Jahrgang 33, No. 11/2007(November 2007)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Aktuelle Therapie des Bronchialkarzinoms
Editorial
M. Schmidt
Aktuelle Therapie des Bronchialkarzinoms
Nichtinvasive Therapie des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms im frühen Stadium mittels Hochpräzisions-Strahlentherapie – eine zukünftige Option nicht nur für inoperable Patienten?
M. Guckenberger, G. Beckmann und M. Flentje
Abstract
M. Guckenberger, G. Beckmann und M. Flentje
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg
In frühen, lokalisierten Stadien des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms ist die alleinige Strahlentherapie bei medizinischer Inoperabilität die Therapie der Wahl. Die klinischen Ergebnisse einer Behandlung in konventioneller Technik mit einer Strahlendosis von 66 Gy über 7 Wochen sind den Daten der Chirurgie unterlegen, das Lokalrezidiv ist die häufigste Form des Therapieversagens. Die Körperstereotaxie ermöglicht durch maximale Präzision bei Planung und Durchführung der Strahlenbehandlung eine zielgenaue Dosiseskalation über 100 Gy im Tumor. Die Behandlungsdosis wird in 1 – 8 Behandlungsfraktionen innerhalb von maximal 2 Wochen appliziert. Diese Dosiseskalation erzielte lokale Kontrollraten von > 90% und die Überlebensraten sind denen der konventionellen Strahlentherapie deutlich überlegen. Schwere Nebenwirkungen traten in weniger als 5% der Behandlungen auf, das günstige Toxizitätsprofil ist auf die hohe Präzision der Strahlenbehandlung zurückzuführen, bei der das gesunde Normalgewebe weitgehend geschont wird. Neue Techniken wie verbessertes Staging mittels FDG-PET, bildgeführte Strahlentherapie und 4-dimensionale Bestrahlungsplanung werden die Ergebnisse weiter verbessern und diese neue Technik zu einer möglichen Alternative der chirurgischen Therapie machen.Correspondence to:
Dr. med. M. Guckenberger
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie
Julius-Maximilians-Universität
Josef-Schneider-Straße 11
D-97080 Würzburg
Email: guckenberg_m@klinik.uni-wuerzburg.de
Aktuelle Therapie des Bronchialkarzinoms
Chirurgische Therapie des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms im Stadium IIIA und B
B. Passlick, E. Stoelben und W. Sienel
Abstract
B. Passlick, E. Stoelben und W. Sienel
1Abteilung Thoraxchirurgie, Chirurgische Universitätsklinik, Universitätsklinikum Freiburg, 2Krankenhaus Merheim, Kliniken der Stadt Köln
Etwa ein Drittel der Patienten mit Lungenkarzinom weisen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ein sogenanntes lokal fortgeschrittenes Stadium (Stadium IIIA/B) auf. In diesen Stadien wird eine Gruppe höchst unterschiedlicher Patienten subsumiert, die eine individualisierte Therapie erfordern. Während eine Gruppe (minimaler N2-Befall, T3-4, N0, M1) in 30 – 50% der Fälle geheilt werden kann, gibt es für andere Patienten (N3) kaum eine kurative Chance. Außerhalb von Studien kann ein optimales multimodales Behandlungsregime nur durch die Hinzuziehung erfahrener Thoraxchirurgen, Pneumologen, pneumologischer Onkologen und Radioonkologen erreicht werden. Insbesondere im Hinblick auf die Frage der technischen Operabilität spielt die Expertise des Thoraxchirurgen eine große Rolle (Karina-Infiltration, Infiltration des Vorhofs, erweiterte Resektion nach Radiochemotherapie). Falls eine Resektion ausgeschlossen wird, kann auch durch eine kombinierte Radiochemotherapie nur in seltenen Fällen (ca. 15%) im Stadium IIIA/B ein längerfristiges Überleben erreicht werden, da in der Mehrzahl der Fälle radiochemoresistente Tumorklone verbleiben.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Passlick
Abteilung Thoraxchirurgie
Chirurgische Universitätsklinik
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 55
D-79106 Freiburg
Email: bernward.passlick@uniklinik-freiburg.de
Aktuelle Therapie des Bronchialkarzinoms
Radiochemotherapie beim inoperablen, lokal fortgeschrittenen, nichtkleinzelligen Lungenkarzinom
R.M. Huber
Abstract
R.M. Huber
Pneumologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität – Innenstadt, München
Die Therapie des lokal fortgeschrittenen, nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) erfordert ein multimodales Vorgehen. Die alleinige Strahlen- oder Chemotherapie bzw. alleinige operative Verfahren sind meist nicht ausreichend, um befriedigende Langzeitergebnisse zu erzielen. Dies liegt vor allem an der sehr häufigen systemischen Manifestation der Erkrankung im Verlauf, aber auch der ungenügenden lokalen Kontrolle durch alleinige Chemotherapie. Bei Patienten im Stadium IIIB und inoperablem Stadium IIIA (knapp ein Drittel aller Patienten mit NSCLC) ist die Radiochemotherapie zum Standard geworden. Platinhaltige Kombinationen gelten für die Radiochemotherapie als Chemotherapie der Wahl. Insgesamt ist wohl eine simultane Therapie von Vorteil gegenüber der sequentiellen Therapie, die simultane Therapie ist jedoch mit einer höheren Toxizität besetzt. Bei zu erwartenden Komplikationen (höheres Alter, relevante Begleiterkrankungen) ist deshalb die Induktionschemotherapie oder die Kombination aus Induktionschemotherapie und niedrig dosierter Chemotherapie während der Strahlentherapie zu erwägen. Zur Optimierung der Radiochemotherapie unter Berücksichtigung der Toxizität sind jedoch noch dringend weitere Studien erforderlich, weshalb betroffene Patienten in entsprechend große und praxisrelevante randomisierte Studien eingeschlossen werden sollten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R.M. Huber
Pneumologie
Klinikum der Ludwig-Maximilians-
Universität – Innenstadt
Ziemssenstraße 1
D-80336 München
Email: pneumologie@med.uni-muenchen.de
Aktuelle Therapie des Bronchialkarzinoms
Biologicals: die Wende in der Behandlung des Bronchialkarzinoms?
M. Schmidt
Abstract
M. Schmidt
Schwerpunkt Pneumologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg
Der EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib (Tarceva®) und der Anti-VEGF-Antikörper Bevacizumab (Avastin®) sind neue und aufsehenerregende Medikamente in der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC. Sie sind besser verträglich als zytotoxische Medikamente und können die seit Jahren stagnierenden Therapieerfolge deutlich verbessern. Bei der EGFR-Tyrosinkinase-Inhibition besteht jedoch weiterhin das Problem der richtigen Patientenauswahl: Hier werden molekulargenetische Methoden zur individualisierten Therapie beitragen. Die klinische Anwendung der VEGF-Blockade kämpft eher mit den Blutungskomplikationen; hier kann eine klinische Patientenselektion hilfreich sein. Ein Problem all dieser Biologicals sind die immensen Therapiekosten, so dass zusätzlich eine ökonomische Patientenselektion droht.Correspondence to:
Prof. Dr. med. M. Schmidt
Schwerpunkt Pneumologie
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Julius-Maximilians-Universität
Josef-Schneider-Straße 2
D-97080 Würzburg
Email: schmidt_m1@klinik.uni-wuerzburg.de
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Mitteilung - Industrienachrichten