Jahrgang 34, No. 5/2008(Mai 2008)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Übersicht
Noscapin zur Therapie des Reizhustens
G. Steinkamp und H. Lindemann
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 5/2008, S. 163–173
Noscapin zur Therapie des Reizhustens
G. Steinkamp1 und H. Lindemann2
1Klinische Forschung, Medizinisch-wissenschaftliches Publizieren, Hannover, 2Justus-Liebig-Universität, Gießen
Husten gehört zu den häufigsten Anlässen, einen Arzt aufzusuchen. Im Mittelpunkt sollte die kausale Therapie der zugrundeliegenden Ursache stehen. Antitussiva können indiziert sein, wenn der Husten wie bei trockenem Reizhusten keinen sinnvollen Zweck erfüllt und den Patienten deutlich beeinträchtigt, beispielsweise seinen Schlaf erheblich stört [16]. Als Goldstandard der antitussiven Wirkung gelten Opioidantitussiva. Noscapin ist ein nicht narkotisches, chemisch dem Papaverin ähnelndes Opioid, das effektiv den Reizhusten hemmt. Es wird seit Jahrzehnten international als Hustentherapeutikum eingesetzt und ist in Deutschland seit 1966 als verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung des unproduktiven Reizhustens zugelassen. Bei chronischem Husten reduziert es sowohl die Hustenfrequenz als auch die Hustenstärke. Für den akut aufgetretenen und als quälend empfundenen Reizhusten ist die auf etwa 2 Wochen limitierte Behandlung mit Noscapin indiziert. Das Präparat ist gut verträglich, besitzt kein Suchtpotential und wirkt nicht atemdepressiv. Diese Eigenschaften und seine große therapeutische Breite lassen das Sicherheitsprofil von Noscapin im Vergleich mit anderen Antitussiva vorteilhafter erscheinen. Im Unterschied zu Codein ist Noscapin auch für Säuglinge (ab 6 Monate) und für junge Kleinkinder zugelassen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Gratiana Steinkamp
Schellingstraße 5a
D-30625 Hannover
Email: Steinkamp@med-wiss.com
Übersicht
NO – kritische Wertung in Bezug auf klinische Relevanz und Lungenfunktion
C. Vogelberg
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 5/2008, S. 174–181
NO – kritische Wertung in Bezug auf klinische Relevanz und Lungenfunktion
C. Vogelberg
Bereich Bronchopneumologie/Allergologie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Die Messung des exhalierten Nitritoxids (NO) hat innerhalb der Asthmadiagnostik und des -therapiemonitorings in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen. Wenngleich die Konzentration des exhalierten NO multiplen Einflussfaktoren unterliegt, scheint sich die praktische klinische Aussagekraft bei allergischen Asthmatikern vor allem auf die Therapiesteuerung sowie die Erfassung der Therapiecompliance mit Kortikosteroiden zu konzentrieren, ferner auf das Exazerbationsrisiko nach Absetzen der Kortikosteroidtherapie. Auch in der diagnostischen Abklärung von Patienten mit asthmaähnlichen Symptomen stellt die NO-Messung eine nützliche diagnostische Hilfestellung dar. Von besonderer Bedeutung ist die vor allem nasale niedrige NO-Konzentration bei der Diagnostik der primären ziliären Dyskinesie. Trotz der aktuellen Datenlage besteht vor einer definitiven Einordnung des diagnostischen Stellenwertes der NO-Messung dringender weiterer Klärungsbedarf, insbesondere hinsichtlich individueller Varianzen sowie hinsichtlich des Zugewinns an Therapieoptimierung bei Langzeittherapiestudien.Correspondence to:
Dr. med. C. Vogelberg
Bereich Bronchopneumologie/Allergologie
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 74
D-01307 Dresden
Email: christian.vogelberg@uniklinikum-dresden.de
Übersicht
Prävention der exogen-allergischen Alveolitis
D. Koschel
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 5/2008, S. 182–186
Prävention der exogen-allergischen Alveolitis
D. Koschel
Abteilung Pneumologie, Zentrum für Pneumologie, Beatmungsmedizin,
Thorax- und Gefäßchirurgie, Fachkrankenhaus Coswig
In der Behandlung der exogen-allergischen Alveolitis (EAA) werden im klinischen Alltag Kortikosteroide eingesetzt, auch wenn die Studienlage hierfür sehr unzureichend ist. Die beste Therapie besteht in der zeitgerechten Diagnosestellung und Erkennung der bestehenden oder potentiellen Allergenexposition, um eine entsprechende Allergenkarenz durchzuführen und somit einen chronischen Verlauf zu vermeiden. Dementsprechend haben präventive Maßnahmen zur Expositionsvermeidung oder -verringerung eine besondere Bedeutung im Behandlungskonzept der EAA. Nach einer Literaturrecherche werden in der folgenden Übersicht primär oder sekundär präventive Maßnahmen bei verschiedenen Risikopopulationen (z.B. Landwirten, Taubenzüchtern) dargestellt.Correspondence to:
Dr. med. D. Koschel
Abteilung Pneumologie
Fachkrankenhaus Coswig
Zentrum für Pneumologie, Beatmungsmedizin, Thorax- und Gefäßchirurgie
Neucoswiger Straße 21
D-01640 Coswig
Email: dr.koschel@fachkrankenhaus-coswig.de
Originalarbeit
Pilotstudie zu Lebensgewohnheiten und Lebensumfeld von Patienten mit selbstberichteter multipler Chemikaliensensitivität, Duftstoffallergien oder Polyposis nasi
C. Brülls, H. Niggemann, W. Weißbach, W. Dott, M. Fischer, H.F. Merk, B. Blömeke, J. Isselstein, J. Ilgner, M. Westhofen und G.A. Wiesmüller
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 5/2008, S. 187–198
Pilotstudie zu Lebensgewohnheiten und Lebensumfeld von Patienten mit selbstberichteter multipler Chemikaliensensitivität, Duftstoffallergien oder Polyposis nasi
C. Brülls1, H. Niggemann1, W. Weißbach1, W. Dott1, M. Fischer1,2, H.F. Merk2, B. Blömeke3, J. Isselstein4, J. Ilgner4, M. Westhofen4 und G.A. Wiesmüller1,5
1Institut für Hygiene und Umweltmedizin, 2Hautklinik, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen, 3Arbeitsgruppe Ökotoxikologie und Toxikologie, Universität Trier,
4Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Plastische Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen, 5Umweltprobenbank des Bundes, Teilbank Humanproben und Datenbank, Universitätsklinikum Münster, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster
Hintergrund: Umweltfaktoren werden als mögliche Ursachen und/oder Trigger von multipler Chemikaliensensitivität (MCS), Duftstoffallergien (DA) und Polyposis nasi (PN) diskutiert. Alle drei Krankheitsbilder haben den Respirationstrakt als ein gemeinsames Wirkorgan. Daher war es Ziel der vorliegenden Studie, Lebensgewohnheiten und -umfeld von Patienten mit selbstberichteter MCS (sMCS), DA oder PN zu charakterisieren und zwischen den drei Patientengruppen zu vergleichen. Material und Methoden: Die Abhängigkeit der Verteilung von Variablen eines standardisierten Fragebogens zu Lebensgewohnheiten und -umfeld wurde vergleichend bei den drei Patientengruppen mittels Pearsons c2-Test untersucht. Ergab sich ein signifikanter Wert, wurden mit Fishers exaktem Test paarweise Vergleiche durchgeführt und nach Bonferroni adjustiert. Ergebnisse: Die sMCS-Gruppe bestand aus 14 Männern und 45 Frauen, die DA-Gruppe aus 19 Männern und 25 Frauen, die PN-Gruppe aus 42 Männern und 27 Frauen. Fragebogenvariablen mit signifikant unterschiedlicher Verteilung in den drei Patientengruppen waren: Schadstoffe als vermutete Beschwerdenursache (p < 0,001), Parfumgebrauch (p < 0,001), Schimmelpilzexposition zu Hause (p = 0,035), Alter des Mobiliars zu Hause (p = 0,001), Gebrauch von Desinfektionsmitteln (p = 0,006) und Insektiziden (p = 0,004), tägliche Aufenthaltszeit zu Hause (p = 0,032), Expositionen zu Fotokopierern (p < 0,001) und Gerüchen (p < 0,001) am Arbeitsplatz. Meistens waren die untersuchten Fragebogenvariablen zwischen der sMCS-Gruppe und den DA-/ PN-Gruppen signifikant unterschiedlich verteilt. Schlussfolgerungen: Die unterschiedliche Verteilung der untersuchten Fragebogenvariablen zwischen der sMCS-, DA- und PN-Gruppe betraf im wesentlichen Umweltfaktoren mit Geruchskomponenten. Reaktionen gegenüber diesen Umweltfaktoren waren bei DA-Patienten geringer ausgeprägt als bei sMCS-Betroffenen. Die PN- Gruppe zeigte keine Umweltassoziationen in den untersuchten Variablen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G.A. Wiesmüller
Umweltprobenbank des Bundes
Teilbank Humanproben und Datenbank
Universitätsklinikum Münster
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Domagkstraße 11
D-48149 Münster
Email: GA.Wiesmueller@uni-muenster.de
Autorenreferate
Herbsttagung der Rheinisch-Westfälischen Vereinigung für Lungen- und Bronchialheilkunde