Jahrgang 33, No. 4/2007(April 2007)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Industrienachricht
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Editorial: 25. Workshop Lunge-Umwelt-Arbeitsmedizin
Prim. MR. Dr. Kurt Aigner, o.Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger
Abstract
Prim. MR. Dr. Kurt Aigner, o.Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger
Die Jubiläumsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Lunge-Umwelt-Arbeitsmedizin in der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin zeigte bei wiederum erfolgreichem Verlauf die Aktualität und den Bedarf dieser Veranstaltungsreihe.
Als erstes Hauptthema wurde der Feinstaub gewählt. Schon im Anatomischen Atlas von Leonardo da Vinci steht über der Trachea, dass Staub krank macht. Wir wissen, dass vielfältige Veränderungen im pulmonalen und kardiovaskulären Bereich ihre Ursache in der Inhalation von Feinstaub haben. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften sind dabei von besonderem Interesse. Die technisch einwandfreie Messung dieser Partikel im Mikrometer- bzw. auch Nanometerbereich ist keineswegs einfach. Nach EU-rechtlichen Vorgaben ist die PM-10-Messung (Particulate Matter < 10 µm) gravimetrisch durchzuführen. Verursacher mit ungünstigen Ausbreitungsbedingungen sind Verkehr, Hausbrand, Industrie und Gewerbe, in manchen Regionen trägt auch die Fernverfrachtung viel zur Belastung bei. Im Innenraum ist der Tabakrauch dominierend, aber auch andere Quellen sind in Gemeinschaftsräumen, wie z.B. Schulen, zu bedenken. Wirkschwellen sind nicht bekannt. Epidemiologische Studien zeigen gravierende Einflüsse auf Morbidität und Mortalität, sodass jede wirksame Verminderung geboten erscheint, insbesondere ein Rauchverbot in Innenräumen. Bei der Gesamtbelastung sind zudem natürlich vorkommende Feinstaubquellen ebenso zu berücksichtigen.
Am Beispiel der Befunde der an dem Feuerwehreinsatz teilnehmenden Personen beim World Trade Center-Einsturz am 11. September 2001 in New York konnte aufgrund der inhalativen Belastung bei dokumentierten Vorbefunden vor dem Ereignis die kausale Beziehung zu entzündlichen Veränderungen des Atemtraktes und des oberen Verdauungstraktes nachgewiesen werden. Eine Langzeitüberwachung ist eingeleitet worden.
Das zweite Hauptthema befasste sich mit dem Lenken von Kraftfahrzeugen aus peumologischer Sicht. Der Beitrag zur Fahrsicherheit aufgrund von atemassoziierten Schlafstörungen verweist auf ein zu wenig berücksichtigtes Problem. Für diese Gesundheitsstörung gibt es eine effektive Therapie und damit ist eine Risikoreduzierung möglich und realisierbar.
Als freie Vorträge wurden einige interessante Beiträge geboten. Die durchgeführte ISAAC-III-Studie zur Erfassung von Asthma und Allergien im Kindesalter erbrachte in sieben
Bezirken von Oberösterreich eine Zunahme von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis. Geänderte Diagnosegewohnheiten und ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein sind dabei aber zu berücksichtigen. Positive Ergebnisse aus Untersuchungen zur fachärztlichen Treffsicherheit bei arbeitspsychologischer Diagnostik unterstreichen den vorteilhaften multiinterdisziplinären Ansatz. Auch aus routinemäßig erhobenen atemphysiologischen Parametern der Bodyplethysmographie lässt sich unter Berücksichtigung der atemvolumenabhängigen Veränderungen des Atemwegswiderstandes eine zusätzliche Information bei obstruktiven Atemwegserkrankungen gewinnen.
Dank sagen müssen und dürfen wir wiederum dem Orden und Konvent der Elisabethinen in Linz für die entgegenkommende Unterstützung bei dieser schon traditionellen Veranstaltung. Ebenso ist auch der Industrie, der Wirtschaft, sowie dem Land Oberösterreich und der Stadt Linz für die finanzielle Hilfe bei der Durchführung dieser Veranstaltung zu danken. Auch allen Mitarbeitern des Hauses, insbesondere denen aus der Pneumologischen Abteilung, ist für Ihr Engagement und die wertvolle Hilfe bei Organisation und Durchführung der Veranstaltung zu danken.
Wir hoffen, Ihnen mit den Beiträgen aus der Veranstaltung wiederum eine Quelle der Information und des Nachlesens zu geben und freuen uns auf Ihre aktive Teilnahme und vielleicht auch interessanten Beiträge bei unseren nächsten Workshops.Correspondence to:
Prim. Dr. med. K. Aigner
Abteilung für Pneumologie
A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen
Fadingerstraße 1
A-4010 Linz
Email: kurt.aigner@elisabethinen.or.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
PM10-Messmethoden und Charakterisierung aus technischer Sicht
C. Nagl, W. Spangl und J. Schneider
Abstract
C. Nagl, W. Spangl und J. Schneider
Abteilung für Lufthygiene, Umweltbundesamt, Wien
Die Messung von Schwebestaub erfolgt nach EU-rechtlichen Vorgaben als PM10 (particulate matter < 10 mm). Die Referenzmethode ist ein gravimetrisches Verfahren. Andere Methoden sind prinzipiell zulässig, allerdings ist die Äquivalenz zur Referenzmethode nachzuweisen. Vergleichsmessungen zeigen aber z.T. deutliche Unterschiede zwischen den Verfahren. Durchgeführt werden die Messungen an verschiedenen Standorten, zumeist an Belastungsschwerpunkten sowie im städtischen und ländlichen Hintergrund. Die Messungen zeigen Grenzwertüberschreitungen an zahlreichen Standorten, vor allem in Graz, im Nordosten, in größeren Städten und in Städten in Tal- und Beckenlagen. Verursacher im Zusammenspiel mit ungünstigen Ausbreitungsbedingungen sind Verkehr, Hausbrand, Industrie und Gewerbe; in manchen Regionen trägt auch Fernverfrachtung zur Belastung bei.Correspondence to:
Dr. C. Nagl
Abteilung für Lufthygiene
Umweltbundesamt
Spittelauer Lände
A-1090 Wien
Email: christian.nagl@umweltbundesamt.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Feinstaubwirkungen auf die Allgemeinbevölkerung
M. Neuberger, H. Moshammer und D. Rabczenko
Abstract
M. Neuberger1, H. Moshammer1 und D. Rabczenko2
1Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien,2Nationales Hygiene-Institut, Warschau
Quellen, Pfade, Toxikokinetik und -dynamik von Umweltaerosolen hängen von ihrer Korngröße ab. Von ernsten Gesundheitsschäden durch kleine Partikel sind das Herz-Kreislauf-System und die Atmungsorgane betroffen. Da keine Wirkschwellen existieren, muss die bevölkerungsgewichtete Exposition überall reduziert werden, unabhängig von der Ausgangskonzentration. Gegenwärtig dominieren Verbrennungsprozesse die Exposition, in Innenräumen vor allem Tabakrauch. Zeitreihenstudien in österreichischen Städten fanden pro mg/m3 Zunahme die gravierendsten, akuten Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität für PM2,5 und NO2, was auf die Bedeutung des KfZ- und Dieselverkehrs hinweist. Die Ergebnisse stellen geltende und geplante EU-Grenzwerte für NO2 und PM2,5 in Frage.Correspondence to:
Prof. Dr. med. M. Neuberger
Institut für Umwelthygiene
Medizinische Universität Wien
Kinderspitalgasse 15
A-1095 Wien
Email: manfred.neuberger@meduniwien.ac.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Feinstaubbelastung in Innenräumen
H. Fromme
Abstract
H. Fromme
Sachgebiet Umweltmedizin, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
Verschiedene epidemiologischen Studien haben in den letzten Jahren den Zusammenhang zwischen der Außenluftbelastung mit Schadstoffen und gesundheitlichen Beschwerden/Erkrankungen beleuchtet. Der Fokus hat sich dabei in Richtung auf die partikulären Luftinhaltsstoffe, und hier insbesondere auf die feinen und ultrafeinen Partikel verschoben. Während Partikelmessungen in der Außenluft häufig durchgeführt werden, gibt es, auch aufgrund ihrer Komplexität, deutlich weniger Daten zur Belastung von Innenräumen. Insgesamt sind die Feinstaubgehalte in Innenräumen stark von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig, z.B. von der Art der Quelle, den baulichen Bedingungen der Gebäude/Räume, den Aktivitäten der Raumnutzer und den Lüftungsbedingungen. Im weiteren soll die Belastungssituation in Innenräumen zusammenfassend dargestellt werden. In verschiedenen europäischen Untersuchungen ergaben sich in Wohnungen mittlere PM2,5-Gehalte von 10 – 87 mg/m3. In Raucherwohnungen zeigt sich eine höhere Grundbelastung als in Nichtraucherwohnungen, die währende des Rauchvorgangs nochmals deutlich höher liegt. Eine besondere Belastungssituation scheint in Gemeinschaftsräumen (z.B. Schulen) zu bestehen. Die Ursachen hierfür liegen im Zusammenwirken verschiedener Faktoren, vor allen Dingen den schlechten Lüftungsbedingungen, der unzureichenden Reinigung der Räume und der oft hohen Anzahl und körperlichen Aktivität der Schüler, die zu beständigen Resuspensionsvorgängen von sedimentierten Partikeln führen. Außergewöhnlich hohe Feinstaubgehalte können in Gaststätten und vergleichbaren Einrichtungen beobachtet werden, die sich im Mittel bis zu einigen 100 mg/m3 bewegen können. Maßnahmen für einen gezielten Nichtraucherschutz scheinen in diesen Einrichtungen dringend erforderlich.Correspondence to:
PD Dr. med H. Fromme
Sachgebiet Umweltmedizin
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
D-85764 Oberschleißheim
Email: hermann.fromme@lgl.bayern.de
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Feinstaub und Gesundheitsrisiko in den Städten
H. Moshammer, H.-P. Hutter und M. Neuberger
Abstract
H. Moshammer, H.-P. Hutter und M. Neuberger
Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien
Trotz erheblicher Bemühungen zur Emissionsminderung zählt die Luftverschmutzung immer noch zu den bedeutendsten umweltmedizinischen Problembereichen. Der Wandel von Schadstoffzusammensetzung und -quellen erfordert eine Fortsetzung der epidemiologischen Forschungsarbeit, um die etablierten Dosis-Wirkungsbeziehungen zu überprüfen und Indikatoren, Grenz- und Zielwerte an die geänderten Bedingungen anzupassen. Gegenwärtig konzentriert sich in Europa der Schwerpunkt der Luftverschmutzung im städtischen Bereich, wo hohe Schadstoffkonzentrationen und die enge Nachbarschaft zwischen Verbrennungsvorgängen (insbesondere im Straßenverkehr) als Quelle reaktiver Schadstoffgemische mit der Atemluft vieler Menschen zusammentreffen. Gegenwärtig unterliegen die geltenden, leidlich strengen Grenzwerte der Europäischen Union für Feinstaub (PM10) einer heftigen Diskussion, da die Einhaltung dieser Grenzwerte für viele, vor allem urbane Regionen doch einschneidende Maßnahmen erforderte. Daher sind leider Bestrebungen zu beobachten, diese Grenzwerte wieder aufzuweichen. Vor diesem Hintergrund versuchte ein europäisches Projekt (APHEIS) als Zusammenschluss von über 30 Städten die gesundheitlichen Vorteile abzuschätzen, die aus realistischen Szenarien der Immissionsminderung resultierten. Hier sollen beispielhaft die Ergebnisse für die teilnehmenden österreichischen Städte Wien, Linz und Innsbruck vorgestellt werden. Ein impact assessment beruht auf belastbaren Daten zur Belastungs- und Gesundheitssituation. Rasch musste erkannt werden, dass in Österreich aus Datenschutzgründen auf Gemeindeebene lediglich Mortalitätsdaten mit täglicher Auflösung verfügbar sind. Bei der Schadstoffbelastung stellte sich das Problem, aus der Vielzahl vorhandener Messpunkte einen für die Wohnbevölkerung repräsentativen Jahrgang abzuleiten. Dies gelang in ausführlichen Diskussionen mit den zuständigen Luftmesstechnikern der einzelnen Umweltschutzabteilungen. Die Effektschätzer unterscheiden sich je nach verwendetem Modell zum zeitlichen Verlauf der Wirkung. Akute Effekte wurden nach aktuellen europäischen Zeitreihenuntersuchungen [1] abgeschätzt, subakute Effekte nach der Studie von Zanobetti und Mitarbeitern [2] und Langzeiteffekte nach den amerikanischen Kohorten-Studien [3, 4]. Für Wien ergab diese Berechnung, dass jährlich – je nach eingesetztem Modell – 48, 96 oder 335 nicht traumatische Todesfälle vermeidbar wären, wenn die PM10-Belastung täglich um 5 mg/m3 reduziert würde. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der geltenden PM10-Grenzwerte für den Gesundheitsschutz in österreichischen Städten und die Notwendigkeit weiterer Feinstaubreduktionen.Correspondence to:
Dr. med. H. Moshammer
Institut für Umwelthygiene
Medizinische Universität Wien
Kinderspitalgasse 15
A-1095 Wien
Email: hanns.moshammer@meduniwien.ac.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Natürliche Feinstaubquellen
C. Wolf
Abstract
C. Wolf
Universitätsklinik für Innere Medizin II,Medizinische Universität Wien
Den Haupteintrag aus natürlichen Staubquellen stellen Emissionen aus Bränden von Biomassen und Emissionen von Vulkanausbrüchen dar. Dabei ist zwischen primären und sekundären Partikeln zu unterscheiden. Während primäre Partikel als solche freigesetzt werden, entstehen sekundäre Partikel als Folge komplexer chemischer Reaktionen aus Gasen. Auch Verwehungen von Wüstensand, Aerosole aus Meeren und der kosmische Feinstaub stellen weitere natürliche Quellen dar. Letzterem verdanken wir reizvolle optische Phänomene wie nachtleuchtende Wolken und das Zodiakallicht; eine nächtliche Leuchterscheinung, verursacht durch Reflexion von Sonnenlicht im interplanetaren Staubgürtel. Auch die Schönheit des Abend- bzw. Morgenrotes beruht auf optischen Phänomenen, hervorgerufen durch Feinstaub.Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. med. C. Wolf
Universitätsklinik für Innere Medizin II
Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
Email: christian.wolf@meduniwien.ac.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Atemwegserkrankungen der New Yorker Feuerwehr nach dem 11. September 2001
G. Banauch
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Schlaf und Sicherheit beim Lenken eines Kraftfahrzeugs
W. Mallin
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Asthma und Allergien im Kindesalter in 7 Bezirken Oberösterreichs – ISAAC III
G. Haidinger, T. Waldhör, S. Meusburger, G. Süss und C. Vutuc
Abstract
G. Haidinger1, T. Waldhör1, S. Meusburger2, G. Süss2 und C. Vutuc1
1Abteilung für Epidemiologie, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, 2Abteilung Sanitätsdirektion beim Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Im Rahmen einer internationalen Studie (ISAAC Phase III) wurde bei allen Kindern der Vorschulklassen und der 1. und 2. Klassen Volksschule in den Bezirken Eferding, Freistadt, Grieskirchen, Linz-Land, Perg, Urfahr-Umgebung und Wels-Land im Bundesland Oberösterreich im Zeitraum 2001 – 2003 die Häufigkeit von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis erhoben. Es zeigte sich, dass in ihrem bisherigen Leben (Lebenszeitprävalenz) 5% der Kinder Asthma, 4,5% Heuschnupfen und 13,6% Neurodermitis hatten. Verglichen mit der ISAAC-I-Erhebung (1995 – 1997) ist die Prävalenz aller Erkrankungen angestiegen (Asthma +0,6%, Heuschnupfen +0,9%, Neurodermitis +3,7%). Ein Teil der geringen Zunahme ist jedoch sicherlich auf geänderte Diagnosegewohnheiten von Seiten der Ärzteschaft und andererseits auf ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein der Eltern/Erziehungsberechtigten zurückzuführen.Correspondence to:
ao. Univ. Prof. Dr. med. G. Haidinger
Abteilung für Epidemiologie
Zentrum für Public Health
Medizinische Universität Wien
Borschkegasse 8a
A-1090 Wien
Email: gerald.haidinger@meduniwien.ac.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Zur fachärztlichen Treffsicherheit im Rahmen
A. Egger, W. Osterode und H.W. Rüdiger
Abstract
A. Egger, W. Osterode und H.W. Rüdiger
Klinische Abteilung für Arbeitsmedizin, Medizinische Universität Wien
Ziel der Untersuchung: Die Zunahme von psychischen Problemen am Arbeitsplatz stellt neue Anforderungen an den Arbeitsmediziner, wobei es allerdings derzeit unklar ist, inwieweit Arbeitsmediziner in der Lage und bereit sind, psychoemotionale Probleme als Auslöser von Befindlichkeitsstörungen bei ambulanten Patienten mit Verdacht auf arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen, zu erkennen. Methoden und Kollektiv: Zwischen 2002 und 2004 wurden bei 89 ambulante Patienten, die an die Klinischen Abteilung für Arbeitsmedizin der Medizinischen Universität Wien überwiesen worden waren, nach der Anamneseerhebung und medizinischen Untersuchung ursächlich psychische Probleme vermutet. Die Patienten wurden dann dem Arbeitspsychologen in der gleichen Abteilung vorgestellt. Die vermuteten psychologischen Diagnosen des Arztes für Arbeitsmedizin und die Diagnosen des Arbeitspsychologen wurden mittels T-Tests und Varianzanalysen verglichen. Alter und Geschlecht fungierten als Moderatoren. Ergebnisse: Bei 39,1% der dem Arbeitspsychologen zugewiesenen Patienten konnte eine psychoemotionale Störung bestätigt werden. Allerdings zeigte sich im zeitlichen Verlauf eine Abnahme der Klarheit der Zuweisungsdiagnosen an den Psychologen durch den Arzt für Arbeitsmedizin. 2004 wurden von Ärzten hauptsächlich stressinduzierte Störungen diagnostiziert. Diese sind aber keine eindeutigen psychischen Diagnosen wie Depressionen, Panikstörungen oder Burnout. Erkrankungen des affektiven Formenkreises nahmen im Laufe der Zeit zu. Schlussfolgerungen: Unsere Daten zeigen eine gute Treffsicherheit für Arbeitsmediziner bei der Frage, ob eine arbeitsassoziierte Gesundheitsstörung ganz oder teilweise im psychischen Bereich liegt. Auch wenn die Art der Störung normalerweise durch den Arbeitsmediziner im Vorfeld nicht genau eingegrenzt werden kann, erfolgte auf diese Weise eine wichtige diagnostische und therapeutische Weichenstellung. Eine noch höhere diagnostische Treffsicherheit im Vorfeld als ca. 40% scheint nicht realistisch, weil sonst die Gefahr besteht, dass psychische Probleme übersehen werden, wenn Zuweisungskriterien an den Psychologen zu eng gefasst werden.Correspondence to:
Mag. Andrea Egger
Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
Email: andrea.egger@inode.at
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Strömungswiderstandsdynamik bei Spontanatmung
T. Schäfer, K. Rasche, C. Hader, H.-J. Smith und W.T. Ulmer
Abstract
T. Schäfer1, K. Rasche2, C. Hader2, H.-J. Smith3 und W.T. Ulmer4
1Institut für Physiologie, Ruhr-Universität Bochum, 2Kliniken St. Antonius, Wuppertal, 3VIASYS Healthcare, Würzburg, 4Lungenfunktionsforschung, Bochum
Die Angabe von Rt (totale Resistance) bei ganzkörperplethysmographischen Untersuchungen reduziert einen komplexen Zusammenhang des Atemwegswiderstandes auf einen einzelnen Wert, wodurch unter anderem Informationen zur fluss- und volumenabhängigen Dynamik verloren gehen. Wir analysierten die Volumenabhängigkeit des Atemwegswiderstandes während spontaner Ein- und Ausatmung bei 17 Gesunden und 24 Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung mittels Weiterentwicklung der Datenauswertung der konventionellen Ganzkörperplethysmographie. Gesunde wiesen eine geringfügige Dynamik des Atemwegswiderstandes mit mittinspiratorischer Absenkung und mittexspiratorischer Erhöhung auf. Die Differenz im Laufe des Atemzugs betrug im mittel 0,13 kPa/(l/s). Die Patienten hingegen zeigten niedrige inspiratorische Widerstandsverläufe mit raschem Ansteigen des Atemwegswiderstandes während der Ausatmung entweder bis zur Mitte oder bis zum Ende der Exspiration. Dieses charakteristische Muster blieb auch nach Broncholyse bestehen. Die Darstellung der instantanen Resistance über dem Atemzugvolumen ermöglicht nun die Erfassung der volumenabhängigen Dynamik des Atemwegswiderstandes und die Effekte der Bronchodilatation auf Lungenvolumina (ITGV) und Atemwegswiderstand mit einem Blick.Correspondence to:
PD Dr. med. T. Schäfer
Institut für Physiologie
'Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstraße 150
D-44801 Bochum
Email: Thorsten.Schaefer@rub.de
25. Workshop Lunge – Umwelt – Arbeitsmedzin
Arbeitsbelastungen beim Bau der Unterinntaltrasse, des Zubringers zum Brenner Basistunnel
H.-P. Neumayer, B. Ravelli, W. Schwarz und E. Baumgartner
Abstract
H.-P. Neumayer, B. Ravelli, W. Schwarz und E. Baumgartner