Jahrgang 32, No. 2/2006(Februar 2006)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Originalarbeit
Evaluierung des strukturierten Patiententrainingsprogramms „Lebensrhythmus Atmen“ mittels einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studie bei COPD-Patienten – eine Pilotstudie
F. Warlies, M. Saladin und A. Hellmann
Abstract
F. Warlies1, M. Saladin2 und A. Hellmann3
1Pneumologe, München, 2Gesundheitspädagogin, Diedorf, 3Pneumologe, Augsburg
Hintergrund: In internationalen Therapieleitlinien haben übereinstimmend Schulungsmaßnahmen bei Patienten mit chronischen Krankheiten einen hohen Stellenwert. Auch für das Management der chronisch obstruktiven Atemwegskrankheiten Asthma und COPD werden Schulung und Verhaltenstraining als obligat angesehen. Ziel: In dieser Pilotstudie wurde das standardisierte zielgruppenspezifische Schulungsprogramm „Lebensrhythmus Atmen“ der Arbeitsgemeinschaft Patientenschulung bei der Schulung von COPD-Patienten evaluiert, die Ergebnisse für Asthmapatienten sind bereits veröffentlicht. Primär wurden Erkenntnisse zur Verbesserung des Beschwerdebildes sowie der Lebensqualität der Patienten erhoben; sekundäre Zielparameter betrafen Praktikabilität, Akzeptanz und Anwendungsökonomie des Programms in der ambulanten Versorgung von COPD-Patienten. Methoden: In einer großen deutschen pneumologischen Facharztpraxis wurden 60 COPD-Patienten im randomisiert-kontrollierten Design unter standardisierten Bedingungen untersucht. Das Interventionskollektiv wurde strukturiert geschult, das Kontrollkollektiv erhielt eine unstrukturierte Routineaufklärung. Die Beobachtungszeit betrug 6 Monate mit 4 Visiten. Fortlaufend wurden Daten zum COPDSchweregrad, der Befindlichkeit, Handhabung von PF-Meter und Device, der Compliance, der Medikation erhoben. Ergebnisse: Eine Verbesserung der Schweregrade, die ausbleibenden Arbeitsunfähigkeits- und stationären Behandlungstage sowie der niedrigere Medikamentenverbrauch an rasch wirksamer Bedarfsmedikation gegenüber der Kontrollgruppe, und damit folglich kostenintensive Parameter, wurden festgestellt. Die per definitionem bei der COPD stete Verschlechterung des Krankheitsbildes wird dadurch verlangsamt. Ein Einfluß auf die Lebensqualität war nicht nachweisbar. Für das Schulungsprogramm „Lebensrhythmus Atmen“ konnte mit dieser Pilotstudie belegt werden, daß es bei ambulant betreuten COPD-Patienten in der vertragsärztlichen Praxis effektiv ist. Die gewonnenen Erkenntnisse bedürfen jedoch einer Überprüfung durch Untersuchungen mit einer größeren Probandenzahl.Correspondence to:
Dr. med. F. Warlies
Anne-Frank-Anger 1
D-81673 München
Email: frank@warlies-muenchen.de
Übersicht
Dieselrußpartikel und Lungenkarzinom
H. Schweisfurth
Abstract
H. Schweisfurth
3. Medizinische Klinik – Interdisziplinäres Lungenzentrum, Carl-Thiem-Klinikum gGmbH – Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Berlin (Charité)
Der Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen wird als ein erhebliches gesundheitliches Risiko angesehen. Dieselmotoren emittieren zwar 10 – 15% weniger Kohlendioxid als vergleichbare Benzinmotoren, andererseits produzieren sie aber 3-mal soviel Stickoxide und bis zu 1.000-fach mehr lungengängige Partikel. Hohe Konzentrationen von Dieselrußpartikeln in der Luft verursachen nicht nur obstruktive Atemwegserkrankungen, sondern werden auch mit der Entstehung des Lungenkarzinoms in Verbindung gebracht. Die weltweit steigende Tendenz von Lungenkarzinomerkrankungen kann neben dem Rauchen auch durch die Zunahme von Dieselrußpartikel mitverursacht werden. Wegen ihrer hohen Partikelemission tragen Dieselmotoren durch den Rußpartikeleffekt auch zur globalen Erwärmung der Erdatmosphäre bei.
*Vortrag anläßlich des 14. Symposiums über "Umweltmedizin" des Arbeitskreises “Umweltmedizin” im Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM); 111. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Wiesbaden, 3. April 2005.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Schweisfurth
3. Medizinische Klinik
Pneumologie
Carl-Thiem-Klinikum Cottbus
Thiemstraße 111
D-03048 Cottbus
Email: Schweisfurth@CTK.de
Übersicht
Atmosphärische Partikel und deren Deposition und Clearance im menschlichen Atemtrakt
U. Bundke
Abstract
U. Bundke
Institut für Atmosphäre und Umwelt, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main
Atmosphärische Aerosolpartikel mit all ihren potentiell allergischen, toxischen, fibrogenen oder krebsauslösenden Bestandteilen gelangen mit jedem Atemzug in den menschlichen Atemtrakt. Abhängig von ihrer Größe, Form und ihren mikrophysikalischen Eigenschaften werden sie in verschiedenen Regionen des Atemtraktes deponiert. Einmal deponiert, werden Partikel mit verschiedenen Clearancemechanismen wieder entfernt. Die internationale Strahlenschutzkommission ICRP (International Commission on Radiological Protection) hat hierfür 2 Modelle in ihrer Veröffentlichung (ICRP66) vorgestellt. In dieser Studie werden die 2 Modelle um Berechnungen des Feuchtewachstums der Partikel erweitert, um größenaufgelöste Partikelbelastungen des Atemtrakts zu berechnen. Die Berechnungen fußen auf einem praktisch vollständigen Datensatz mikrophysikalischer Messungen, die von verschiedenen Arbeitsgruppen während des Lindenberger Aerosolcharakterisierungsexperiments in Lindenberg (Deutschland) 1998 (LACE 98) durchgeführt wurden.
*Vortrag anläßlich des 14. Symposiums über "Umweltmedizin" des Arbeitskreises “Umweltmedizin” im Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM); 111. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Wiesbaden, 3. April 2005.Correspondence to:
Dipl. Met. Dr. phil. nat. U. Bundke
Institut für Atmosphäre und Umwelt
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
Georg-Voigt-Straße 14
D-60325 Frankfurt am Main
Email: bundke@meteor.uni-frankfurt.de
Autorenreferate
7. Herbsttagung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Pneumologie
Kongressbericht
Pneumologie auf der Theresie
G. Steinkamp