Jahrgang 35, No. 12/2009(Dezember)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Originalarbeit
Solitäre Lungenherde – Bedeutung transbronchialer Lungenbiopsien
M. Schwaiblmair, C. Faul, L. Lampl, T. Haeckel, R. Schulze, T. Wagner und T. Berghaus
Abstract
M. Schwaiblmair1, C. Faul1, L. Lampl2, T. Haeckel3, R. Schulze4, T. Wagner5 und T. Berghaus1
1I. Medizinische Klinik, 2Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, 3Klinik für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, 4II. Medizinische Klinik und 5Pathologisches Institut, Klinikum Augsburg
In der Diagnostik peripherer Lungenherde wird häufig die flexible Bronchoskopie eingesetzt. Vorangehende Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass die Größe der Läsion die diagnostische Treffsicherheit der flexiblen Bronchoskopie maßgeblich beeinflusst. Nach Zuordnung der Läsion zu einem bestimmten bronchopulmonalen Segment untersuchten wir in einer prospektiven Analyse über einen 4-jährigen Zeitraum die Einflußfaktoren, die die Treffsicherheit der Bronchoskopie in der Diagnostik solitärer pulmonaler Herde bestimmen. Bei 164 Patienten mit Lungenherden ohne sichtbare endobronchiale Läsion wurde eine transbronchiale Lungenbiopsie unter Durchleuchtung durchgeführt. Die endgültige histologische Diagnose erfolgte entweder mittels der transbronchialen Lungenbiopsie oder durch perkutane Biopsie, Thorakoskopie oder Thorakotomie. 139 bösartige und 25 gutartige Veränderungen wurden nachgewiesen. Die diagnostische Treffsicherheit transbronchialer Lungenbiopsien lag bei 75%. Diese war direkt von der Größe der Läsion abhängig, so dass bei einer Größe von unter 2 cm in 67%, bei einer Größe zwischen 2 und 4 cm in 69% und bei einer Größe über 4 cm in 84% der Fälle eine richtungsweisende Diagnose gestellt werden konnte. Zudem hatte die Lokalisation der Raumforderung einen signifikanten Einfluß, da Rundherde im linken Oberlappen und in der Lingula eine signifikant niedrigere Treffsicherheit aufwiesen. In unserer Studie stellt die Größe der Läsion die wichtigste Determinante dar. Die verminderte Treffsicherheit im Bereich des linken Oberlappens samt Lingula dürfte dabei in Zusammenhang mit den schwierigeren Zugangsverhältnissen stehen.Correspondence to:
PD Dr. med. M. Schwaiblmair
I. Medizinische Klinik
Klinikum Augsburg
Stenglinstraße 2
D–86156 Augsburg
Email: martin.schwaiblmair@klinikum-augsburg.de
Originalarbeit
Erfahrungen mit dem eco-Y-Stent® bei 37 Patienten mit tracheobronchialen Stenosen oder ösophago-respiratorischen Fisteln
I. Dobbertin, G. Friedel, M. Michl, A. Hofmann, M. Kimmich und M. Kohlhäufl
Abstract
I. Dobbertin, G. Friedel, M. Michl, A. Hofmann, M. Kimmich und M. Kohlhäufl
Klinik Schillerhöhe, Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH, Stuttgart
Für Tumorstenosen und Fisteln in Bifurkationsnähe steht mit dem eco-Y-Stent® der erste selbstexpandible Y-Stent aus Metall zur Verfügung. In den letzten 3 Jahren bis 5/2009 wurde dieser Stent bei 37 Patienten unserer Klinik implantiert, entsprechend einem Anteil von ca. 40% aller Stents, die im gleichen Zeitraum implantiert wurden. Die Indikationen der Stent-Implantation waren maligne Tumoren in 34 Fällen, darunter 17 Bronchialkarzinome und 14 Ösophaguskarzinome, in 3 Fällen ein benigner Befund. Eine ösophago-respiratorische Fistel hatten 12 Patienten. Die Implantation erfolgte in Narkose über ein starres Bronchoskop unter Röntgenkontrolle. Sie gelang in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle leicht. Wenn erforderlich, ließ sich der Stent mit weiteren selbstexpandiblen Stents kombinieren. Die Ergebnisse, betreffend die Fistelsymptomatik, waren in allen Fällen gut. Ein Probleme war bei einigen Patienten die Stent-Obstruktion durch zähes Sekret, was bei diesen Patienten zahlreiche Bronchoskopien zur Bronchialtoilette erforderte und in 3 Fällen zur Entfernung des Stents zwang. Die Entfernung des Stents war kein Problem. Der Stent ist hervorragend geeignet, um auch maximal ausgedehnte Befunde zu behandeln und stellt eine wesentliche Bereicherung des Stent-Kontingents dar.Correspondence to:
Dr. med. I. Dobbertin
Klinik Schillerhöhe
Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie
der Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH
Solitudestraße 18
D–70839 Stuttgart
Email: martin.kohlhaeufl@klinik-schillerhoehe.de
Übersicht
Indacaterol, ein neuer, langwirksamer beta2-Rezeptoragonist mit schnellem Wirkeintritt zur 1-mal täglichen Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)
J. Beier, A. Gillissen und K.M. Beeh
Abstract
J. Beier1, A. Gillissen2 und K.M. Beeh1
1insaf Institut für Atemwegsforschung, Wiesbaden, 2Robert-Koch-Klinik, Thoraxzentrum des Klinikums St. Georg, Leipzig
Indacaterol ist ein neuer beta2-Agonist mit schnellem Wirkeintritt, der zur 1-mal täglichen Inhalation für die Behandlung obstruktiver Lungenerkrankungen entwickelt wurde. Der vorliegende Übersichtsartikel fasst die präklinischen und aktuelle klinische Daten aus den Entwicklungsphasen II und III zusammen. Ergebnisse klinischer Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit von Indacaterol zeigen, dass Indacaterol bei Patienten mit COPD verschiedener Schweregrade eine schnelle und lang anhaltende Bronchodilatation vermittelt. In Studien mit einer Behandlungsdauer von bis zu 12 Monaten bestätigte sich, dass Indacaterol in Dosierungen von bis zu 600 mg 1-mal täglich Lungenfunktion und zahlreiche weitere relevante klinische Endpunkte wie Symptome, Dyspnoe, Exazerbationen oder Lebensqualität verbessert und sich dabei durch ein günstiges Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil in der Langzeittherapie der COPD auszeichnet. Erste vergleichende Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass Indacaterol herkömmlichen Bronchodilatatoren wie den langwirksamen beta2-Agonisten Salmeterol und Formoterol bzw. dem langwirksamen Anticholinergikum Tiotropium im Hinblick auf klinische Wirksamkeit mindestens gleichwertig bzw. teilweise überlegen ist. Aufgrund des klinischen Profils wird Indacaterol in naher Zukunft einen wichtigen Bestandteil der Erstlinientherapie der COPD darstellen. Im Rahmen dieser Übersicht wird auch das therapeutische Potenzial von Indacaterol vorgestellt.Correspondence to:
Dr. med. Jutta Beier
insaf Institut für Atemwegsforschung
Biebricher Allee 34
D–65187 Wiesbaden
Email: j.beier@insaf-wi.de
Übersicht
Epidemiologie und Therapie der mehrfachresistenten Tuberkulose
D. Hillemann, S. Rüsch-Gerdes und U. Greinert
Abstract
D. Hillemann, S. Rüsch-Gerdes und U. Greinert
Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien, Forschungszentrum Borstel
Mycobacterium-tuberculosis-Stämme, die gegenüber einer zunehmenden Zahl von Antibiotika Resistenzen aufweisen, sind weltweit ein wachsendes Problem in der Bekämpfung der Tuberkulose (TB). In den letzten zwei Jahrzehnten war es vor allem die multiresistente (MDR) Tuberkulose, definiert als Resistenz gegenüber mindestens Isoniazid (INH) und Rifampicin (RMP). Die Behandlung von MDR-TB erfordert den Einsatz von sogenannten Zweitrang- (oder auch “Second-Line”) Medikamenten (SLDs), die weniger effektiv, mit mehr Nebenwirkungen behaftet und auch teurer sind als Erstrang- (“First-Line”) Medikamente. Die neueste Entwicklung ist das Auftreten von extensiv-resistenter TB (XDR-TB), die als spezielle Form der MDR-TB definiert ist, mit zusätzlichen Resistenzen gegenüber den Fluorchinolonen und mindestens einem der injizierbaren Medikamente, die in der TB-Therapie verwendet werden: Amikacin, Kanamycin oder Capreomycin. Patienten mit XDR-TB haben weniger Heilungschancen aufgrund begrenzter Therapieoptionen und sind über längere Zeiten infektiös. Hohe HIV-Koinfektionsraten und überforderte Gesundheitssysteme haben zur Entstehung von XDR-TB beigetragen. Um ein weiteres Fortschreiten der MDR- und der nahezu unbehandelbaren XDR-TB zu verhindern, sind Verbesserungen in der Überwachung der TB, Ausweitung der Laborkapazitäten zur schnelleren Detektion der resistenten Stämme und bessere Infektions- und Therapiekontrollen notwendig.Correspondence to:
Dr. med. Sabine Rüsch-Gerdes
Nationales Referenzzentrum für Mykobakterien
Forschungszentrum Borstel
Parkallee 1-40
D-23845 Borstel
Email: srueschg@fz-borstel.de