Jahrgang 34, No. 6/2008(Juni 2008)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Bedeutung schlafbezogener Atmungsstörungen für die Medizin
Editorial
G. Schultze-Werninghaus und K. Rasche
Abstract
G. Schultze-Werninghaus und K. Rasche
Bedeutung schlafbezogener Atmungsstörungen für die Medizin
Wieviel Schlafmedizin braucht der Pneumologe?
K.H. Rühle und G. Nilius
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 6/2008, S. 204–207
Wieviel Schlafmedizin braucht der Pneumologe?
K.H. Rühle und G. Nilius
Klinik für Pneumologie, HELIOS-Klinik Ambrock, Hagen
In diesem Überblick werden die Argumente zusammengetragen, die für die Erfordernis einer intensiven Beschäftigung des Pneumologen mit schlafmedizinischen Fragestellungen sprechen. Da für viele Patienten, die sich in einer pneumologischen Praxis beziehungsweise Klinik vorstellen, der nicht erholsame Schlaf im Vordergrund steht, sollte dem Pneumologen ein breites diagnostisches Spektrum zur Verfügung stehen. Bei der Einordnung grenzwertiger Krankheitsbilder hilft die Polysomnographie bei der Beurteilung der Relevanz, aber auch bei differenzialtherapeutischen Überlegungen. Eine Untersuchung aus der Versorgungspraxis weist darauf hin, dass bei alleiniger Polygraphie 6% der Patienten mit behandlungsbedürftigem Schlaf-Apnoe-Syndrom fälschlicherweise unbehandelt blieben, hingegen 11% der Patienten übertherapiert würden, bei denen keine Behandlung erforderlich ist. Vor allem bei Patienten mit schlechter Schlafqualität und Begleiterkrankungen wie COPD und Herzinsuffizienz wird der Schweregrad der schlafbezogenen Atemstörung falsch eingeschätzt. Eine aktuelle Studie zeigt zum Beispiel, dass 25% von Patienten mit Herzinsuffizienz durch die ambulante Polygraphie falsch negativ eingestuft würden. Besondere Erfahrung sollte der Pneumologe auf dem Gebiet der objektiven und subjektiven Einschätzung von Schläfrigkeit mitbringen, insbesondere im Hinblick auf die Beurteilung der Fahrtüchtigkeit. Schlussfolgernd kann der Pneumologe erst durch die Kombination von pneumologischem und schlafmedizinischem Repertoire den genannten Anforderungen gerecht werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. K.-H. Rühle
HELIOS-Klinik Ambrock
Ambrockerweg 60
D-58091 Hagen
Email: Klinik-Ambrock.Pneumo@t-online.de
Bedeutung schlafbezogener Atmungsstörungen für die Medizin
Schlafbezogene Atmungsstörungen: Wie hoch ist das kardiovaskuläre und letale Risiko wirklich?
H.-W. Duchna
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 6/2008, S. 208–211
Schlafbezogene
H.-W. Duchna
Medizinische Klinik III, Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Bochum
Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) sind eng assoziiert mit Atherosklerose, arterieller Hypertonie, Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz. Belegt ist diese Hypothese durch Pathophysiologie, (Tier-) Experiment, Epidemiologie und Interventionsstudien. Während wichtige Studien zu Bedeutung und Therapie der Cheyne-Stokes-Atmung (CSA) aktuell durchgeführt werden, weisen eine große Zahl an Publikationen auf das ca. 2 – 3-fach erhöhte kardiovaskuläre und letale Risiko für Patienten mit unbehandeltem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) hin.Correspondence to:
PD Dr. med. H.-W. Duchna
Medizinische Klinik III
Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
D-44789 Bochum
Email: hans-werner.duchna@rub.de
Bedeutung schlafbezogener Atmungsstörungen für die Medizin
Schlaganfall durch schlafbezogene Atmungsstörungen oder schlafbezogene Atmungsstörungen durch Schlaganfall?
D. Schäfer
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 6/2008, S. 212–218
Schlaganfall durch schlafbezogene Atmungsstörungen oder schlafbezogene Atmungsstörungen durch Schlaganfall?
D. Schäfer
HELIOS-Rehazentrum Bad Berleburg, Odebornklinik,
Fachklinik für Neurologie, Bad Berleburg
Schlafbezogene Atmungsstörungen spielen eine besondere Rolle in der Entstehung von und der Rehabilitation nach Hirninfarkten. Die Prävalenz nach Schlaganfällen liegt zwischen 35 und 79% und ist damit bis zu 10-mal so hoch wie in der altersentsprechenden Bevölkerung. Epidemiologische Studien konnten inzwischen zeigen, dass schlafbezogene Atmungsstörungen als unabhängiger Risikofaktor des Hirninfarkts zu verstehen sind. Zahlreiche Einflüsse der intermittierenden Hypoxämie und der thorakalen Druckschwankungen auf den arteriellen Blutdruck, die Blutgerinnung, die Atheroskleroseentwicklung, Endothelfunktionen, neuronale Aktivitäten und vieles mehr wurden inzwischen nachgewiesen und ihre Reversibilität unter nCPAP bestätigt. Verschiedene Untersuchungen legen nahe, dass das mittel- und langfristige Rehabilitationsergebnis bzw. die Mortalität nach Schlaganfall durch eine Schlafapnoe verschlechtert wird. Allerdings scheiterten Therapiestudien an einer schlechten Compliance dieser Patientengruppe. Es ist zu schlussfolgern, dass der Diagnostik und Behandlung schlafbezogener Atmungsstörung im Rahmen der Primär- und Sekundärprävention zerebrovaskulärer Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.Correspondence to:
Dr. med. D. Schäfer
HELIOS-Rehazentrum Bad Berleburg
Odebornklinik
Fachklinik für Neurologie
Am Schlosspark
D-57319 Bad Berleburg
Email: dietmar.schaefer@helios-kliniken.de
Bedeutung schlafbezogener Atmungsstörungen für die Medizin
Schlafbezogene Atmungsstörungen und metabolisches Syndrom: Gibt es ein “Syndrom Z”?
I.A. Harsch
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 6/2008, S. 219–224
Schlafbezogene Atmungsstörungen und metabolisches Syndrom: Gibt es ein “Syndrom Z”?
I.A. Harsch
Schwerpunkt Endokrinologie und Stoffwechsel, Medizinische Klinik I mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
Aus klinischer Sicht tritt das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) häufig mit anderen Erkrankungen wie der Adipositas, dem Diabetes mellitus Typ 2, Dyslipidämien und dem Hypertonus auf. Die vier letztgenannten Entitäten werden oft als “metabolisches Syndrom” (MS) bezeichnet. Der Begriff “Syndrom Z” entstammt dem Konzept, auch das OSAS zu den Entitäten des MS hinzuzufügen. Für eine einheitliche Ätiologie, die dann typischerweise in kardiovaskuläre Krankheitsbilder einmündet, ist zum heutigen Zeitpunkt der Kenntnisstand aber noch nicht beweisend. So existiert momentan eine relativ gute Datenlage, dass das OSAS als eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor zu sehen ist und die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 und eines Hypertonus begünstigt. Auch die Insulinresistenz ist durch das OSAS selbst und nicht nur die typische Adipositas der Patienten bedingt. Weniger klar ist, ob das OSAS per se eine Dyslipidämie begünstigt, oder auch die Adipositas. Beschrieben wurden beim OSAS als proatherogene Mechanismen eine Erhöhung proinflammatorischer Cytokine (z.B. CRP, IL-6), eine Hyperkoagulabilität (z.B. PAI-1), oxidativer Stress und eine endotheliale Dysfunktion. Diese Aspekte bestehen auch bei anderen Facetten des MS in unterschiedlicher Ausprägung. Aus klinischer Sicht ist es sinnvoll, bei einem Patienten mit aus dem Formenkreis des MS stammenden Erkrankungen auch an das Vorhandensein eines OSAS zu denken.Correspondence to:
PD Dr. med. I.A. Harsch
Schwerpunkt Endokrinologie und Stoffwechsel
Medizinische Klinik I mit Poliklinik
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Ulmenweg 18
D-91054 Erlangen
Email: igor.harsch@uk-erlangen.de
Bedeutung schlafbezogener Atmungsstörungen für die Medizin
Braucht der Kardiologe den Schlafmediziner?
H. Woehrle, V. Töpfer und H. Teschler
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 34, Nr. 6/2008, S. 225–234
Braucht der Kardiologe den Schlafmediziner?
H. Woehrle1, V. Töpfer2 und H. Teschler2
´1Schlaflabor im Gesundheitszentrum Blaubeuren, Ambulantes Lungenzentrum Ulm, 2Abteilung Schlaf- und Beatmungsmedizin, Ruhrlandklinik Essen
Schlafbezogene Atmungsstörungen treten häufig bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen auf. Sie wirken sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus und können so zu einer Verschlechterung der vorliegenden Grunderkrankung beitragen. Der obstruktiven Schlafapnoe kommt als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung und die Progredienz kardiovaskulärer Erkrankungen eine vordergründige Bedeutung zu, während die Cheyne-Stokes-Atmung häufig ein Phänomen bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist und diese ihrerseits verschlechtern kann. Eine gezielte Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörungen kann das Risiko des Fortschreitens der Herz-Kreislauferkrankungen verhindern. Als gesicherte Therapiemodalität steht für die Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe die CPAP-Therapie zur Verfügung. Die derzeit effektivste Behandlung der Cheyne-Stokes-Atmung ist die adaptive Servoventilation. Für beide Verfahren konnte bei ausreichender Therapieadhärenz positive Einflüsse auf die Herzerkrankung nachgewiesen werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Teschler
Abteilung Schlaf- und Beatmungsmedizin
Ruhrlandklinik Essen
Tüschener Weg 40
D-45239 Essen
Kommentar
Die allergische Rhinitis und ihre Bedeutung für das Asthma: Update (ARIA 2008). Eine Bestandsaufnahme aus deutscher Sicht
C. Bachert, T. Zuberbier, L. Klimek, N. Khaltaev und J. Bousquet
Abstract
C. Bachert, T. Zuberbier, L. Klimek, N. Khaltaev und J. Bousquet