Jahrgang 34, No. 4/2008(April 2008)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
Editorial
R. Jäger, K. Aigner und M. Neuberger
Abstract
R. Jäger, K. Aigner und M. Neuberger
26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
Exogen-allergische Alveolitis (EAA) – pathologisch-anatomische Befunde
K.-M. Müller
Abstract
K.-M. Müller
Institut für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum
Es werden die pathologisch-anatomischen Befunde beim Krankheitsbild der exogen-allergischen Alveolitis (EAA) dargestellt. Entsprechend den abgrenzbaren, aber meist fließend entwickelten Krankheitsphasen von akuten, subakuten und chronischen Verläufen sind die morphologischen Befunde der bronchiolenassoziierten Entzündung mit sarkoidähnlichen Granulomen über Bilder einer unspezifischen interstitiell akzentuierten Pneumonie und Makrophagenaktivierung bis zum Stadium der Lungenfibrose dokumentiert. Probleme bei der morphologischen Einordnung stationärer Biopsiebefunde von chronischen Krankheitsverläufen der EAA und ihre Abgrenzung zu Kondensat-Pneumopathie (RB-ILD), Sarkoidose, Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS), kryptogenen organisierenden Pneumonien (COP), Nebenwirkungen auf Medikamente und zum breiten Ursachenspektrum der nicht spezifischen interstitiellen Pneumonien (NSIP) werden dargestellt. Die Bewertung des Krankheitsbildes als Berufskrankheit nach der BK Ziff. 4201 bedarf im Einzelfall sorgfältiger Prüfung.Correspondence to:
Herrn Prof. Dr. K.-M. Müller
Institut für Pathologie
Ruhruniversität Bochum
am Berufsgenossenschaftlichen
Universitätsklinikum Bergmannheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
D-44789 Bochum
Email: klaus-michael.mueller@rub.de
26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
Exogen-allergische Alveolitis – Probleme der täglichen Praxis aus Sicht der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB)
H. Rohn
Abstract
H. Rohn
Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Regionalbüro Salzburg
In der SVB finden sich verschiedene Problempunkte betreffend der exogen-allergischen Alveolitis vom Typ der Farmerlunge (FL). Am bäuerlichen Arbeitsplatz entsteht die Erkrankung durch erhöhte Konzentrationen an Schimmelpilzen und wärmeliebenden Bakterien. Diese sind wiederum abhängig von der Art des Stalls, der Tierhaltung und der Futterproduktion bzw. Lagerung. Im Bereich der unselbständig Versicherten (AUVA – Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) ist die exogen-allergische Alveolitis nur sehr selten vertreten, obwohl es genügend entsprechende Expositionen gegenüber Schimmelpilzen und thermophilen Bakterien gibt. Nach wie vor wird die Farmerlunge relativ spät, zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, diagnostiziert. Allerdings nimmt der Schädigungsgrad bei der Erstfeststellung offensichtlich ab. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Fälle mit einer MdE von 0 – 20%. Es gibt nur wenige Fälle von Erwerbsunfähigkeit, verursacht durch FL. Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist die Verwendung von Feinstaubmasken. Allerdings verwendet fast jeder 5. FL-Kranke keinen Atemschutz. Es wird empfohlen, mehr Anstrengungen in Richtung Motivation und Überzeugung betreffend der Gefahren durch FL zu unternehmen.Correspondence to:
Dr. med. H. Rohn
Sozialversicherungsanstalt der Bauern
Regionalbüro Salzburg
Rainerstraße 25
A-5020 Salzburg
Email: herbert.rohn@svb.sozvers.at
26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
Exogen-allergische Alveolitis am Arbeitsplatz
J. Godnic-Cvar
Abstract
J. Godnic-Cvar
Klinische Abteilung für Arbeitsmedizin der Medizinischen Universität Wien
Die exogen-allergische Alveolitis (EAA) stellt eine unterberücksichtigte, fast immer berufsbedingte Alveolitis dar. Oft ist sie eine progressive, irreversible und invalidisierende chronische, fibrotische Lungenerkrankung. Verursacht wird sie durch eine immunologische Reaktion der wiederholter Exposition gegenüber organischen Stäuben. Bei suszeptiblen, als Folge der Typ III- und Typ IV-immunologischen Reaktion, entsteht eine disseminierte Alveolitis, die nach wiederholter und kontinuierlichen Exposition in einer Lungenfibrose mit Invalidität endet. In diesem Artikel wird die Rolle der Arbeitsmediziner aufgegriffen, deren Aufgabe es ist, diese Erkrankung differentialdiagnostisch in Erwägung zu ziehen, um die Schwierigkeiten der Diagnose Bescheid zu wissen, befähigt zu sein, die Arbeitsplätze auf die möglichen Ursachen zu untersuchen, und die möglichen Fälle einer regelmäßigen Kontrolle zu unterziehen. Andererseits sollen gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden in der Sanierung von Arbeitsstätten, Anwendung von technischen Schutzmitteln (z.B. Helme mit Filter und Luftgebläse), um die Arbeitsfähigkeit bei den milder Betroffenen zu verlängern. Arbeitsmediziner sollten gemeinsam mit Lungenfachärzten die Betroffenen betreuen, um die invalidisierende Fibrose zu verhindern. EAA ist ein Paradebeispiel für die profunde Rolle des Arbeitsmediziners bei der Prävention von weiteren Schäden, in der Primärprävention, wo neu Fälle verhindert werden sollen, und in der Betreuung von bereits Erkrankten von EAA im Team mit Lungenfachärzten.Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. J. Godnic-Cvar
Universitätsklinik für Innere Medizin II
Arbeitsmedizin
Medizinische Universität Wien
AKH-Wien
Währiger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
Email: jasminka.godnic-cvar@meduniwien.ac.at
26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
3D-Nachverarbeitung im Thorax – virtuelle Bronchoskopie
G. Böhm und M. Gschwendtner
Abstract
G. Böhm und M. Gschwendtner
Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie, Krankenhaus der Elisabethinen Linz
Die virtuelle Bronchoskopie (Bronchographie) ist bei jedem Volumendatensatz ab einer Schichtdicke von unter 1 mm gut durchführbar. Sie stellt eine Ergänzungsmethode zur konventionellen Bronchoskopie dar. Sie ist eine gute Methode zur präinterventionellen und präoperativen Visualisierung von endobronchialen Malignomen, Stenosen der Luftwege, traumatischen Trachealverletzungen und bronchialen Anastomosen nach Lungentransplantationen. Die virtuelle Bronchoskopie (Bronchographie) dient zum guiding für transbronchiale Punktionen, zur Vermessung vor Stentimplantation und Darstellung vor Lasertherapie. Aktuelle Forschungsgruppen befassen sich mit der Fusionierung von MSCT- und Bronchoskopie- und transbronchialen US-Daten zur Verbesserung der Punktionsgenauigkeit. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pneumologen, Thoraxchirurgen und Radiologen ist maßgebend für die Indikationsstellung.Correspondence to:
Dr. med. G. Böhm
Institut für diagnostische und
interventionelle Radiologie
Krankenhaus der Elisabethinen
Fadingerstraße 1
A-4010 Linz
Email: gernot.boehm@elisabethinen.or.at
26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
Der rauchfreie Arbeitsplatz – Situation in Europa und Österreich
M. Neuberger
Abstract
M. Neuberger
Abteilung Präventivmedizin, Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien
Österreich ist bei der Tabakkontrolle ein Entwicklungsland, in dem ein Viertel der erwachsenen Nichtraucher noch immer nicht ausreichend vor Tabakrauch am Arbeitsplatz geschützt sind. Im Vergleich zum EU-Schnitt rauchen Österreicher zwar nicht häufiger, machen aber weniger Aufhörversuche, wobei die häufige Einnahme von Nikotinersatz und die hohe Rückfallquote durch eine passive Erwartungshaltung erklärbar ist. Dazu kommt, dass einzelne Politiker und Medien uneinsichtige Raucher bestärken, auch in ihrer Rücksichtslosigkeit gegenüber Nichtrauchern. Trotzdem werden Rauchverbote auch in Österreich bereits von der Bevölkerungsmehrheit befürwortet. Nach Erfahrungen in Nord- und Westeuropa wäre nach Einführung ausnahmsloser Rauchverbote in der Gastronomie mit einem weiteren Anstieg der Zustimmungsraten in der Bevölkerung auf etwa 90% zu rechnen.Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. med. M. Neuberger
Abteilung Präventivmedizin
Institut für Umwelthygiene
Medizinische Universität Wien
Kinderspitalgasse 15
A-1095 Wien
Email: manfred.neuberger@meduniwien.ac.at
26. Workshop “Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin”
Das Rauchertelefon – Strategien zum Rauchstopp zuhause und am Arbeitsplatz
A.M. Stummer und U. Stadlhofer
Abstract
A.M. Stummer und U. Stadlhofer
Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention, NÖ Gebietskrankenkasse, St. Pölten
Rauchertelefone haben sich weltweit als wirksame Institution in der Tabakprävention und Raucherentwöhnung erwiesen. Sie stellen eine niederschwellige Anlaufstelle für Raucher und Raucherinnen dar, die rauchfrei werden möchten. Professionelle Beratung bietet seit dem Weltnichtrauchertag Ende Mai 2006 auch das österreichweite Rauchertelefon, eine einzigartige Kooperation der Sozialversicherungsträger, der Länder und des BMGFJ, betrieben durch die NÖ Gebietskrankenkasse. Das Angebot umfasst telefonische Beratung und Begleitung beim Rauch- stopp sowie für ExraucherInnen in Rückfallkrisen, Unterstützung von Angehörigen von RaucherInnen, allgemeine Informationen rund ums Thema Tabak sowie Tipps und Tricks bei Verlangensattacken. Weiters werden auf der Homepage Informationen zur Verfügung gestellt sowie ein Forum zum Austausch von Erfahrungen mit dem Rauch- stopp angeboten. Als zentrale Schnittstelle vermittelt das Rauchertelefon auch an regionale Institutionen zur Raucherentwöhnung in ganz Österreich. Ein Team von Klinischen und GesundheitspsychologInnen berät unter der Nummer 0810 810 013 österreichweit zum Ortstarif und unterstützt RaucherInnen dabei, ihre individuellen Strategien zum Rauchstopp sowohl zuhause als auch am Arbeitsplatz zu finden. In einer ersten internen Evaluation konnten bereits im ersten Jahr nach Gründung 25% der BeratungsklientInnen erfolgreich in die Rauchfreiheit begleitet werden, was im internationalen Vergleich bei Erfolgsraten zwischen 13 und 20% ein sehr gutes Ergebnis darstellt.Correspondence to:
Mag. Alexandra M. Stummer
Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention
NÖ Gebietskrankenkasse
Kremser Landstraße 3
A-3100 St. Pölten
Email: alexandra.stummer@noegkk.at