Spezielle Lungenfunktionsdiagnostik
Aussagekraft der Compliance-Messung in der Lungenfunktionsdiagnostik
W. Galetke
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 35, Nr. 1/2009, S. 4–9
Aussagekraft der Compliance-Messung in der Lungenfunktionsdiagnostik
W. Galetke
Klinik für Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin, Institut für Pneumologie, Universität Witten/Herdecke, Krankenhaus Bethanien, Solingen
Die Bestimmung der Compliance hat in der modernen Lungenfunktionsdiagnostik durch die Möglichkeiten der Bodyplethysmographie und der bildgebenden Verfahren an Bedeutung verloren. Dennoch ist sie als objektiver Parameter der Lungendehnbarkeit gerade in der Früherkennung von interstitiellen Lungenerkrankungen und zur Differentialdiagnose restriktiver Funktionsstörungen weiterhin von Relevanz. Der vorliegende Artikel beschreibt neben der technischen Durchführung die Indikationen zur Compliance-Messung und fasst wesentliche Aspekte zur Interpretation zusammen.Correspondence to:
PD Dr. med. W. Galetke
Klinik für Pneumologie und Allergologie
Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin
Krankenhaus Bethanien
Aufderhöher Straße 169-175
D-42699 Solingen
Email: galetke@klinik-bethanien.de
Spezielle Lungenfunktionsdiagnostik
Die Diffusionskapazität in der täglichen Praxis
F. Artmann, C. Hader, K.H. Rühle und K. Rasche
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 35, Nr. 1/2009, S. 10–17
Die Diffusionskapazität in der täglichen Praxis
F. Artmann1, C. Hader1, K.H. Rühle2 und K. Rasche3
1Aeroprax – Überörtliche Gemeinschaftspraxis für Pneumologie und Schlafmedizin, Wuppertal, 2HELIOS-Klinik, Ambrock-Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Hagen, 3Kliniken St. Antonius-Lungenzentrum, Wuppertal
Die Messung des pulmonalen Transferfaktors für Kohlenmonoxid (TLCO bzw. DCO) dient der Abschätzung der Diffusionskapazität für Sauerstoff durch die alveolokapilläre Membran, da zwischen beiden eine enge Korrelation besteht. Die Diffusion hat neben der Ventilation einen entscheidenden Anteil an der ungestörten Oxygenierung des Blutes. Ihre Einschränkung ist von großer klinischer Relevanz. Derzeit ist die Messung des CO-Transferfaktors (TLCO, SB) nach der “Single-breath-Methode” die am weitesten verbreitete Untersuchungstechnik, parallel wird zusätzlich die Bestimmung der statischen Lungenvolumina mit Hilfe der “Helium-Einwaschmethode” durchgeführt. Dies erlaubt, den Transferfaktor in Relation zum gemessenen Lungenvolumen zu setzen und damit ventilationsbedingte Einflussfaktoren zu beurteilen. In der konservativen Pneumologie hat die TLCO eine große Bedeutung in der funktionellen Abklärung von interstitiellen Lungenerkrankungen und dem Lungenemphysem, obwohl die TLCO-gesteuerte Therapie noch in der Diskussion steht. Die klinische Relevanz der TLCO ist insbesondere in der präoperativen Diagnostik vor lungenresezierenden Eingriffen sehr groß. Hier wird der Bestimmung der TLCO im Hinblick auf die Vermeidung einer erhöhten postoperativen Morbidität mittlerweile ein ähnlicher Stellenwert eingeräumt wie der Bodyplethysmographie.Correspondence to:
Dr. med. F. Artmann, aeroprax
Überörtliche Gemeinschaftspraxis für Pneumologie und Schlafmedizin
Willy-Brandt-Platz 9
D-42105 Wuppertal
Email: www.aeroprax.de
Spezielle Lungenfunktionsdiagnostik
Spiroergometrie und Begutachtung
R.F. Kroidl
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 35, Nr. 1/2009, S. 18–32
Spiroergometrie und Begutachtung
R.F. Kroidl
Ehem. Herz-Lungenpraxis, Stade
Die Spiroergometrie erweitert den Rahmen der Leistungsbeurteilung erheblich: Sie ermöglicht objektive Parameter zur Einschätzung der Kooperation, liefert über den O2-Verbrauch unmittelbare Hinweise auf die verfügbare Leistungsfähigkeit und deckt vorhandene Limitationen auf. Durch die Spiroergometrie können Leistungsbegrenzungen seitens der Ventilation, der Zirkulation oder des Metabolismus (Muskelkraft, Training) erkannt und vielfach klinisch/pathophysiologisch zugeordnet werden. Für die Begutachtung sind diese Aussagen sehr wichtig. Sie liefern – zusammen mit Lungenfunktion und kardiozirkulatorischen Befunden – die Grundlage der gesamtheitlichen Einschätzung. Das Primat der Beurteilung liegt stets in dieser klinischen Gesamtschau, die Spiroergometrie ist hierfür eine nicht verzichtbare Basis.Correspondence to:
Dr. med. R.F. Kroidl
Frommholdstraße 71
D-21680 Stade
Email: rolf.kroidl@t-online.de
Spezielle Lungenfunktionsdiagnostik
Präoperative Funktionsdiagnostik vor lungenresezierenden Eingriffen
M. Westhoff
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 35, Nr. 1/2009, S. 33–44
Präoperative Funktionsdiagnostik vor lungenresezierenden Eingriffen
M. Westhoff
Klinik für Pneumologie I, Lungenklinik Hemer
Die präoperative Funktionsdiagnostik vor lungenresezierenden Eingriffen erfolgt zur Einschätzung des operativen Risikos und des zu erwartenden postoperativen Funktionszustandes. Als Mindestvoraussetzung ist hierbei die Bestimmung von FEV1 und TLCO und der postoperativen Erwartungswerte (ppo-Werte) erforderlich. In komplexen Fällen ist die Funktionsdiagnostik durch die Spiroergometrie und die Lungenperfusionsszintigraphie zu ergänzen. Der Bestimmung der relativen Werte ist im Vergleich zu den Absolutwerten der Vorzug zu geben. Die Abfolge der präoperativen Untersuchungsmethoden ist in nationalen und internationalen Guidelines zur präoperativen Funktionsdiagnostik unterschiedlich. Konsens besteht jedoch im Wesentlichen über die Indikation zur weiterführenden Diagnostik im Falle einer FEV1 und TLCO von < 80% Soll oder eines ppo-Werts < 40% Soll. Von Inoperabilität wird ausgegangen, wenn die ppo-Werte der VO2max < 10 ml/kg/min oder < 35% Soll liegen. Weiterhin offene Fragen betreffen die Bewertung des individuellen operativen Risikos im Fall einer rechnerisch im oder knapp außerhalb des anerkannten Grenzbereichs befindlichen funktionellen Operabilität sowie den Umgang mit dem Patientenwunsch, sich trotz einer (hoch-)risikobehafteten funktionellen Situation einem operativen Eingriff mit hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko zu unterziehen, speziell wenn damit ein kurativer Therapieansatz verbunden ist.Correspondence to:
Dr. med. M. Westhoff; Klinik für Pneumologie I, Lungenklinik Hemer, Theo-Funccius-Straße 1, D-58675 Hemer
Email: michael.westhoff@lkhemer.de
Spezielle Lungenfunktionsdiagnostik
Bedeutung der Lungenfunktionsdiagnostik bei der Therapiesteuerung von neuromuskulären Erkrankungen
K.H. Rühle, K.J. Franke und G. Nilius
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 35, Nr. 1/2009, S. 45–51
Bedeutung der Lungenfunktionsdiagnostik bei der Therapiesteuerung von neuromuskulären Erkrankungen
K.H. Rühle, K.J. Franke und G. Nilius
Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, HELIOS-Klinik Ambrock, Universität Witten/Herdecke, Hagen
Die Lungenfunktionsdiagnostik gewinnt in der Beurteilung von neuromuskulären Erkrankungen eine zunehmend wichtige Bedeutung. Neben der seriellen Bestimmung der Lungenvolumina sollte zusätzlich die Muskelkraft bestimmt werden, so dass eine drohende ventilatorische Erschöpfung rechtzeitig erkannt wird. Mittels portabler Geräte ist es möglich, die Muskelkraft der Atemmuskulatur auch im Krankenbett mit Tests wie Psniff und Pwhistle relativ zuverlässig zu bestimmen. Für wissenschaftliche Fragestellungen werden nicht mitarbeitsabhängige Tests wie z.B. die Messung der transdiaphragmalen Druckentwicklung nach elektrischer Stimulation (TwitchPdi) entwickelt. Eine drohende Muskelschwäche wird frühzeitig durch einen Sauerstoffsättigungsabfall beziehungsweise Anstieg des PCO2 während des Schlafs erkannt, so dass rechtzeitig die Indikation für eine nichtinvasive Beatmung gestellt werden kann. Die Elimination von Sekret durch die Husten-Clearance kann mit dem Husten-Peakflow überprüft und optimiert werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. K.-H. Rühle; HELIOS-Klinik Ambrock, Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Ambrockerweg 60, D-58091 Hagen
Email: Klinik-Ambrock.Pneumo@t-online.de