Jahrgang 34, No. 3/2011(März)
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Allergologie
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Ernährungstherapie in der Allergologie
Editorial
I. Reese
Abstract
Editorial
I. Reese
Ernährungstherapie in der Allergologie
Besonderheiten bei der Betreuung von Patienten mit Nahrungsmittel-Anaphylaxie
S. Hompes und M. Worm
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 123–129
Besonderheiten bei der Betreuung von Patienten mit Nahrungsmittel-Anaphylaxie
S. Hompes und M. Worm
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum Charité, Universitätsmedizin Berlin
Die Nahrungsmittel-Anaphylaxie ist sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen relevant und stellt als lebensbedrohliche Reaktion ein einschneidendes Erlebnis für die Betroffenen dar. Patienten mit Nahrungsmittel-Anaphylaxien bedürfen daher einer intensiven Betreuung, die durch einen Arzt in enger Zusammenarbeit mit einer Ernährungsfachkraft erfolgen und gegebenenfalls psychotherapeutisch unterstützt werden sollte. Bei der allergologischen Abklärung sollte der Einfluss von Augmentationsfaktoren berücksichtigt werden. Ist der Auslöser identifiziert, sind eine genaue Aufklärung zur therapeutischen Allergenkarenz und diätetische Alternativmöglichkeiten notwendig, um einer erneuten Reaktion vorzubeugen und die Lebensqualität des Patienten zu gewährleisten. Die therapeutischen Maßnahmen müssen individuell für den Patienten erstellt werden. Die Verschreibung eines Notfallsets ist unerlässlich.Correspondence to:
Stephanie Hompes
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Allergie-Centrum Charité
Charitéplatz 1
D–10117 Berlin
Email: stephanie.hompes@charite.de
Ernährungstherapie in der Allergologie
Ernährungstherapie bei Allergien auf Grundnahrungsmittel im Säuglings- und Kindesalter
S. Plank-Habibi und B. Schäfer
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 130–137
Ernährungstherapie bei Allergien auf Grundnahrungsmittel im Säuglings- und Kindesalter
S. Plank-Habibi1 und B. Schäfer2
1Vital Klinik, Fachklinik für Dermatologie, Alzenau,2Altonaer Kinderkrankenhaus, Hamburg
Nahrungsmittelallergien können bereits im frühesten Säuglingsalter auftreten und richten sich mehrheitlich gegen Grundnahrungsmittel wie Kuhmilch, Hühnerei, Soja und Weizen sowie Erdnuss. Die Prävalenz frühkindlicher Nahrungsmittelallergien wird in der Bevölkerung überschätzt. Dies birgt das Risiko von Fehlernährung durch ungesicherte diätetische Restriktionen. Bei gesicherter klinischer Relevanz der Allergie ist eine Ernährungstherapie notwendig. Sie umfasst eine gezielte Allergenkarenz, das Aufzeigen von Meidungsstrategien und die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Ernährung trotz Diät. Die Prognose frühkindlicher Nahrungsmittelallergien ist günstig, die meisten Kinder werden bis zum Schulalter tolerant. Die klinische Relevanz der Allergie sollte daher im 1- bis 2-Jahres-Abstand überprüft werden.Correspondence to:
Sibylle Plank-Habibi
Vital-Klinik
Fachklinik für Dermatologie
Streuweg 100
D–63755 Alzenau
Email: sibyllehabibi@web.de
Ernährungstherapie in der Allergologie
Ernährungstherapie bei pollenassoziierten Kreuzallergien auf Nahrungsmittel – wie viel Karenz ist zu verantworten?
C. Schäfer
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 138–145
Ernährungstherapie bei pollenassoziierten Kreuzallergien auf Nahrungsmittel – wie viel Karenz ist zu verantworten?
C. Schäfer
Allergologische Schwerpunktpraxis, Hamburg
Pollenassoziierte Kreuzallergien stellen aufgrund ihrer Komplexität eine besondere Herausforderung im allergologischen Alltag dar. Sowohl die Diagnostik als auch die Therapie verlangen heute vielfältige interdisziplinäre Behandlungstools, um den korrekten Verursacher zu identifizieren und zu eliminieren. Spezialisiertes Detailwissen um Molekülstrukturen, Matrixeffekte und individuelle Triggerfaktoren gestattet heute weitestgehend, verlässliche Aussagen über verträgliche, zu meidende und ungeeignete Nahrungsmittel zu treffen und die Nährstoffbilanz zu sichern. Dies verhindert umfangreiche Verbotslisten und verbessert die Compliance und vor allem die Lebensqualität durch relative Freizügigkeit in der Auswahl von Nahrungsmitteln und geeigneten Zubereitungen.Correspondence to:
Dipl. oec. troph. Christiane Schäfer
Allergologische Schwerpunktpraxis
Colonnaden 72
D–20354 Hamburg
Email: info@christianeschaefer.de
Ernährungstherapie in der Allergologie
Ernährung in Diagnostik und Therapie bei pseudoallergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel
B. Bunselmeyer
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 146–151
Ernährung in Diagnostik und Therapie bei pseudoallergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel
B. Bunselmeyer
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster
Pseudoallergien sind Reaktionen, die von denen einer echten Allergie klinisch nicht zu unterscheiden sind. Im Gegensatz zur Allergie haben Haut- und Blutuntersuchungen keine Aussagekraft, da spezifische Antikörper bei diesem Pathomechanismus keine Relevanz haben. Von pseudoallergischen Reaktionen gegenüber Nahrungsmitteln sind vorrangig Patienten mit chronischer Urtikaria und mit nicht allergischem Asthma betroffen. Zur Diagnostik werden Eliminationsdiäten über mehrere Wochen durchgeführt. Hier hat sich die pseudoallergenarme Diät bewährt, da diese sowohl arm an biogenen Aminen und Zusatzstoffen ist als auch verdächtige natürliche Aromen nicht enthält. Bessert sich die Grunderkrankung, so werden im Anschluss orale Provokationen durchgeführt. Während die Effektivität der pseudoallergenarmen Diät sehr gut ist, führen anschließende orale Provokationstestungen mit Lebensmitteln oder Zusatzstoffen in Kapselform nur sehr selten zu einer Identifizierung des kausalen Pseudoallergens, sodass der Ernährungstherapie eine besondere Bedeutung zukommt.Correspondence to:
Dr. rer. medic. Britta Bunselmeyer
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
Universitätsklinikum Münster
Von-Esmarch-Straße 58
D–48149 Münster
Email: Britta.Bunselmeyer@ukmuenster.de
Ernährungstherapie in der Allergologie
Ernährungstherapie bei Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin
I. Reese
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 152–158
Ernährungstherapie bei Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin
I. Reese
Ernährungsberatung und -therapie, München
Unverträglichkeitsreaktionen nach Verzehr histaminhaltiger Speisen und Getränke werden häufig als Ursache von Beschwerden vermutet, für die sich kein allergischer Pathomechanismus nachweisen lässt. Aufgrund bisher fehlender objektiver Parameter, den Verdacht auf ein solches Krankheitsbild zu untermauern, wird die Diagnose rein klinisch gestellt. Dabei sind die Sicherung des tatsächlich vorhandenen Zusammenhangs zwischen Patientenangaben und reproduzierbaren Reaktionen, die Identifikation des oder der Auslöser(s) und der differenzialdiagnostische Ausschluss anderer Erkrankungen unerlässliche Bestandteile der Diagnostik. Bei nachweisbarer Unverträglichkeit ist es notwendig, den Betroffenen individuell zu beraten. Pauschallisten mit umfangreichen Verboten schränken Betroffene zu stark ein und erhöhen oftmals den Leidensdruck durch unnötige Restriktion. Ziel der Ernährungstherapie ist es, die Beschwerden auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität weitgehend zu erhalten.Correspondence to:
Dr. Imke Reese
Ernährungsberatung und -therapie
Schwerpunkt Allergologie
Ansprengerstraße 19
D–80803 München
Email: info@ernaehrung-allergologie.de
Ernährungstherapie in der Allergologie
Ernährungstherapie beim atopischen Ekzem
C. Kugler
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 159–167
Ernährungstherapie beim atopischen Ekzem
C. Kugler
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, München
Das atopische Ekzem ist eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit, die zu den atopischen Erkrankungen gehört. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist die Verringerung oder Vermeidung von bekannten Provokationsfaktoren. Bestehen Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten, sollten entsprechende Nahrungsmittel im Rahmen einer fundierten Diagnostik identifiziert und nachfolgend gemieden werden. Sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapie ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Allergologe und qualifizierter Ernährungsfachkraft eine wichtige Grundlage für die Sicherung bzw. Wiederherstellung von Lebensqualität. Die Verunsicherung von Betroffenen ist vor allem bei dieser Erkrankung sehr groß, da eine Vielzahl von pauschalen Ernährungsempfehlungen und Diäten kursieren. Für die Wirksamkeit solcher Diäten gibt es keine Belege. Aber sie bergen insbesondere bei Kindern die Gefahr von Mangelerscheinungen und Entwicklungsstörungen. Darüber hinaus senken sie die Lebensqualität durch unnöti- ge Einschränkungen des Speiseplans, Angst vor Aufnahme “ungünstiger” Nahrungsmit- tel und nachfolgende Konsequenzen für das Sozialleben.Correspondence to:
Dipl. oec. troph. Claudia Kugler
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Biedersteinerstraße 29
D–80802 München
Email: claudia.kugler@lrz.tu-muenchen.de
Ernährungstherapie in der Allergologie
Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Psyche unter besonderer Berücksichtigung des gestörten Essverhaltens
S.M. Mannhardt
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 3/2011, S. 168–173
Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Psyche unter besonderer Berücksichtigung des gestörten Essverhaltens
S.M. Mannhardt
Diplom Oecotrophologin, Individualpsychologische Lehrberaterin, systemische Familienberaterin, Schliengen
Essen ist seit jeher kein rein rationaler Akt, sondern eine komplexe Handlung, die sowohl physische als auch psychische und soziale Aspekte aufweist. Wird dieses empfindliche Gleichgewicht durch selbst- oder fremdinduzierte Diäten gestört, so kann das veränderte Verhalten per se ein Gesundheitsrisiko in sich bergen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten beeinträchtigen sowohl die Lebensqualität der Betroffenen als auch der Familiensysteme, haben Einfluss auf die Gefühlslage und nicht zuletzt auf das Sozialverhalten von Betroffenen. In der Ernährungstherapie geht es darum, ein gestörtes Essverhalten in Verbindung mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufzudecken, ihm gezielt vorzubeugen bzw. bei Bestehen entgegenzuwirken. Da zu vermuten ist, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein ernst zu nehmendes Phänomen handeln könnte, sollte diesem deutlich mehr Beachtung geschenkt werden.Correspondence to:
Dipl. Oecotroph. Sonja M. Mannhardt
Eisenbahnstraße 49
D–79418 Schliengen
Email: info@art-mannhardt.de