Jahrgang 35, No. 2/2009(Februar)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Exogen-allergische Alveolitis
Immunologie der exogen-allergischen Alveolitis
C. Ebner
Abstract
C. Ebner
Allergieambulatorium Reumannplatz, Wien
Die exogen-allergische Alveolitis (EAA) ist eine Lungenerkrankung, die sich nach der Sensibilisierung gegen kleine (< 5 mm) inhalierte Antigenpartikel in Stäuben, Aerosolen, Dämpfen oder Gasen entwickeln kann. Klinisch manifestiert sich die EAA durch charakteristische Symptome, die zwischen milden grippalen Erscheinungen mit Fieber, Husten, Dyspnoe, und akuten Krisen, die Beatmung erfordern, liegen. Die akute Verlaufsform beginnt 2 – 8 Stunden nach Antigeninhalation, erreicht ihren Höhepunkt nach 6 – 24 Stunden und kann dann vollständig abklingen, sofern die Exposition beendet wurde. Dabei kommt es zu entzündlichen Veränderungen im Bereich der terminalen Bronchiolen, der Alveolen und des dortigen Bindegewebes. Der Übergang in (oder primäre Verlauf als) subakute oder chronische Form, hängt vom Sensibilisierungsgrad, von der Menge inhalierten Allergens, und von der Dauer der Exposition ab. Klinisch können bei der EAA alle Funktionsbereiche der Lunge (Ventilation, Diffusion und Perfusion) beeinträchtigt sein. Die EAA ist keine Allergie des atopischen Formenkreises und daher nicht durch die Produktion von IgE-Antikörpern (Typ I Reaktion nach Coombs und Gell) oder durch Eosinophile ausgelöst. Es handelt sich vielmehr um eine komplexe Immunpathologie, bei der präzipitierende Antikörper der Klassen IgG/IgM und Leukozyten eine Entzündungskaskade auslösen, in der das Komplementsystem, Chemokine, Zytokine und diverse Entzündungszellen eine Rolle spielen. Der immunologische Mechanismus ist nicht im Detail geklärt, ähnelt aber initial der Überempfindlichkeitsreaktion vom Typ III (Immunkomplexreaktion), später der Typ-IV-Reaktion (zelluläre Spätreaktion).Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. med. C. Ebner; Allergieambulatorium Reumannplatz, Reumannplatz 17/I/4, A-1100 Wien
Email: christof.ebner@allamb.at
Exogen-allergische Alveolitis
Exogen-allergische Alveolitis – ein Fall aus der Praxis
J. Bolitschek
Abstract
J. Bolitschek
Krankenhaus Steyr
Als Beispiel einer exogen-allergischen Alveolitis (EAA) wird eine Farmerlunge beschrieben. Dieses Fallbeispiel entspricht in Klinik, Röntgenbefunden, Labor und Pathologie eindeutig einer exogen-allergischen Alveolitis. Dennoch stellen sich zwei Fragen: Was ist das exakte auslösende Allergen für die beschriebene EAA und besteht zusätzlich ein CREST-Syndrom im Sinne einer Komorbidität?Correspondence to:
Prim. Dr. J. Bolitschek; Krankenhaus Steyr, Sierningerstaße 170, A-4400 Steyr
Email: josef.bolitschek@gespag.at
Exogen-allergische Alveolitis
Neues zur EAA in der Literatur
D. Koschel
Abstract
D. Koschel
Abteilung Pneumologie, Zentrum für Pneumologie, Allergologie, Beatmungsmedizin, Thorax- und Gefäßchirurgie, Fachkrankenhaus Coswig
Exogen-allergische Alveolitis
Toll-like-Rezeptoren in der Pathogenese der EAA
P. Zabel
Abstract
P. Zabel
Medizinische Klinik, Forschungsinstitut Borstel, Medizinische Klinik III der Universität zu Lübeck
Sowohl das adaptive (Antikörperbildung) als auch das angeborenen Immunsystem (unspezifische Aktivierung) spielen in der Pathogenese der EAA eine wichtige Rolle. Die Erkennung von pathogenassoziierten molekularen Mustern (LPS, Mykotoxine, CpG-DANN-Motive) durch Toll-like-Rezeptoren ist essenziell für die Entwicklung einer Farmerlunge. Daher ist die Regulation der TLR-Expression auf Alveolarmakrophagen, z.B. durch LPS im Zigarettenrauch, ein Schlüsselmechanismus bei der Farmerlunge.Correspondence to:
Prof. Dr. med. P. Zabel; Medizinische Klinik, Forschungsinstitut Borstel, Medizinische Klinik III der Universität zu Lübeck, Parkallee 35, D-23845 Borstel
Email: pzabel@fz-borstel.de
Exogen-allergische Alveolitis
Arzneimittelinduzierte allergische Alveolitiden
J. Schreiber
Abstract
J. Schreiber
Fachbereich für Pneumologie, Universitätsklinikum Magdeburg
Nebenwirkungen einer medikamentösen Therapie können alle Kompartimente der Atmungsorgane betreffen. Häufige Ursachen einer Schädigung des Lungenparenchyms sind Zytostatika, Amiodaron, Antibiotika und andere. Die pulmonalen Reaktionsmuster und die Verläufe sind vielfältig. Es wird ein Überblick über die klinische Präsentation und die Diagnostik häufiger medikamentös induzierter Alveolitiden und Pneumonitiden gegeben.Correspondence to:
PD Dr. med. J. Schreiber; Fachbereich für Pneumologie, Universitätsklinikum Magdeburg, Leipziger Straße 44, D-39120 Magdeburg
Email: jens.schreiber@med.ovgu.de
Exogen-allergische Alveolitis
Histomorphologie der arzneimittelinduzierten Alveolitiden
I. Bittmann und M. Amthor
Abstract
I. Bittmann und M. Amthor
Pathologisches Institut, Diakoniekrankenhaus Rotenburg Wümme gGmbH
Medikamente sind ein relativ häufiger auslösender Faktor in der Entstehung interstitieller Lungenerkrankungen. Die Diagnose einer medikamentös induzierten Lungenschädigung ist von enormer Bedeutung, da durch sie eine kausale Therapie durch Absetzen des schädigenden Medikamentes möglich wird. Eine eindeutige Korrelation zwischen Dosierung, Zeitpunkt und Länge der Medikamenteneinnahme und einem definierten morphologischen Muster der Lungenschädigung existiert für die meisten Medikamente nicht. Mögliche Erklärungen für ein gesteigertes Risiko sind: vorhergehende Reaktionen auf das betreffende Medikament, die vorliegende Grunderkrankung, berufsbedingte Faktoren, genetische Polymorphismen und Wechselwirkungen mit gleichzeitig eingenommenen Substanzen. Trotz dieser Hinweise stellt die Identifizierung einer pulmonalen Medikamentenreaktion eine schwierige, häufig nur interdisziplinär zu lösende Aufgabe dar, zu der in seltenen Fälle auch eine Biopsie des Lungenparenchyms notwendig sein kann. Die Aufgabe des Pathologen ist es in diesen Fällen, die vorliegenden Reaktionsmuster zu analysieren und zu benennen. Er muss dann bestimmen, ob eine mögliche Assoziation mit bekannten Schädigungsmustern des angewandten Medikamentes vorliegt. In diesem Entscheidungsprozess ist ein medikamentös ausgelöster Lungenschaden immer eine Ausschlussdiagnose.Correspondence to:
PD Dr. med. I. Bittmann; Pathologisches Institut, Diakoniekrankenhaus, Rotenburg Wümme gGmbH, Elise-Averdieck-Straße 17, D-27356 Rotenburg
Email: bittmann@diako-online.de
Exogen-allergische Alveolitis
Nitrofurantoinlunge – ein Langzeitverlauf
M. Röhrl, J. Oelker, M. Amthor und D. Müller-Wening†
Abstract
M. Röhrl1, J. Oelker2, M. Amthor3 und D. Müller-Wening1†
1Zusamklinik der DRV-Schwaben, Zusmarshausen, 2Internistisch-pneumologische Praxis, Weilheim, 3Pathologisches Institut, Diakoniekrankenhaus, Rotenburg/Wümme
Anlässlich einer Meldung im Deutschen Ärzteblatt vom 27. Juli 2007 über den Fall einer 61-jährigen Frau mit tödlichem Verlauf durch respiratorische Insuffizienz nach Nitrofurantoineinnahme, wird über einen eigenen Fall aus der Zusamklinik berichtet. Eine 73 Jahre alte Frau wurde wegen Husten und Dyspnoe seit 6 Monaten eingewiesen. Wegen eines chronischen Harnwegsinfektes nahm sie seit einem Jahr täglich 100 mg Nitrofurantoin ein. Auskultatorisch bestand Sklerophonie beidseits, lungenfunktionsanalytisch eine Restriktion und eine schwere respiratorische Insuffizienz. Transaminasen sowie ANA waren erhöht. Im konventionellen Röntgen-Thorax und Thorax-CT zeigten sich beidseitige Infiltrate und diskrete Pleuraergüsse. In einer transbronchialen Lungenbiopsie fand sich eine BOOP-Reaktion, in der BAL 37% Lymphozyten. Unter Therapie mit Steroiden besserten sich der Zustand der Patientin, der Sauerstoffpartialdruck, der Röntgenbefund sowie die Leberwerte. Nach 10 Monaten Steroidtherapie kam es zu einer Restitutio ad integrum. Auch nach weiteren 12 Monaten ohne Steroide ist die Patientin beschwerdefrei. Aufgrund des Verlaufs und der Befunde erscheint eine exogen allergische Alveolitis mit medikamentös induzierter Hepatitis als die wahrscheinlichste Diagnose, ebenfalls in Betracht käme ein medikamentös induzierter Lupus erythematodes.Correspondence to:
Dr. med. M. Röhrl; Zusamklinik der DRV-Schwaben, Paracelsusstraße 3, D-86441 Zusmarshausen
Email: michael.roehrl@drv-schwaben.de
Exogen-allergische Alveolitis
Schimmelpilze in Hydrokulturen als Quelle einer innenraumassoziierten exogen-allergischen Alveolitis
S. Engelhart, E. Rietschel und L. Lange
Abstract
S. Engelhart1, E. Rietschel2 und L. Lange3
1Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universität Bonn, 2Klinik und Poliklinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Universität Köln, 3Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin, St. Marien-Hospital, Bonn
Der Fall einer innenraumassoziierten exogen-allergischen Alveolitis (EAA) durch Hydrokulturen bei einem 14-jährigen Mädchen war Anlass zur Durchführung einer Pilotstudie zum Vorkommen von Schimmelpilzen in Hydrokulturen im Vergleich zu Topfpflanzenerde. Insgesamt wurden 40 Proben aus unterschiedlichen öffentlichen und privaten Innenräumen untersucht. Das Schimmelpilzspektrum umfasste in beiden Matrices vorrangig die Gattungen Cladosporium, Aspergillus, Penicillium, Wallemia, Acremonium und Fusarium (Nachweishäufigkeiten von jeweils mindestens 25%). Cladosporium species waren die häufigsten Schimmelpilze in Hydrokulturen (14/20 Proben positiv, 24,2% der gesamten KBEs in dieser Matrix), während das Spektrum in Topfpflanzenerde durch Penicillium species dominiert wurde (19/20 Proben positiv, 33,4% der gesamten KBEs in dieser Matrix). An zweiter Stelle standen in beiden Matrices Aspergillus species (13/20 bzw. 11/20 Proben positiv, 21,3% bzw. 16,5% der jeweiligen KBEs). Hydrokulturen sollten bei der Abklärung von innenraumassoziierten allergischen Beschwerden als eine mögliche Quelle mit in Betracht gezogen werden. Zur Ökologie von Schimmelpilzen in dieser Matrix und zum Emissionsverhalten besteht noch Forschungsbedarf.Correspondence to:
PD Dr. med. S. Engelhart; Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universität Bonn, Sigmund-Freud-Straße 25, D-53105 Bonn
Email: steffen.engelhart@ukb.uni-bonn.de
Exogen-allergische Alveolitis
Sind die Schimmelpilze Trichoderma viride, Fusarium culmorum und Absidia corymbifera Antigene der Zimmerspringbrunnenlunge?
J. Sennekamp, M. Joest und S. Engelhart
Abstract
J. Sennekamp1, M. Joest1 und S. Engelhart2
1Labor Prof. Sennekamp im Lungen- und Allergiezentrum Bonn der Malteser-Trägergesellschaft, 2Zentrum für Infektiologie und Infektionsschutz – Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Universität Bonn
Die Seren von 21 Patienten mit Zimmerspringbrunnenlunge wurden erstmals im IgG-ELISA auf die Schimmelpilze Trichoderma viride, Fusarium culmorum und Absidia corymbiforme untersucht. Mit 43% der Patienten reagierten Trichoderma viride und mit 40% der Patienten Fusarium culmorum häufig positiv, während Antikörper gegen Absidia corymbifera mit 20% seltener waren. Es wird empfohlen, bei der serologischen Diagnostik der Befeuchterlunge die IgG-Antikörper gegen Trichoderma viride und Fusarium culmorum mitzutesten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J. Sennekamp; Lungen- und Allergiezentrum Bonn der Malteser-Trägergesellschaft, Weberstraße 118, D-53113 Bonn
Email: sennekamp@t-online.de
Exogen-allergische Alveolitis
Absidia corymbifera – ein Antigen der Farmerlunge in Deutschland?
M. Joest, J. Sennekamp und S. Engelhart
Abstract
M. Joest1, J. Sennekamp1 und S. Engelhart2
1Labor Prof. Sennekamp, Lungen- und Allergiezentrum Bonn der Malteser- Trägergesellschaft, 2Zentrum für Infektiologie und Infektionsschutz – Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit, Universität Bonn
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Bedeutung von Absidia corymbifera als Antigen der Farmerlunge zu erhellen. Insgesamt 76 Serumproben von Patienten mit Verdacht auf Farmerlunge wurden mittels ELISA auf IgG-Antikörper gegen Absidia corymbifera sowie gegen Saccharopolyspora rectivirgula, Thermoactinomyces vulgaris und Aspergillus fumigatus untersucht. Nur in 5 von 76 Seren (7%) wurden Antikörper gegen A. corymbifera nachgewiesen. Ein isolierter Nachweis von Absidia-Antikörpern kam nicht vor, es lagen immer auch gleichzeitig Antikörper gegen mindestens eines der anderen Antigene vor. Wir schließen daraus, dass die Bestimmung von Antikörpern gegen Absidia corymbifera in Deutschland für die Diagnostik der Farmerlunge keinen unmittelbaren Gewinn bringt. Dennoch sollten hierzu weitere wissenschaftlichen Daten erhoben werden.Correspondence to:
Dr. med. M. Joest; Lungen- und Allergiezentrum Bonn der Malteser-Trägergesellschaft, Weberstraße 118, D-53113 Bonn
Email: Marcus.Joest@malteser.de
Exogen-allergische Alveolitis
Spezifische IgG-Antikörper mittels ImmunoCAP® gegen Gänse- und Entenfedern bei Bettfedernalveolitis
D. Koschel, L. Lützkendorf und G. Höffken
Abstract
D. Koschel, L. Lützkendorf und G. Höffken
Exogen-allergische Alveolitis
IgG-Antikörper als Expositionsmarker bei Getreidearbeitern
M. Raulf-Heimsoth, I. Sander, S. Mayer, C. Fleischer und Th. Brüning
Abstract
M. Raulf-Heimsoth1, I. Sander1, S. Mayer2, C. Fleischer1 und Th. Brüning1
1BGFA – Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum, 2Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution (BGHW), Mannheim
Getreidestäube stellen eine komplexe Mischung aus verschiedenen irritativ-toxisch und/oder sensibilisierend wirkenden Substanzen dar. Beschäftigte in Getreidelagern können daher u.a. Expositionen gegen Schimmelpilze ausgesetzt sein, die zur Bildung von antigenspezifischen IgG-Antikörpern führen können. Ziel der Untersuchung war die Erfassung von schimmelpilzspezifischen IgG-Antikörpern gegen die drei in Getreidelagern häufig vorkommenden Schimmelpilze Cladosporium herbarum, Wallemia sebi und Eurotium amstelodami in Seren von 64 Beschäftigten aus Getreidelagern und der Vergleich mit den Antikörperprofilen der Seren von 28 Beschäftigten ohne Getreidestaubexposition.Correspondence to:
PD Dr. M. Raulf-Heimsoth; BGFA – Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung,
Institut der Ruhr-Universität Bochum, Bereich Allergologie/Immunologie, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, D-44789 Bochum
Email: raulf@bgfa.de
Autorenreferate
Herbsttagung der Rheinisch-Westfälischen Vereinigung für Lungen- und Bronchialheilkunde