Jahrgang 31, No. 11/2005(November 2005)
|
Atemwegs- und Lungenkrankheiten
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 24.80$ |
 |
Originalarbeit
Broncho Junior, ein neues Intubationsphantom für die Weiterbildung in der Pädiatrie
J.A. Nakhosteen
Abstract
J.A. Nakhosteen
Bochum
Die wachsende Nachfrage nach einem kindlichen Intubationsphantom führte zur Entwicklung von Broncho Junior. Dieser Bericht beschreibt neben einigen Schwierigkeiten und ihrer Lösungen in der Umsetzung des Projekts die wichtigsten Merkmale des neuen Übungsmodells und gibt Hinweise für seine optimierte Anwendung bei der Weiterbildung in der pädiatrischen Bronchologie, Intensivmedizin und Anästhesiologie.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J.A. Nakhosteen
Unterfeldstraße 8
D-44797 Bochum
Email: john@nakhosteen.com
Übersichten
Lungentransplantation heute: Eine etablierte Therapie bei Lungenerkrankungen im Endstadium
M. Kamler, R. Ragette, U. Herold, I. Aleksic, G. Marggraf, H. Teschler und H. Jakob
Abstract
M. Kamler1, R. Ragette2, U. Herold1, I. Aleksic1, G. Marggraf1, H. Teschler2 und H. Jakob1
1Westdeutsches Herzzentrum Essen, Universitätsklinikum Essen,2Abteilung Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universität Duisburg-Essen
20 Jahre nach ersten erfolgreichen isolierten Lungentransplantation durch J. Cooper, hat sich die Lungentransplantation zur akzeptierten Behandlungsmethode bei Lungenerkrankung im Endstadium entwickelt. Weltweit wurden bisher ca. 15 000 Lungen transplantiert, dabei ca. 6 500 bilaterale Lungentransplantationen und ca. 7 500 Einzellungentransplantationen, zusätzlich 2 955 Herz-Lungen [63]. Durchgeführt wurden sie in ca. 180 Zentren für Lungentransplantation weltweit. Zur Zeit kann man davon ausgehen, daß ca. 100 Zentren weltweit aktiv Lungen transplantieren in der Größenordnung von ca. 1 500 Lungen/Jahr. Die Anzahl der Zentren, die Herz-Lungen transplantieren, liegt bei ca. 35. Diese Angaben beziehen sich auf die freiwilligen Selbstangaben durch die Transplantationszentren. Insgesamt dürfte die Anzahl etwas höher liegen. Weltweit gibt es dabei weniger als 10 Zentren die über 30 Lungen/Jahr transplantieren. Über 100 Zentren transplantieren weniger als 20 Lungen/Jahr, ca. 15 Zentren liegen bei 20 – 30 Lungen/Jahr. Am Universitätsklinikum Essen werden im Jahr 2004 voraussichtlich ca. 30 Lungentransplantationen durchgeführt. Die Anzahl der Patienten auf der Warteliste hat dabei gegenüber der konstanten Anzahl der Spender deutlich zugenommen. Innerhalb von zwei Jahren versterben ca. 25% der Patienten auf der Warteliste und nur 57% können dabei transplantiert werden, wie eine Studie von De Meester und Mitarbeitern aus dem Jahre 2001 zeigte [10]. Das Spenderalter hat im Lauf der letzten Jahre zugenommen und liegt in 50% der Fälle zwischen 50 und 64 Jahren. Das Empfängeralter hat sich ebenfalls erhöht und liegt zu 50% zwischen 50 und 64 Jahren. Das “ideale” Empfängeralter mit dem niedrigsten Risiko liegt zwischen 32 und 50 Jahren. Die Anstrengungen, die Zahl der Spender zu steigern, z.B. durch verbesserte Auswahl der Spender sowie durch Verbesserung der Lungenkonservierung, konnte dem bisher nur gering entgegenwirken. Es gelang jedoch, die perioperative Mortalität aufgrund verbesserter chirurgischer Techniken, verbesserter Organkonservierung und immunsuppressiver/ antibiotischer Protokolle auf 10 – 15% zu senken. Die Diagnostik von akuten Abstoßungen konnte verbessert werden, ebenso die Differenzierungsmethoden zwischen Abstoßung und Infektion. So ist es gelungen, die Überlebensrate im Langzeitverlauf deutlich anzuheben. Die 1-Jahresüberlebensrate liegt bei ca. 80%, nach drei Jahren bei 58% und nach fünf Jahren bei ca. 50% [63]. Trotzdem steht die Lungentransplantation in bezug auf Überlebensrate hinter anderen Organtransplantationen zurück. Ursächlich dafür ist ein aufgrund chronischer Abstoßung auftretendes Bronchiolitis-obliterans-Syndrom (BOS), welches das Hauptproblem im Langzeitverlauf nach Lungentransplantation bildet. Die körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität werden durch die Lungentransplantation jedoch entscheidend verbessert [36]. In diesem Artikel sollen die gängigen Indikationen, die Empfängerauswahl sowie die Spenderauswahl, die chirurgische Technik und die grundlegenden Prinzipien der Nachsorge nach Lungentransplantation diskutiert werden. In den Richtlinien der International Society of Heart and Lung Transplantation (ISHLT), American Thoracic Society (ATS) und der American Society of Transplant Physicians (ASTP) im Jahr 1998 [39] werden die gängigen Indikationen und Kriterien zur Aufnahme auf die Warteliste (Listung) angegeben. Inzwischen gibt es einige weitere Kriterien zur Listungsempfehlung aufgrund neuerer Erkenntnisse in bezug auf Prognose, alternative Therapien und Überlebensraten. Dies sollte berücksichtigt werden, um die Patienten für die Lungentransplantation auszuwählen, die, im Hinblick auf den Mangel an Spenderorganen, am meisten von der Transplantation profitieren.Correspondence to:
Dr. med. M. Kamler
Westdeutsches Herzzentrum Essen
Abteilung Thorax und Kardiovaskuläre Chirurgie
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
D-45122 Essen
Email: markus.kamler@uni-essen.de
Übersichten
Pulmonale alveoläre Mikrolithiasis
H. Gubbawy und A. Chemaissani
Abstract
H. Gubbawy1 und A. Chemaissani2
1Lungen- und Bronchialheilkunde, 2Lungenklinik Köln-Merheim
Die pulmonale alveoläre Mikrolithiasis ist eine Erkrankung unbekannter Ätiologie, die familiär gehäuft vorkommt und charakterisiert ist durch Ablagerung zahlreicher konzentrisch beschichteter Mikrolithen in den Alveolen beider Lungen. Die Erkrankung kann über einen längeren Zeitraum asymptomatisch bleiben und wird im allgemeinen zufällig bei einer Routineröntgenuntersuchung entdeckt. Das HRCT erhärtet den Verdacht, und die zytologische und/oder histologische Untersuchung führen zur Sicherung der Diagnose. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Eine kausale Therapie existiert nicht, und im fortgeschrittenen Stadium ist die doppelseitige Lungentransplantation die Therapie der Wahl. Aus der Literatur wurden 535 Erkrankungsfälle ausgewertet und analysiert. Es ergab sich ein Verhältnis Männer zu Frauen von 53 : 47, und das Hauptmanifestationsalter lag zwischen dem 10. und 49. Lebensjahr mit einer Spitze bei 10 – 19 Jahren. Die Diagnose wurde zumeist röntgenologisch gesichert. Correspondence to:
Dr. med. H. Gubbawy
Klosterstraße 87
D-24536 Neumünster
Email: hassan.gubbawy@t-online.de
Übersichten
Tobramycininhalation zur Behandlung der Pseudomonasinfektion bei Mukoviszidose: Aktuelle Aspekte
G. Steinkamp und J. Stegemann
Abstract
G. Steinkamp1 und J. Stegemann2
1Klinische Forschung, Hannover, und CF-Ambulanz, Hamburg-Altona, 2InfectoPharm GmbH, Heppenheim
Inhalativ verabreichtes Tobramycin ist wirksam zur Suppression der chronischen Pseudomonasinfektion bei Patienten mit Mukoviszidose. Vor einigen Jahren wurde eine Tobramycinlösung speziell für die inhalative Anwendung entwickelt. Diese wird in hoher Dosierung und nach einem intermittierenden Therapieschema verabreicht. Auch die konventionellen intravenösen Formulierungen wurden inzwischen für die inhalative Verabreichung optimiert. Obwohl die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit von Tobramycin-Aerosol in klinischen Prüfungen untersucht wurde, bleiben weiterhin Fragen offen. Die beiden häufigsten Therapieformen, die zweimal tägliche Inhalation von 300 mg Tobramycin in einem vierwöchigen On-Off-Schema, und die zweimal tägliche, kontinuierliche Inhalation von 80 mg ohne Behandlungspause, wurden bisher nicht in vergleichenden Studien gegenübergestellt. Formale Dosisfindungsstudien wurden nicht durchgeführt, so daß die ideale Dosis nicht bekannt ist. Die verfügbaren Daten für diese und andere wichtige Aspekte werden in der Übersichtsarbeit diskutiert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Steinkamp
Klinische Forschung
Schellingstraße 5a
D-30625 Hannover