Jahrgang 33, No. 12/2007(Dezember 2007)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Übersichten
Kardiovaskuläre Effekte des Rauchens – die Rolle der Lipide
R. Siekmeier, H. Kronenberger, T. Grammer und W. März
Abstract
R. Siekmeier, H. Kronenberger, T. Grammer und W. März
1Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn, 2Reha-Zentrum Borkum, Klinik Borkum Riff, Borkum,
3Synlab – Medizinisches Versorgungszentrum für Labordiagnostik, Eppelheim
Atherosklerotisch bedingte Gefäßerkrankungen stellen die häufigste Ursache der Mortalität in den westlichen Industrieländern dar. Inhalativer Tabakkonsum ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung und Progression dieser Erkrankungen. Die Ursachen hierfür sind sowohl metabolischer Natur als auch durch eine direkte, tabakrauchinduzierte Endothelschädigung bedingt. So kommt es als Folge des Tabakkonsums zu einer Zunahme der Plasmakonzentration atherogener Lipoproteine, während umgekehrt die Konzentration antiatherogener Lipoproteine abnimmt. Reaktive Sauerstoffspezies, die mit dem Tabakrauch in hoher Konzentration zugeführt werden, besitzen eine ausreichende Stabilität, um das vaskuläre System zu erreichen. Dort führen sie zu einer direkten Schädigung des Endothels und zu einer oxidativen Veränderung der Low Density Lipoproteine, wodurch deren Atherogenität stark zunimmt. Obwohl Antioxidanzien, wie z. B. die Vitamine C und E sowie b-Carotin, in vitro zu einer Abnahme der Suszeptibilität von LDL gegenüber Oxidanzien führen, konnte ein protektiver Effekt dieser Substanzen in den meisten der zur primären und sekundären Prävention atherosklerotischer Erkrankungen durchgeführten Studien nicht gesichert werden. Inhibitoren der Hydroxymethylglutaryl-CoA-Reduktase, sogenannte Statine, führen aufgrund ihrer pleiotropen Wirkung nicht nur zu einer Absenkung der Plasmacholesterinkonzentration, sondern auch zu einer davon unabhängigen antientzündlichen und endothelstabilisierenden Wirkung. Der durch Verabreichung dieser Verbindungen erzielbare präventive Effekt ist jedoch bei Rauchern deutlich schwächer ausgeprägt als bei Nichtrauchern. Die vorliegende Übersichtsarbeit gibt einen Überblick über die bei Rauchern bestehenden Veränderungen des Fettstoffwechsels, deren Bedeutung für die Entstehung und Progression der Atherosklerose sowie die begrenzten Möglichkeiten einer wirkungsvollen therapeutischen Prävention, soweit diese nicht mit einer Beendigung des inhalativen Tabakkonsums einhergeht.Correspondence to:
PD Dr. med. habil. R. Siekmeier
Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte (BfArM)
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Email: r.siekmeier@bfarm.de
Übersichten
Staphylokokken-Superantigene bei Atemwegserkrankungen: Eine Übersicht. Teil 1: Die Rolle von S.- aureus-Enterotoxinen bei allergischer Rhinitis und Nasenpolypen
C. Bachert, P. Gevaert, N. Zhang, T. van Zele und C. Perez-Novo
Abstract
C. Bachert, P. Gevaert, N. Zhang, T. van Zele und C. Perez-Novo
URL (Upper Airway Research Laboratory), HNO-Universitätsklinik, Gent
Gram-positive Keime von Staphylococcus aureus können grundsätzlich klassische und aus dem “enterotoxic gene cluster” (egc) stammende Enterotoxine (SE) freisetzen, die als Superantigene wirken und die Funktionen von T- und B-Zellen, Eosinophilen und anderen inflammatorischen und strukturellen Zellen effektiv beeinflussen. Die Stimulation kann zu einer TH2-polarisierten eosinophilen Entzündung sowie zu multiklonaler Immunglobulin-Produktion führen, wodurch die Atemwegserkrankung in den oberen und unteren Atemwegen amplifiziert wird. Kürzlich konnte Staphylococcus aureus intramukosal bzw. intrazellulär nachgewiesen werden, möglicherweise setzt der Keim auch von dort aus Superantigene in das Gewebe frei. Für die ineffiziente Abwehr gegen Staphylokokken könnte ein Immundefekt, entweder der angeborenen oder der erworbenen Immunität, verantwortlich sein. Im Schleimhautgewebe finden sich follikelähnliche Strukturen und Lymphozytenakkumulationen, die Enterotoxine binden und so immunhistochemisch als reaktive Zellen identifiziert werden können. Interessanterweise finden sich IgE-Antikörper gegen Enterotoxine bei den meisten Patienten, die eine AERD (aspirin-exacerbated respiratory disease) aufweisen und an Nasenpolypen und an schwerem Asthma leiden. In der vorliegenden Arbeit werden die aktuellen Belege aus Tier- und Humanstudien für eine aktive Rolle der SE bei Rhinitis allergica und Nasenpolypen (Teil 1), sowie AERD, Asthma, COPD und frühkindlichem Giemen (Teil 2) zusammengefasst. Prinzipiell korreliert das Auftreten von IgE-Antikörpern gegen SE mit der Schwere der Erkrankung (Gesamt-IgE, Entzündungsmarker und klinische Expression der Erkrankung). Tiermodelle belegen die hohe Potenz der SE, die Erkrankung zu induzieren oder zu amplifizieren, und eine Pilot-Interventionsstudie konnte zeigen, dass SE Auswirkungen auf die Schwere der Erkrankung haben. Therapeutische Ansätze sind jedoch bislang begrenzt und empirisch, so dass hier Forschungsbedarf besteht, um diese derzeit unterschätzte klinische Herausforderung zu bewältigen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
URL (Upper Airway Research Laboratory)
HNO-Universitätsklinik
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: claus.bachert@ugent.be
Kommentar
Schlafapnoe und Arteriosklerose – Neue Erkenntnisse von Hunden und Mäusen
K.H. Rühle
Kongressbericht
Pneumologie auf der Theresie
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Sternstunden der Pneumologie
Von Ma-Huang und Ephedra zu den b-2-Sympathomimetika
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