Jahrgang 34, No. 9/2008(September 2008)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Originalarbeit
Die Alterschirurgie beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom
S. Bölükbas, S. Beqiri, T. Bergmann, S. Trainer, A. Fisseler-Eckhoff und J. Schirren
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 9/2008, S. 325–332
Die Alterschirurgie beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom
S. Bölükbas1, S. Beqiri1, T. Bergmann1, S. Trainer1, A. Fisseler-Eckhoff 2 und J. Schirren1
1Abteilung für Thoraxchirurgie, Kerckhoff-Klinik GmbH Bad Nauheim, 2Institut für Pathologie und Zytologie, Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden
Einleitung: Der Lungenkrebs ist eine Erkrankung des fortgeschrittenen Alters. Diese Studie soll untersuchen, ob komplexe Tumoroperationen bei älteren und alten Patienten indiziert sind. Das perioperative Risiko und die Langzeitergebnisse bei Patienten die älter als 75 Jahre sind, sollen analysiert werden. Methodik: Eingeschlossen wurden in die prospektiv angelegten Datenbank alle der Resektionsbehandlung zugeführten Patienten, älter 75 Jahre beim nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Es werden 2 Gruppen gebildet: Gruppe 1 (Alter 75 – 79) und Gruppe 2 (Alter > 80). Hierbei werden sowohl im Gesamtkollektiv als auch in beiden Gruppen jeweils Morbidiät, Mortalität, das Langzeitüberleben (Kaplan-Meier), sowie die möglichen Risikofaktoren untersucht. Ergebnisse: Es wurden im Zeitraum 01.01.1999 – 31.12.2004 insgesamt 157 Patienten (Gruppe 1 = 110, Gruppe 2 = 47) in die Studie eingeschlossen. Hierbei wurden folgende Resektionen durchgeführt: 104 Lobektomien (Gruppe 1: n = 73, Gruppe 2: n = 31), 8 Bilobektomien (Gruppe 1: n = 6, Gruppe 2: n = 2), 11 Pneumonektomien (Gruppe 1: n = 9, Gruppe 2: n = 2), 15 Manschettenresektionen (Gruppe 1: n = 11, Gruppe 2: n = 4) und 19 anatomische Segmentresektionen (Gruppe 1: n = 11, Gruppe 2: n = 8). Im Gesamtkollektiv betrugen die Morbidität 38,2% und Mortalität 3,8%. Die 1-Jahres- und 5-Jahres-Überlebensraten betrugen 83 und 41%. Das Tumorstadium (0,234) und die Lymphknotenmetastasierung (0,393) hatten in der vorliegenden Studie keinen Einfluss auf das Langzeitüberleben. Schlussfolgerung: Pneumonektomien sollten vermieden werden. Manschetenresektionen am Bronchial- und Lungengefäßbaum sind eine effektive Alternative. Tumorstadium und Lymphknotenmetastasierung scheinen beim Langzeitüberleben eine untergeordnete Rolle zu spielen, wenn eine komplette anatomische Lungenresektion mit einer systematischen Lymphknotendissektion durchgeführt wurde. Das chronologische Alter ist keine Kontraindikation für komplexe Tumoroperationen beim NSCLC.Correspondence to:
PD Dr. med. J. Schirren
Direktor der Abteilung für Thoraxchirurgie
Kerckhoff-Klinik
Benekestraße 2-8
D-61231 Bad Nauheim
Email: j.schirren@kerckhoff-klinik.de
Übersicht
Lokale Therapieoptionen beim chronischen und rezidivierenden Pleuraerguss
W. Frank und R. Nitz
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 9/2008, S. 333–345
Lokale Therapieoptionen beim chronischen und rezidivierenden Pleuraerguss
W. Frank und R. Nitz
Lungenklinik Amsee, Waren (Müritz)
Die wesentlichen Entitäten des chronisch rezidivierenden Pleuraergusses sind der transsudative Erguss (kardialer und hepatischer Hydrothorax) sowie der maligne Erguss (Mesotheliom, Bronchialkarzinom, verschiedene metastasierte Tumoren). Aufbauend auf der Thorakozentese werden durch die Referenzmethode der internistischen Thorakoskopie (Pleuroskopie) die höchste diagnostische Genauigkeit und bei der Pleurodese die besten Ergebnisse erzielt. Die kosteneffektivste Standardtechnik ist dabei die Talk-Trockenpuderinsufflation (“Poudrage”) mit einer Erfolgsquote von ca. 90%. Ähnlich wirksam ist die Instillation einer Talkaufschwemmung (“slurry”). Weniger effektive Alternativen sind die Doxycyclin- und die (ungleich teurere) Bleomycin- und Mitoxantroninstillation über Kathetersysteme. Chirurgische Interventionen sind selten indiziert. Bei allen Pleurodeseverfahren müssen anatomische und krankheitsbedingte Hindernisse und Erfolgsprädiktoren beachtet werden. Benigne transsudative Ergüsse sind seltene Pleurodeseindikationen und generell schwieriger therapierbar. Empirische und evidenzgestützte Diagnose- und Behandlungspfade sind in Abbildung 1 zusammengefasst.Correspondence to:
Dr. med. W. Frank
Lungenklinik Amsee
Amsee 6, D-14192 Waren/Müritz
Email: wfrank@klinikamsee.de
Übersicht
Das Management des obstruktiven Schlafapnoesyndroms im Spannungsfeld zwischen Evidenz und vereinfachten Strategien
K.H. Rühle, K.J. Franke und G. Nilius
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 9/2008, S. 346–352
Das Management des obstruktiven Schlafapnoesyndroms im Spannungsfeld zwischen Evidenz und vereinfachten Strategien
K.H. Rühle, K.J. Franke und G. Nilius
Klinik für Pneumologie, HELIOS-Klinik Ambrock, Universität Witten-Herdecke, Hagen
In den letzten Jahren wurden die Empfehlungen zur Therapie des Schlafapnoesyndroms von verschiedenen Expertengremien überarbeitet und aktualisiert. Nach Empfehlungen der amerikanischen Akademie für Schlafmedizin (AASM) gibt es klare Indikationen mit hohem Evidenz-Niveau zur Therapie mit CPAP. Das Vorgehen zur CPAP-Titration ist mit Studien, allerdings mit geringerem Evidenzniveau, abgesichert. Mit der Intention, Aufwand und Kosten einzusparen, zielen neuere Strategien auf eine Vereinfachung der Diagnostik, indem die unüberwachte Polygraphie favorisiert wird. Vereinfachte Therapiemodalitäten beinhalten häusliche Selbsttitration, Festlegung des fixen Druckes mit Formeln, die AHI und anthropometrische Daten enthalten. Besonders häufig wird die unüberwachte Autotitration im Schlaflabor oder Zuhause genutzt. In einem weiteren strategischen Ansatz wird sofort mit CPAP behandelt und man verzichtet auf die diagnostische Polysomnographie, sofern eine hohe Prätest-Wahrscheinlichkeit eines Schlafapnoesyndroms besteht. Diese vereinfachten Strategien leiden aber darunter, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz von Patienten nicht adäquat behandelt wird und viele Einschränkungen zu beachten sind. Die auf Evidenzgraden beruhenden Empfehlungen kompetenter Gremien bieten die Gewähr, dass alle Patienten einer richtigen Behandlung zugeführt werden. Correspondence to:
Prof. Dr. med. K.-H. Rühle
Klinik für Pneumologie
HELIOS-Klinik Ambrock
Ambrocker Weg 60
D-58091 Hagen
Email: Klinik-Ambrock.Pneumo@t-online.de
Übersicht
Ausdauertraining bei COPD – Dauermethode versus Intervalltraining
R. Glöckl
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 9/2008, S. 353–356
Ausdauertraining bei COPD – Dauermethode versus Intervalltraining
R. Glöckl
Abteilung Sporttherapie, Klinikum Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
Ein gezieltes Ausdauertraining gilt als wichtiger Faktor der pneumologischen Rehabilitation bei COPD. Es konnte nachgewiesen werden, dass ein Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer mit hohen Intensitäten zu einer signifikant höheren Leistungssteigerung führt als ein geringer intensives Training. Schwergradig an COPD erkrankte Patienten sind aufgrund muskulärer Erschöpfung und einer gesteigerten Dyspnoe jedoch meist nicht in der Lage, über einen längeren Zeitraum ein kontinuierliches Ausdauertraining mit hohen Intensitäten zu absolvieren. Ein Intervalltraining gilt deshalb als mögliche alternative Trainingsform, welche vor allem schwerkranken COPD Patienten oftmals den Einstieg in ein Ausdauertraining erst ermöglicht. Trotz unterschiedlicher Trainingsprotokolle konnte in mehreren Studien gezeigt werden, dass ein Intervalltraining ähnliche morphologische und physiologische Anpassungserscheinungen hervorruft wie ein Training nach der Dauerbelastungsmethode. Darüberhinaus wurde in manchen Untersuchungen eine bessere Compliance zugunsten eines Intervalltrainings beobachtet. Sowohl die benötigten Pausen als auch die subjektive Erschöpfung während eines Intervalltrainings waren geringer als bei der Dauermethode. Insbesondere für stark eingeschränkte COPD Patienten scheint ein Intervalltraining deshalb eine sinnvolle und gute Alternative zur Dauermethode zu sein. Aufgrund der aktuellen Studienlage ist es jedoch momentan noch nicht möglich, eine bestimmte Empfehlung für die Trainingssteuerung einer Dauermethode oder eines Intervalltrainings für COPD Patienten auszusprechen. Hierzu sind weitere Studien erforderlich.Correspondence to:
Dipl.-Sportwissenschaftler R. Glöckl
Abteilung Sporttherapie
Klinikum Berchtesgadener Land
D-83471 Schönau am Königssee
Email: RGloeckl@Schoen-Kliniken.de
Kasuistik
Pulmonale Diffusionsstörung nach Nierentransplantation: drei Kasuistiken
M. Merkle, H. Rupprecht und M. Wörnle
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 9/2008, S. 357–361
Pulmonale Diffusionsstörung nach Nierentransplantation: drei Kasuistiken
M. Merkle, H. Rupprecht und M. Wörnle
Nephrologische Abteilung, Klinikum und KfH Traunstein
Erkrankungen der Lunge treten bei Empfängern solider Organspenden häufig auf und erfordern die Berücksichtigung einer Vielzahl von Differentialdiagnosen. Wir berichten über drei Patienten, die nach Nierentransplantation eine symptomatische Einschränkung der Lungendiffusionskapazität entwickelt haben. Wir halten die immunsuppressiven Medikamente und insbesondere Cyclosporin A für die wahrscheinlichste Erkrankungsursache. Cyclosporin A kann in der Lunge nicht nur zu einer Vasokonstriktion und Ischämie führen, sondern durch Störung der Endothelfunktion zu einem Funktionsverlust der alveolo-kapillären Barriere beitragen. Experimentelle Daten lassen als pathogenetische Mechanismen eine durch Cyclosporin A bedingte Zytokindysbalance mit Förderung der Einwanderung von Entzündungszellen, Inhibition der TGFβ-abhängigen Signalwege und Gewebeschädigung vermuten.Correspondence to:
Dr. med. M. Merkle
Nephrologische Abteilung
Klinikum und KfH Traunstein
Cuno-Niggl-Straße 3
D-83278 Traunstein
Email: Monika.Merkle@med.uni-muenchen.de
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