Jahrgang 32, No. 9/2006(September 2006)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Leitlinie
Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga zur Spirometrie
C.-P. Criée, D. Berdel, D. Heise, P. Kardos, D. Köhler, W. Leupold, H. Magnussen, W. Marek, R. Merget, H. Mitfessel, M. Rolke, S. Sorichter, H. Worth und H. Wuthe für die Deutsche Atemwegsliga e. V.
Abstract
C.-P. Criée, D. Berdel, D. Heise, P. Kardos, D. Köhler, W. Leupold, H. Magnussen, W. Marek, R. Merget, H. Mitfessel, M. Rolke, S. Sorichter, H. Worth und H. Wuthe für die Deutsche Atemwegsliga e. V.
Serie: Sternstunden der Pneumologie
Von Bergsucht und giftiger Lungensucht
D. Nolte
Originalarbeiten
Cholinerger Tonus und bronchiale Hyperreaktivität bei Patienten mit persistierendem allergischenAsthma bronchiale
B. Butorac-Petanjek, S. Popovic-Grle, D. Pelicaric und D. Vrankovic
Abstract
B. Butorac-Petanjek1, S. Popovic-Grle2, D. Pelicaric1 und D. Vrankovic1
1Poliklinik für Atemwegserkrankungen, 2Poliklinik, Universitätsklinik für Lungenkrankheiten “Jordanovac”, Zagreb, Kroatien
Neurale Mechanismen spielen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese von Asthma bronchiale und sind mit bronchialer Hyperreaktivität verbunden. In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, ob der vagale cholinerge Tonus bei Patienten mit persistierendem allergischen Asthma bronchiale nicht nur beim akuten Asthma erhöht ist, und ob dieser cholinerge Tonus mit bronchialer Hyperreaktivität korreliert. Methoden: Es wurden eine Kontrollgruppe von 22 Gesunden und eine Gruppe von 40 Patienten mit leichtem und mittelschwerem persistierendem allergischen Asthma untersucht. Bei allen Probanden wurden klinische und funktionelle Untersuchungen durchgeführt: kutaner Pricktest, Spirometrie mit Bronchospasmolysetest mit Ipratropiumbromid und Provokationstest mit Methacholin. Ergebnisse: Der Bronchospasmolysetest mit Ipratropiumbromid war bei allen Patienten mit persistierendem allergischen Asthma positiv, der durchschnittliche FEV1-Wert stieg um 19,14 ± 6,74% (12,10 – 37,20%, p < 0,01) an. Der Provokationstest mit Methacholin war ebenfalls positiv, der FEV1-Wert sank um durchschnittlich 25,75 ± 5,16% (20,20 – 40,40%, p < 0,01) nach der Inhalation von Methacholinkonzentrationen zwischen 0,03 und 2,0 mg/ml (PC20FEV1 0,026 – 0,194 mg/ml). Die Korrelationen zwischen dem Provokationstest mit Methacholin und dem Bronchospasmolysetest mit Ipratropiumbromid waren für alle Parameter positiv, schwach und statistisch nicht signifikant. Schlußfolgerung: Die Patienten mit persistierendem allergischen Asthma haben einen erhöhten cholinergen Tonus, der positiv und schwach mit der bronchialen Hyperreaktivität korreliert.Correspondence to:
Dr. med. Bojana Butorac-Petanjek
Outpatient Centre for Diseasesof the Respiratory System
Prilaz Baruna Filipovica 11
10000 Zagreb, Croatia
Email: dapetanj@inet.hr
Originalarbeiten
Literaturanalyse: Sportliche Aktivitäten bei zystischer Fibrose
B. Schaar und P. Platen
Abstract
B. Schaar1 und P. Platen2
1Institut für Rehabilitation und Behindertensport, Deutsche Sporthochschule Köln, 2Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung, Ruhr-Universität Bochum
Einleitung: Die Literaturrecherche zum Thema “sportliche Aktivitäten bei zystischer Fibrose” umfaßte relevante wissenschaftliche Datenbanken. Die übergeordnete Fragestellung betrachtete die Veränderung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch sportliche Aktivitäten bei zystischer Fibrose und deren Einfluß auf krankheitsspezifische Symptome. Methodik: Bei insgesamt 1.456 Suchwortkombinationen wurden 1.314 Treffer erzielt. Die Recherche berücksichtigte Primärstudien aus den Jahren 1993 – 2002 in deutscher und englischer Sprache. Nach Einsicht der Titel, Abstracts und des Gesamttextes reduzierte sich die Anzahl der Treffer auf 2 Primärstudien, die den Anforderungen einer metaanalytischen Auswertung und der Fragestellung des Review auf der Basis des vorab definierten Kriterienkatalogs entsprachen. Aufgrund der geringen Studienanzahl fand eine deskriptive Auswertung Anwendung. Ergebnisse: Die analysierte Literaturstichprobe mit 2 Primärstudien umfaßte insgesamt 138 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 7 – 19 Jahren. Die Ergebnisse dieser beiden Primärstudien [11, 13] zeigen, daß sportliche Aktivitäten positiven Einfluß auf die Leistungsfähigkeit und die Symptomatik bei zystischer Fibrose nehmen. Schlußfolgerungen: Der aktuelle Stand der Literatur bestätigt den positiven Einfluß moderater sportlicher Aktivitäten auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die Symptomatik bei Patienten mit zystischer Fibrose. In Zukunft sind hierzu dezentrale Organisationsformen zu direkten und indirekten angeleiteten sportlichen Aktivitäten zu fordern und die Methoden, Trainingsintensitäten und -kontrollen unter Berücksichtigung verschiedener Sportinhalte zu untersuchen.Correspondence to:
Dr. phil. Bettina Schaar
Institut für Rehabilitation und Behindertensport
Deutsche Sporthochschule Köln
Carl-Diem-Weg 6
D-50933 Köln
Email: schaar@dshs-koeln.de
Originalarbeiten
Systemische Entzündungsmarker und oxidativer Stress männlicher Patienten mit koronarer Bypass-OP: Einfluss des Raucherstatus
N. Römer, G. Schumann, F. Aslan, Y. Wilhelm, T. Waldow, R. Siekmeier, S. Gehrisch, G. Siegert und S. Bergmann
Abstract
N. Römer1, G. Schumann2, F. Aslan1, Y. Wilhelm1, T. Waldow2, R. Siekmeier3, S. Gehrisch1, G. Siegert1 und S. Bergmann1
1Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, 2Herzzentrum Dresden GmbH, 3Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn
Zigarettenrauchen stellt einen wichtigen Risikofaktor für die Entstehung und Progression atherosklerotischer Gefäßerkrankungen dar. Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung des Einflusses des Raucherstatus auf das Risikoprofil von Patienten vor und nach koronarer Bypass-Operation. In die Studie eingeschlossen wurden n = 60 Männer, von denen n = 14 Raucher (60,7 ± 5,3 Jahre), und n = 23 Nichtraucher (69,8 ± 8,1 Jahre) ohne manifeste Entzündungszeichen. Peroxide bzw. Antioxidantienstatus, Komplementfaktoren (C3, C4, C5b und C5b9), lösliche Adhäsionsmoleküle (sICAM, sVCAM), Lipide (ApoAI, ApoAII, HDL-C) und Leukozyten wurden vor und 48 Stunden nach der Operation analysiert. Raucher wiesen präoperativ eine höhere Leukozytenkonzentration auf als Nichtraucher (6,3 ± 1,2 GPt/l vs. 5,3 ± 1,2 GPt/l; p < 0,05). Postoperativ fand sich in beiden Gruppen ein in seiner Höhe vergleichbarer Anstieg der Leukozytenzahl. Das antioxidative Potenzial der Nichtraucher betrug 293 ± 47 µmol/l bzw. 307 ± 35 µmol/l, das der Raucher 285 ± 46 µmol bzw. 294 ± 64 µmol/l (jeweils vor bzw. nach Operation). Die entsprechenden Werte der Peroxide betrugen bei Nichtrauchern 271 ± 173 µmol/l bzw. 210 ± 211 µmol/l und bei Rauchern 309 ± 273 µmol/l bzw. 325 ± 335 µmol/l. Die Konzentrationen der Komplementfaktoren C3, C4, C5b und C5b9 betrugen bei Nichtrauchern präoperativ 1,28 ± 0,32 g/l, 0,25 ± 0,10 g/l, 0,14 ± 0,05 mg/l und 1,22 ± 0,47 ng/ml bzw. bei Rauchern 1,27 ± 0,31 g/l, 0,31 ± 0,25 g/l, 0,15 ± 0,04 mg/l und 1,27 ± 0,70 ng/ml. Unabhängig vom Raucherstatus lagen die für C3 und C4 postoperativ gemessenen Werte um 25 % bis 40 % niedriger, während die Werte für C5b keine Veränderung aufwiesen bzw. die Konzentration des Komplexes C5b9 einen Anstieg erkennen ließ. Die nur präoperativ bestimmten Serumkonzentrationen der löslichen Adhäsionsmoleküle wiesen keine Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern auf (R vs. NR; sICAM: 354 ± 149 ng/l vs. 334 ± 198 ng/l; sVCAM: 329 ± 209 ng/l vs. 380 ± 179 ng/ml). Die Serumkonzentrationen von ApoAI, ApoAII und HDL-C betrugen bei Nichtrauchern bzw. Rauchern präoperativ 1,04 ± 0,19 g/l, 0,24 ± 0,04 g/l und 0,96 ± 0,23 mmol/l bzw. 1,09 ± 0,19 g/l, 0,26 ± 0,06 g/l und 0,97 ± 0,21 mmol/l. Postoperativ zeigte sich in beiden Gruppen ein Abfall insbesondere von ApoAI und ApoAII, weniger jedoch von HDL-C. Die erhaltenen Daten zeigen zusammenfassend, daß sich Raucher und Nichtraucher postoperativ nicht im Anstieg verschiedener Entzündungsmarker oder der Aktivierung des Komplementsystems unterscheiden. Somit stellt ein aktueller Raucherstatus keinen prädisponierenden Faktor für einen schlechteren Zustand des Patienten am zweiten postoperativen Tag dar.Correspondence to:
Prof. Dr. rer. nat. Sybille Bergmann
Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Fetscherstraße 74
D-01307 Dresden
Email: sybille.bergmann@uniklinikum-dresden.de