Jahrgang 30, No. 3/2004(März 2004)
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Atemwegs- und Lungenkrankheiten
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Pädiatrische Pneumologie II*
pH-Bestimmung im Atemkondensat bei gesunden Probanden sowie bei Patienten mit zystischer Fibrose
H. Hildebrand, A. Hilgendorff, C. Fegbeutel, G. Hüls und H. Lindemann
Abstract
H. Hildebrand1, A. Hilgendorff1, C. Fegbeutel2, G. Hüls1 und H. Lindemann1
1Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, 2Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Gießen
Bei Untersuchungen des pH-Werts im Atemkondensat (AKS) bei Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Atemwege (Asthma, Bronchiektasen, COPD) fand sich ein im Vergleich zu gesunden Kontrollkollektiven erniedrigter pH-Wert. Das AKS von Patienten mit zystischer Fibrose (CF) und von Rauchern ist diesbezüglich noch unzureichend untersucht. Wir untersuchten das AKS von 46 gesunden Nichtrauchern, 14 Rauchern, 45 stabilen CF-Patienten und 5 CF-Patienten mit Exazerbation, bei letzteren vor und nach antibiotischer Therapie. Außerdem überprüften wir Reproduzierbarkeit und Meßgenauigkeit der pH-Wertbestimmung im AKS. Zur Sammlung des AKS verwendeten wir den Jaeger EcoScreen, das gewonnene AKS wurde gemäß dem Vorschlag von Hunt und Mitarbeitern [11] durch Argonspülung stabilisiert. Der pH-Wert im AKS lag bei den Gesunden bei 7,032 ± 0,09 (MW ± SD). Die pH-Werte der Raucher (6,878 ± 0,17, p = 0,006), der stabilen CF-Patienten (6,983 ± 0,1, p = 0,039) und der CF-Patienten mit Exazerbation (6.927 ± 0,05; p = 0,003) unterschieden sich signifikant vom gesunden Vergleichskollektiv. Unter antibiotischer Therapie kam es bei den CF-Patienten mit Exazerbation zu einem deutlichen Anstieg des pH-Werts (6,927 ± 0,05 vs. 7,048 ± 0,09, p = 0,057). Die pH-Werte waren gut reproduzierbar und zeigten eine hohe Meßgenauigkeit. Fazit: Der pH-Wert im AKS scheint bei akuten und in geringerem Ausmaß auch bei chronischen pulmonalen Entzündungsprozessen erniedrigt zu sein. Die Beobachtung des pH-Werts im AKS könnte bei Patienten mit entzündlichen Atemwegserkrankungen zum intraindividuellen Monitoring geeignet sein.
Leukotriene im Atemkondensat von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale und zystischer Fibrose
P. Reineck, A. Artlich, C. Hoeser, G. Hüls und H. Lindemann
Abstract
P. Reineck, A. Artlich, C. Hoeser, G. Hüls und H. Lindemann
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen
Erhöhte Konzentrationen von Leukotrienen (LT) sind bei Asthmatikern und Mukoviszidose- (CF) Patienten in Plasma und broncho-alveolärer Lavageflüssigkeit (BAL) beschrieben worden. Mit dem Atemkondensat steht ein Probenmaterial zur Verfügung, welches nichtinvasiv, einfach, schnell und kostengünstig zu gewinnen ist. Vorteilhaft ist, daß es direkt dem broncho-alveolären Kompartiment entstammt. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Konzentrationen von LTB4 und LTE4 im Atemkondensat von Kindern und Jugendlichen mit Asthma und CF zu untersuchen und mit denjenigen gesunder Kontrollpersonen zu vergleichen. Von 65 Kindern mit atopischem Asthma bronchiale, 19 CF-Patienten und 20 gesunden Kontrollpersonen, wurde nach Durchführung einer Lungenfunktionsuntersuchung einschließlich Bodyplethysmographie Atemkondensat gesammelt. Die LT-Konzentrationen wurden mittels ELISA gemessen. Die Asthmatiker wurden in 3 Therapiegruppen eingeteilt: (Gruppe 1) keine antiinflammatorische Therapie, (Gruppe 2) inhalative Steroide, aber keine Leukotrien-Rezeptorantagonisten (LTRA) und (Gruppe 3) LTRA. Es ergaben sich signifikante Unterschiede bezüglich LTB4 zwischen CF und Asthma (141,2 vs. 64,5 pg/ml, p < 0,05) sowie zwischen CF und Gesunden (66,0, p < 0,05) und bezüglich LTE4 zwischen Asthma und CF (69,9 vs. 30,9, p < 0,01) sowie zwischen Asthma und Gesunden (26,2, p < 0,001). Gruppe 1 wies die höchste LTE4-Konzentration auf (95,6), Gruppe 2 tendenziell niedrigere Werte (68,2, NS). Die niedrigsten und im Vergleich zu Gruppe 1 signifikant unterschiedliche Werte wurden für Gruppe 3 gemessen (40,0, p < 0,01). Fazit: CF und Asthma weisen unterschiedliche Entzündungsmechanismen auf, die sich in den LT-Konzentrationen im Atemkondensat widerspiegeln. Aus dieser Erkenntnis lassen sich therapeutische Konsequenzen ziehen: Die erhöhten LTE4-Konzentrationen beim Asthma lassen die therapeutische Option mit LTRA grundsätzlich als sinnvoll erscheinen; erhöhtes LTB4 bei der CF weist in Richtung neuer entzündungsdämpfender Therapieoptionen, die mittelfristig zur Verfügung stehen könnten.
Mukoviszidose: Standardtherapie und Perspektiven
H. Lindemann
Abstract
H. Lindemann
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen
Die Therapie umfaßt primäre präventive Maßnahmen wie die üblichen Impfungen (einschließlich Pneumokokken) sowie Vorsichtsmaßnahmen bezüglich feuchten Milieus. Die Therapie zielt vor allem auf eine wirksame Mukolyse und Expektoration, eine aggressive antibiotische Therapie und auf eine Optimierung der Ernährung durch überproportionale Fettzufuhr mit angemessener Substitution von Lipase und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) ab. Kurzfristig ist eine Optimierung der Inhalationstechnologie zu erwarten. Mittelfristig erhofft man sich wesentliche Fortschritte durch eine verbesserte antiinflammatorische Therapie und eine Realisierung kausaler therapeutischer Ansätze wie Natriumblockade, direkte Aktivierung des gestörten transepithelialen Chlorionentransports, Unterstützung der intraepithelialen Reifung des cystic fibrosis transmembrane conductance regulator oder sogar die Genkorrektur.