Jahrgang 33, No. 6/2007(Juni 2007)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Originalarbeit
Sport und Cystische Fibrose: Möglichkeiten zur Bestimmung der Trainingsintensität
A. Mouhcine, W. Gruber und B. Schaar
Abstract
A. Mouhcine1, W. Gruber2 und B. Schaar1
1Institut für Rehabilitation und Behindertensport, Deutsche Sporthochschule, Köln, 2Fachklinik Satteldüne für Kinder und Jugendliche, Deutsche Rentenversicherung Nord, Nebel/Amrum
Ziel der Studie war es, die kardiopulmonalen Besonderheiten unter Belastung bei Patienten mit Cystischer Fibrose (CF) zu untersuchen, um davon ausgehend zu diskutieren, inwieweit ein ausdauerorientiertes Training über die Lungenfunktion gesteuert werden kann. Ausgewählte Lungenfunktionsgrößen wurden zu den Ergebnissen einer spiroergometrischen Belastungsuntersuchung auf dem Fahrrad in Beziehung gesetzt, das Faktum der ventilatorischen Limitation stand hierbei im Mittelpunkt. Die Resultate zeigen, dass bei CF-Patienten unter Belastung lediglich geringe bzw. keine ventilatorischen Reserven zur Verfügung stehen. Weiterhin erwies sich der Atemgrenzwert (MVV) als geeigneter Indikator für die körperliche Leistungsfähigkeit. Abschließend werden in Abhängigkeit vom Grad der ventilatorischen Limitation mittels MVV bzw. Atemminutenvolumen () Intensitäten zur Festlegung eines ausdauerorientierten Trainings vorgeschlagen, die insbesondere die krankheitsbedingten Veränderungen der Lunge erfassen. Als anwendungsorientierte Grundlagenstudie bildet die Arbeit den Ausgangspunkt für weitergehende Untersuchungen zur Evaluation der vorgeschlagenen Parameter.Correspondence to:
Alexander Mouhcine
Dipl. Sportwiss.
Hauptstrasse 122
D-59939 Olsberg
Email: AlexanderMouhcine@gmx.de
Kasuistiken
Notfallbeatmung, ein historischer Rück- und Ausblick
H. Matthys
Abstract
H. Matthys
Universitätsklinikum Freiburg
In den letzten Jahren wurden die Wiederbelebungsmaßnahmen bei Atem- und Kreislaufstillstand stark unter dem Gesichtspunkt kardialer Reanimation europaweit standardisiert (www.erc.edu). Die mechanische Herzmassage beginnt bei freien Atemwegen mit 30 Thoraxkompressionen gefolgt von 2 Beatmungen (Mund zu Mund, Mund zu Nase) oder manuell mit Maske, eventuell Intubation und zusätzliche O2-Gabe (Kinder 15 : 2) für mindestens 2 Minuten, dann eventuell die erste Defibrillation (nur bei Kammerflimmern oder gefährlichen Arrhythmien im EKG). Bei Patienten mit Asystolie wird mit Herzmassage und Beatmung (30 : 2) für weitere 2 Minuten bis zur nächsten Kontrolle fortgefahren. Beatmungstechniken, die am Thorax angreifen, wurden seit längerer Zeit als empfohlenes Notfallmanagement verlassen. Das Erkennen reversibler Notfallsituationen verlangt insbesondere auch Kenntnisse der Pathophysiologie des O2-Transportsystems, deren erfolgreiche Behebung (Spannungspneumothorax, ventilationsbehindernde große Pleuraergüsse und Herztamponade) oft nur mit einem universell einsetzbaren Drainagebesteck mit 3-Wege-Hahn plus Rückschlagventil (Matthys Drain®) zu therapieren und mittels Pulsoxymetrie überprüfbar ist.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Matthys
Hochrüttestraße 17
D-79117 Freiburg
Email: hmatthys@t-online.de
Kasuistiken
Historisches zur Befeuchterkrankheit: in der Schweiz beschrieben – in den 70er Jahren inhalativ provoziert
B. Wüthrich
Abstract
B. Wüthrich1,2
1Allergiestation, Dermatologische Klinik, UniversitätsSpital Zürich, 2Praxis für Allergologie, klinische Immunologie und Dermatologie, Spital Zollikerberg
1959 hat E. Pestalozzi aus der Allergiestation der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich erstmals das Krankheitsbild des “Befeuchterfiebers” als febrile Gruppenerkrankung in einer Modellschreinerei durch Inhalation von mit Schimmelpilzen kontaminiertem Befeuchterwasser beschrieben [1]. In den Jahren 1969 und 1970 wurden in derselben Klinik 6 Fälle von Befeuchterkrankheit diagnostiziert und abgeklärt, die in einer nicht veröffentlichten medizinischen Inauguraldissertation (Baumann-Kuhn E., Universität Zürich, 1973) zusammengestellt wurden. Die Patienten (5 Männer und eine Frau) litten immer am Nachmittag des Arbeitstages, also ungefähr 6 – 8 Stunden nach Arbeitsbeginn, unter allgemeinem Unwohlsein, Müdigkeit, Fieber mit Schüttelfrost, Schweißausbruch, Dyspnoe, Husten, Auswurf und gastrointestinalen Beschwerden. Im Schub war die Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht, im Blutbild ließ sich eine Leukozytose nachweisen, in 3 Fällen war das Thorax-Röntgenbild pathologisch; in 2 Fällen wurde eine vermehrte Zeichnung beidseits basal bzw. beim dritten Patienten 3 – 4 mm große Fleckschatten über der ganzen Lunge nachgewiesen. Die Diagnose “Befeuchterfieber” wurde bestätigt durch die Tatsache, daß die Patienten nach dem Abschalten bzw. Entfernen der Befeuchteranlage am Arbeitsplatz beschwerdefrei wurden, bei Wiedereinschalten jedoch sofort wieder erkrankten. Im Befeuchterwasser ließen sich verschiedene Schimmelpilz- und Bakterienspezies kultivieren. Mittels aus dem Befeuchterwasser hergestellten Extrakten wurden intrakutane und inhalative Provokationstests durchgeführt. Es konnte bei 3 Patienten im Inhalationstest (in einem Fall nach Alcaligenes faecalis, in 2 Fällen nach Pseudomonas fluorescens) eine verzögerte Frühreaktion mit Fieberanstieg, Unwohlsein, zum Teil mit Gliederschmerzen und Husten provoziert und objektiv im Labor eine Leukozytose nachgewiesen werden. Bei einem vierten Patienten führte die Inhalation von Monilia-Extrakt (Hollister-Stier) zu einer massiven Sofortreaktion mit Husten, starker Dyspnoe, FEV1-Abfall und allgemeinem Unwohlsein, welche eine intensive Notfalltherapie erforderte. Provokationstests mit anderen Bakterien- oder Schimmelpilzextrakten waren negativ. Pathogenetisch wurde eine Hypersensitivitätsreaktion von Typ III postuliert, obwohl sich in der Immunelektrophorese keine Präzipitine nachweisen ließen, in 4 Fällen war jedoch die Präzipitinreaktion gegen Heuextrakte positiv. Gegen eine toxische Reaktion oder eine Infektionskrankheit sprach die Tatsache, daß im Gegensatz zu der ursprünglichen Beobachtung von Pestalozzi, bei den gleichen Expositionsbedingungen nur ein einzelner Arbeiter erkrankte. Auch aufgrund der Literatur wurde die Befeuchterkrankheit als ein Syndrom verschiedener Ätiologie, jedoch wahrscheinlich einheitlicher Pathogenese angesehen.Correspondence to:
Prof. em. Dr. med. B. Wüthrich
Facharzt FMH für Allergologie und Dermatologie
Spital Zollikerberg
Trichtenhauserstrasse 20
CH-8125 Zollikerberg
Email: brunello.wuethric@spitalzollikerberg.ch
Kasuistiken
Perikarderguss als Erstmanifestation einer Tuberkulose
V. Bäuerle, J. Oelker und A. Pforte
Abstract
V. Bäuerle, J. Oelker und A. Pforte
Medizinische Klinik II, Krankenhaus Neuwittelsbach, München
Hintergrund: Die kardiale Manifestation der Tuberkulose stellt in den hoch industrialisierten Ländern eine seltene Diagnose dar. Entsprechende Punktions- oder Drainagemaßnahmen und Anlage einer Kultur sind in diesem Falle diagnostische Methoden der Wahl. Die Diagnostik wird jedoch durch unspezifische Symptomatik, nicht eindeutige Bildgebung und Vielfalt an Differentialdiagnosen erschwert. Fallbeschreibung: Es wird die Kasuistik einer 55-jährigen Patientin, als Krankenschwester tätig, mit langsam progredienter Dyspnoe sowie Temperaturen bis 40° C vorgestellt. In den letzten Wochen vor Aufnahme rezidivierend Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsabnahme von 5 kg. Es konnte radiologisch, aber auch echokardiographisch ein ausgedehnter Perikarderguss mit intermittierender Tachyarrhythmie nachgewiesen werden. Es wurde eine Perikarddrainage angelegt, in der Perikardflüssigkeit gelang in den angelegten Kulturen der Nachweis von Mycobacterium tuberculosis. Die Therapie mit den Standardmedikamenten, wobei die Patientin vorübergehend auch mit systemischer Steroidmedikation versorgt wurde, gestaltete sich schwierig. Überraschenderweise wurde vom Labor eine Monoresistenz gegen Pyrazinamid (PZA) gemeldet. Desweiteren wurde der therapeutische Verlauf durch eine Ethambutol (EMB)-Unverträglichkeit (generalisierter Pruritus und Drug-Fieber) kompliziert. Es wurde daher eine Dreifach-Therapie mit Isoniazid (INH), Rifampicin (RMP) und Streptomycin (SM) durchgeführt. Schlussfolgerung: Einer unklaren fieberhaften Erkrankung auch von jungeren Patienten kann trotz unauffälligem Lungenbefund mit bestehendem Perikarderguß eine kardiale Manifestation der Tuberkulose zugrundeliegen. Deshalb ist es besonders wichtig, um frühzeitig eine tuberkulostatische Therapie einleiten zukönnen, an diese Differentialdiagnose zu denken.Correspondence to:
Dr. med. V. Bäuerle
II. Medizinische Abteilung
Krankenhaus Neuwittelsbach
Renatastraße 71a
D-80639 München
Kasuistiken
Therapieeskalation durch Kombination von Sildenafil und Bosentan bei progredienter, idiopathischer pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH)
M. Spindler, M. Beer und M. Schmidt
Abstract
M. Spindler, M. Beer und M. Schmidt
Medizinische Klinik und Poliklinik I, Herz-Kreislaufzentrum Würzburg
Die idiopathische pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) ist eine chronisch-progressive Erkrankung, die mit einer massiven pulmonal-vaskulären Widerstandserhöhung und einer schlechten Prognose einhergeht. Neue spezifische Therapieansätze mit gefäßerweiternden Substanzklassen zeigen gute klinische Erfolgsraten, müssen jedoch oft im Verlauf bei Krankheitsprogression kombiniert werden.Correspondence to:
PD Dr. med. M. Spindler
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Herz-Kreislaufzentrum Würzburg
Josef-Schneider-Straße 2
D-97080 Würzburg
Email: spindler_m@medizin.uni-wuerzburg.de
Kasuistiken
Pneumopathia osteoplastica
K. Scheinpflug, C. Schirpke, M. Schultz und G. Liebetrau
Abstract
K. Scheinpflug1, C. Schirpke1, M. Schultz2 und G. Liebetrau1
1Lungenklinik Lostau, 2Pathologische Praxis Stendal
Die Pneumopathia osteoplastica ist eine seltene Erkrankung. Sie wird in aller Regel erst post mortem diagnostiziert. Es handelt sich um eine diffuse Knochenbildung in der Lunge. Die Ätiologie ist unklar. Sehr selten sind Fallbeschreibungen mit Krankheitswert. Wir berichten von einem 48-jährigen Patienten mit initialer Belastungsdyspnoe. Die Diagnose Pneumopathia osteoplastica wurde 15 Monate später aus dem Lungenbioptat gestellt. Eine zugrundeliegende Lungenerkrankung konnte ausgeschlossen werden. Im Verlauf entwickelte der Patient eine restriktive Ventilationsstörung sowie eine Belastungshypoxämie. Eine Therapieindikation bestand zu keinem Zeitpunkt.Correspondence to:
Dr. med. K. Scheinpflug
Gellertstraße 17
D-39108 Magdeburg
Email: scheinls@aol.com
Sternstunden der Pneumologie
Die vier Leben des unsterblichen Gotteskrauts
D. Nolte