Jahrgang 32, No. 3/2006(März 2006)
|
Atemwegs- und Lungenkrankheiten
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 24.80$ |
 |
Therapie des nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms
Aktuelle Aspekte in der Therapie des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms, Stadium IIIB
G. Beckmann und M. Flentje
Abstract
G. Beckmann und M. Flentje
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Universität Würzburg
Knapp ein Drittel der Patienten mit nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom sind bereits bei Primärdiagnose in einem lokal fortgeschrittenen Stadium. Das bedeutet, daß eine Operation aufgrund der Lage und Ausdehnung des Primärtumors und des Ausmaßes der Lymphknotenmetastasierung mediastinal und/oder supraclaviculär (zunächst) keine sinnvolle Option mehr darstellt. In dieser Situation besitzt die Strahlentherapie einen hohen Stellenwert für die lokale Behandlung. Der Therapieansatz im Stadium IIIB ist wegen des Fehlens von Fernmetastasen zwar noch kurativ, die Prognose wird aber durch lokalen Tumorprogress und metachron auftretende Fernmetastasen in gleicher Weise bestimmt und ist nach alleiniger Strahlentherapie nur marginal besser als im Stadium IV. Die Entwicklung neuer Behandlungskonzepte muß eine Verbesserung sowohl der lokalen als auch der systemischen Kontrolle zum Ziel haben. In den letzten Jahren sind mehrere Ansätze verfolgt worden:
– Optimierung der Strahlentherapie durch standardmäßig
durchgeführte CT-gestützte 3D-Bestrahlungsplanung unter
Einbeziehung der PET-Diagnostik.
– Eskalation der Bestrahlungsdosis.
– Etablierung der kombinierten Radiochemotherapie.Correspondence to:
Dr. med. Gabriele Beckmann
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie
Universität Würzburg
Josef-Schneider-Straße 11
D-97080 Würzburg
Email: beckmann_g@klinik.uni-wuerzburg.de
Therapie des nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms
Adjuvante Chemotherapie nach kurativer Operation eines NSCLC
M. Schmidt
Abstract
M. Schmidt
Schwerpunkt Pneumologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg
Die unbefriedigenden Langzeitergebnisse nach kurativer Operation des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) zwingen uns, die bisher üblichen Therapiekonzepte zu überdenken. Seit 1998 eine Metaanalyse gezeigt hat, daß die Sterblichkeit durch eine postoperative Strahlentherapie gerade in den Tumorstadien IB, IIA und IIB zunehmen kann, wurden vermehrt adjuvante Chemotherapiekonzepte untersucht. Mehrere Studien der letzten 10 Jahre haben hier einen deutlichen Überlebensvorteil mit platinhaltigen Chemotherapiekombinationen nachweisen können. Auf dieser Basis kann man empfehlen, daß Patienten nach kurativer Operation eines NSCLC ab der 6. – 8. postoperativen Woche eine adjuvante Chemotherapie erhalten sollen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. M. Schmidt
Schwerpunkt Pneumologie
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Julius-Maximilians-Universität
Josef-Schneider-Straße 2
D-97080 Würzburg
Email: Schmidt_M1@medizin.uni-wuerzburg.de
Therapie des nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms
Tyrosinkinaseinhibitoren als neue Therapieoption beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom
K. Harre und M. Schmidt
Abstract
K. Harre und M. Schmidt
Schwerpunkt Pneumologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg
Gefitinib war der erste selektive EGFR- Tyrosinkinaseinhibitor. Er wurde aufgrund mit konventionellen Chemotherapien vergleichbarer Ansprechraten in Phase-II-Studien bei NSCLC-Patienten mit Stadium IIIb oder IV durch die FDA zugelassen. In der ISEL-Studie, die das Überleben dieser Patientengruppe unter Gefitinib zu Plazebo verglich, ließ sich kein Vorteil für Gefitinib nachweisen, so daß seine Zulassung in Europa zurückgestellt wurde. Dies steht im Widerspruch zu den Ergebnissen der BR.21-Studie, die zeigen konnte, das Erlotinib das Überleben von NSCLC-Patienten in den Stadien IIIb und IV selbst nach 2 vorangegangenen Chemotherapien um 2 Monate gegenüber Plazebo verlängern kann. Daß dies trotz einer Ansprechrate von nur 8,9% gelingt, liegt sicher an der relativ hohen Rate der “stable diseases” von ca. 35%. Hautausschlag korreliert bei Erlotinib zu Ansprechen, progressionsfreiem Intervall und Überleben, so daß er als Surrogatmarker der Substanzaktivität im Tumorgewebe angesehen werden kann. Dem steht eine geringe Toxizität zu anderen gesunden Zellen gegenüber. Insbesondere Patienten mit eingeschränkter Knochenmarkreserve haben diesbezüglich keine weiteren Schädigungen zu befürchten. Weitere prospektive Forschungsarbeit ist zur Identifizierung der verschiedenen molekularen Grundzüge ansprechender und nichtansprechender Malignome notwendig, um Patienten mit einer höheren Ansprechwahrscheinlichkeit vorselektieren zu können, Kosten zu sparen und unnötige Nebenwirkungen zu vermeiden. Die EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren sind keine “Wunderpillen”, aber sie stehen zur Zeit dem NSCLC-Patienten im fortgeschrittenen Stadium und dem onkologisch tätigen Arzt als eine weitere, relativ nebenwirkungsarme, aber der Effektivität konventioneller Chemotherapien vergleichbare Therapieoption zur Verfügung.Correspondence to:
Dr. med. K. Harre
Schwerpunkt Pneumologie
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Julius-Maximilians-Universität
Josef-Schneider-Straße 2
D-97080 Würzburg
Email: kml.harre@gmx.de