Jahrgang 34, No. 1/2008(Januar 2008)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Editorial - Neue Aspekte im Management der COPD – die neue COPD-Leitlinie
H. Worth
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Diagnostik der COPD
P. Kardos
Abstract
P. Kardos
Maingau vom Roten Kreuz, Frankfurt am Main
COPD wird anhand der typischen Anamnese mit Eruierung und Quantifizierung der einwirkenden Noxe (Rauchen in Packungsjahren ausgedrückt) und der körperlichen Untersuchung als Verdacht diagnostiziert, mit der Spirometrie und negativem Reversibilitätstest bestätigt. Die nach Bronchodilatation gemessene Spirometrie bietet zudem die Grundlage für eine einfache Schweregradeinteilung, die der Therapieempfehlung zugrunde gelegt wurde. Die Röntgenaufnahme dient zum Ausschluss anderer Ursachen der COPD-Symptome wie Husten, Auswurf und Atemnot, die auch bei weiteren, mit Zigarettenrauchen assoziierten Lungenkrankheiten (z.B. Bronchialkarzinom), aber auch anderen Erkrankungen vorkommen können. Eine genauere Abschätzung der Situation des COPD-Patienten erlauben weitere Untersuchungen, wie die Bodyplethysmographie, Blutgasanalyse, Bestimmung der Diffusionskapazität und die Belastungstests, hier insbesondere der 6 Minuten-Gehtest.Correspondence to:
Dr. med. P. Kardos
Gemeinschaftspraxis und Zentrum
Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin
Klinik Maingau vom Roten Kreuz
Scheffelstraße 33
D-60318 Frankfurt am Main
Email: Kardos@Lungenpraxis-Maingau.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Epidemiologie chronisch obstruktiver Erkrankungen der Lunge (COPD)
N. Karpinski und F. Petermann
Abstract
N. Karpinski und F. Petermann
Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Universität Bremen
Die epidemiologische Forschung zur COPD ist eng mit den Definitionen dieses Krankheitsbildes verknüpft. Im 20. Jahrhundert bestimmten vor allem die Definitionen des Medical Research Centers London (MCR), der ATS (American Thoracic Society) und der ERS (European Respiratory Society) die Forschungsmethodik. Die 2001 veröffentlichten GOLD-Leitlinien führten erstmals zu physiologisch objektivierbaren Kriterien von Prävalenz und Schwere der Erkrankung. Bislang liegen jedoch erst wenige Studien vor, die diese Kriterien berücksichtigen. Die vorliegende Arbeit skizziert die Risikofaktoren, die COPD-Belastung und aktuelle Befunde der internationalen BOLD-Studie (Burden of Obstructive Lung Disease).Correspondence to:
N.A. Karpinski
Prof. Dr. F. Petermann
Zentrum für Klinische Psychologie und
Rehabilitation
Universität Bremen
Grazer Straße 6
D-28359 Bremen
Email: nkar@uni-bremen.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Prävention der COPD
M. Rolke
Abstract
M. Rolke
Gemeinschaftspraxis Dr. M. Rolke und Dr. P. Rückert, Pneumologie, Allergologie, Innere Medizin, Aschaffenburg
Eine Primärprävention durch generelles Verhindern des Tabakkonsums erscheint wichtig und effektiv. Etwa 20 % der COPD-Patienten sind jedoch Nichtraucher, so dass auch andere Ursachen berücksichtigt werden müssen. Für die Sekundärprävention ist die Früherkennung der COPD entscheidend. Die Verhütung der Verschlimmerung der COPD (Tertiärprävention) wird durch Verzicht auch Tabakrauch erreicht. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der strukturierten nicht-medikamentösen und/oder medikamentösen Intervention zur Tabakentwöhnung. Die Exposition gegenüber Stäuben, Rauchen und Dämpfen am Arbeitsplatz, die Tätigkeit in der Landwirtschaft oder – in vielen Ländern - offene Feuerstellen innerhalb der Wohnhäuser müssen als mögliche Risikofaktoren gesehen werden. Prävention in Betrieben heißt aber auch Nichtraucherschutz.Correspondence to:
Dr. med. M. Rolke
Gemeinschaftspraxis Dr. M. Rolke und
Dr. P. Rückert, Pneumologie, Allergologie,
Innere Medizin
Elisenstraße 28
D-63739 Aschaffenburg
Email: rolke-aschaffenburg@t-online.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Medikamentöse Langzeittherapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)
A. Gillissen
Abstract
A. Gillissen
Robert-Koch-Klinik, Thoraxzentrum des Klinikums St. Georg, Leipzig
Die Pharmakotherapie ist das wesentliche Standbein der COPD-Behandlung. Sie wird von Maßnahmen zur Noxenelimination (meist Tabakrauchentwöhnung) und in Abhängigkeit vom Schweregrad von nichtpharmakologischen Therapiemaßnahmen flankiert. Die medikamentöse Langzeittherapie basiert im wesentlichen auf bronchodilatativen Substanzen, die einzeln oder in Kombination verabreicht werden. Dazu zählen die langwirksamen inhalativen b2-Sympathomimetika Formoterol und Salmeterol, das inhalativ anzuwendende Anticholinergikum Tiotropiumbromid und retardiertes Theophyllin, das oral verabreicht wird. Ab dem COPD-Schweregrad III können zur Senkung einer vorhandenen erhöhten Exazerbationsrate zusätzlich inhalative Kortikosteroide eingesetzt werden. Orale Kortikosteroide eignen sich im Regelfall nicht für die Langzeittherapie, sondern sind ganz im Gegenteil mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Auch N-Acetylcystein hat in der Langzeittherapie keinen nachgewiesenen Langzeiteffekt. Die Pharmakotherapie führt in der Langzeitanwendung nicht zu einer Prognoseverbesserung und verhindert auch nicht den jährlichen FEV1-Abfall. Aber sie bewirkt eine Verbesserung der Symptome Dyspnoe, Husten, Auswurf, der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der individuellen Lebensqualität und senkt die Exazerbationsrate.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. Gillissen
Robert-Koch-Klinik
Thoraxzentrum des Klinikums St. Georg
Nikolai-Rumjanzew-Straße 100
D-04207 Leipzig
Internet: www.rkk-leipzig.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Körperliches Training bei COPD
K. Pleyer
Abstract
K. Pleyer
Hochgebirgsklinik Davos, Schweiz
Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen zeigen eine verminderte Belastungsfähigkeit, die auch ihr tägliches Leben dementsprechend beeinflusst. Ursache ist die Obstruktion der Atemwege und die damit verbundene Dekonditionierung. Aufgrund dieser Erkenntnisse und zahlreicher Studien entwickelte sich das körperliche Training zu einer entscheidenden Therapiekomponente in der pneumologischen Rehabilitation. Bevor mit dem Training gestartet wird ist es wichtig, dass ein individuelles Therapieprogramm für den Patienten erarbeitet und abgesprochen wird. Die Patienten müssen behutsam an die entsprechende Belastungsintensität und -dauer herangeführt werden. Dies kann auf einem Fahrradergometer oder mittels Gehstreckentraining geschehen. Ergänzend zu einem Ausdauertraining ist das Krafttraining ein wesentliches Element und muss ins Trainingskonzept integriert werden. Für ein effektives Krafttraining wird eine Kombination aus dynamischen konzentrisch/exzentrischen Muskelfunktionen empfohlen mit Variation von Intensität, Wiederholungszahl, Häufigkeit, Umfang und Pausendauer. Durch eine neuromuskuläre Adaptation verbessert sich am Anfang eines Krafttrainings die Kraftfähigkeit recht schnell. Erst ein mehrwöchiges Krafttraining erzeugt eine morphologische Anpassungsreaktion des Muskels mit Entwicklung einer Muskelhypertrophie. Durch ein kombiniertes Training von Kraft und Ausdauer können COPD-Patienten auf der Grundlage einer verbesserten Kraftleistungsfähigkeit auch ihre Ausdauerleistungsfähigkeit erhöhen. Die richtig ausgewählten Belastungsnormative sind eine Grundvoraussetzung, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Dabei kann das Training in der Dauermethode bei einer Trainingsherzfrequenz 60 – 70% der maximalen Herzfrequenz absolviert werden oder mit der extensiven Intervallmethode. Das Entscheidungskriterium gibt der jeweilige Abfall der Sauerstoffsättigung vor. Körperliches Training im Rahmen von stationären oder ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen führt zu einer Steigerung der körperlichen Belastbarkeit, zu einer besseren Bewältigung der Anforderungen des Alltags und zu einer Zunahme der Lebensqualität.Correspondence to:
K. Pleyer
Hochgebirgsklinik-Davos
CH-7265 Davos-Wolfgang
Email: klaus.pleyer@hgk.ch
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen I
Ambulante Physiotherapie bei Patienten mit COPD
S. Weise und D. Pfeiffer-Kascha
Abstract
S. Weise und D. Pfeiffer-Kascha
1Berufsfachschule für Physiotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität, München, Klinikum Großhadern, Physiotherapie-Praxis, München, 2Physiotherapie-Praxis, Wuppertal
Ziel physiotherapeutischer Behandlungen ist es, zur Verbesserung der Lebensqualität dieser Patienten beizutragen. Betroffene lernen, ein einfaches Verständnis der Pathomechanismen zu entwickeln und ihren Zustand mit Hilfe eines individuell abgestimmten Selbsthilfeprogramms zu stabilisieren und so vorhersehbaren Fehlentwicklungen von Lunge und Atempumpe rechtzeitig entgegenzuwirken. Durch Selbsthilfetechniken lernen Patienten, die Atemwege in Ruhe und unter körperlicher Belastung offenzuhalten, Lungenüberblähung zu reduzieren, das Zwerchfell mobiler und kräftiger zu halten, die Atemwege effektiv und kraftsparend zu reinigen, sowie unproduktiven Reizhusten zu dämpfen. Auf diese Weise können die Atemnot reduziert und eine Verbesserung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit erzielt werden.Correspondence to:
Dorothea Pfeiffer-Kascha
Deutscher Verband für Physiotherapie
Zentralverband der Physiotherapeuten/Kranken-
gymnasten
Westfalenstraße 375
D-42111 Wuppertal
Email: d.pfeiffer-kascha@wtal.de