Jahrgang 33, No. 5/2007(Mai 2007)
|
Atemwegs- und Lungenkrankheiten
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 28.40$ |
 |
Lungentransplantation
Editorial
D. Reinhardt
Lungentransplantation
Die Lungentransplantation: Indikationen und Langzeitergebnisse
J. Behr und C. Neurohr
Abstract
J. Behr und C. Neurohr
Schwerpunkt Pneumologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität, München
In den vergangenen 20 Jahren wurden weltweit mehr als 20.000 Patienten einer Lungentransplantation zugeführt. Auf Grundlage der hieraus resultierenden Erfahrungen ist die Lungentransplantation heute ein etabliertes Therapieverfahren für Patienten mit Lungenerkrankungen im Endstadium. Spezifische Indikationskriterien für die unterschiedlichen Krankheitsbilder erlauben eine Vorauswahl geeigneter Organempfänger. Für die aktive Listung eines Patienten zur Lungentransplantation müssen jedoch eine umfangreiche Evaluation und kritische Beurteilung des individuellen Krankheitsverlaufs durch erfahrene Transplantationsärzte erfolgen. Zur Erzielung optimaler Langzeitergebnisse nach erfolgter Lungentransplantation ist eine intensive Nachbetreuung unabdingbar. Diese umfasst ein regelmäßiges Monitoring der Lungenfunktion und der Immunsuppression sowie Screening für Infektionen, Abstoßungsreaktionen und Medikamentennebenwirkungen. Limitierender Faktor für das Langzeitüberleben der Patienten ist das Auftreten der Bronchiolitis obliterans, welche als chronische Abstoßungsreaktion interpretiert wird und bei ca. 50% aller Patienten nach 5 Jahren nachweisbar ist. Neben Alter, Grunderkrankung, Art der Transplantation (einseitig vs. doppelseitig), Ischämiezeit, CMV-Mismatch und HLA-Mismatch ist die akute Abstoßungsreaktion einer der wichtigsten unabhängigen Risikofaktoren für das Auftreten einer Bronchiolitis obliterans. Dementsprechend stellen eine effektive Immunsuppression und ein intensives Abstoßungsmonitoring wichtige Voraussetzungen für die Vermeidung einer chronischen Abstoßung dar. Neue Immunsuppressiva und die sich abzeichnende Möglichkeit einer pulmonal selektiven Immunsuppression mittels Inhalation sind vielversprechende Ansätze für eine immer bessere Beherrschung dieser Problematik. Auch wenn die Langzeitergebnisse der Lungentransplantation heute noch weniger gut ausfallen als die anderer Organtransplantationen, so ist eine Verbesserung der Ergebnisse bereits in der Vergangenheit nachweisbar und eine anhaltend positive Entwicklung darf aufgrund der erzielten Fortschritte auch in Zukunft erwartet werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J. Behr
Schwerpunkt Pneumologie
Medizinische Klinik und Poliklinik
Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Email: Juergen.Behr@med.uni-muenchen.de
Lungentransplantation
Aktueller Stand der Lungentransplantation – Spenderauswahl, Organentnahme und Technik der Organimplantation
R. Hatz, P. Überfuhr, E. Kreuzer, K.-W. Jauch, B. Reichart und die Munich Lung Transplant Group
Abstract
R. Hatz1, P. Überfuhr2, E. Kreuzer2, K.-W. Jauch1, B. Reichart2 und die Munich Lung Transplant Group
1Thoraxchirurgisches Zentrum München, 2Herzchirugische Klinik, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Die klinischen Erfolge, die in den letzten Jahren durch die isolierte Einzellungen- und Doppellungentransplantation erzielt wurden, sind ein gutes Beispiel für den evolutionären Fortschritt in der Medizin. Nach einem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation (ISHLT) wurden bis Juni 2005 weltweit 21265 Lungentransplantationen an insgesamt 210 Zentren durchgeführt [1]. In Deutschland hat sich seit Ende der 80er Jahre dieses Therapieverfahren für Patienten im Endstadium der respiratorischen Insuffizienz an verschiedenen Zentren etabliert. Das Klinikum Großhadern der LMU München gehört seit 1991 dazu und führte kürzlich im August 2006 seine 275. Lungentransplantation durch. Im nachfolgenden soll der aktuelle Stand der Spenderauswahl, Organentnahme und Implantationstechnik dargestellt werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Hatz, FACS
Thoraxchirurgisches Zentrum München
Kinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Email: hatz@med.uni-muenchen.de
Lungentransplantation
Intensivtherapie nach Lungentransplantation
L. Frey und L. Ney
Abstract
L. Frey und L. Ney
Klinik für Anaesthesiologie, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität, München
An jede Lungentransplantation schließt sich eine Phase der Intensivtherapie an. Die Dauer und die erforderliche Behandlungsintensität sind äußerst variabel und richten sich wesentlich nach den vorbestehenden Grund- und Begleiterkrankungen sowie dem präoperativen Allgemein- und Trainingszustand des Patienten, aber auch nach der Art des Eingriffes und dem intraoperativen Verlauf. Das primäre Ziel ist die definitive Entwöhnung von der maschinellen Beatmung und möglichst auch von der O2-Therapie. Gerade ein längerer Intensivaufenthalt mit Komplikationen und Rückschlägen kann durch den Patienten sehr belastend erlebt werden und seine Motivation auf eine harte Probe stellen. Daher sollten alle Patienten und ihre Angehörigen bereits vor der Transplantation über die Notwendigkeit der postoperativen Intensivtherapie aufgeklärt sein.Correspondence to:
Dr. med. L. Frey
Klinik für Anaesthesiologie
Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Email: lfrey@med.uni-muenchen.de
Lungentransplantation
Lungentransplantation bei Mukoviszidose
C. Schröter und M. Griese
Abstract
C. Schröter und M. Griese
Christiane Herzog Ambulanz, Dr. von Haunersches Kinderspital, München
Bei Mukoviszidose-Patienten im pulmonalen Endstadium kann die Lungentransplantation die einzige lebensverlängernde Maßnahme darstellen. Neben dem Zeitpunkt der Listung zur Lungentransplantation stellt die Abwägung von allgemeinen Indikations- und eventuellen Kontraindikationskriterien eine Herausforderung für Patienten und Therapeuten dar. Beides bestimmt den Nutzen der Maßnahme im Hinblick auf eine längere Lebenserwartung und bessere Lebensqualität. Neben multifaktoriellen Modellen dient immer noch die FEV1 als eine wichtige Grundlage zur Indikationsstellung. Liegt diese unter 30% des Sollwerts oder besteht ein rasch progredienter Abfall der FEV1, der nicht durch konservative Maßnahmen zu beeinflussen ist, kann dies eine Indikation zur Listung darstellen. Bezüglich der post-transplantationellen Überlebensraten hat das Kollektiv der an Mukoviszidose erkrankten Patienten eine günstigere Prognose als andere Indikationsgruppen. Die 10-Jahres-Überlebensrate konnte in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert werden und liegt derzeit zwischen 34 und 51%. Wichtig ist, neben der Erläuterung des Umfangs einer Lungentransplantation auch die Konsequenzen und Komplikationen rechtzeitig mit dem Patienten und gegebenenfalls den Angehörigen zu besprechen. Durch weitere Verbesserungen in der Immunsuppression bzw. -modulation und besseren prognostischen Modellen zur Abschätzung eines Vorteils durch Lungentransplantation könnten noch mehr Patienten mit Mukoviszidose von dieser Maßnahme profitieren.Correspondence to:
Dr. med. C. Schröter
Christiane Herzog Ambulanz
Dr. von Haunersches Kinderspital
Lindwurmstraße 4
D-80337 München
Email: christian.schroeter@med.uni-muenchen.de
Mitteilung - Industrienachrichten