Jahrgang 33, No. 6/2010(Juni)
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Allergologie
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Neurodermitis II
Editorial
H.C. Williams
Abstract
Editorial
H.C. Williams
Neurodermitis II
International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC): Neue Erkenntnisse über Neurodermitis
C. Flohr
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 6/2010, S. 242–250
International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC): Neue Erkenntnisse über Neurodermitis
C. Flohr
Department of Paediatric Allergy & Dermatology, St. Johns Institute of Dermatology, St. Thomas Hospital & Kings College, London
Die International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC) ist die weltweit größte Allergiestudie und verfolgt mit Zentren in aller Welt einen globalen Ansatz. Diese Übersichtsarbeit fasst die ISAAC-Ergebnisse in Bezug auf Neurodermitis zusammen. Besonders diskutiert werden Ergebnisse zu weltweiten Prävalenzveränderungen, Einfluss von Klima und Ernährungsfaktoren sowie die Rolle des Stillens, Störungen der Barrierefunktion der Haut und der Atopie.Correspondence to:
Dr. med. C. Flohr
Department of Paediatric Allergy & Dermatology
St. Johns Institute of Dermatology
St. Thomas Hospital & Kings College
Lambeth Palace Road
London, SE1 7EH, United Kingdom
Email: carsten.flohr@kcl.ac.uk
Neurodermitis II
Neues zur genetischen Epidemiologie des atopischen Ekzems
S. Weidinger und J. Ring
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 6/2010, S. 251–258
Neues zur genetischen Epidemiologie des atopischen Ekzems
S. Weidinger und J. Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München
Das atopische Ekzem (AE) ist eine typische komplexe und somit multifaktorielle Erkrankung, bei der wahrscheinlich eine Vielzahl genetischer Faktoren und Umwelteinflüsse in der Pathogenese zusammenwirken. Die Phänotyp-Penetranz ist dabei gering bei hoher Phänotyp-Variabilität, und es erfolgt eine starke Modifikation seitens der Umwelt. Die Identifikation der relevanten Gene ist von großer Bedeutung für ein verbessertes Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen und die Entwicklung neuer präventiver und therapeutischer Strategien. In den letzten Jahren eröffneten der wachsende Erkenntnisstand der genetischen Variabilität des humanen Genoms und rasante methodische Innovationen in der Hochdurchsatzgenotypisierung neue Perspektiven für die Aufklärung der genetischen Ursachen komplexer Erkrankungen. Dabei kommt der Untersuchung großer Kohorten mit exzellenter klinischer Charakterisierung unter Zuhilfenahme geeigneter biostatistischer Verfahren und einer funktionellen Verifizierung von Untersuchungsergebnissen eine wichtige Rolle zu. Mit der Identifikation von DNA-Varianten im Filaggrin-Gen (FLG), die kein intaktes Genprodukt zulassen, als starke organspezifische Prädispositionsfaktoren des AE wurde in jüngster Zeit ein wissenschaftlicher Durchbruch erzielt. Ergebnisse genomweiter Assoziationsstudien deuten ferner auf gemeinsame genetische Determinanten chronisch-entzündlicher Barriereerkrankungen hin. Durch den Einsatz moderner molekulargenetischer Methoden ist zu erwarten, dass in naher Zukunft weitere bislang unbekannte Suszeptibilitätsgene für das AE entdeckt werden.Correspondence to:
Dr. med. S. Weidinger
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
D–80802 München
Email: stephan.weidinger@lrz.tu-muenchen.de
Neurodermitis II
Nahrungsmittelallergie und diätetische Maßnahmen
I. Reese
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 6/2010, S. 259–266
Nahrungsmittelallergie und diätetische Maßnahmen
I. Reese
Ernährungsberatung und -therapie, München
Aus Sicht der Betroffenen spielen Nahrungsmittel bei der Beeinflussung ihres Hautbilds eine entscheidende Rolle. Das führt dazu, dass sich viele Patienten freiwillig Diäten unterwerfen, die meist keinen nachvollziehbaren Nutzen bringen, die Nährstoffversorgung und die Lebensqualität aber maßgeblich einschränken. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, gemeinsam mit den Betroffenen durch eine fundierte Diagnostik herauszufinden, ob Ernährungsfaktoren individuell klinisch eine Rolle spielen. Dabei sind auch mögliche Spätreaktionen zu berücksichtigen. Gerade für solche verzögerten Reaktionen können Ernährungs- und Symptomtagebücher eine wichtige Hilfe liefern. Werden Nahrungsmittel als Auslöser identifiziert, muss im Rahmen einer Ernährungstherapie eine Aufklärung zum Vorkommen und zur Meidung des oder der Auslöser erfolgen sowie ein geeigneter Ersatz gefunden werden. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der therapeutischen Empfehlungen in den Alltag und damit für eine hohe Lebensqualität. Erreichbar ist dieses Vorgehen durch eine gute Kooperation zwischen Hautarzt/Allergologen und einer allergologisch erfahrenen Ernährungsfachkraft.Correspondence to:
Dr. rer. medic. Imke Reese
Ernährungsberatung und -therapie
Ansprengerstraße 19
D–80803 München
Email: info@ernaehrung-allergologie.de
Neurodermitis II
Eltern- und Patientenschulung für Familien mit neurodermitiskranken Kindern
D. Staab
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 6/2010, S. 267–270
Eltern- und Patientenschulung für Familien mit neurodermitiskranken Kindern
D. Staab
Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Universitätskinderklinik Charité, Campus Virchow, Berlin
Die atopische Dermatitis (= Neurodermitis = AD) gehört zu den häufigen Erkrankungen im Kindesalter mit einer Prävalenz von bis zu 20%. Der frühe Beginn der Erkrankung im Säuglingsalter und der chronisch undulierende Verlauf stellen eine besondere Herausforderung für Eltern und Behandler dar. Mangel an Information, Überlastung, Hilflosigkeit und mangelndes Vertrauen in die medizinische Versorgung führen zu einem schlechten Krankheitsmanagement und zur Inanspruchnahme vieler verschiedener Heilmethoden. Patientenschulung ist bei anderen chronischen Erkrankungen im Kindesalter wie Asthma bronchiale oder Diabetes mellitus integraler Bestandteil der Therapie. Dieses Project wurde initiiert zur Entwicklung und Erprobung eines Schulungsprogramms für Kinder und Eltern mit dem Ziel der Verbesserung des Managements der AD. Das Schulungsprogramm: Es wurden 3 Konsensuskonferenzen durchgeführt mit dem Ziel, alle Experten auf diesem Gebiet zusammen zu bringen, und einen Konsens hinsichtlich Struktur und Inhalt des Programms sowie des Designs der Evaluationsstudie zu erreichen. 7 Kliniken beteiligten sich an dieser randomisierten, kontrollierten Studie. In der Schulungsgruppe konnten über alle Altersgruppen auch nach einem Jahr noch signifikante Effekte im objektiven und subjektiven Schweregrad des Hautzustandes im Vergleich zur Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Die Lebensqualität der Eltern besserte sich bei den Vorschulkindern in allen Domainen, bei den älteren Kindern in 3 von 5 Domainen. Die strukturierte, alterangepasste Patienten- und Elternschulung ist ein wirkungsvoller Bestandteil der Versorgung neurodermitiskranker Kinder und deren Eltern.Correspondence to:
PD Dr. med. Doris Staab
Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie
Universitätskinderklinik Charité
Campus Virchow
Augustenburger Platz 1
D–13353 Berlin
Email: doris.staab@charite.de
Neurodermtis II
Die ICF-basierte Rehabilitation von chronisch atopischen Erkrankungen
W. Nürnberg und D. Vieluf
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 6/2010, S. 271–278
Die ICF-basierte Rehabilitation von chronisch atopischen Erkrankungen
W. Nürnberg1 und D. Vieluf2
1Zentrum für Allergologie, Dermatologie, Pädiatrie und Pneumologie, Ostseeklinik Kühlungsborn, Ostseebad Kühlungsborn, 2Zentrum für Allergologie, Dermatologie, Pädiatrie und Pneumologie, Fachklinikum Borkum
Atopische Erkrankungen der Haut und Schleimhäute manifestieren sich häufig bereits im frühen Kindesalter und zeigen alterstypische Manifestationsformen. Für alle atopischen Erkrankungen gilt, dass sie möglichst frühzeitig und effizient behandelt werden müssen, um der Gefahr einer Chronifizierung bzw. Manifestation weiterer Gesundheitsstörungen entgegenzuwirken. Sofern aufgrund einer atopischen Erkrankung Einschränkungen in beruflichen und sozialen Aktivitäten und Teilhabe drohen oder bereits bestehen, kann eine rehabilitative Maßnahme sinnvoll und notwendig werden. Die Rehabilitation stellt ein wichtiges Behandlungsmodul in der Versorgung chronischer atopischer Erkrankungen, insbesondere der Neurodermitis und des Asthma bronchiale dar. Im Zentrum der leitliniengerechten sekundär und tertiär präventiven rehabilitativen Behandlungskonzepte steht dabei ein multidisziplinärer Ansatz, der diagnostische, therapeutische, edukative und präventive Behandlungsformen miteinander verbindet. Die ICF (International Classification of Functioning, Disability und Health) der WHO stellt dabei das Struktur- und Behandlungskonzept der Rehabilitation dar, das nicht nur die Indikation zur Rehabilitation, sondern auch den rehabilitativen Prozess bestimmt.Correspondence to:
PD Dr. med. D. Vieluf
Zentrum für Allergologie, Dermatologie, Pädiatrie und Pneumologie
Fachklinikum Borkum
Jann-Berghaus-Straße 49
D–26757 Borkum
Email: info@fachklinikum-borkum.de
Neurodermitis II
Medizinische Versorgung und gesundheitsökonomische Relevanz der Neurodermitis
J. Schmitt
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 6/2010, S. 279–288
Medizinische Versorgung und gesundheitsökonomische Relevanz der Neurodermitis
J. Schmitt
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Hintergrund: Trotz der Bedeutung der Neurodermitis für die Allergologie, Dermatologie und Pädiatrie fehlen bisher für Deutschland deskriptive Daten zur tatsächlichen medizinischen Versorgung von Patienten mit Neurodermitis. Methodik: Basierend auf einer Vollerhebung ärztlicher Leistungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen und Verordnungsdaten der AOK Sachsen (2,1 Mio. Versicherte; Zeitraum 2003 und 2004) analysierte der Autor die Inanspruchnahmeprävalenz, die Rolle der unterschiedlichen Fachdisziplinen in der medizinischen Versorgung, die versorgungsrelevante Komorbidität und die medikamentöse Behandlung der Neurodermitis sowie resultierende Kosten. Ergebnisse: Mit einer Inanspruchnahmeprävalenz von 15,6% ist die Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen die häufigste chronische Erkrankung überhaupt. Trotz der niedrigeren Prävalenz im Erwachsenenalter sind 60% aller Patienten mit Neurodermitis Erwachsene. Etwa die Hälfte aller Kinder bzw. erwachsenen Patienten mit Neurodermitis wurden durch Dermatologen und Pädiater bzw. Dermatologen und Allgemeinärzte betreut/mitbetreut. Die atopische Komorbidität spielt in der Routineversorgung eine geringere Rolle, als Studien basierend auf Klinikkollektiven vermuten lassen. Auffallend ist eine deutliche versorgungsrelevante Komorbidität der Neurodermitis mit psychiatrischen Erkrankungen sowohl bei Minderjährigen als auch bei Erwachsenen. Topische Glukokortikoide dominieren altersunabhängig und unabhängig von der betreuenden Fachdisziplin die ambulante Therapie der Neurodermitis. 10% der Patienten wurden aufgrund der Neurodermitis mit systemischen Glukokortikosteroiden behandelt. Die Jahreskosten der medikamentösen Therapie betrugen durchschnittlich 34,– Euro pro Patient. Diskussion/Schlussfolgerungen: Neurodermitis ist fächerübergreifend und altersunabhängig eine äußerst versorgungsrelevante Erkrankung. Unklar ist, ob die atopische Komorbidität in epidemiologischen Studien überschätzt wurde oder ob sie zum Beispiel aufgrund geringer interdisziplinärer Kooperation unterbehandelt ist. Die psychiatrische Komorbidität von Patienten mit Neurodermitis ist versorgungsrelevant und sollte in zukünftigen Studien genauer untersucht werden.Correspondence to:
PD Dr. med. J. Schmitt
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 74
D–01307 Dresden
Email: Jochen.Schmitt@uniklinikum-dresden.de
Preisausschreibung, Mitteilung
Abstract
Preisausschreibung, Mitteilung