Jahrgang 34, No. 2/2008(Februar 2008)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Strukturierte Schulung für Patienten mit COPD
H. Worth und C. Schacher
Abstract
H. Worth und C. Schacher
Medizinische Klinik 1, Klinikum Fürth
Der Krankheitsverlauf für Patienten mit COPD und die Intensität der Symptomatik werden durch die Häufigkeit und Schwere akuter Verschlechterungen (Exazerbationen) wesentlich beeinflusst. Ziel der Patientenschulung ist die aktive Einbeziehung des Betroffenen in das Management seiner Krankheit Wesentliche Schulungsinhalte umfassen die Charakteristik des Krankheitsbildes, die Selbstkontrolle der Erkrankung, die korrekte Technik der Inhalation von Bronchodilatatoren und gegebenenfalls inhalativen Kortikosteroiden, sowie die Anpassung der Medikation an den jeweiligen Schweregrad der Erkrankung. Evaluierte strukturierte Programme zeigen, dass durch die strukturierte Patientenschulung die Zahl der Exazerbationen, der ungeplanten Arztbesuche, von Krankenhausaufenthalten und Arbeitsausfallszeiten zu- rückgeht und die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich steigt. Für das von der Deutschen Atemwegsliga empfohlene COBRA-Programm ist zudem die Kosteneffizienz belegt. Mit Hilfe des Disease-Management-Programms COPD sind die Chancen gestiegen, qualifizierte Patiententrainer auszubilden und den zahlreichen Patienten mit COPD ein hochwertiges Schulungsangebot zur Verfügung zu stellen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Worth
Medizinische Klinik 1
Klinikum Fürth
Jakob-Henle-Straße 1
D-90766 Fürth
Email: med1@klinikum-fuerth.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Rehabilitation bei COPD
K. Schultz
Abstract
K. Schultz
Fachklinik Allgäu, Pfronten
Pneumologische Rehabilitation verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit, Lebensqualität, soziale Teilhabe und Morbidität von COPD-Patienten und trägt dazu bei, Behandlungskosten zu senken. Die Effektivität ist auf höchstem Evidenzlevel gesichert. Daher wird die pneumologische Rehabilitation in allen aktuellen nationalen und internationalen COPD- Leitlinien ab dem Schweregrad 2 empfohlen. Zu Sicherung der Nachhaltigkeit sind ergänzende ambulante Angebote, wie Lungensport oder ambulante rehabilitative Therapieprogramme erforderlich, die derzeit aber nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.Correspondence to:
Dr. med. K. Schultz
Fachklinik Allgäu
Peter-Heel-Straße 29
D-87459 Pfronten
Email: konrad.schultz@ruland-kliniken.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Langzeit-Sauerstofftherapie
H. Magnussen und A.-M. Kirsten
Abstract
H. Magnussen und A.-M. Kirsten
Zentrum für Pneumologie, Krankenhaus Großhansdorf
Der positive Effekt der Langzeit-Sauerstofftherapie auf Symptomatik, Lebensqualität, Morbidität und Mortalität der Patienten mit Hypoxämie ist gut belegt. Der pathophysiologische Mechanismus, der diese günstige Wirkung erklärt, ist nicht sicher bekannt. Sauerstoff führt beim Vorliegen einer Hypoxämie zu einer Abnahme der Atemarbeit. Die Lebenserwartung wird bei chronisch hypoxämischen Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD) durch die Langzeit-Sauerstofftherapie verlängert. Die Indikation zur Langzeit-Sauerstofftherapie ist gegeben, wenn nach adäquater Therapie und Vermeidung aller inhalativen Noxen eine chronische Hypoxämie nachweisbar ist. Für die häusliche und mobile Sauerstofftherapie stehen als Quellen Sauerstoffkonzentratoren, Flüssigsauerstoffsysteme und Sauerstoffdruckflaschen zur Verfügung.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Magnussen
Krankenhaus Großhansdorf
Zentrum für Pneumologie
Wöhrendamm 80
D-22927 Großhansdorf
Email: magnussen@pulmoresearch.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Chirurgische Optionen bei Patienten mit fortgeschrittener COPD
H.-G. Fieguth
Abstract
H.-G. Fieguth
Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Krankenhaus Oststadt Heidehaus, Klinikum Region Hannover GmbH, Hannover
Fortschritte in der Anästhesie, der Intensivmedizin und in der operativen Technik erlauben es, chirurgische Eingriffe bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Lungenfunktionsstörung mit niedrigem perioperativen Risiko durchzuführen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit einer operativen Therapie für Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer COPD. Die organerhaltende Lungenvolumenreduktion verbessert die Prognose und den funktionellen Status von Patienten mit obstruktivem Emphysem und Überblähung. Die Lungentransplantation ist für Patienten mit schwerster Gasaustauschstörung eine wertvolle, jedoch angesichts der hohen Prävalenz der Erkrankung eine limitierte therapeutische Option.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H.-G. Fieguth
Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie
Krankenhaus Oststadt Heidehaus
Klinikum Region Hannover GmbH, Hannover
Podbielskistraße 380
D-30659 Hannover
Email: hans-gerd.fieguth@krh.eu
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
COPD: Management der Exazerbation
C.-P. Criée
Abstract
C.-P. Criée
Abteilung Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende
Bei leichtgradiger Exazerbation (leichte subjektive Verschlechterung, geringfügige Abnahme der FEV1 < 20 %) wird die medikamentöse Therapie intensiviert. Bei mittelgradiger Exazerbation (zunehmende Dyspnoe, FEV1-Abfall > 20%) wird zusätzlich die Gabe von systemischen Kortikosteroiden über 10 – 14 Tage empfohlen. Bei schwerer Exazerbation muss die Behandlung stationär erfolgen, hier wird die Indikation zur O2-Therapie und NIV gestellt. Antibiotika sind bei verfärbtem Sputum, im Schweregrad IV und bei Beatmung indiziert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C.-P. Criée
Abteilung Pneumologie,
Beatmungs- und Schlafmedizin
Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende
Pappelweg 5
D-37120 Bovenden/Lenglern
Email: criee@ekweende.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Nichtinvasive Beatmung (NIV) bei COPD
C.-P. Criée
Abstract
C.-P. Criée
Abteilung Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende
Bei Patienten mit COPD ist die Inspirationsmuskulatur durch Atemwegsobstruktion und Lungenüberblähung besonders stark beansprucht. Hierdurch entwickelt sich eine hyperkapnische Ateminsuffizienz (ventilatorische Insuffizienz), die sowohl akut als auch chronisch auftreten kann. Durch die nichtinvasive Beatmung werden die Inspirationsmuskeln entlastet und sind dann bei Wiedereinsetzen der Spontanatmung funktionsgestärkt. Eine signifikante Reduktion der Mortalität durch NIV ist bei der akuten Exazerbation und beim weaning belegt, bei der Heimbeatmung ist eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität nachgewiesen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C.-P. Criée
Abteilung Pneumologie,
Beatmungs- und Schlafmedizin
Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende
Pappelweg 5
D-37120 Bovenden/Lenglern
Email: criee@ekweende.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Berufsbedingte Bronchitis
B. Werner und D. Nowak
Abstract
B. Werner und D. Nowak
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München
COPD ist eine der Hauptursachen für Mortalität und Morbidität weltweit. Die Zunahme der COPD ist verbunden mit einer hohen gesundheitsökonomischen Belastung für den Einzelnen und die Gesellschaft. Neben dem inhalativen Zigarettenrauchen als wichtigstem Risikofaktor für die Entstehung einer COPD, ist die berufliche Exposition gegenüber Gasen, Stäuben, Dämpfen oder Rauchen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer chronischen Atemwegserkrankung assoziiert. Die 2003 veröffentlichte Stellungnahme der American Thoracic Society (ATS) Contribution to the Burden of Airway disease enthält eine Zusammenfassung und kritische Bewertung der Ursachen unter Berücksichtigung populationsbasierter Studien bis 1999. Seitdem wurden 14 weitere Studien zur Abschätzung des tätigkeitsattributalen Risikos veröffentlicht. Das attributale Risiko für die berufliche bedingte COPD wurde in der Gesamtbevölkerung auf 15% geschätzt.Correspondence to:
Dr. med. B. Werner
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und
Umweltmedizin
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität
Ziemssenstraße 1
D-80336 München
Email: Bernhard.Werner@med.uni-muenchen.de
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen II
Rolle der Selbsthilfegruppen bei einer COPD
H. Berck
Abstract
H. Berck
Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V., Dienheim
Wie bei jeder chronischen Erkrankung muss der Betroffenen auch bei der COPD bereit sein, die Rolle des Mit-Managers bei der Therapie seiner Krankheit zu übernehmen. Ohne die Bereitschaft des Patienten, geführt von seinem dafür aufgeschlossenen und kompetenten Arzt, in eigener Verantwortung seine individuelle Therapie nachhaltig und dauerhaft zu begleiten, wird die individuell bestmögliche Lebensqualität nicht zu erreichen sein. Das Einbeziehen des Betroffenen in seine Therapie setzt elementare Kenntnisse über Symptome, Verlauf und die medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten voraus. All das, was ein eigenverantwortlicher, informierter Patient wissen oder lernen sollte, wird von Selbsthilfeorganisationen in Deutschland angeboten.Correspondence to:
Dr. rer. pol. H. Berck
Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.
Berliner Straße 84
D-55276 Dienheim
Email: pla@patientenliga-atemwegserkrankungen.de
Mitteilung - Industrienachrichten